Musks geheime Kontakte: Gespräche mit Kreml-Chef Putin
VonLisa Mahnke
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Elon Musk steht angeblich regelmäßig in Kontakt mit Putin, bespricht Privates und Politisches. Was bedeutet das für eine mögliche Rückkehr Trumps?
Austin – Der Tech-Milliardär und Trump-Unterstützer Elon Musk soll seit Ende 2022 regelmäßig Kontakt zum russischen Präsidenten Wladimir Putin gehabt haben. Dabei sei es um geopolitische, geschäftliche und persönliche Themen gegangen. Der Kontakt gibt Aufschluss auf das, was bei einer möglichen zweiten Amtszeit des republikanischen Kandidaten Donald Trump, der durch Elon Musk unterstützt wird, zu erwarten ist.
Von dem Kontakt berichtete das Wall Street Journal (WSJ) unter Berufung auch mehrere aktuelle und frühere Regierungsbeamte aus den USA, Europa und Russland. Auf seiner Plattform X äußerte sich Musk bisher nicht zu dem Bericht und verbreitete stattdessen weiter Beiträge, in denen seine Unterstützung für Trump deutlich wird. Frühere hatte Musk die Kritik der Putin-Nähe als „absurd“ bezeichnet und auf die angeblichen Dienste seiner Firmen verwiesen, „mehr als alles andere“ dazu beigetragen zu haben „Russland zu untergraben“.
Großes Risiko: In Musks Händen liegen geheime US-Information und die Ukraine
Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 stattete Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX die ukrainischen Streitkräfte mit Starlink-Terminals aus, die die zerstörte Mobilfunk-Infrastruktur ersetzten. Inzwischen hat auch das US-Verteidigungsministerium offenbar einen 1,8 Milliarden US-Dollar schweren Vertrag mit SpaceX geschlossen.
In Verbindung damit hat Musk auch Zugriff auf geheime Informationen, was er bei einem Wahlkampagnenevent in Pennsylvania offen erzählte. „Ich habe zwar eine Top-Secret-Freigabe, aber ich muss sagen, dass das meiste, von dem ich weiß, deshalb streng geheim gehalten wird, weil es so langweilig ist“, hieß es. Das Pentagon lehnte eine Stellungnahme ab. Laut dem WSJ wussten einige Beamten im Weißen Haus nichts von dem Auftrag, was an der Geheimhaltungsstufe liegen könnte.
Weitere Personen gaben an, dass die US-Regierung durch die Abhängigkeit von den Technologien von Musk in einem Dilemma sei. Sie ist angewiesen auf die Satelliten, die SpaceX für die nationale Sicherheit anbietet. Die NASA ist zudem für den Transport zu und von der Internationalen Raumfahrstation (ISS) von SpaceX abhängig.
Gefahr durch Putin-Kontakt? Musk offenbar durch Bitten und Drohungen von Russland-Chef unter Druck
Zwar habe es bisher noch keine Verletzung der Geheimhaltungsvereinbarung gegeben, jedoch könnte die politische Orientierung von Musk bei der Nutzung von SpaceX durchaus eine Rolle für die USA, aber auch andere Staaten wie die Ukraine spielen. Aus Musks Biografie wurde beispielsweise bekannt, dass er einen ukrainischen Angriff auf die russische Schwarzmeerflotte auf der Krim verhindert haben will. Er hatte sich geweigert, Starlink in dem Gebiet zu aktivieren, da er eine Eskalation mit Atomwaffen fürchtete.
Donald Trumps Skandale, Fehltritte und Eklats in der Übersicht
Aufgrund der angeblich anhaltenden Kontakte zu Putin ist die Sorge um Sicherheit in den USA stark. Bei einem dieser Gespräche soll Putin Musk beispielsweise gebeten haben, das Satelliten-Kommunikationssystem Starlink in Taiwan nicht zu aktivieren, um damit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping, der die Kontrolle über Taiwan beansprucht, einen Gefallen zu tun. China unterstützt Putin in dessen Krieg gegen die Ukraine.
Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte, die einzige Kommunikation, die der Kreml mit Musk gehabt habe, sei ein Telefongespräch gewesen, in dem er und Putin „den Weltraum sowie aktuelle und zukünftige Technologien“ diskutiert hätten. Weitere Gespräche folgten offenbar jedoch, wobei der Kreml in diesem Rahmen angeblich auch „implizite Drohungen gegen ihn“ geäußert haben soll.
Musk bald in der US-Administration? Verbindung zu Putin könnte weitreichende Folgen haben
Auch für die US-Wahl ist dieser Zusammenhang nicht unwichtig. Trump, der bereits zuvor mit der Ukraine nicht auf einen Nenner kommen konnte, befürwortete beispielsweise auch weitreichende Gebietsabtritte an Russland für einen Frieden. Noch einige Zeit, nachdem der Ukraine-Krieg begonnen hatte, benannte Trump immer wieder eine Freundschaft mit Putin. Berichten zufolge soll auch der Ex-Präsident wiederholt im Kontakt zu Putin gestanden haben.
Sollte Trump die Wahl am fünften November gewinnen, würde er laut eigener Ankündigung seinem Unterstützer Musk die Leitung eines Gremiums übertragen, das die US-Staatsausgaben überprüfen soll. Dabei könnten mehrere Interessenkonflikte auftreten. Alleine schon, da SpaceX Auftragnehmer der US-Regierung ist und Tesla von Entscheidungen der US-Regulierungsbehörden abhängig ist. (lismah/dpa)