Anschlag auf Charlie Kirk

Nach Attentat auf Kirk wächst in den USA Furcht vor Eskalation

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Nach dem Anschlag auf Charlie Kirk nimmt in den USA die Furcht vor zusätzlicher politischer Gewalt und Angriffen auf Aktivisten zu.

Washington, D. C. – Der tödliche Anschlag auf den rechtsnationalen US-Podcaster und Aktivisten Charlie Kirk hat in den Vereinigten Staaten für Entsetzen gesorgt. Kirk wurde am 10. September während einer Rede an der Utah Valley University niedergeschossen. Sein Tod löste nicht nur Trauer, sondern auch Wut aus: In sozialen Netzwerken zeigen Kommentare, wie sehr der Hass auf politische Gegner in den USA in den vergangenen Jahren zugenommen hat.

Attentat auf Charlie Kirk: Bilder zeigen das Entsetzen – und den mutmaßlichen Täter

Nach dem Attentat auf Charlie Kirk veröffentlichte das FBI Bilder und ein Video des mutmaßlichen Täters. Die Trauer in den USA ist groß nach dem Tod des US-Aktivisten.
Nach dem Attentat auf Charlie Kirk veröffentlichte das FBI Bilder und ein Video des mutmaßlichen Täters. Die Trauer in den USA ist groß nach dem Tod des US-Aktivisten. Eine Chronologie der Ereignisse. © FBI (2)/IMAGO / SOPA Images
Diese Aufnahme entstand nur Minuten vor dem tödlichen Attentat. Charlie Kirk beantwortet gerade Fragen aus dem Publikum - eine Routine, die ihm zum Verhängnis werden sollte.
Diese Aufnahme entstand nur Minuten vor dem tödlichen Attentat. Charlie Kirk beantwortet gerade Fragen aus dem Publikum - eine Routine, die ihm zum Verhängnis werden sollte. © Tess Crowley
Die letzten Minuten von Charlie Kirk: Der 31-Jährige wirft noch Baseballkappen in die Menge, bevor der tödliche Schuss fällt.
Die letzten Minuten von Charlie Kirk: Der 31-Jährige wirft noch Baseballkappen in die Menge, bevor der tödliche Schuss fällt.  © Tess Crowley/dpa
Auf diesem Campus der Utah Valley University in Orem ereignete sich das tödliche Attentat auf Charlie Kirk. Der 31-jährige Aktivist wurde vor 3000 Zuschauern von einem Scharfschützen erschossen, der sich auf einem nahegelegenen Dach positioniert hatte.
Auf diesem Campus der Utah Valley University in Orem ereignete sich das tödliche Attentat auf Charlie Kirk. Der 31-jährige Aktivist wurde vor 3000 Zuschauern von einem Scharfschützen erschossen, der sich auf einem nahegelegenen Dach positioniert hatte. © Lindsey Wasson/dpa
Charlie Kirk galt als einer der einflussreichsten konservativen Aktivisten der USA.
Charlie Kirk galt als einer der einflussreichsten konservativen Aktivisten der USA.  © IMAGO/Charles-McClintock Wilson
Sekunden vor seinem Tod wurde Charlie Kirk von einem Zuschauer nach Waffengewalt gefragt. Seine letzte Antwort „Zählt man Bandengewalt mit oder nicht?“ sollten seine letzten öffentlichen Worte werden.
Sekunden vor seinem Tod wurde Charlie Kirk von einem Zuschauer nach Waffengewalt gefragt. Seine letzte Antwort „Zählt man Bandengewalt mit oder nicht?“ sollten seine letzten öffentlichen Worte werden. © IMAGO/Charles McClintock-Wilson
Diese dramatischen Szenen spielten sich ab, als Charlie Kirk erschossen wurde. Augenzeugen berichten von Panik unter den 3000 Zuschauern, die sofort zu Boden gingen und um ihr Leben rannten.
Diese dramatischen Szenen spielten sich ab, als Charlie Kirk erschossen wurde. Augenzeugen berichten von Panik unter den 3000 Zuschauern, die sofort zu Boden gingen und um ihr Leben rannten. © Tess Crowley/dpa
Schock und Fassungslosigkeit auf dem Campus der Utah Valley University: Studenten und Besucher können nicht glauben, was sie gerade miterlebt haben. Viele weinen und trösten sich gegenseitig nach dem brutalen Attentat.
Schock und Fassungslosigkeit auf dem Campus der Utah Valley University: Studenten und Besucher können nicht glauben, was sie gerade miterlebt haben. Viele weinen und trösten sich gegenseitig nach dem brutalen Attentat. © IMAGO/Charles McClintock Wilson
Was als normale Universitätsveranstaltung begann, endet mit einem Großaufgebot von Rettungskräften.
Was als normale Universitätsveranstaltung begann, endet mit einem Großaufgebot von Rettungskräften. © Tyler Tate/dpa
Falsche Spur: Diese Festnahme erwies sich als Fehlgriff der Ermittler. Der Mann wurde nach stundenlangen Verhören wieder freigelassen - der wahre Charlie Kirk-Attentäter ist weiterhin auf der Flucht.
Falsche Spur: Diese Festnahme erwies sich als Fehlgriff der Ermittler. Der Mann wurde nach stundenlangen Verhören wieder freigelassen - der wahre Charlie Kirk-Attentäter ist weiterhin auf der Flucht. © IMAGO/Charles McClintock-Wilson
Spurensicherung am Schauplatz der Tragödie: Polizeibeamte durchkämmen das Gelände rund um das „American Comeback Tour“-Zelt, unter dem Charlie Kirk erschossen wurde. Jeder Zentimeter wird nach Hinweisen auf den flüchtigen Täter abgesucht.
Spurensicherung am Schauplatz der Tragödie: Polizeibeamte durchkämmen das Gelände rund um das „American Comeback Tour“-Zelt, unter dem Charlie Kirk erschossen wurde. Jeder Zentimeter wird nach Hinweisen auf den flüchtigen Täter abgesucht. © Tess Crowley/dpa
Stille Trauer hinter Absperrband: Auch die Polizeiabsperrung kann die Menschen nicht davon abhalten, Charlie Kirk die letzte Ehre zu erweisen.
Stille Trauer hinter Absperrband: Auch die Polizeiabsperrung kann die Menschen nicht davon abhalten, Charlie Kirk die letzte Ehre zu erweisen.  © IMAGO/Joe Rondone/The Republic
Symbole der Trauer und des Patriotismus: Die Gedenkstätte wird zum Wallfahrtsort für konservative Amerikaner.
Symbole der Trauer und des Patriotismus: Die Gedenkstätte wird zum Wallfahrtsort für konservative Amerikaner. © IMAGO/Joe Rondone/The Republic
Nationale Trauer im Yankee Stadium: Charlie Kirks Portrait erstrahlt auf der riesigen Videowand, während tausende Fans eine Schweigeminute einhalten.
Nationale Trauer im Yankee Stadium: Charlie Kirks Portrait erstrahlt auf der riesigen Videowand, während tausende Fans eine Schweigeminute einhalten.  © IMAGO/Vincent Carchietta
Tatort-Rekonstruktion unter der Brücke: Forensiker arbeiten daran, den genauen Ablauf des Attentats zu verstehen.
Tatort-Rekonstruktion unter der Brücke: Forensiker arbeiten daran, den genauen Ablauf des Attentats zu verstehen.  © Lindsey Wasson/dpa
Trauernde halten große Portraits von Charlie Kirk in die Höhe und gedenken des erschossenen Aktivisten.
Trauernde halten große Portraits von Charlie Kirk in die Höhe und gedenken des erschossenen Aktivisten.  © Madeleine Kelly/dpa
Blumen, Ballons und Bibelverse: Diese bewegende Gedenkstätte zeigt Charlie Kirk als christlichen Märtyrer.
Blumen, Ballons und Bibelverse: Diese bewegende Gedenkstätte zeigt Charlie Kirk als christlichen Märtyrer. © Ross D. Franklin/dpa
Hunderte junge Menschen versammelten sich zu einer spontanen Gedenkfeier für Charlie Kirk.
Hunderte junge Menschen versammelten sich zu einer spontanen Gedenkfeier für Charlie Kirk. © Tess Crowley/dpa
Vor dem Hauptquartier von Turning Point USA wird die Tragödie greifbar.
Vor dem Hauptquartier von Turning Point USA wird die Tragödie greifbar. © Ross D. Franklin/dpa
Charlie Kirks Büros: Die Zentrale seiner politischen Organisation wird zum Symbol einer Bewegung ohne Anführer.
Charlie Kirks Büros: Die Zentrale seiner politischen Organisation wird zum Symbol einer Bewegung ohne Anführer. © Ross D. Franklin/dpa
Nationale Trauer im Herzen der Macht: Die amerikanische Flagge weht auf halbmast vor dem Weißen Haus zu Ehren von Charlie Kirk.
Nationale Trauer im Herzen der Macht: Die amerikanische Flagge weht auf halbmast vor dem Weißen Haus zu Ehren von Charlie Kirk. © Mark Schiefelbein/dpa
Stiller Protest nach der Tragödie: Ein Charlie Kirk-Anhänger steht mit seinem „Pray for America“-Schild am Straßenrand.
Stiller Protest nach der Tragödie: Ein Charlie Kirk-Anhänger steht mit seinem „Pray for America“-Schild am Straßenrand. © Alex Goodlett/dpa
Nächtliche Kerzenwache für Charlie Kirk: Die Mischung aus amerikanischen Flaggen und christlichen Botschaften macht deutlich, wie seine Anhänger Patriotismus und Glauben miteinander verbinden.
Nächtliche Kerzenwache für Charlie Kirk: Die Mischung aus amerikanischen Flaggen und christlichen Botschaften macht deutlich, wie seine Anhänger Patriotismus und Glauben miteinander verbinden. © Ross D. Franklin/dpa
Anhänger Charlie Kirks versammeln sich vor dem Krankenhaus, in das der schwer verletzte Aktivist eingeliefert wurde. Die Nachricht seines Todes trifft sie wie ein Schlag.
Anhänger Charlie Kirks versammeln sich vor dem Krankenhaus, in das der schwer verletzte Aktivist eingeliefert wurde. Die Nachricht seines Todes trifft sie wie ein Schlag. © IMAGO/Madeleine Kelly
Auch Donald Trump ist auf einem Foto der Kirk-Gedenkstätte vor dem Timpanogos Regional Hospital zu sehen.
Auch Donald Trump ist auf einem Foto der Kirk-Gedenkstätte vor dem Timpanogos Regional Hospital zu sehen. © Lindsey Wasson/dpa
Donald Trump reagiert mit scharfen Worten auf Charlie Kirks Tod. Der US-Präsident macht die „radikale Linke“ für das Attentat verantwortlich und verspricht, alle Beteiligten zur Rechenschaft zu ziehen. (Archivbild)
Donald Trump reagiert mit scharfen Worten auf Charlie Kirks Tod. Der US-Präsident macht die „radikale Linke“ für das Attentat verantwortlich und verspricht, alle Beteiligten zur Rechenschaft zu ziehen. (Archivbild) © Manuel Balce Ceneta/dpa
US-Fahnder veröffentlichten Bilder einer „Person von Interesse“ – sie sollen den miutmaßlichen Täter zeigen.
US-Fahnder veröffentlichten Bilder einer „Person von Interesse“ – sie sollen den miutmaßlichen Täter zeigen. © FBI (2)
Beamte stehen auf einem Dach mit Blick auf den Tatort. Das FBI hat neue Überwachungsaufnahmen vom mutmaßlichen Attentäter auf Charlie Kirk veröffentlicht.
Beamte stehen auf einem Dach mit Blick auf den Tatort. Das FBI hat zwei Tage nach der tat Überwachungsaufnahmen vom mutmaßlichen Attentäter auf Charlie Kirk veröffentlicht.  © IMAGO / UPI Photo/ FBI (Collage)
US-Medien berichten über den Tatverdächtigen im Fall Charlie Kirk.
Zwei Tage nach der Tat verkündete Donald Trump live im TV die Festnahme des mutmaßlichen Täters im Fall Charlie Kirk. Es handelt sich um einen 22-Jährigen aus Utah. © Patrick T. Fallon/AFP

Innerhalb von 24 Stunden veränderte der öffentliche Mord die politische Landschaft des Landes, wie Newsweek berichtet. Einige von Kirks ehemaligen rechtsextremen Kritikern nennen ihn nun einen Märtyrer, andere sehen seinen Tod als Beweis dafür, dass „Krieg“ – und nicht politischer Diskurs – die einzige verbleibende Option sei.

Nach Anschlag auf Charlie Kirk: Racheaufrufe dominieren Medien und soziale Netzwerke

In den USA bestimmen eskalierende politische Gewalt und ihre Folgen zunehmend die öffentlichen Debatten. Kurz nach dem tödlichen Anschlag auf Charlie Kirk meldeten sich prominente rechte Stimmen zu Wort. In den sozialen Medien und im Fernsehen übertönten Rufe nach Rache die Forderungen nach Zurückhaltung. „Wir werden Charlies Tod rächen“, sagte Fox-News-Moderator Jesse Watters. Elon Musk kommentierte das mutmaßliche Attentat: „Die Linke ist die Partei des Mordes.“ Rechte Influencer posteten „Das ist Krieg“ und warnten vor einem Bürgerkrieg im Land. Der hart-rechte Aktivist und Verschwörungstheoretiker Alex Jones erklärte: „Machen Sie sich nichts vor – wir befinden uns im Krieg.“

Nach dem Anschlag wurde ein Verdächtiger festgenommen. Die Behörden des Bundesstaates Utah veröffentlichten erste Details: Es handelt sich um einen 22-jährigen Mann aus Utah. Laut FBI-Direktor Kash Patel wurde der Mann am Donnerstagabend (Ortszeit) festgenommen – rund 30 Stunden nach dem Attentat – und sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen zu Motiv und Hintergründen dauern an.

Charlie Kirk war Mitbegründer und CEO der rechspopulistischen Organisation Turning Point USA (Archivbild).

Nach Anschlag auf Charlie Kirk wächst in den USA die Besorgnis über politische Gewalt

Der Angriff löste landesweit Trauer und Entsetzen aus. Neben Ex-Präsident Donald Trump bekundeten auch Vizepräsident J. D. Vance, US-Außenminister Marco Rubio, weitere hochrangige Regierungsvertreter, Republikaner und ehemalige Präsidenten ihr Mitgefühl. Kirk war zwar kein offizieller Mitarbeiter des Weißen Hauses, stand der Institution und US-Präsident Donald Trump jedoch nahe.

Rechtsextreme verüben Anschläge – immer mehr Amerikaner billigen politische Gewalt

Die Nachrichtenagentur Reuters zählt seit dem Sturm auf das Kapitol 14 Anschläge in den USA – 13 davon wurden demnach von Rechtsextremen verübt. Noch alarmierender ist laut Berichten, dass immer mehr Bürgerinnen und Bürger diese Form von Gewalt zunehmend für legitim halten.

Ein Bericht des Stern greift dazu eine Umfrage auf: Das „Chicago Project on Security and Threats“ führt alle drei Monate landesweite Erhebungen durch, in denen die Unterstützung politischer Gewalt unter Amerikanern und Amerikanerinnen abgefragt wird. Laut einer Untersuchung vom Mai 2025 befürworteten demnach etwa 40 Prozent der Demokraten den Einsatz von Gewalt, um Donald Trump aus dem Präsidentenamt zu entfernen.

Zunahme politisch motivierter Gewalt in den USA – Opferzahlen steigen deutlich

Politische Gewalt gehört seit Jahren zur Realität in den USA. Erst im Juni erschoss ein Attentäter in Minnesota die langjährige demokratische Sprecherin des Repräsentantenhauses von Minnesota, Melissa Hortman, und ihren Ehemann in deren Zuhause. Anschließend eröffnete der Täter das Feuer auf den demokratischen Senator John Hoffman und dessen Frau, die schwer verletzt überlebten. Die Vereinigten Staaten haben in der Vergangenheit immer wieder Phasen politisch motivierter Gewalt durchlebt. Nach Einschätzung von Professor Robert Pape von der Universität Chicago war die aktuelle Situation seit langem nicht mehr so ernst, wie er dem US-Sender NPR erklärte.

Ein Bericht der Tagesschau zeigt, dass die Zahl politisch motivierter Gewalttaten derzeit dramatisch ansteigt. Grundlage sind Daten des Projekts START an der Universität von Maryland. Die Forscher verglichen das erste Halbjahr dieses Jahres mit dem entsprechenden Zeitraum des Vorjahres. Das Ergebnis: Die Zahl der Gewalttaten stieg um 49 Prozent, die Zahl der Opfer – Tote und Verletzte – sogar um 115 Prozent. (Quellen: Newsweek, Tagesschau, Reuters, Stern, NPR) (jal)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/ZUMA Press Wire | Brian Cahn

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