Bundeswehr investiert 3,75 Milliarden Euro: Neue Eurofighter sollen Luftstreitkräfte modernisieren
VonJekaterina Jalunina
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Die NATO will ihre Verteidigungsfähigkeit stärken und rüstet auf. Die Bundeswehr soll dafür bis 2034 insgesamt 20 neue Eurofighter-Kampfjets erhalten.
Berlin – Die Bundeswehr will ihre Luftstreitkräfte modernisieren und beschafft dafür 20 neue Eurofighter-Kampfjets. Das geht aus einer Vorlage für den Haushaltsausschuss des Bundestages hervor, die dem Nachrichtenmagazin Politico vorliegt. Das Auftragsvolumen beträgt rund 3,75 Milliarden Euro und umfasst neben den Flugzeugen auch 52 Triebwerke sowie verschiedene Ersatzteile.
Die erste Maschine soll laut dem Bericht 2031 ausgeliefert werden, die letzten fünf im Jahr 2034. Es handelt sich um die fünfte Tranche des Eurofighter-Programms. Der Haushaltsausschuss des Bundestages soll noch in dieser Woche über die Beschaffung entscheiden.
Bundesregierung beschließt Kauf von 20 neuen Eurofightern
Aktuell verfügt die Bundeswehr über 138 Eurofighter, die unter anderem zur Überwachung des NATO-Luftraums an der Ostflanke eingesetzt werden. Viele der Maschinen müssen in den kommenden Jahren modernisiert oder ersetzt werden. Bereits 2024 hatte der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) den Kauf von 20 neuen Jets angekündigt. Airbus hatte zuvor gefordert, bis zu 50 Eurofighter zu bestellen, um die Produktion in Deutschland langfristig zu sichern. Die Bundesregierung will es nun bei 20 Maschinen belassen.
NATO warnt Russland nach Luftraumverletzungen vor weiteren Provokationen
Nach den jüngsten russischen Luftraumverletzungen in NATO-Ländern hat das Verteidigungsbündnis seine Entschlossenheit zum Handeln betont. Die NATO werde „alle notwendigen militärischen und nichtmilitärischen Mittel“ einsetzen, um „alle Bedrohungen aus allen Richtungen abzuwehren“, bekräftigte die Allianz nach einem Treffen des NATO-Rats in Brüssel. Mit Blick auf den Drohnen-Vorfall am Kopenhagener Flughafen sagte Rutte, es sei „zu früh“ zu sagen, ob Moskau dahinterstecke.
Von Taurus bis Leopard – die Waffensysteme der Bundeswehr im Überblick
Die NATO warnt Russland unter Androhung von Gewalt vor weiteren Luftraumverletzungen. Die NATO und die Alliierten würden im Einklang mit dem Völkerrecht alle notwendigen militärischen und nicht-militärischen Mittel einsetzen, um sich zu verteidigen und Bedrohungen aus allen Richtungen abzuschrecken, heißt es in einer nach Beratungen in Brüssel veröffentlichten Erklärung aller 32 Bündnisstaaten. Die jüngsten Luftraumverletzungen würden das Risiko von Fehlkalkulationen bergen und Menschenleben gefährden. Das müsse aufhören.
Gemeinsame Aufrüstung: EU plant „Drohnenwall“ zur Stärkung der Ostflanke
Angesichts der zunehmenden Spannungen mit Russland wollen die EU-Staaten ihre Verteidigungsfähigkeit an der Ostflanke deutlich ausbauen. Bei einem Gipfeltreffen in Kopenhagen haben Bundeskanzler Friedrich Merz und die übrigen Staats- und Regierungschefs erstmals über Vorschläge der EU-Kommission für eine gemeinsame Aufrüstung beraten.
Hintergrund sind die anhaltenden Provokationen aus Moskau – darunter russische Kampfflugzeuge im estnischen Luftraum, Drohnenüberflüge über Polen und erneute Bombardierungen ukrainischer Städte. Unter dem Eindruck dieser Vorfälle ringen die Mitgliedsstaaten um einen abgestimmten europäischen Kurs. Ein zentrales Projekt in den Plänen der Kommission ist der Aufbau eines sogenannten „Drohnenwalls“ entlang der EU-Ostgrenze. Mit Hilfe modernster Überwachungstechnik soll es künftig möglich sein, unbemannte Flugkörper frühzeitig zu erkennen, zu verfolgen und im Ernstfall abzufangen. Die EU will das Vorhaben zu einem europäischen Leuchtturmprojekt machen.
Personalmangel bei der Bundeswehr: Pistorius sieht Ziel von 100.000 Reservisten als möglich an
Angesichts des Problems macht sich auch bei der Personalmangel bei der Bundeswehr deutlich bemerkbar. Verteidigungsminister Boris Pistorius zeigt sich zuversichtlich, dass das Ziel erreichbar ist. Er geht davon aus, dass Deutschland in den kommenden Jahren rund 100.000 zusätzliche Reservistinnen und Reservisten gewinnen kann. „Wir bauen die Unterkünfte und Ausbildungskapazitäten hoch, so dass wir bis zum Jahr ‚29, ‚30 – und das ist genau der Zeitrahmen, über den wir reden – 100.000 zusätzliche Reservisten ausgebildet haben werden, als Wehrdienstleistende“, sagte der SPD-Politiker im Podcast „Table.Today“. (Quellen: Politico, dpa, deutschlandfunk, Table.Today, Welt) (jal)