Reaktion auf Macron-Aussage

Nach Trumps Gaza-Riviera-Plan: US-Botschafter träumt von Palästinenserstaat an der Côte d‘Azur

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Der US-Botschafter Huckabee hat scharf gegen Frankreich ausgeteilt. Hintergrund ist eine Israel-Aussage von Macron zur Zukunft der Palästinenser.

Tel Aviv/Washington – Unkonventionelle Vorschläge zur Zukunft der Palästinenser gab es schon einmal: US-Präsident Donald Trump wollte den Gazastreifen vor einigen Monaten in eine Riviera des Nahen Ostens verwandeln.

Nun gibt es einen weiteren US-Vorschlag, der als Reaktion auf französische Kritik an Israel folgt. Präsident Emmanuel Macron hatte zuletzt einen eigenständigen Palästinenserstaat gefordert, für den US-Botschafter in Israel ist dies jetzt der Anlass für eine Retourkutsche: Frankreich solle selbst ein Gebiet für einen solchen Vorschlag bereitstellen.

US-Botschafter schlägt Frankreich Palästinenserstaat an der Côte d’Azur vor

Gegenüber Fox News sagte Mike Huckabee bereits am Samstag: „Wenn Frankreich wirklich so entschlossen ist, einen palästinensischen Staat zu sehen, habe ich einen Vorschlag: Trennen Sie ein Stück der Côte d’Azur ab und gründen Sie einen palästinensischen Staat.“ Es sei unglaublich unangemessen, mitten in einem Krieg, „den Israel durchmacht, hinauszugehen und etwas zu präsentieren, wogegen sich meiner Meinung nach die Israelis immer entschiedener wehren“.

Bilder zeigen, wie der Krieg in Israel das Land verändert

Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Am 7. Oktober 2023 feuern militante Palästinenser aus dem Gazastreifen Raketen auf Israel ab. Die im Gazastreifen herrschende islamistische Hamas, die von Israel, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft wird, hatte den Beginn einer „Militäroperation“ gegen Israel verkündet. © Hatem Moussa/ dpa
Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Nach einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen ist Rauch aus einem Wohnhaus zu sehen.  © Ilia Yefimovich/ dpa
Israelischer Soldat mit Hund im Israel Krieg
Ein israelischer Soldat geht mit seinem Hund zwischen Autos in Deckung.  © Ohad Zwigenberg/ dpa
Israelische Polizisten evakuieren Frau und Kind im Israel Krieg
Israelische Polizisten evakuieren eine Frau und ein Kind von einem Ort, der von einer aus dem Gazastreifen abgefeuerten Rakete getroffen wurde. © Tsafrir Abayov/ dpa
Militante Palästinenser fahren im Israel Krieg mit einem Pickup, auf dem womöglich eine entführte deutsch-israelische Frau zu sehen ist.
Militante Palästinenser fahren mit einem Pickup, auf dem möglicherweise eine deutsch-israelische Frau zu sehen ist, in den Gazastreifen zurück. Die islamistische Hamas hatte mitgeteilt, ihre Mitglieder hätten einige Israelis in den Gazastreifen entführt. © Ali Mahmud/ dpa
Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Angehörige der Feuerwehr versuchen, nach einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen das Feuer auf Autos zu löschen. © Ilia Yefimovich/ dpa
Menschen suchen in Trümmern nach Überlebenden nach massive Raketenangriffen aus Gazastreifen auf Israel.
Menschen suchen zwischen den Trümmern eines bei einem israelischen Luftangriff zerstörten Hauses nach Überlebenden.  © Omar Ashtawy/ dpa
Verlassene Stätte des Festivals Supernova nach dem Angriff der Hamas
Bei dem Rave-Musikfestivals Supernova im israelischen Kibbuz Re’im sterben rund 270 Besucher:innen. So sieht die verlassene Stätte nach dem Angriff aus.  © JACK GUEZ / AFP
Feiernde Palästinenser nach Angriff der Hamas auf Israel
Palästinenserinnen und Palästinenser feiern in Nablus nach der großen Militäroperation, die die Al-Qassam-Brigaden, der militärische Flügel der Hamas, gegen Israel gestartet haben.  © Ayman Nobani/ dpa
Hamas-Großangriff auf Israel - Gaza-Stadt
Das israelische Militär entgegnete mit dem Beschuss von Zielen der Hamas im Gazastreifen. Nach einem Angriff steigen bei einem Hochhaus in Gaza Rauch und Flammen auf. © Bashar Taleb/ dpa
Mann weint in Gaza bei Israel Krieg
Ein Mann umarmt einen Familienangehörigen im palästinensischen Gebiet und weint.  © Saher Alghorra/ dpa
Israelischer Soldat im Israel Krieg steht neben Frau
Am 8. Oktober beziehen israelische Soldaten Stellung in der Nähe einer Polizeistation, die am Tag zuvor von Hamas-Kämpfern überrannt wurde. Israelische Einsatzkräfte haben dort nach einem Medienbericht bei Gefechten in der an den Gazastreifen grenzenden Stadt Sderot mehrere mutmaßliche Hamas-Angehörige getötet. © Ilan Assayag/ dpa
Nach Hamas Großangriff - Sa'ad
Israelische Streitkräfte patrouillieren in Gebieten entlang der Grenze zwischen Israel und Gaza, während die Kämpfe zwischen israelischen Truppen und islamistischen Hamas-Kämpfern weitergehen. © Ilia Yefimovich/ dpa
Palästinensisches Kind in einer Schule, die im Israel Krieg als Schutz dient
Ein palästinensisches Kind steht auf dem Balkon einer Schule, die von den Vereinten Nationen betrieben wird und während des Konfliktes als Schutzort dient.  © Mohammed Talatene/ dpa

Mit Blick auf den 7. Oktober sagte Huckabee, dass dieser „viel verändert“ habe. Seit dem Hamas-Großangriff geht die israelische Armee in dem Palästinensergebiet massiv gegen die islamistische Organisation vor. Erst vor Kurzem wurde über eine neue Offensive im Gazastreifen gestartet. Am Wochenende gab es Berichte über zahlreiche Tote und Panzer-Einsätze in der Nähe von zivilen Einrichtungen. Unabhängig ließen sich die Meldungen nicht kontrollieren, da die israelische Regierung den Zugang von unabhängigen Beobachtern in der Region erschwert.

Côte d’Azur als Palästinenserstaat? US-Botschafter reagiert auf Frankreichs Präsident Macron

Nach den schweren Kämpfen im Gazastreifen gilt der Küstenstreifen schwer zerstört, Zehntausende Tote wurden gemeldet. Israels Truppen im Gazastreifen sollen nach dem vorläufigen Scheitern eines Waffenruheabkommens die Angriffe gegen die islamistische Hamas in dem abgeriegelten Küstengebiet forcieren. Generalstabschef Ejal Zamir habe die Ausweitung der Bodenoffensive auf weitere Gebiete angeordnet, teilte die Armee mit. Die Vermittlerstaaten Katar und Ägypten kündigten an, sich verstärkt für eine Wiederaufnahme der indirekten Gespräche zwischen den beiden Kriegsparteien über eine Feuerpause einzusetzen. 

Mike Huckabee, US-Botschafter in Israel, hat nun auf eine Aussage Frankreichs gekontert und vorgeschlagen, dass ein palästinensischer Staat an der Côte d’Azur gegründet werden soll. (Archivbild)

Frankreichs Präsident Macron hatte zuletzt ein entschiedeneres Vorgehen gegen Israel gefordert, falls das Land nicht rasch für eine Verbesserung der humanitären Lage im Gazastreifen sorgt. „Wenn es in den nächsten Stunden und Tagen keine Antwort gibt, die den Anforderungen der humanitären Situation entspricht, muss die kollektive Position natürlich verschärft werden“, sagte Macron bei einem Besuch in Singapur. Die Schaffung eines „palästinensischen Staats“ umschrieb er „nicht nur eine moralische Pflicht“, sondern nannte sie „eine politische Notwendigkeit“. Auch Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte zuletzt seinen Ton gegenüber Israel deutlich verschärft.

Frankreich will Zweistaatenlösung bei Palästinenser-Frage – Scharfe Kritik aus Israel

Im kommenden Monat leiten Frankreich und Saudi-Arabien eine internationale Konferenz zur Zweistaatenlösung bei der Uno in New York. Dabei wird die Schaffung eines eigenständigen palästinensischen Staates angestrebt, der dann friedlich mit Israel koexistiert. Macron vermied es, klar zu sagen, ob Frankreich dabei einen Palästinenserstaat anerkennen würde.

Israels Außenministerium hatte kurz darauf Macron für seine Äußerungen zur Lage im Gazastreifen kritisiert. „Präsident Macrons Kreuzzug gegen den jüdischen Staat geht weiter. Die Fakten interessieren Macron nicht. Es gibt keine humanitäre Blockade. Das ist eine eklatante Lüge“, hieß es in einem X-Post des Ministeriums. Israel bemühe sich, die Einfuhr von Hilfsgütern in den Gazastreifen zu gewährleisten. (fbu)

Rubriklistenbild: © Oded Balilty/AP/dpa

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