„Mischen Sie sich nicht ein“: Israel warnt Erdogan mit Luftschlägen im Syrien-Konflikt
VonErkan Pehlivan
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Israel hat erneut militärische Ziele in Syrien ins Visier genommen. Dies soll laut Berichten eine Warnung an Ankara sein, keine Militärstützpunkte in Syrien zu errichten.
Damaskus – Zwischen der Türkei und Israel sind die Beziehungen seit dem Überfall der Terrormiliz Hamas seit 7. Oktober 2023 angespannt. Zwischen Vertretern beider Länder gibt es seither immer wieder gegenseitige Verbalattacken. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wirft Israel in dem seither anhaltenden Krieg im Gazastreifen Völkermord an den Palästinenser vor und vergleicht Ministerpräsident Benjamin Netanyahu mit Adolf Hitler. Israel wirft Erdogan ebenfalls Völkermord vor, und das an den Kurden.
Konflikt zwischen Israel und Türkei trägt sich in Syrien aus
Jetzt verlagert sich der Konflikt zwischen beiden Ländern auf Syrien. Die Türkei ist ein enger Partner der neuen syrischen Regierung und hat im Norden des Landes mehrere Militärstützpunkte. In den vergangenen Wochen hatte Erdogan seinen Außenminister Hakan Fidan und Geheimdienstchef Ibrahim Kalin nach Damaskus geschickt. Auch in Ankara gab es Treffen auf höchster Ebene. Die Türkei will in Syrien ihre Militärpräsenz weiter ausbauen, dazu soll auch mindestens ein Luftwaffenstützpunkt zählen.
Doch auch Israel ist mit seinem Militär in Syrien präsent. Die israelische Luftwaffe hat nach eigenen Angaben am Mittwoch „militärische Fähigkeiten“ angegriffen, „die in den syrischen Stützpunkten Hama und T4 verblieben sind, sowie weitere verbleibende militärische Infrastrukturen in der Umgebung von Damaskus“. Der Militärstützpunkt T4 liegt in der zentralen syrischen Provinz Homs. Hama liegt im Norden von Homs im Westen Syriens.
Syrien-Rebellen stürzen Assad: Die Bilder des Machtwechsels
Die jüngsten Angriffe Israels auf syrische Militäranlagen galten offenbar vielmehr der Türkei, als dem syrischen Regime. Die jüngsten Luftangriffe in Syrien sollten „eine Botschaft an die Türkei übermitteln“, sagte ein israelischer Beamter am Mittwoch der Jerusalem Post. „Errichten Sie keine Militärbasis in Syrien und mischen Sie sich nicht in die israelischen Aktivitäten am Himmel des Landes ein“, sagte die Quelle der israelischen Zeitung gegenüber.
Das scheint auch der israelische Außenminister Gideon Sa´ar indirekt zu bestätigen. Israel sei besorgt über die „negative Rolle“, die die Türkei in Syrien, Libanon und anderen Regionen spiele. „Sie tun ihr Möglichstes, um Syrien als türkisches Protektorat zu erhalten. Es ist klar, dass das ihre Absicht ist“, zitiert Al Arabiya den israelischen Top-Diplomaten.
Eventuell drei türkische Ingenieure aus Türkei getötet
Bei den jüngsten Angriffen soll es auch türkische Opfer gegeben haben. „Berichten zufolge sollen bei dem Luftangriff israelischer Kampfflugzeuge auf den Militärstützpunkt in Hama drei türkische Ingenieure ums Leben gekommen sein. Ich hoffe, das stimmt nicht“, teilte der Abgeordnete Turhan Cömez auf X mit.
Sollte sich das bewahrheiten, droht eine Eskalation zwischen beiden Staaten. Während der Herrschaft von Bashar al-Assad hatte das israelische Militär ebenfalls Ziele in dem Land angegriffen und dabei angeblich mit dem Iran verbundene Militäreinrichtungen und Waffentransfers aus Teheran für die libanesische bewaffnete Gruppe Hisbollah ins Visier genommen. (erpe/dpa/AFP)