Gegenoffensive

Trotz Drohnen–Hype: Ukrainische Mörser bleiben Putins stärkster Gegner

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So alt wie wirkungsmächtig: Mörser sind nach wie vor eine Stütze der ukrainischen Gegenoffensive gegen die russischen Besatzer.
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In der Luft surren die Drohnen als Waffen der Zukunft, am Boden wummern Rohre, wie schon vor Hunderten von Jahren: Mörser sind weiterhin gefürchtet.

Kiew – Als die Ukraine ihre neue Waffe in die Truppe integriert hat, brütete Wladimir Putins Invasionsarmee schon über ihren Aufmarschplänen; aber das ukrainische Militär hatte noch keinen Schimmer davon, wie bald sie ihren neuen Mörser würde einsetzen müssen – und vor allem: gegen wen. Anfang Februar 2022 berichtete das Magazin Soldat & Technik, dass in der Ukraine eine modernisierte Version des noch aus der Sowjetunion stammenden 120-mm-Mörsers vom Typ 2B11 offiziell in Dienst gestellt würde. Das Modernisierungspaket unter der Bezeichnung MP-120 wurde von dem einheimischen Unternehmen Ukrainian Armor angeboten und ist jetzt im Ukraine-Krieg unschätzbar wertvoll.

Mörser als Waffen der Zukunft?

Auch diese althergebrachte Waffe hat im Kampf gegen Russland also wieder Konjunktur – erstmals eingesetzt wurde sie vermutlich Ende des 15. Jahrhunderts. Mörser sind Steilfeuerwaffen, ihre Geschosse fliegen also im hohen Bogen und regnen auf den Gegner herab; das haben sie mit den ungleich moderneren Drohnen gemein. Mörser sind den Kampfverbänden unterstellte Unterstützungswaffen – im Prinzip die Artillerie der Infanterie. Sie ergänzen das Feuer gegen Ziele, die von Flachfeuerwaffen nicht bekämpft werden können. Das Feuer der Artillerie ergänzen sie insbesondere mit Sprengsplitter-, Nebel- und Leuchtgranaten. Im Angriff wirken Mörser vornehmlich gegen schwere Waffen des Verteidigers, die sie niederhalten oder zerstören. In der Verteidigung wirken sie gegen Bereitstellungen und tote Räume im Vorfeld sowie gegen eingebrochenen Feind in Vorbereitung von Gegenoffensiven wie jetzt gerade in Awdiijwka.

Mörser genießen Priorität auch in der Militärhilfe durch die Bundesregierung an die Ukraine – und sogar auf dem eigenen Weg zu der von Verteidigungsminister Boris Pistorius geforderten „Kriegstüchtigkeit“: Laut einer firmeneigenen Pressmitteilung hat Rheinmetall Anfang November von der Bundesregierung den Auftrag erhalten, rund 100.000 Schuss 120mm-Mörsermunition an die Ukraine zu liefern. Dies ist Teil des jüngsten 400-Millionen-Euro-Unterstützungspakets für die ukrainischen Streitkräfte. Der Wert des Auftrags liegt im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Die Auslieferung soll kurzfristig beginnen und innerhalb der kommenden zwei Jahre erfolgen. Rheinmetall wird aber auch die Bundeswehr selbst nachrüsten.

Drohnen: bald überall zuhause – in der Luft, an Land und unter Wasser

Im Ukraine-Krieg ist allerdings noch beides gefragt: die Waffen der Vergangenheit sowie die der Zukunft: In der Gegenoffensive der Ukraine nehmen Drohnen schon eine entscheidende Rolle ein: Drohnen werden künftig nicht nur fliegen können oder schwimmen, sondern auch tauchen. Sie werden auf dem Wasser in Schwärmen auftreten und unter Wasser; und auch über oder unter dem Wasser autonom reagieren. Das prophezeit der deutsche Oberstleutnant Rüdiger Rauch, Drohnenabwehrexperte im Verteidigungsministerium, im Bundeswehr-Podcast Nachgefragt. Ihm zufolge sind die Drohnen „gekommen, um zu bleiben“. Rauch: „Drohnen spielen im Ukraine-Krieg eine nicht zu unterschätzende, große Rolle – sie haben gezeigt, dass die ursprüngliche Annahme, dass Drohnen in kleinen, asymmetrischen Kriegen eine große Rolle spielen können, falsch ist; sondern dass sie auch tatsächlich in großen Konflikten eine große Rolle spielen“, sagt er.

Das Magazin Defense Express sieht dazu eine parallele Dimension: Unabhängig vom aktuellen Trend zu Hightech-Waffen besteht weiterhin hoher Bedarf, einfache und leichte Antipersonenoptionen zu entwickeln – also den Mörser; eine Waffe von einfacher Technik. Gerade der jetzt einbrechende Winter bringt Hightech beziehungsweise FPV-Drohnen an ihre Grenzen – „First-Person-View“-Drohnen übermitteln dem Piloten via Bordkamera ein Bild auf sein Handy oder Tablet, der Bediener am Boden sitzt sozusagen virtuell im Cockpit. Defense Express zitiert als Drohnen-Experten, Mykola Wolochow, den Kommandeur der Terra-Luftaufklärungseinheit der 3. Angriffsbrigade der Ukraine: „FPV-Drohnen sind ein äußerst effektives, aber situatives Werkzeug. Schließlich feuert der Mörser bei Schnee, Regen und Nebel. Natürlich nimmt die Präzision bei schlechten Wetterbedingungen ab, aber er feuert“, sagt Wolochow.

Mörser: Größter Freund und größter Feind der Infanterie

Ihm zufolge sind Mörser jeden Kalibers heute deshalb so wertvoll wie eh und je: „Wenn die Verteidigung beispielsweise ausschließlich auf dem Einsatz von FPV-Drohnen basiert, müssen die Besatzer nur auf einen ausreichend dichten Nebel warten, um die Verteidigungslinie mit gepanzerten Fahrzeugen zu zerstören.“ Mörser sind auch in modernen Armeen wieder stark im Kommen – in verschiedenen Kalibern und verschiedenen Varianten. Rheinmetall hat zusammen mit Norwegen einen 120mm-Mörser unter dem Namen Ragnarök („Weltuntergang“) entwickelt. Die Bundeswehr hatte Rheinmetall bereits 2021 mit der Modernisierung von Mörser-Waffenanlagen beauftragt. Im Zuge des Austausches des Bundeswehr-Transporters „Fuchs“ prüft die Bundesregierung parallel eine Ausrüstungsvariante als selbstfahrender Mörser mit dem 2006 entwickelten finnischen „Nemo“-System. Der Ragnarök-Mörser wird ebenalls auf einem Anhänger getestet.

Auch die Amerikaner pflegen diese Waffen weiterhin: „Die Infanterie mag Mörser wirklich, weil sie sich nicht mit anderen abstimmen müssen; sie müssen kein Flugkontrollzentrum anrufen. Sie müssen nicht die Feuerleitungszentrale der Artillerie anrufen; Sie können die Missionen einfach selbst starten“, sagte der pensionierte Marineoberst Mark Cancian, ein leitender Berater am Center for Strategic und International Studies –Thinktank in Washington, D.C gegenüber Task & Purpose. „Wenn sich die Dinge schnell bewegen und die Kommunikation zusammenbricht, ist das sehr wertvoll.“

Putins Krieg: nach wie vor ein Kampf Mann gegen Mann

Letztendlich ist die Wahl der Waffen auch eine Kostenfrage. In diesem Winter werden beide Gegner ihre Drohnen auf Widerstandsfähigkeit testen müssen. Gleichzeitig ist der Bedarf an FPV-Drohnen für die Streitkräfte der Ukraine enorm hoch. Die Mindestanzahl der für eine Brigade – ungefähr 1.500 Soldaten – erforderlichen Drohnen beträgt 1.000 Einheiten, während die Einsatztrupps zehn bis 15 FPV-Drohnen pro Einsatztag nutzen können, rechnet Defense Express vor. Ohnehin schickt sich die Ukraine an, weltweit führender Hersteller von Drohnen zu werden, sogar eine „Drohnenarmee“ aufzustellen, wie der stellvertretende ukrainische Ministerpräsident Mykhailo Fedorow angekündigt hat. Er zeichnet auch für die digitale Transformation verantwortlich.

Aber auch im digitalen Zeitalter wird der Nahkampf Teil von Kriegen bleiben. „Der nächste Krieg wird lediglich im Cyber-Raum geschlagen“, sagte Sönke Neitzel Mitte dieses Jahres. Deutschlands bekanntester Militärhistoriker nannte diesen Satz als die beherrschende These vorheriger sicherheitspolitischer Konferenzen mit dem Abstand inzwischen gewachsener Erkenntnis; also mit dem inzwischen besseren Wissen, dass eine Katastrophe wie die in der Ukraine eben früher gekommen ist als befürchtet, und tatsächlich wie eh und je am Boden und vorrangig Mann gegen Mann geführt wird. Beziehungsweise in der Luft, denn genau so wie der Panzer hat auch die Artillerie ihre Hauptrolle in Russlands Krieg wiedergefunden. Oder wie das deutsche Reservistenmagazin loyal schreibt: „So ist die Artillerie zurück als Königin der Schlachten. Eine Rolle, die sie in Europa seit den Feldzügen Napoleons innehatte, bis zum Ende des Kalten Krieges.“

Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland

Menschen in Kiews feiern die Unabhängigkeit der Ukraine von der Sowjetunion
Alles begann mit dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989. Die Öffnung der Grenzen zunächst in Ungarn leitete das Ende der Sowjetunion ein. Der riesige Vielvölkerstaat zerfiel in seine Einzelteile. Am 25. August 1991 erreichte der Prozess die Ukraine. In Kiew feierten die Menschen das Ergebnis eines Referendums, in dem sich die Bevölkerung mit der klaren Mehrheit von 90 Prozent für die Unabhängigkeit von Moskau ausgesprochen hatte. Im Dezember desselben Jahres erklärte sich die Ukraine zum unabhängigen Staat. Seitdem schwelt der Konflikt mit Russland. © Anatoly Sapronenkov/afp
Budapester Memorandum
Doch Anfang der 1990er Jahre sah es nicht danach aus, als ob sich die neuen Staaten Russland und Ukraine rund 30 Jahre später auf dem Schlachtfeld wiederfinden würden. Ganz im Gegenteil. Im Jahr 1994 unterzeichneten Russland, das Vereinigte Königreich und die USA in Ungarn das „Budapester Memorandum“ – eine Vereinbarung, in der sie den neu gegründeten Staaten Kasachstan, Belarus und der Ukraine Sicherheitsgarantien gaben.  © Aleksander V. Chernykh/Imago
Ukrainedemo, München
Als Gegenleistung traten die drei Staaten dem Atomwaffensperrvertrag bei und beseitigten alle Nuklearwaffen von ihrem Territorium. Es sah danach aus, als ob der Ostblock tatsächlich einen Übergang zu einer friedlichen Koexistenz vieler Staaten schaffen würde. Nach Beginn des Ukraine-Kriegs erinnern auch heute noch viele Menschen an das Budapester Memorandum von 1994. Ein Beispiel: Die Demonstration im Februar 2025 in München.  © Imago
Orangene Revolution in der Ukraine
Bereits 2004 wurde deutlich, dass der Wandel nicht ohne Konflikte vonstattengehen würde. In der Ukraine lösten Vorwürfe des Wahlbetrugs gegen den Russland-treuen Präsidenten Wiktor Janukowytsch Proteste  © Mladen Antonov/afp
Ukraine proteste
Die Menschen der Ukraine erreichten vorübergehend ihr Ziel. Der Wahlsieg Janukowytschs wurde von einem Gericht für ungültig erklärt, bei der Wiederholung der Stichwahl setzte sich Wiktor Juschtschenko durch und wurde neuer Präsident der Ukraine. Die Revolution blieb friedlich und die Abspaltung von Russland schien endgültig gelungen. © Joe Klamar/AFP
Wiktor Juschtschenko ,Präsident der Ukraine
Als der Moskau kritisch gegenüberstehende Wiktor Juschtschenko im Januar 2005 Präsident der Ukraine wurde, hatte er bereits einen Giftanschlag mit einer Dioxinvariante überlebt, die nur in wenigen Ländern produziert wird – darunter Russland. Juschtschenko überlebte dank einer Behandlung in einem Wiener Krankenhaus.  © Mladen Antonov/afp
Tymoschenko Putin
In den folgenden Jahren nach der Amtsübernahme hatte Juschtschenko vor allem mit Konflikten innerhalb des politischen Bündnisses zu kämpfen, das zuvor die demokratische Wahl in dem Land erzwungen hatte. Seine Partei „Unsere Ukraine“ zerstritt sich mit dem von Julija Tymoschenko geführten Parteienblock. Als Ministerpräsidentin der Ukraine hatte sie auch viel mit Wladimir Putin zu tun, so auch im April 2009 in Moskau. © Imago
Das Bündnis zerbrach und Wiktor Janukowitsch nutzte bei der Präsidentschaftswahl 2010 seine Chance.
Das Bündnis zerbrach und Wiktor Janukowytsch nutzte bei der Präsidentschaftswahl 2010 seine Chance. Er gewann die Wahl mit knappem Vorsprung vor Julija Tymoschenko. Amtsinhaber Wiktor Juschtschenko erhielt gerade mal fünf Prozent der abgegebenen Stimmen.  © Yaroslav Debely/afp
Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, Ukraine, 2014
Präsident Wiktor Janukowytsch wollte die Ukraine wieder näher an Russland führen – auch aufgrund des wirtschaftlichen Drucks, den Russlands Präsident Wladimir Putin auf das Nachbarland ausüben ließ. Um die Ukraine wieder in den Einflussbereich Moskaus zu führen, setzte Janukowytsch im November 2013 das ein Jahr zuvor verhandelte Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union aus.  © Sergey Dolzhenko/dpa
Maidan-Proteste Ukraine
Es folgten monatelange Massenproteste in vielen Teilen des Landes, deren Zentrum der Maidan-Platz in Kiew war. Organisiert wurden die Proteste von einem breiten Oppositionsbündnis, an dem neben Julija Tymoschenko auch die Partei des ehemaligen Boxweltmeisters und späteren Bürgermeisters von Kiew, Vitali Klitschko, beteiligt waren. © Sandro Maddalena/AFP
Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, der Hauptstadt der Ukraine
Die Forderung der Menschen war eindeutig: Rücktritt der Regierung Janukowiysch und vorgezogene Neuwahlen um das Präsidentenamt. „Heute ist die ganze Ukraine gegen die Regierung aufgestanden, und wir werden bis zum Ende stehen“, so Vitali Klitschko damals. Die Protestbewegung errichtete mitten auf dem Maidan-Platz in Kiew ihr Lager. Janukowytsch schickte die Polizei, unterstützt von der gefürchteten Berkut-Spezialeinheit. Es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, die über mehrere Monate andauerten. © Sergey Dolzhenko/dpa
Der Platz Euromaidan in Kiew, Hauptstadt der Ukraine, ist nach den Protesten verwüstet.
Die monatelangen Straßenkämpfe rund um den Maidan-Platz in Kiew forderten mehr als 100 Todesopfer. Etwa 300 weitere Personen wurden teils schwer verletzt. Berichte über den Einsatz von Scharfschützen machten die Runde, die sowohl auf die Protestierenden als auch auf die Polizei gefeuert haben sollen. Wer sie schickte, ist bis heute nicht geklärt. Petro Poroschenko, Präsident der Ukraine von 2014 bis 2019, vertrat die These, Russland habe die Scharfschützen entsendet, um die Lage im Nachbarland weiter zu destabilisieren. Spricht man heute in der Ukraine über die Opfer des Maidan-Protests, nennt man sie ehrfürchtig „die Himmlischen Hundert“. © Sergey Dolzhenko/dpa
Demonstranten posieren in der Villa von Viktor Janukowitsch, ehemaliger Präsident der Ukraine
Nach rund drei Monaten erbittert geführter Kämpfe gelang dem Widerstand das kaum für möglich Gehaltene: Die Amtsenthebung Wiktor Janukowytschs. Der verhasste Präsident hatte zu diesem Zeitpunkt die UKraine bereits verlassen und war nach Russland geflohen. Die Menschen nutzten die Gelegenheit, um in der prunkvollen Residenz des Präsidenten für Erinnerungsfotos zu posieren. Am 26. Februar 2014 einigte sich der „Maidan-Rat“ auf eigene Kandidaten für ein Regierungskabinett. Präsidentschaftswahlen wurden für den 25. Mai anberaumt. Die Ukraine habe es geschafft, eine Diktatur zu stürzen, beschrieb zu diesem Zeitpunkt aus der Haft entlassene Julija Tymoschenko die historischen Ereignisse.  © Sergey Dolzhenko/dpa
Ein Mann stellt sich in Sewastopol, eine Stadt im Süden der Krim-Halbinsel, den Truppen Russlands entgegen.
Doch der mutmaßliche Frieden hielt nicht lange. Vor allem im Osten der Ukraine blieb der Jubel über die Absetzung Janukowytschs aus. Gouverneure und Regionalabgeordnete im Donbass stellten die Autorität des Nationalparlaments in Kiew infrage. Wladimir Putin nannte den Umsturz „gut vorbereitet aus dem Ausland“. Am 1. März schickte Russlands Präsident dann seine Truppen in den Nachbarstaat. Wie Putin behauptete, um die russischstämmige Bevölkerung wie die auf der Krim stationierten eigenen Truppen zu schützen. In Sewastopol, ganz im Süden der Halbinsel gelegen, stellte sich ein unbewaffneter Mann den russischen Truppen entgegen. Aufhalten konnte er sie nicht. © Viktor Drachev/afp
Bürgerkrieg in Donezk, eine Stadt im Donbas, dem Osten der Ukraine
Am 18. März 2014 annektierte Russland die Halbinsel Krim. Kurz darauf brach im Donbass der Bürgerkrieg aus. Mit Russland verbündete und von Moskau ausgerüstete Separatisten kämpften gegen die Armee und Nationalgarde Kiews. Schauplatz der Schlachten waren vor allem die Großstädte im Osten der Ukraine wie Donezk (im Bild), Mariupol und Luhansk. © Chernyshev Aleksey/apf
Prorussische Separatisten kämpfen im Donbas gegen Einheiten der Ukraine
Der Bürgerkrieg erfasste nach und nach immer mehr Gebiete im Osten der Ukraine. Keine der Parteien konnte einen nachhaltigen Sieg erringen. Prorussische Separatisten errichteten Schützengräben, zum Beispiel nahe der Stadt Slawjansk. Bis November 2015 fielen den Kämpfen laut Zahlen der Vereinten Nationen 9100 Menschen zum Opfer, mehr als 20.000 wurden verletzt. Von 2016 an kamen internationalen Schätzungen zufolge jährlich bis zu 600 weitere Todesopfer dazu. © Michael Bunel/Imago
Trümmer von Flug 17 Malaysian Airlines nach dem Abschuss nahe Donezk im Osten der Ukraine
Aufmerksam auf den Bürgerkrieg im Osten der Ukraine wurde die internationale Staatengemeinschaft vor allem am 17. Juli 2014, als ein ziviles Passagierflugzeug über einem Dorf nahe Donezk abstürzte. Alle 298 Insassen kamen ums Leben. Die Maschine der Fluggesellschaft Malaysian Airlines war von einer Boden-Luft-Rakete getroffen worden. Abgefeuert hatte die Rakete laut internationalen Untersuchungen die 53. Flugabwehrbrigade der Russischen Föderation. In den Tagen zuvor waren bereits zwei Flugzeuge der ukrainischen Luftwaffe in der Region abgeschossen worden. © ITAR-TASS/Imago
Russlands Präsident Putin (l.), Frankreichs Präsident Francois Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Petro Poroschenko in Minsk
Die Ukraine wollte den Osten des eigenen Landes ebenso wenig aufgeben wie Russland seine Ansprüche darauf. Im September 2014 kamen deshalb auf internationalen Druck Russlands Präsident Putin (l.), Frankreichs Präsident François Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Petro Poroschenko in Minsk zusammen. In der belarussischen Hauptstadt unterzeichneten sie das „Minsker Abkommen“, das einen sofortigen Waffenstillstand und eine schrittweise Demilitarisierung des Donbass vorsah. Die OSZE sollte die Umsetzung überwachen, zudem sollten humanitäre Korridore errichtet werden. Der Waffenstillstand hielt jedoch nicht lange und schon im Januar 2015 wurden aus zahlreichen Gebieten wieder Kämpfe gemeldet. © Mykola Lazarenko/afp
Wolodymyr Selenskyj feiert seinen Sieg bei der Präsidentschaftswahl in der Ukraine 2019
Während die Ukraine im Osten zu zerfallen drohte, ereignete sich in Kiew ein historischer Machtwechsel. Wolodymyr Selenskyj gewann 2019 die Präsidentschaftswahl und löste Petro Poroschenko an der Spitze des Staates ab.  © Genya Savilov/afp
Wolodymyr Selenskyj
Selenskyj hatte sich bis dahin als Schauspieler und Komiker einen Namen gemacht. In der Comedy-Serie „Diener des Volkes“ spielte Selenskyj von 2015 bis 2017 bereits einen Lehrer, der zunächst Youtube-Star und schließlich Präsident der Ukraine wird. Zwei Jahre später wurde die Geschichte real. Selenskyj wurde am 20. Mai 2019 ins Amt eingeführt. Kurz darauf löste der bis dato parteilose Präsident das Parlament auf und kündigte Neuwahlen an. Seine neu gegründete Partei, die er nach seiner Fernsehserie benannte, erzielte die absolute Mehrheit.  © Sergii Kharchenko/Imago
Russische Separatisten in der Ost-Ukraine
Selenskyj wollte nach seinem Wahlsieg die zahlreichen innenpolitischen Probleme der Ukraine angehen: vor allem die Bekämpfung der Korruption und die Entmachtung der Oligarchen. Doch den neuen, russland-kritischen Präsidenten der Ukraine holten die außenpolitischen Konflikte mit dem Nachbarn ein. © Alexander Ryumin/Imago
Ukraine Militär
Im Herbst 2021 begann Russland, seine Truppen in den von Separatisten kontrollierte Regionen in der Ost-Ukraine zu verstärken. Auch an der Grenze im Norden zog Putin immer mehr Militär zusammen. Selenskyj warnte im November 2021 vor einem Staatsstreich, den Moskau in der Ukraine plane. Auch die Nato schätzte die Lage an der Grenze als höchst kritisch ein. In der Ukraine wurden die Militärübungen forciert. © Sergei Supinsky/AFP
Putin
Noch drei Tage bis zum Krieg: Am 21. Februar 2022 unterzeichnet der russische Präsident Wladimir Putin verschiedene Dekrete zur Anerkennung der Unabhängigkeit der Volksrepubliken Donezk und Lugansk. © Alexey Nikolsky/AFP
Explosion in Kiew nach Beginn des Ukraine-Kriegs mit Russland
Am 24. Februar 2022 wurde der Ukraine-Konflikt endgültig zum Krieg. Russische Truppen überfielen das Land entlang der gesamten Grenze. Putins Plan sah eine kurze „militärische Spezialoperation“, wie die Invasion in Russland genannt wurde, vor. Die ukrainischen Streitkräfte sollten mit einem Blitzkrieg in die Knie gezwungen werden. Moskau konzentrierte die Attacken auf Kiew. Innerhalb weniger Tage sollte die Hauptstadt eingenommen und die Regierung Selenskyjs gestürzt werden. Doch der Plan scheiterte und nach Wochen intensiver Kämpfe und hoher Verluste in den eigenen Reihen musste sich die russische Armee aus dem Norden des Landes zurückziehen. Putin konzentrierte die eigene Streitmacht nun auf den Osten der Ukraine. © Ukrainian President‘s Office/Imago
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, bei einer Fernsehansprache aus Kiew
Seit Februar 2022 tobt nun der Ukraine-Krieg. Gesicht des Widerstands gegen Russland wurde Präsident Wolodymyr Selenskyj, der sich zu Beginn des Konflikts weigerte, das Angebot der USA anzunehmen und das Land zu verlassen. „Ich brauche Munition, keine Mitfahrgelegenheit“, sagte Selenskyj. Die sollte er bekommen. Zahlreiche westliche Staaten lieferten Ausrüstung, Waffen und Kriegsgerät in die Ukraine. Hunderttausende Soldaten aus beiden Ländern sollen bereits gefallen sein, ebenso mehr als 10.000 Zivilpersonen. Ein Ende des Kriegs ist nach wie vor nicht in Sicht. © Ukraine Presidency/afp

Und da bleibt für die Bodentruppen der Mörser das Mittel der Wahl, wie Task & Purpose berichtet:Mörser sind für die Männer und Frauen im Nahkampf heute wichtiger denn je“, sagt der pensionierte US-Generalmajor Patrick Donahoe . „Da die Reichweite unserer Artilleriesysteme zunimmt und das Schlachtfeld tiefer wird, wird das Panzerinfanterie-Team auf der letzten Meile des Kampfes und auf den letzten 100 Metern mehr und nicht weniger auf Mörser als indirekte Feuerunterstützung angewiesen sein.“

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