Die Luftstreitkräfte der Ukraine haben erstmals einen F-16-Kampfjet verloren. Kritiker werden laut.
© Efrem Lukatsky/dpa
Von Karsten-Dirk Hinzmann
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Eine „Wunderwaffe“ weniger, wahrscheinlich sogar ohne Kontakt zum Feind. Zweifel steigen erneut auf, dass die Ukraine ihre Möglichkeiten überschritten hätte.
Kiew – „Die F-16 ist ein Schweizer Taschenmesser“, sagte Oberstleutnant Oleksiy Mes während des Trainings mit dem Kampfflugzeug im vergangenen Herbst. Wie die New York Times aktuell schreibt, habe der Pilot der Luftwaffe der Ukraine die F-16 als eine sehr gute Waffe beschrieben , die jede Mission im Ukraine-Krieg erfüllen könne. Eine der von den Nato-Ländern gelieferten Maschinen ist jetzt mit Mes als Piloten abgestürzt; möglicherweise weder durch Feindkontakt, noch durch Feuer aus eigenen Rohren – der Ort des Absturzes bleibt jedenfalls geheim; und die Welt zerbricht sich über die Ursachen den Kopf. Skeptiker sehen sich bestätigt.
Nachdem Mes bei dem Angriff am Montag drei russische Marschflugkörper und eine Angriffsdrohne abgeschossen haben soll, habe er gerade versucht ein weiteres Ziel abzufangen, als die Bodenkontrolle die Kommunikation mit seiner Maschine verloren hätte, teilten Vertreter der ukrainischen Luftwaffe der Presse mit, wie die NYT schreibt. „Der Abschluss der Grundausbildung bedeutet, dass Piloten in der Lage sind, Kampfaufgaben bei Tageslicht und gutem Wetter zu erfüllen“, sagte Oleksij Melnyk gegenüber n-tv, lange bevor die ersten F-16 in der Ukraine angekommen waren. Der ehemalige Politiker war selbst Jetpilot gewesen und sah dem Nutzen des als „Viper“ bekannten Modells des Kampfflugzeuges F-16 an die Ukraine mit einer gewissen Skepsis entgegen.
Washington sieht sich bei F-16-Kampfjets bestätigt: Ukraine schickt Piloten zu schnell an die Front Allerdings verkündete er gegenüber der Öffentlichkeit seinen festen Glauben daran, dass die westlichen Flieger Wladimir Putin in die Schranken weisen könnten – vor allem aufgrund ihrer technischen Überlegenheit. Wie das Wall Street Journal jetzt nochmals betont, herrschte auch in Washington Skepsis ob der verkürzten Ausbildung und der Hektik der Ukraine, Piloten ohne große F-16-Erfahrung gegen den Diktator anfliegen zu lassen. „Ein frisch gebackener amerikanischer F-16-Pilot nimmt nach Abschluss seiner Ausbildung in der Regel viele Monate lang nicht an Kampfeinsätzen teil und verbringt die zusätzliche Zeit mit Flügen im Inland mit seiner Einheit“, zitiert Lara Seligman Stimmen von US-Offiziellen.
„Man kann einige Waffensysteme ziemlich schnell beherrschen, aber bei solchen wie der F-16 dauert es länger. Es kann vier oder fünf Jahre dauern, bis einige Staffeln einen ausreichend hohen Bereitschaftszustand erreicht haben.“
General James B. Hecker gegenüber Le Monde Die Ausbildung der Piloten habe zunächst die englische Sprache umfasst, die fliegerische Ausbildung auf diesem Waffensystem und dann individualisierte, auf spezifische, wahrscheinlich auf die Piloten zukommende, Manöver. Ungefähr acht Monate soll die Ausbildung der auf anderen Maschinen mehr oder weniger erfahrenen Piloten gedauert haben – mittlerweile mehren sich auch da die Zweifel. Der erste Verdacht, wonach die Maschine von Oberstleutnant Oleksiy Mes durch eigenen Beschuss verloren gegangen worden sei, ist weiterhin lediglich Spekulation.
Darüber hinaus scheinen die ukrainischen Ermittler bisher ratlos zu sein, weil „westliche Luftabwehrsysteme und F-16-Kampfflugzeuge noch nie unter so komplexen Bedingungen in der Ukraine zusammengearbeitet hätten“, wie die NYT zitiert. Jede Ursache scheint aktuell infrage zu kommen, sagte Anatolii Khrapchynskyi: „Zum Verlust der F-16 hätten viele Dinge führen können, darunter der technische Zustand des Flugzeugs, Pilotenfehler und externe Faktoren“, wie der ehemalige Offizier der ukrainischen Luftwaffe gegenüber der NYT betont.
Kritiker auch in der Ukraine: „Bürokratische Befehlsstruktur“ schuld an Absturz von F-16-Kampfjet Die russische Nachrichtenagentur Tass hatte gemutmaßt, dass die Ukrainer ihre eigene Maschine abgeschossen hätten und behauptet, ein US-Offizieller sei gegenüber dem Wall Street Journal klar von einem Pilotenfehler ausgegangen. Militärblogger sollen auf ihren Telegram -Kanälen behauptet haben, die F-16 sei während russischen Raketenbeschusses am Boden zerstört worden. Pat Ryder hatte aber bereits zu Beginn der Ausbildungspläne vor allzu hoch fliegenden Hoffnungen durch die F-16 gewarnt.
Der britische Guardian sprach von Äußerungen von US-Militärs, wonach eine jahrelange Ausbildung vonnöten sei, um F-16 effektiv im Kampf einsetzen zu können. Das beschränke den Einfluss dieser Flugzeuge auf die Verteidigung der Ukraine in der nahen Zukunft: „Es geht um die langfristige Unterstützung der Ukraine“ , sagte Pentagon-Sprecher Ryder dem Guardian . „Es geht nicht um die Gegenoffensive, die sie gerade führen.“ Gegenüber der New York Times äußerten sich anonyme Stimmen, die eine Ursache vermuten „in einer bürokratischen Befehlsstruktur, die allzu oft jene belohnte, die Autoritäten nicht infrage stellten und deren Denken möglicherweise überholt sei“.
Neuer Luftwaffen-Chef bei F-16-Piloten selbstbewusst: Ukrainer sind kampferprobt Untermauert wird diese These durch die Entlassung des bisherigen ukrainischen Luftwaffenchefs Generalleutnant Mykola Oleschtschuk durch den Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ; allerdings ist noch kein Zusammenhang bestätigt worden. Oleschtschuks Nachfolger, Generalleutnant Anatoliy Kryvonozhka, jedenfalls schloss einen Pilotenfehler von einem Piloten wie Mes weitgehend aus: „Sie wurden beschossen, sie kamen durch Kämpfe. Menschen, die solche Vorfälle erlebt haben, reagieren richtig. Diese Kampferfahrung wird auf neue Flugzeugtypen anwendbar sein“, wie er gegenüber der New York Times ausgedrückt hatte.
Allerdings hatte die französische Zeitung Le Monde aufgrund einer anonymen Quelle aus dem Militär noch im Mai angemerkt, zehn ukrainische Piloten, die in Europa ausgebildet wurden, seien relativ unerfahren gewesen; das hätte die lange Ausbildungsdauer erklärt. „Ihr Durchschnittsalter liegt zwischen 21 und 23 Jahren, und sechs von ihnen saßen vor ihrer Ankunft in Großbritannien noch nie in einem Kampfflugzeug. Die anderen vier waren in der Ukraine nur mit Aero L-39 geflogen, einem tschechischen Trainingsflugzeug, das in den ehemaligen Ländern des Warschauer Pakts weit verbreitet ist“, wie Cédric Pietralunga geschrieben hat.
Präsident Selenskyj schiebt die Schuld am Absturz dem westlichen Zögern für die Nutzung von Langstrecken-Waffen zu: Die Nutzung von Waffensystemen an der F-16 mit Reichweiten lediglich um die 200 Kilometer würden die Piloten zwingen, in niedrigen Flughöhen zu operieren mit der Gefahr eventuell doch von eigener Luftabwehr ins Visier genommen zu werden. Wie Keith Rosenkranz in seinem Buch „Vipers in the Storm“ über seinen Kriegs-Einsatz darlegt. „Rosenkranz vermittele die Ironie, dass Männer, die jahrelang im Luftkampf ausgebildet wurden, zu Bodenangriffen geschickt werden – der gefährlichsten Art von Mission für eine F-16“, schreibt das Literatur-Magazin Publishers Weekly.
Verlust von F-16-Kampfjet macht Analysten Sorgen – erhebliche Beeinträchtigung Rosenkranz „betont die Synergie moderner Elektronik und menschlicher Fähigkeiten, die erforderlich sind, wenn man kleine Ziele aufspürt, während man Spießruten laufen muss, während man von Flugabwehrfeuer getroffen wird “, so die Rezension seines Buches weiter. Der Verlust dieses ersten westlichen Kampfjets sei jetzt eine schwere Hypothek für die Zukunft des Ukraine-Krieges – so die Prognose des Thinktank Institute for the Study of War . Dieser Verlust eines einzigen F-16-Flugzeugs werde die Luftverteidigung der Ukraine erheblich beeinträchtigen, da nur eine begrenzte Zahl von Jets und ausgebildeten Piloten zur Verfügung stehe, schreibt das ISW .
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine Die Bundeswehr nutzt den Kampfpanzer Leopard in verschiedenen Varianten seit 1979. Bewaffnet mit einer 120-Millimeter-Kanone lassen sich in den jüngeren Modellen von vier Soldaten an Bord Ziele in einer Entfernung bis zu 5000 Metern bekämpfen. Die Ukraine erhält Panzer des Typs Leopard 2 A6. Das 62,5 Tonnen-Gefährt war bei seiner Einführung im Jahr 2001 als verbesserte Variante des A5 etwa mit neuer Hauptwaffe versehen worden. Das Modell A6M verfügt zudem über einen erhöhten Minenschutz. © Philipp Schulze/dpa Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben. © JONATHAN NACKSTRAND/afp Die Hauptwaffe der US-amerikanischen Bradley-Schützenpanzer besteht aus einer 25-Millimeter-Maschinenkanone M242 Bushmaster, die zwischen 100 und 200 Schuss pro Minute verschießen kann. Zudem sind die gepanzerten Kettenfahrzeuge, die nach General Omar N. Bradley benannt sind, mit Maschinengewehren des Typs M240 sowie panzerbrechenden Raketen ausgestattet. Die Besatzung umfasst bis zu zehn Soldaten: Fahrer, Kommandant, Richtschütze sowie bis zu sieben Soldaten als Infanterietrupp. Der Panzer wurde dafür konzipiert, im Verbund mit Panzerartillerie und Kampfhelikoptern zu operieren. © U.S. Army/dpa Beim AMX-10 RC aus Frankreich handelt es sich um einen amphibischen Spähpanzer. Der Panzer wird aufgrund seiner schwereren Panzerung und Bewaffnung hauptsächlich bei der Aufklärung eingesetzt. Ausgestattet ist er mit einer 105-Millimeter-Kanone, wodurch er auch als Panzerjäger verwendet werden kann. Die Besatzung besteht aus mindestens vier Soldaten. Bei einer Gefechtsmasse von 14,2 Tonnen ist der Panzer mit 85 km/h extrem mobil. © Björn Trotzki/Imago Aus Großbritannien stammt der Kampfpanzer vom Typ Challenger 2. Dabei handelt es sich um einen der modernsten Panzer weltweit. Im Gegensatz zu den meisten anderen modernen Kampfpanzern ist der Challenger 2 mit einer 120-Millimeter-Kanone mit gezogenem Lauf ausgerüstet. Auch auf lange Entfernung sind zuverlässige Treffer zu erwarten. So soll ein Challenger 2 im Golfkrieg von 1991 einen irakischen Panzer auf fast fünf Kilometer Entfernung ausgeschaltet haben. Die Chobham-Panzerung sorgt für einen enorm guten Schutz. Als Nachteile gelten das hohe Gewicht, die komplizierte Logistik und die eingeschränkte Mobilität. Aus Großbritannien stammt der Kampfpanzer vom Typ Challenger 2. Dabei handelt es sich um einen der modernsten Panzer weltweit. Im Gegensatz zu den meisten anderen modernen Kampfpanzern ist der Challenger 2 mit einer 120-Millimeter-Kanone mit gezogenem Lauf ausgerüstet. Auch auf lange Entfernung sind zuverlässige Treffer zu erwarten. So soll ein Challenger 2 im Golfkrieg von 1991 einen irakischen Panzer auf fast fünf Kilometer Entfernung ausgeschaltet haben. Die Chobham-Panzerung sorgt für einen enorm guten Schutz. Als Nachteile gelten das hohe Gewicht, die komplizierte Logistik und die eingeschränkte Mobilität. © Spc. Nicko Bryant Jr./Imago Der Marder hat schon mehr als 50 Jahre auf dem Buckel, ist aber noch immer bei der Bundeswehr im Einsatz. Gebaut wurde der Marder mitten im Kalten Krieg. Er dient den Panzergrenadieren als Gefechtsfahrzeug und Führungspanzer. Durch seine Geschwindigkeit sollen die Infanteristen den Kampfpanzern folgen können. Mit 600 PS bei 35 Tonnen ist er gut motorisiert. Bewaffnet ist der Marder mit einer 20-Millimeter-Kanone. Die Besatzung besteht aus Kommandant, Richtschütze, Fahrer und sechs Grenadieren. Der Marder hat schon mehr als 50 Jahre auf dem Buckel, ist aber noch immer bei der Bundeswehr im Einsatz. Gebaut wurde er mitten im Kalten Krieg. Der Marder dient den Panzergrenadieren als Gefechtsfahrzeug und Führungspanzer. Durch seine Geschwindigkeit sollen die Infanteristen den Kampfpanzern folgen können. Mit 600 PS bei 35 Tonnen ist er gut motorisiert. Bewaffnet ist der Marder mit einer 20-Millimeter-Kanone. Die Besatzung besteht aus Kommandant, Richtschütze, Fahrer und sechs Grenadieren. © Philipp Schulze/dpa Die NLAW ist eine Panzerabwehrlenkwaffe aus schwedischer Produktion. Sie dient zur Bekämpfung von gepanzerten Fahrzeugen sowie Gebäuden. Sie kann von einem einzelnen Menschen transportiert und eingesetzt werden. Der Start mit der geschulterten Waffe kann liegend, kniend oder stehend erfolgen. Ihre Reichweite liegt bei bis zu 600 Metern. Verfehlt die Rakete das Ziel, so zerstört sie sich nach einer Flugzeit von 5,6 Sekunden selbst. Die NLAW ist ein Wegwerfartikel und kann nur einmal abgefeuert werden. Die NLAW ist eine Panzerabwehrlenkwaffe aus schwedischer Produktion. Sie dient zur Bekämpfung von gepanzerten Fahrzeugen sowie Gebäuden. Sie kann von einem einzelnen Menschen transportiert und eingesetzt werden. Der Start mit der geschulterten Waffe kann liegend, kniend oder stehend erfolgen. Ihre Reichweite liegt bei bis zu 600 Metern. Verfehlt die Rakete das Ziel, so zerstört sie sich nach einer Flugzeit von 5,6 Sekunden selbst. Die NLAW ist ein Wegwerfartikel und kann nur einmal abgefeuert werden. © Sergei Supinsky/afp Das Patriot-System dient zur Abwehr von Flugzeugen, Marschflugkörpern, Drohnen und Raketen kürzerer Reichweite. Es besteht aus mehreren Komponenten: Das Bodenradar erkennt Flugobjekte, der Leitstand berechnet deren Flugbahn, programmiert die eigenen Raketen und koordiniert deren Abschuss, das Startgerät verfügt über bis zu acht Raketenwerfer, der erforderliche Strom kommt von einem Fahrzeug mit Generatoren. Das Patriot-System kann gleichzeitig bis zu 50 Ziele beobachten und fünf bekämpfen. Die maximale Kampfentfernung liegt bei etwa 68 Kilometern. Die Entwicklung des Boden-Luft-Lenkwaffensystems reicht in die späten 1960er-Jahre zurück, eingeführt wurde es in den frühen 1980er-Jahren, seitdem wurde es immer wieder modernisiert. Das Patriot-System dient zur Abwehr von Flugzeugen, Marschflugkörpern, Drohnen und Raketen kürzerer Reichweite. Es besteht aus mehreren Komponenten: Das Bodenradar erkennt Flugobjekte, der Leitstand berechnet deren Flugbahn, programmiert die eigenen Raketen und koordiniert deren Abschuss, das Startgerät verfügt über bis zu acht Raketenwerfer, der erforderliche Strom kommt von einem Fahrzeug mit Generatoren. Das Patriot-System kann gleichzeitig bis zu 50 Ziele beobachten und fünf bekämpfen. Die maximale Kampfentfernung liegt bei etwa 68 Kilometern. © Kevin Schrief/dpa Beim Multiple Launch Rocket System (MLRS) handelt es sich um ein Mehrfachraketenwerfer-Artilleriesystem auf Kettenfahrgestell. Die Typenbezeichnung des US-amerikanischen Militärs lautet M270. Bei der Bundeswehr wird es unter dem Namen MARS (Mittleres Artillerieraketensystem) geführt. Das System trägt zwölf Raketen, die Ziele in bis zu 40 Kilometer Entfernung treffen. Beim Multiple Launch Rocket System (MLRS) handelt es sich um ein Mehrfachraketenwerfer-Artilleriesystem auf Kettenfahrgestell. Die Typenbezeichnung des US-amerikanischen Militärs lautet M270. Bei der Bundeswehr wird es unter dem Namen MARS (Mittleres Artillerieraketensystem) geführt. Das System trägt zwölf Raketen, die Ziele in bis zu 40 Kilometer Entfernung treffen. © Jeon Heon-Kyun/dpa Die türkische Kampf- und Aufklärungsdrohne Bayraktar TB2 ist seit 2016 im Einsatz. Der Name geht auf ihren Erfinder Selçuk Bayraktar zurück, den Schwiegersohn des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Die Drohne erreicht eine Flughöhe von 7300 Metern. Sie ist 6,5 Meter lang, besitzt eine Spannweite von zwölf Metern und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 222 Kilometern pro Stunde. Beim ukrainischen Angriff auf das russische Flaggschiff „Moskwa“ soll die Drohne einen Angriff vorgetäuscht haben, bevor zwei Neptun-Raketen das Schiff trafen. Die türkische Kampf- und Aufklärungsdrohne Bayraktar TB2 ist seit 2016 im Einsatz. Der Name geht auf ihren Erfinder Selçuk Bayraktar zurück, den Schwiegersohn des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Die Drohne erreicht eine Flughöhe von 7300 Metern. Sie ist 6,5 Meter lang, besitzt eine Spannweite von zwölf Metern und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 222 Kilometern pro Stunde. Beim ukrainischen Angriff auf das russische Flaggschiff „Moskwa“ soll die Drohne einen Angriff vorgetäuscht haben, bevor zwei Neptun-Raketen das Schiff trafen. © Birol Bebek/afp Im Ukraine-Krieg kommen auch zahlreiche unbemannte Kamikaze-Drohnen zum Einsatz. Die Switchblade 300 ist zusammengeklappt so handlich, dass sie in jeden Rucksack passt. Sie wird mithilfe von Druckluft aus einem Rohr abgeschossen und verfügt über vier schwenkbare Flügel, die im Flug wie Springmesser herausspringen. Sie hat eine Reichweite von knapp zehn Kilometern und kann einige Zeit über ihrem Einsatzgebiet verweilen, ehe sie im Sturzflug angreift. Der Gefechtskopf der Switchblade 300 hat eine Sprengladung, die einer 40-Millimeter-Granate entspricht. Im Ukraine-Krieg kommen auch zahlreiche unbemannte Kamikaze-Drohnen zum Einsatz. Die Switchblade 300 ist zusammengeklappt so handlich, dass sie in jeden Rucksack passt. Sie wird mithilfe von Druckluft aus einem Rohr abgeschossen und verfügt über vier schwenkbare Flügel, die im Flug wie Springmesser herauskatapultiert werden. Sie hat eine Reichweite von knapp zehn Kilometern und kann einige Zeit über ihrem Einsatzgebiet verweilen, ehe sie im Sturzflug angreift. Der Gefechtskopf der Switchblade 300 hat eine Sprengladung, die einer 40-Millimeter-Granate entspricht. © Lcpl. Tyler Forti/Imago Das norwegische Luftabwehrsystem NASAMS wurde entwickelt, um Flugzeuge, Hubschrauber, Marschflugkörper und unbemannte Luftfahrzeuge zu identifizieren, anzugreifen und zu zerstören. Es ist in der Lage, 72 Ziele gleichzeitig zu treffen. Ihre weitreichendsten Raketen können Ziele bis maximal 50 Kilometer abschießen. Eine Batterie besteht aus zwölf Raketenwerfern, acht Radar-Stationen, einer Feuerleitzentrale, einem Kamera- und einem Kontroll-Fahrzeug. Seit 2005 schützt das System die US-Hauptstadt Washington, D.C. Das norwegische Luftabwehrsystem NASAMS wurde entwickelt, um Flugzeuge, Hubschrauber, Marschflugkörper und unbemannte Luftfahrzeuge zu identifizieren, anzugreifen und zu zerstören. Es ist in der Lage, 72 Ziele gleichzeitig zu treffen. Ihre weitreichendsten Raketen können Ziele bis maximal 50 Kilometer abschießen. Eine Batterie besteht aus zwölf Raketenwerfern, acht Radar-Stationen, einer Feuerleitzentrale, einem Kamera- und einem Kontroll-Fahrzeug. Seit 2005 schützt das System die US-Hauptstadt Washington, D.C. © Robin Van Lonkhuijsen/dpa Die Ukraine kann im krieg gegen Russland auch auf Bushmaster-Panzerfahrzeuge aus australischer Produktion zurückgreifen. Sie sind dank ihrer gepanzerten Stahlplatten explosionssicher und für alle Umgebungen geeignet. Auch eine Reifenpanne hindert den Bushmaster nicht an der Weiterfahrt. Das Fahrzeug bietet Platz für insgesamt zehn Soldaten einschließlich ihrer Waffen und Ausrüstung. Übliche Bordwaffen sind 5,56-Millimeter- und 7,62-Millimeter-Maschinengewehre. Die Ukraine kann im Krieg gegen Russland auch auf Bushmaster-Panzerfahrzeuge aus australischer Produktion zurückgreifen. Sie sind dank ihrer gepanzerten Stahlplatten explosionssicher und für alle Umgebungen geeignet. Auch eine Reifenpanne hindert den Bushmaster nicht an der Weiterfahrt. Das Fahrzeug bietet Platz für zehn Soldaten einschließlich ihrer Waffen und Ausrüstung. Übliche Bordwaffen sind 5,56-Millimeter- und 7,62-Millimeter-Maschinengewehre. © Russell Freeman/Imago Die Geschichte des M113 ist schon mehr als 60 Jahre alt. Das auch gerne als „Battle Taxi“ bezeichnete Militärfahrzeug war der erste moderne Truppentransportpanzer. Die Möglichkeit, in einem leichten, schnellen, schwimmfähigen und per Flugzeug transportablen gepanzerten Fahrzeug elf Infanteristen durch ein Kampfgebiet zu befördern, kam einer Revolution gleich. Seit der Markteinführung 1960 wurden mehr als 80.000 Fahrzeuge herstellt. In der Standardausführung verfügt der M113 über ein 12,7-Millimeter-Maschinengewehr als Hauptwaffe. Die Geschichte des M113 ist schon mehr als 60 Jahre alt. Das auch gerne als „Battle Taxi“ bezeichnete Militärfahrzeug war der erste moderne Truppentransportpanzer. Die Möglichkeit, in einem leichten, schnellen, schwimmfähigen und per Flugzeug transportablen gepanzerten Fahrzeug elf Infanteristen durch ein Kampfgebiet zu befördern, kam einer Revolution gleich. Seit der Markteinführung 1960 wurden mehr als 80.000 Fahrzeuge herstellt. In der Standardausführung verfügt der M113 über ein 12,7-Millimeter-Maschinengewehr als Hauptwaffe. © Björn Trotzki/Imago Der PT-91 Twardy („Der Harte“) ist eine modernisierte Version des Panzers T-72 aus der Sowjetzeit. Der PT-91 ist seinem Vorbild äußerlich nach wie vor sehr ähnlich, besitzt jedoch gegenüber dem Original einige Verbesserungen. Dazu gehören eine im Vergleich zum Basismodell deutlich präzisere Feuerleitanlage, ein Laserwarnsystem, eine Wärmebildkamera und eine Reaktivpanzerung. Der polnische PT-91 Twardy („Der Harte“) ist eine modernisierte Version des Panzers T-72 aus der Sowjetzeit. Der PT-91 ist seinem Vorbild äußerlich nach wie vor sehr ähnlich, besitzt jedoch gegenüber dem Original einige Verbesserungen. Dazu gehören eine im Vergleich zum Basismodell deutlich präzisere Feuerleitanlage, ein Laserwarnsystem, eine Wärmebildkamera und eine Reaktivpanzerung. © Imago Der Gepard ist ein Flugabwehrpanzer, der Teil der Heeresflugabwehr der Bundeswehr war, bis er 2010 außer Dienst gestellt wurde. In der Zwischenzeit wird er nur noch von anderen Armeen verwendet, so auch von der Ukraine. Der Gepard wurde in erster Linie entwickelt, um die Panzer- und Panzergrenadiertruppe vor angreifenden Flugzeugen und Hubschraubern im niedrigen Höhenbereich zu schützen. In der Ukraine ist vor allem der Suchradar von Vorteil, mit dem feindliche Drohnen schnell erkannt angegriffen werden können. Der Gepard verfügt über 35-Millimeter-Maschinenkanonen. Der Gepard ist ein Flugabwehrpanzer, der Teil der Heeresflugabwehr der Bundeswehr war, bis er 2010 außer Dienst gestellt wurde. In der Zwischenzeit wird er nur noch von anderen Armeen verwendet, so auch von der Ukraine. Der Gepard wurde in erster Linie entwickelt, um die Panzer- und Panzergrenadiertruppe vor angreifenden Flugzeugen und Hubschraubern im niedrigen Höhenbereich zu schützen. In der Ukraine ist vor allem der Suchradar von Vorteil, mit dem feindliche Drohnen schnell erkannt und angegriffen werden können. Der Gepard verfügt über 35-Millimeter-Maschinenkanonen. © Michael Mandt/afp Italienische Panzerhaubitzen M109L werden über Udine und Österreich in die Ukraine geliefert. Ende April 2023 lieferte Italien klammheimlich über die nordöstliche Region Friaul-Julisch Venetien und Österreich 30 schwere Panzerhaubitzen M109L in die Ukraine. Das Foto vom Transport ist am Bahnhof Udine entstanden. Laut italienischer Tageszeitung „La Repubblica“ erhält Kiew vom Nato-Mitglied insgesamt 60 Stück der Standard-Haubitze des Verteidigungsbündnisses. Die M109L zeichnet vor allem ihre schwere 155mm-Kanone aus. © Twitter@Topolin28714725 Ein gepanzerter MaxxPro-Truppentransporter der US-Streitkräfte. (Symbolfoto) Zu Beginn ihrer Gegenoffensive hatten die ukrainischen Streitkräfte mit Hilfe der Vereinigten Staaten laut „Magazin für Europäische Sicherheit & Technik“ einen Bestand von 580 sogenannter MRAPs (Mine Resistant Ambush Protected Vehicle) aufgebaut. Dabei handelt es sich um Truppentransporter mit hohem Minenschutz. Etliche davon gingen im Frühsommer 2023 verloren, vor allem gepanzerte MaxxPro (Beispiel-Foto), was Videos brennender Exemplare bei Twitter beweisen sollten. © IMAGO / ZUMA Wire Ein Radpanzer Stryker der US-Streitkräfte. Die USA haben der Ukraine im Verlauf des ersten Halbjahres 2023 bis zu 90 Radpanzer vom Typ Stryker geliefert. Der hochmobile Schützenpanzer mit einer Länge von knapp sieben Metern und einer Breite von 2,72 Metern soll Truppenverlegungen binnen kurzer Zeit ermöglichen, weil er mit bis zu 100 km/h deutlich schneller ist als viele Kettenpanzer. Mit bis zu 39 Millimetern Außenhülle ist er jedoch vergleichsweise schwach gepanzert. © IMAGO / ABACAPRESS
Ukrainische Soldaten werden an schwedischen Schützenpanzern CV 90 ausgebildet. Das Combat Vehicle 90 (CV 90) gilt als einer der modernsten Schützenpanzer der Welt. Entwickelt wurde der Panzer in den 1990er Jahren vom britischen Rüstungskonzerns BAE Systems AB für die Streitkräfte Schwedens. Das skandinavische Land stellte der Ukraine im Frühjahr 2023 nach und nach 50 der Schützenpanzer bereit, die die 40-mm-Maschinenkanone 40/70B auszeichnet. Bis zu acht Infanterie-Soldaten können mit dem CV 90 mitten in die Schlacht gefahren werden. © IMAGO / TT Aus Frankreich soll die Ukraine bereits im März 2025 drei Modelle des Kampfjets „Mirage 2000“ erhalten Aus Frankreich soll die Ukraine bereits im März 2025 drei Modelle des Kampfjets „Mirage 2000“ erhalten. Bei den Maschinen soll es sich laut Medienberichten um Modelle der Variante „Mirage 2000-5“ handeln. Eine offizielle Bestätigung der Lieferung steht noch aus. Frankreich verfügt selbst über 26 modernisierte Kampfjets des Typs „Mirage 2000-5“. © KHALED DESOUKI/AFP Ein Leopard-1-A5 der belgischen Armee, der in Deutschland produziert wurde. (Archivfoto) Der Leopard 1A5 ist eine kampfwertgesteigerte Variante des „Leos“ 1 aus deutscher Produktion und Vorgänger des Leopard-2-Kampfpanzers der Bundeswehr. Zwischen 1986 und 1992 wurde im A5 eine neue Feuerleitanlage sowie erstmals ein Laserentfernungsmesser eingebaut. Anfang 2023 hatte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) der Ukraine 178 Exemplare in Aussicht gestellt. Beim Nato-Gipfel im Juli erfüllte Deutschland die zwischenzeitlich genannte Zielgröße von 25 gelieferten Leopard-1-A5 im Sommer 2023. © IMAGO / StockTrek Images Die F-16 wurde in den 1970er Jahren als wendiger, vergleichsweise kostengünstiger und vielfältig einsetzbarer Kampfjet. Die F-16 wurde in den 1970er Jahren als wendiger, vergleichsweise kostengünstiger und vielfältig einsetzbarer Kampfjet entwickelt. Sie trägt den offiziellen Spitznamen „Fighting Falcon“ (Kämpfender Falke), ist aber auch als „Viper“ bekannt. Der einstrahlige Kampfjet ist mit einer 20-Millimeter-Kanone mit mehreren Läufen bewaffnet und kann mit Luft-Luft-Raketen und Bomben ausgestattet werden. Nach Angaben der US-Luftwaffe erreicht die F-16 Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 2400 Kilometern pro Stunde und kann mehr als 860 Kilometer entfernt liegende Ziele anfliegen, ihre Raketen abfeuern und zum Startpunkt zurückkehren. © PETRAS MALUKAS/afp Die USA haben Atacms-Raketen an die Ukraine geliefert. Die USA haben Atacms-Raketen an die Ukraine geliefert. Nach Abschuss vom Boden fliegen sie eine ballistische Kurve und sollen wieder am Boden detonieren. Obwohl sie als schwer abzufangen gelten, sind sie im Vergleich zu Marschflugkörpern nicht annähernd so präzise. Das liegt vor allem an der Geschwindigkeit. In der Spitze erreichen sie mehr als dreifache Schallgeschwindigkeit (Mach 3). Dieses hohe Tempo von rund 3700 km/h macht es auch deutlich schwerer, die Rakete zu kontrollieren. Bisher haben die USA Atacms mit einer gedrosselten Reichweite von 165 Kilometern geliefert. Die Ukraine wünscht sich aber Atacms mit einer Reichweite von 300 Kilometern. © U.S. Army/Imago Kampfflugzeug des Typs „Gripen“ aus Schweden Eigentlich sollte die Ukraine bereits im März 2024 die erste Lieferung von Kampfflugzeugen des Typs „Gripen“ aus Schweden erhalten. Bislang sind aber keine Modelle des von der Firma Saab hergestellten Kampfjets im Kampf gegen Russland. Das wiederum liegt an der Lieferung der F16-Kampfjets an die Ukraine. Um die Luftwaffe des Landes und ihre Piloten nicht zu überfordern, wurde die Lieferung und Ausbildung des Personals an den schwedischen Flugzeugen zunächst ausgesetzt. Geplant sind die Lieferungen nun für 2025. © Sandor Ujvari/dpa Laut dem Wall Street Journal seien bisher nur sechs Piloten fronttauglich gewesen, demzufolge sind nach dem F-16-Absturz noch fünf Piloten übrig. Laut Berichten der Nachrichtenagentur Reuters sollen bis zum Ende des Jahres mindestens 20 Piloten fertig ausgebildet haben. Präsident Selenskyj erwartet insgesamt bis zu 80 Maschinen aus verschiedenen Nato-Ländern.
„Die Beherrschung der F-16 geschieht nicht über Nacht“, äußerte General James B. Hecker gegenüber Le Monde . Der Kommandeur der US-Luftstreitkräfte in Europa warnte im August vergangenen Jahres vor übereilter Zuversicht – gerade auch von Menschen wie dem verstorbenen Piloten Oleksiy Mes. „Man kann einige Waffensysteme ziemlich schnell beherrschen, aber bei solchen wie der F-16 dauert es länger. Es kann vier oder fünf Jahre dauern, bis einige Staffeln einen ausreichend hohen Bereitschaftszustand erreicht haben.“