Gegenoffensive Russlands

Putins Truppen werden im Ukraine-Krieg siegessicher - und selbstgefällig

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Der Ukraine gehen die Granaten aus, was Russland zum Übermut verführt. Ursachen für das Desaster meinen Beobachter auch in Deutschland zu finden.

Lyssytschansk – Marco Seliger sieht die Wurzel des Übels in Troisdorf, einem Städtchen, kleiner als 100.000 Einwohner, an der südlichen Peripherie der Rheinmetropole Köln gelegen. 50 Stadtverordnete aus neun Parteien sorgen sich im Rat um das Wohl ihrer Heimat; stärkste Fraktion ist die CDU. In der Neuen Zürcher Zeitung schreibt Seliger, dass sie erst Ende vergangenen Jahres dem Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) ein Bein gestellt haben.

Die Troisdorfer Stadtverordneten tragen nach Seligers Meinung dazu bei, die Ukraine im Kampf gegen das Russland des Imperialisten Wladimir Putin am langen Arm verhungern zu lassen. Die Verteidiger haben Schätzungen zufolge einen täglichen Bedarf von mehr als 5.000 Granaten; ohne Hoffnung, den decken zu können. Aktuell berichtet Forbes darüber, dass die Russen im Ukraine-Krieg ihr Feuer auf exponierte Stellungen ihrer Gegner zusammenfassen in dem Wissen, dass die Ukraine kurz davor steht, ihr Pulver gänzlich verschossen zu haben, und sie mit keiner Antwort zu rechnen brauchen.

In Troisdorf werden seit mehr als 100 Jahren Sprengstoff und andere Vorprodukte für die Herstellung von Munition hergestellt. In einem Gewerbegebiet hat zum Beispiel die Firma Dynitec mit mehreren Produktionsanlagen ihren Sitz. Dynitec gehört dem deutschen Rüstungsunternehmen Diehl Defence aus Überlingen am Bodensee. Das Rüstungsunternehmen Diehl Defence ist aktuell vor allem für sein Flugabwehrsystem Iris bekannt. Aber Diehl stellt in großem Umfang auch Munition her, darunter Flugabwehr- und Lenkflugkörper, Artillerie- und Granatenmunition, Raketen und 40mm-Munition.

Um die Produktion zu steigern, wollte Dynitec nach NZZ-Recherchen sein Werk in Troisdorf erweitern – Ziel war, nach Unternehmensangaben, die Verdreifachung der Produktionsmenge. Dazu beabsichtigte Diehl, bisher nur gemietete Flächen in dem Gewerbegebiet zu kaufen. Doch die Stadt Troisdorf machte Diehl einen Strich durch diese Rechnung – der Stadtrat beschloss mit den Stimmen der Christdemokraten sowie der Grünen, ein Vorkaufsrecht für die von Diehl benötigten Flächen zu erlassen und bremste das Unternehmen damit in seiner Expansion aus.

Leere Versprechungen an die Ukraine statt Hilfe gegen Russlands Artillerie

Die Mehrheit im Stadtrat wolle mit der Vorkaufssatzung verhindern, dass Dynitec die Sprengstoffproduktion so ausweitet, dass weitere, riesige Abstandsflächen nötig würden, teilte die Stadtverwaltung der NZZ mit. Solche Flächen sind bei der Herstellung von Spreng- und Kampfmitteln erforderlich, um im Fall von Explosionen auf dem Betriebsgelände die umliegenden Wohngebiete nicht zu gefährden. Eine Vergrösserung des Produktionsstandorts führte langfristig zu großen Brachflächen, die für andere Nutzungen wie Unternehmensansiedlungen oder Wohnungsbau nicht mehr zur Verfügung stünden, erklärt die Stadt gegenüber der Zeitung weiter.

Mangelware: Ein ukrainischer Soldat holt Munition für einen Mörser. Die knappen Bestände verleiten Russland zu massierten Artillerie-Schlägen.

Forbes-Autor David Axe spricht aktuell von Verrat gegenüber der Ukraine. „Während die Artillerie der Ukraine noch im vergangenen Sommer gleichauf mit der russischen Artillerie, wenn nicht sogar überlegen war, haben die Russen inzwischen einen fünffachen Vorteil erlangt. Ukrainische Batterien feuern täglich rund 2.000 Granaten ab, russische Batterien 10.000.“ Er nennt als Beispiel für die russische Aktivität den Beschuss einer Stellung für fast 20 Geschütze oder Selbstfahr-Lafetten außerhalb von Lyssytschansk, rund zehn Kilometer entfernt von der Front in der ostukrainischen Oblast Luhansk – Russland holt möglicherweise Luft für eine eigene Offensive.

Versprechen an die Ukraine: Umfangreiche Lieferungen erst im kommenden Jahr

Der im November von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius ausgesprochene Marschbefehl zur Aufmunitionierung der Ukraine ist längst zum Waterloo der deutschen Leistungswilligkeit geworden. In dem 1,3 Milliarden Euro schweren weiteren deutschen Hilfspaket stecken neben anderem vier weitere Luftverteidigungssysteme Iris T-SLM sowie Panzerabwehrminen und Artilleriegranaten des Nato-Kalibers 155 Millimeter. Das ist die dritte Tranche an Iris-T-Systemen, die Deutschland seit Beginn des russischen Großangriffs im Februar 2022 an die Ukraine liefert. Drei Systeme wurden bereits verschickt, die zweite Tranche soll 2024 folgen; die nun versprochene dritte Tranche dann ein weiteres Jahr später. „Wir reden von 20.000 zusätzlichen Granaten“, sagte Pistorius dem Handelsblatt zum Umfang des gesamten Pakets an Artilleriemunition. Für das vergangene Jahr seien ihm zufolge bereits 140.000 Granaten des Nato-Kalibers angekündigt gewesen. Umfangreiche Lieferungen stellte Pistorius erst für 2025 in Aussicht.

Arten militärischer Munition

Gewehr- und Pistolenmunition: Munitionstypen, die in Gewehren und Pistolen verwendet werden. Sie können verschiedene Kaliber und Geschosstypen haben, darunter Vollmantelgeschosse, Hohlspitzgeschosse und Teilmantelgeschosse.

Artillerie- und Granatmunition: Munitionstypen zum Abschuss in Artilleriewaffen wie Haubitzen, Mörsern und Panzerabwehrkanonen. Sie können verschiedene Arten von Granaten umfassen, beispielsweise Sprenggranaten, Panzergranaten und Nebelgranaten.

Raketen: Lenkwaffen, die ein Ziel mit hoher Präzision treffen können. Es gibt verschiedene Arten von Raketen, beispielsweise Flugabwehrraketen, Lenkflugkörper und Seezielflugkörper.

Lenkflugkörper: Präzisionsgelenkte Munition, die mit hoher Geschwindigkeit fliegt und ein Ziel mit hoher Genauigkeit treffen kann. Es gibt verschiedene Arten von Lenkflugkörpern, beispielsweise Luft-Boden-Lenkflugkörper, Luft-Luft-Lenkflugkörper und Seezielflugkörper.

Flugabwehrmunition: Geschosse zur Abwehr von Luftangriffen; sie umfassen Flugabwehrmunition und Flugabwehrraketen.

Panzerabwehrmunition: Geschosse zur Bekämpfung gepanzerter Ziele; sie umfassen verschiedene Arten von Panzerabwehrgranaten und Panzerabwehrraketen.

Quelle: Produktion-Magazin – Technik und Wirtschaft für die deutsche Industrie

Die Militäranalysten des ukrainischen Thinktanks Frontelligence Insight wollen beweisen können, dass die russischen Artilleristen gerade versuchen, ihre Ziele jetzt endgültig zu Schutt und Asche zu legen. Zum Jahreswechsel, als die Ukraine mit einem Mangel an Artilleriemunition zu kämpfen hatte, beobachtete Frontelligence Insight einen Trend: Die russischen Streitkräfte wurden selbstgefällig und hielten ihre Artillerie über längere Zeiträume in statischen Positionen stationiert – manchmal über Monate hinweg. Diese Unbekümmertheit war darauf zurückzuführen, dass die Ukraine nicht in der Lage war, der russischen Artillerie wirksam zu antworten. Die Situation hielt an, bis die Ukraine diese Artilleriestellungen gezielt angriff, überwiegend mit Himars und Artillerie sowie FPV-Drohnen (First Person View).

Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine

Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz.
Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz. © Philipp Schulze/dpa
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben. © JONATHAN NACKSTRAND/afp
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bardley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechende Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren.
Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bradley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechenden Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren. © U.S. Army/dpa
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil.
Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil. © Björn Trotzki/Imago
Aus Großbritannien stammt der Kampfpanzer vom Typ Challenger 2. Dabei handelt es sich um einen der modernsten Panzer weltweit. Im Gegensatz zu den meisten anderen modernen Kampfpanzern ist der Challenger 2 mit einer 120-Millimeter-Kanone mit gezogenem Lauf ausgerüstet. Auch auf lange Entfernung sind zuverlässige Treffer zu erwarten. So soll ein Challenger 2 im Golfkrieg von 1991 einen irakischen Panzer auf fast fünf Kilometer Entfernung ausgeschaltet haben. Die Chobham-Panzerung sorgt für einen enorm guten Schutz. Als Nachteile gelten das hohe Gewicht, die komplizierte Logistik und die eingeschränkte Mobilität.
Aus Großbritannien stammt der Kampfpanzer vom Typ Challenger 2. Dabei handelt es sich um einen der modernsten Panzer weltweit. Im Gegensatz zu den meisten anderen modernen Kampfpanzern ist der Challenger 2 mit einer 120-Millimeter-Kanone mit gezogenem Lauf ausgerüstet. Auch auf lange Entfernung sind zuverlässige Treffer zu erwarten. So soll ein Challenger 2 im Golfkrieg von 1991 einen irakischen Panzer auf fast fünf Kilometer Entfernung ausgeschaltet haben. Die Chobham-Panzerung sorgt für einen enorm guten Schutz. Als Nachteile gelten das hohe Gewicht, die komplizierte Logistik und die eingeschränkte Mobilität. © Spc. Nicko Bryant Jr./Imago
Der Marder hat schon mehr als 50 Jahre auf dem Buckel, ist aber noch immer bei der Bundeswehr im Einsatz. Gebaut wurde der Marder mitten im Kalten Krieg. Er dient den Panzergrenadieren als Gefechtsfahrzeug und Führungspanzer. Durch seine Geschwindigkeit sollen die Infanteristen den Kampfpanzern folgen können. Mit 600 PS bei 35 Tonnen ist er gut motorisiert. Bewaffnet ist der Marder mit einer 20-Millimeter-Kanone. Die Besatzung besteht aus Kommandant, Richtschütze, Fahrer und sechs Grenadieren.
Der Marder hat schon mehr als 50 Jahre auf dem Buckel, ist aber noch immer bei der Bundeswehr im Einsatz. Gebaut wurde er mitten im Kalten Krieg. Der Marder dient den Panzergrenadieren als Gefechtsfahrzeug und Führungspanzer. Durch seine Geschwindigkeit sollen die Infanteristen den Kampfpanzern folgen können. Mit 600 PS bei 35 Tonnen ist er gut motorisiert. Bewaffnet ist der Marder mit einer 20-Millimeter-Kanone. Die Besatzung besteht aus Kommandant, Richtschütze, Fahrer und sechs Grenadieren. © Philipp Schulze/dpa
Die NLAW ist eine Panzerabwehrlenkwaffe aus schwedischer Produktion. Sie dient zur Bekämpfung von gepanzerten Fahrzeugen sowie Gebäuden. Sie kann von einem einzelnen Menschen transportiert und eingesetzt werden. Der Start mit der geschulterten Waffe kann liegend, kniend oder stehend erfolgen. Ihre Reichweite liegt bei bis zu 600 Metern. Verfehlt die Rakete das Ziel, so zerstört sie sich nach einer Flugzeit von 5,6 Sekunden selbst. Die NLAW ist ein Wegwerfartikel und kann nur einmal abgefeuert werden.
Die NLAW ist eine Panzerabwehrlenkwaffe aus schwedischer Produktion. Sie dient zur Bekämpfung von gepanzerten Fahrzeugen sowie Gebäuden. Sie kann von einem einzelnen Menschen transportiert und eingesetzt werden. Der Start mit der geschulterten Waffe kann liegend, kniend oder stehend erfolgen. Ihre Reichweite liegt bei bis zu 600 Metern. Verfehlt die Rakete das Ziel, so zerstört sie sich nach einer Flugzeit von 5,6 Sekunden selbst. Die NLAW ist ein Wegwerfartikel und kann nur einmal abgefeuert werden. © Sergei Supinsky/afp
Das Patriot-System dient zur Abwehr von Flugzeugen, Marschflugkörpern, Drohnen und Raketen kürzerer Reichweite. Es besteht aus mehreren Komponenten: Das Bodenradar erkennt Flugobjekte, der Leitstand berechnet deren Flugbahn, programmiert die eigenen Raketen und koordiniert deren Abschuss, das Startgerät verfügt über bis zu acht Raketenwerfer, der erforderliche Strom kommt von einem Fahrzeug mit Generatoren. Das Patriot-System kann gleichzeitig bis zu 50 Ziele beobachten und fünf bekämpfen. Die maximale Kampfentfernung liegt bei etwa 68 Kilometern. Die Entwicklung des Boden-Luft-Lenkwaffensystems reicht in die späten 1960er-Jahre zurück, eingeführt wurde es in den frühen 1980er-Jahren, seitdem wurde es immer wieder modernisiert.
Das Patriot-System dient zur Abwehr von Flugzeugen, Marschflugkörpern, Drohnen und Raketen kürzerer Reichweite. Es besteht aus mehreren Komponenten: Das Bodenradar erkennt Flugobjekte, der Leitstand berechnet deren Flugbahn, programmiert die eigenen Raketen und koordiniert deren Abschuss, das Startgerät verfügt über bis zu acht Raketenwerfer, der erforderliche Strom kommt von einem Fahrzeug mit Generatoren. Das Patriot-System kann gleichzeitig bis zu 50 Ziele beobachten und fünf bekämpfen. Die maximale Kampfentfernung liegt bei etwa 68 Kilometern.  © Kevin Schrief/dpa
Beim Multiple Launch Rocket System (MLRS) handelt es sich um ein Mehrfachraketenwerfer-Artilleriesystem auf Kettenfahrgestell. Die Typenbezeichnung des US-amerikanischen Militärs lautet M270. Bei der Bundeswehr wird es unter dem Namen MARS (Mittleres Artillerieraketensystem) geführt. Das System trägt zwölf Raketen, die Ziele in bis zu 40 Kilometer Entfernung treffen.
Beim Multiple Launch Rocket System (MLRS) handelt es sich um ein Mehrfachraketenwerfer-Artilleriesystem auf Kettenfahrgestell. Die Typenbezeichnung des US-amerikanischen Militärs lautet M270. Bei der Bundeswehr wird es unter dem Namen MARS (Mittleres Artillerieraketensystem) geführt. Das System trägt zwölf Raketen, die Ziele in bis zu 40 Kilometer Entfernung treffen. © Jeon Heon-Kyun/dpa
Die türkische Kampf- und Aufklärungsdrohne Bayraktar TB2 ist seit 2016 im Einsatz. Der Name geht auf ihren Erfinder Selçuk Bayraktar zurück, den Schwiegersohn des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Die Drohne erreicht eine Flughöhe von 7300 Metern. Sie ist 6,5 Meter lang, besitzt eine Spannweite von zwölf Metern und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 222 Kilometern pro Stunde. Beim ukrainischen Angriff auf das russische Flaggschiff „Moskwa“ soll die Drohne einen Angriff vorgetäuscht haben, bevor zwei Neptun-Raketen das Schiff trafen.
Die türkische Kampf- und Aufklärungsdrohne Bayraktar TB2 ist seit 2016 im Einsatz. Der Name geht auf ihren Erfinder Selçuk Bayraktar zurück, den Schwiegersohn des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Die Drohne erreicht eine Flughöhe von 7300 Metern. Sie ist 6,5 Meter lang, besitzt eine Spannweite von zwölf Metern und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 222 Kilometern pro Stunde. Beim ukrainischen Angriff auf das russische Flaggschiff „Moskwa“ soll die Drohne einen Angriff vorgetäuscht haben, bevor zwei Neptun-Raketen das Schiff trafen. © Birol Bebek/afp
Im Ukraine-Krieg kommen auch zahlreiche unbemannte Kamikaze-Drohnen zum Einsatz. Die Switchblade 300 ist zusammengeklappt so handlich, dass sie in jeden Rucksack passt. Sie wird mithilfe von Druckluft aus einem Rohr abgeschossen und verfügt über vier schwenkbare Flügel, die im Flug wie Springmesser herausspringen. Sie hat eine Reichweite von knapp zehn Kilometern und kann einige Zeit über ihrem Einsatzgebiet verweilen, ehe sie im Sturzflug angreift. Der Gefechtskopf der Switchblade 300 hat eine Sprengladung, die einer 40-Millimeter-Granate entspricht.
Im Ukraine-Krieg kommen auch zahlreiche unbemannte Kamikaze-Drohnen zum Einsatz. Die Switchblade 300 ist zusammengeklappt so handlich, dass sie in jeden Rucksack passt. Sie wird mithilfe von Druckluft aus einem Rohr abgeschossen und verfügt über vier schwenkbare Flügel, die im Flug wie Springmesser herauskatapultiert werden. Sie hat eine Reichweite von knapp zehn Kilometern und kann einige Zeit über ihrem Einsatzgebiet verweilen, ehe sie im Sturzflug angreift. Der Gefechtskopf der Switchblade 300 hat eine Sprengladung, die einer 40-Millimeter-Granate entspricht.  © Lcpl. Tyler Forti/Imago
Das norwegische Luftabwehrsystem NASAMS wurde entwickelt, um Flugzeuge, Hubschrauber, Marschflugkörper und unbemannte Luftfahrzeuge zu identifizieren, anzugreifen und zu zerstören. Es ist in der Lage, 72 Ziele gleichzeitig zu treffen. Ihre weitreichendsten Raketen können Ziele bis maximal 50 Kilometer abschießen. Eine Batterie besteht aus zwölf Raketenwerfern, acht Radar-Stationen, einer Feuerleitzentrale, einem Kamera- und einem Kontroll-Fahrzeug. Seit 2005 schützt das System die US-Hauptstadt Washington, D.C.
Das norwegische Luftabwehrsystem NASAMS wurde entwickelt, um Flugzeuge, Hubschrauber, Marschflugkörper und unbemannte Luftfahrzeuge zu identifizieren, anzugreifen und zu zerstören. Es ist in der Lage, 72 Ziele gleichzeitig zu treffen. Ihre weitreichendsten Raketen können Ziele bis maximal 50 Kilometer abschießen. Eine Batterie besteht aus zwölf Raketenwerfern, acht Radar-Stationen, einer Feuerleitzentrale, einem Kamera- und einem Kontroll-Fahrzeug. Seit 2005 schützt das System die US-Hauptstadt Washington, D.C. © Robin Van Lonkhuijsen/dpa
Die Ukraine kann im krieg gegen Russland auch auf Bushmaster-Panzerfahrzeuge aus australischer Produktion zurückgreifen. Sie sind dank ihrer gepanzerten Stahlplatten explosionssicher und für alle Umgebungen geeignet. Auch eine Reifenpanne hindert den Bushmaster nicht an der Weiterfahrt. Das Fahrzeug bietet Platz für insgesamt zehn Soldaten einschließlich ihrer Waffen und Ausrüstung. Übliche Bordwaffen sind 5,56-Millimeter- und 7,62-Millimeter-Maschinengewehre.
Die Ukraine kann im Krieg gegen Russland auch auf Bushmaster-Panzerfahrzeuge aus australischer Produktion zurückgreifen. Sie sind dank ihrer gepanzerten Stahlplatten explosionssicher und für alle Umgebungen geeignet. Auch eine Reifenpanne hindert den Bushmaster nicht an der Weiterfahrt. Das Fahrzeug bietet Platz für zehn Soldaten einschließlich ihrer Waffen und Ausrüstung. Übliche Bordwaffen sind 5,56-Millimeter- und 7,62-Millimeter-Maschinengewehre. © Russell Freeman/Imago
Die Geschichte des M113 ist schon mehr als 60 Jahre alt. Das auch gerne als „Battle Taxi“ bezeichnete Militärfahrzeug war der erste moderne Truppentransportpanzer. Die Möglichkeit, in einem leichten, schnellen, schwimmfähigen und per Flugzeug transportablen gepanzerten Fahrzeug elf Infanteristen durch ein Kampfgebiet zu befördern, kam einer Revolution gleich. Seit der Markteinführung 1960 wurden mehr als 80.000 Fahrzeuge herstellt. In der Standardausführung verfügt der M113 über ein 12,7-Millimeter-Maschinengewehr als Hauptwaffe.
Die Geschichte des M113 ist schon mehr als 60 Jahre alt. Das auch gerne als „Battle Taxi“ bezeichnete Militärfahrzeug war der erste moderne Truppentransportpanzer. Die Möglichkeit, in einem leichten, schnellen, schwimmfähigen und per Flugzeug transportablen gepanzerten Fahrzeug elf Infanteristen durch ein Kampfgebiet zu befördern, kam einer Revolution gleich. Seit der Markteinführung 1960 wurden mehr als 80.000 Fahrzeuge herstellt. In der Standardausführung verfügt der M113 über ein 12,7-Millimeter-Maschinengewehr als Hauptwaffe. © Björn Trotzki/Imago
Der PT-91 Twardy („Der Harte“) ist eine modernisierte Version des Panzers T-72 aus der Sowjetzeit. Der PT-91 ist seinem Vorbild äußerlich nach wie vor sehr ähnlich, besitzt jedoch gegenüber dem Original einige Verbesserungen. Dazu gehören eine im Vergleich zum Basismodell deutlich präzisere Feuerleitanlage, ein Laserwarnsystem, eine Wärmebildkamera und eine Reaktivpanzerung.
Der polnische PT-91 Twardy („Der Harte“) ist eine modernisierte Version des Panzers T-72 aus der Sowjetzeit. Der PT-91 ist seinem Vorbild äußerlich nach wie vor sehr ähnlich, besitzt jedoch gegenüber dem Original einige Verbesserungen. Dazu gehören eine im Vergleich zum Basismodell deutlich präzisere Feuerleitanlage, ein Laserwarnsystem, eine Wärmebildkamera und eine Reaktivpanzerung.  © Imago
Der Gepard ist ein Flugabwehrpanzer, der Teil der Heeresflugabwehr der Bundeswehr war, bis er 2010 außer Dienst gestellt wurde. In der Zwischenzeit wird er nur noch von anderen Armeen verwendet, so auch von der Ukraine. Der Gepard wurde in erster Linie entwickelt, um die Panzer- und Panzergrenadiertruppe vor angreifenden Flugzeugen und Hubschraubern im niedrigen Höhenbereich zu schützen. In der Ukraine ist vor allem der Suchradar von Vorteil, mit dem feindliche Drohnen schnell erkannt angegriffen werden können. Der Gepard verfügt über 35-Millimeter-Maschinenkanonen.
Der Gepard ist ein Flugabwehrpanzer, der Teil der Heeresflugabwehr der Bundeswehr war, bis er 2010 außer Dienst gestellt wurde. In der Zwischenzeit wird er nur noch von anderen Armeen verwendet, so auch von der Ukraine. Der Gepard wurde in erster Linie entwickelt, um die Panzer- und Panzergrenadiertruppe vor angreifenden Flugzeugen und Hubschraubern im niedrigen Höhenbereich zu schützen. In der Ukraine ist vor allem der Suchradar von Vorteil, mit dem feindliche Drohnen schnell erkannt und angegriffen werden können. Der Gepard verfügt über 35-Millimeter-Maschinenkanonen.  © Michael Mandt/afp
Italienische Panzerhaubitzen M109L werden über Udine und Österreich in die Ukraine geliefert.
Ende April 2023 lieferte Italien klammheimlich über die nordöstliche Region Friaul-Julisch Venetien und Österreich 30 schwere Panzerhaubitzen M109L in die Ukraine. Das Foto vom Transport ist am Bahnhof Udine entstanden. Laut italienischer Tageszeitung „La Repubblica“ erhält Kiew vom Nato-Mitglied insgesamt 60 Stück der Standard-Haubitze des Verteidigungsbündnisses. Die M109L zeichnet vor allem ihre schwere 155mm-Kanone aus. © Twitter@Topolin28714725
Ein gepanzerter MaxxPro-Truppentransporter der US-Streitkräfte. (Symbolfoto)
Zu Beginn ihrer Gegenoffensive hatten die ukrainischen Streitkräfte mit Hilfe der Vereinigten Staaten laut „Magazin für Europäische Sicherheit & Technik“ einen Bestand von 580 sogenannter MRAPs (Mine Resistant Ambush Protected Vehicle) aufgebaut. Dabei handelt es sich um Truppentransporter mit hohem Minenschutz. Etliche davon gingen im Frühsommer 2023 verloren, vor allem gepanzerte MaxxPro (Beispiel-Foto), was Videos brennender Exemplare bei Twitter beweisen sollten.  © IMAGO / ZUMA Wire
Ein Radpanzer Stryker der US-Streitkräfte.
Die USA haben der Ukraine im Verlauf des ersten Halbjahres 2023 bis zu 90 Radpanzer vom Typ Stryker geliefert. Der hochmobile Schützenpanzer mit einer Länge von knapp sieben Metern und einer Breite von 2,72 Metern soll Truppenverlegungen binnen kurzer Zeit ermöglichen, weil er mit bis zu 100 km/h deutlich schneller ist als viele Kettenpanzer. Mit bis zu 39 Millimetern Außenhülle ist er jedoch vergleichsweise schwach gepanzert. © IMAGO / ABACAPRESS
Ukrainische Soldaten werden an schwedischen Schützenpanzern CV 90 ausgebildet.
Das Combat Vehicle 90 (CV 90) gilt als einer der modernsten Schützenpanzer der Welt. Entwickelt wurde der Panzer in den 1990er Jahren vom britischen Rüstungskonzerns BAE Systems AB für die Streitkräfte Schwedens. Das skandinavische Land stellte der Ukraine im Frühjahr 2023 nach und nach 50 der Schützenpanzer bereit, die die 40-mm-Ma­schi­nen­ka­no­ne 40/70B auszeichnet. Bis zu acht Infanterie-Soldaten können mit dem CV 90 mitten in die Schlacht gefahren werden. © IMAGO / TT
Aus Frankreich soll die Ukraine bereits im März 2025 drei Modelle des Kampfjets „Mirage 2000“ erhalten
Aus Frankreich soll die Ukraine bereits im März 2025 drei Modelle des Kampfjets „Mirage 2000“ erhalten. Bei den Maschinen soll es sich laut Medienberichten um Modelle der Variante „Mirage 2000-5“ handeln. Eine offizielle Bestätigung der Lieferung steht noch aus. Frankreich verfügt selbst über 26 modernisierte Kampfjets des Typs „Mirage 2000-5“. © KHALED DESOUKI/AFP
Ein Leopard-1-A5 der belgischen Armee, der in Deutschland produziert wurde. (Archivfoto)
Der Leopard 1A5 ist eine kampfwertgesteigerte Variante des „Leos“ 1 aus deutscher Produktion und Vorgänger des Leopard-2-Kampfpanzers der Bundeswehr. Zwischen 1986 und 1992 wurde im A5 eine neue Feuerleitanlage sowie erstmals ein Laserentfernungsmesser eingebaut. Anfang 2023 hatte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) der Ukraine 178 Exemplare in Aussicht gestellt. Beim Nato-Gipfel im Juli erfüllte Deutschland die zwischenzeitlich genannte Zielgröße von 25 gelieferten Leopard-1-A5 im Sommer 2023. © IMAGO / StockTrek Images
Die F-16 wurde in den 1970er Jahren als wendiger, vergleichsweise kostengünstiger und vielfältig einsetzbarer Kampfjet.
Die F-16 wurde in den 1970er Jahren als wendiger, vergleichsweise kostengünstiger und vielfältig einsetzbarer Kampfjet entwickelt. Sie trägt den offiziellen Spitznamen „Fighting Falcon“ (Kämpfender Falke), ist aber auch als „Viper“ bekannt. Der einstrahlige Kampfjet ist mit einer 20-Millimeter-Kanone mit mehreren Läufen bewaffnet und kann mit Luft-Luft-Raketen und Bomben ausgestattet werden. Nach Angaben der US-Luftwaffe erreicht die F-16 Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 2400 Kilometern pro Stunde und kann mehr als 860 Kilometer entfernt liegende Ziele anfliegen, ihre Raketen abfeuern und zum Startpunkt zurückkehren.  © PETRAS MALUKAS/afp
Die USA haben Atacms-Raketen an die Ukraine geliefert.
Die USA haben Atacms-Raketen an die Ukraine geliefert. Nach Abschuss vom Boden fliegen sie eine ballistische Kurve und sollen wieder am Boden detonieren. Obwohl sie als schwer abzufangen gelten, sind sie im Vergleich zu Marschflugkörpern nicht annähernd so präzise. Das liegt vor allem an der Geschwindigkeit. In der Spitze erreichen sie mehr als dreifache Schallgeschwindigkeit (Mach 3). Dieses hohe Tempo von rund 3700 km/h macht es auch deutlich schwerer, die Rakete zu kontrollieren. Bisher haben die USA Atacms mit einer gedrosselten Reichweite von 165 Kilometern geliefert. Die Ukraine wünscht sich aber Atacms mit einer Reichweite von 300 Kilometern. © U.S. Army/Imago
Kampfflugzeug des Typs „Gripen“ aus Schweden
Eigentlich sollte die Ukraine bereits im März 2024 die erste Lieferung von Kampfflugzeugen des Typs „Gripen“ aus Schweden erhalten. Bislang sind aber keine Modelle des von der Firma Saab hergestellten Kampfjets im Kampf gegen Russland. Das wiederum liegt an der Lieferung der F16-Kampfjets an die Ukraine. Um die Luftwaffe des Landes und ihre Piloten nicht zu überfordern, wurde die Lieferung und Ausbildung des Personals an den schwedischen Flugzeugen zunächst ausgesetzt. Geplant sind die Lieferungen nun für 2025. © Sandor Ujvari/dpa

Die Versorgung mit Artilleriemunition aus Südkorea, auf Betreiben der USA, spielte eine wichtige Rolle und ermöglichte den Ukrainern, im Laufe der Zeit Hunderte russischer Artilleriegeschütze zu neutralisieren. Jetzt scheinen die Russen wieder zu alter Form aufzulaufen, wie Frontelligence Insight anhand von Satellitenbildern der 1.000 Kilometer umfassenden Front festgestellt haben will. Die Analysten sehen darin keinen Vorboten einer ukrainischen Kriegsmüdigkeit, den Verteidigern fehlen schlichtweg die Sprengkörper.

Verärgerung in Sachsen: Keine Pulverfabrik nördlich von Dresden

Auch das deutsche Unternehmen Rheinmetall würde gern liefern – beispielsweise Patronen Kaliber 35x228 Millimeter für den deutschen Flugabwehrkanonen-Panzer Gepard. Das Unternehmen stellt unter anderem Artillerie- und Granatenmunition, Luftverteidigungsraketen, Lenkflugkörper und Übungsmunition her. Der Gepard verballert aus seinen zwei Oerlikon-Maschinenkanonen insgesamt 1.100 Schuss. Pro Minute. Für die Ukraine gilt der Gepard als effektive Waffe der Ukraine im Krieg gegen die Invasionsarmee Wladimir Putins. Noch. Denn wann Rheinmetall seine Produktion entsprechend dem akuten Bedarf erweitern kann, steht in den Sternen.

Anfang 2023 soll Rheinmetall erwogen haben, ihre beiden Standorte in Ungarn und Bayern um eine Pulverfabrik in Sachsen zu erweitern. Dazu sollte nach Angaben der Neuen Zürcher Zeitung eine Gewerbefläche auf einem ehemaligen Militärflugplatz der Stadt Grossenhain nördlich von Dresden (Landkreis Meissen) bebaut werden. Ergebnis: Die Linkspartei rief zur Unterschriftenaktion gegen die Pulverfabrik auf. 16 von 22 Stadträten sprachen sich in einem offenen Brief an Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) gegen die Pulverfabrik aus. Rheinmetall wich dann nach Ungarn aus.

Versorgung der Truppe: Deutschland erhält Munition für vier Wochen intensiven Gefechts

Dass in Europa Krieg herrscht, gehe immer noch vielen Deutschen und einigen deutschen Politikern über deren Verstand – das kritisiert zumindest Deutschlands Militärhistoriker Sönke Neitzel; und die Möglichkeit, dass Russland diesen Krieg gewinnen könnte, führt immer noch zu Überraschung, was die taz zur Frage an ihn veranlasste: Die Politik will oder kann nicht vorausschauend agieren, deshalb will und muss sie überrascht sein, wenn das passiert, auf das sie uns nicht vorbereitet hat? Neitzel: „Ja, genau. Politik will von Eindeutigkeit ausgehen. Politik will sagen: Was wir getan haben, ist das Einzige, was wir tun konnten. Überraschung übernimmt hier eine Art Schutzfunktion. Wenn ich überrascht bin, wenn ich Dinge gar nicht voraussagen kann, dann trifft mich ja auch keine Schuld.“

Politik will von Eindeutigkeit ausgehen. Politik will sagen: Was wir getan haben, ist das Einzige, was wir tun konnten.

Militärhistoriker Sönke Neitzel gegenüber der taz.

Der Munitionsmangel war absehbar, weil die Truppe längst darüber geklagt hatte. Die Überraschung über den Einmarsch Russlands, schützt diejenigen, die Vorkehrungen zumindest fahrlässig verschlafen haben, sagt Historiker Neitzel: „Die 100 Milliarden Euro-Investitionsankündigung in die Bundeswehr hat sich Olaf Scholz ja auch nicht binnen drei Tagen ausgedacht. Das war die Summe, die die Bundeswehrplaner seit Jahren in der Schublade hatten, um die Streitkräfte wieder in einsatzbereiten Zustand zu bringen. Was Scholz dann versucht hat, war zu argumentieren, dass das der einzige Schritt war, den die Regierung zu diesem Zeitpunkt gehen konnte.“

Die Bundeswehr selbst geht auf dem Zahnfleisch; wie das Organ Bundeswehr-Journal berichtet, soll Deutschland aktuell gerade mal so viel Munition besitzen, um sich zwei Tage verteidigen zu können. Der Deutsche Bundeswehr-Verband warnte bereits mehrfach vor einem gravierenden Mangel an „Munition im Wert von 20 bis 30 Millionen Euro“, wie die Interessenvertretung der Soldaten schreibt. Im Dezember dann, im Rahmen von Pistorius‘ Ankündigung der Granaten-Lieferung, äußerte Oberst i.G. Arne Collatz, Referatsleiter „Presse“ im Bundesministerium der Verteidigung: bis 2031 solle die Bundeswehr ausgestattet sein mit einem Munitionsvorrat für 30 Tage, wie er wörtlich sagte, „hochintensiven Gefechts“. Hintergrund der Zahlen sind die Vorgaben der Nato.

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