VonFelix Busjaegerschließen
Der US-Botschafter Huckabee hat scharf gegen Frankreich ausgeteilt. Hintergrund ist eine Israel-Aussage von Macron zur Zukunft der Palästinenser.
Tel Aviv/Washington – Unkonventionelle Vorschläge zur Zukunft der Palästinenser gab es schon einmal: US-Präsident Donald Trump wollte den Gazastreifen vor einigen Monaten in eine Riviera des Nahen Ostens verwandeln.
Nun gibt es einen weiteren US-Vorschlag, der als Reaktion auf französische Kritik an Israel folgt. Präsident Emmanuel Macron hatte zuletzt einen eigenständigen Palästinenserstaat gefordert, für den US-Botschafter in Israel ist dies jetzt der Anlass für eine Retourkutsche: Frankreich solle selbst ein Gebiet für einen solchen Vorschlag bereitstellen.
US-Botschafter schlägt Frankreich Palästinenserstaat an der Côte d’Azur vor
Gegenüber Fox News sagte Mike Huckabee bereits am Samstag: „Wenn Frankreich wirklich so entschlossen ist, einen palästinensischen Staat zu sehen, habe ich einen Vorschlag: Trennen Sie ein Stück der Côte d’Azur ab und gründen Sie einen palästinensischen Staat.“ Es sei unglaublich unangemessen, mitten in einem Krieg, „den Israel durchmacht, hinauszugehen und etwas zu präsentieren, wogegen sich meiner Meinung nach die Israelis immer entschiedener wehren“.
Bilder zeigen, wie der Krieg in Israel das Land verändert




Mit Blick auf den 7. Oktober sagte Huckabee, dass dieser „viel verändert“ habe. Seit dem Hamas-Großangriff geht die israelische Armee in dem Palästinensergebiet massiv gegen die islamistische Organisation vor. Erst vor Kurzem wurde über eine neue Offensive im Gazastreifen gestartet. Am Wochenende gab es Berichte über zahlreiche Tote und Panzer-Einsätze in der Nähe von zivilen Einrichtungen. Unabhängig ließen sich die Meldungen nicht kontrollieren, da die israelische Regierung den Zugang von unabhängigen Beobachtern in der Region erschwert.
Côte d’Azur als Palästinenserstaat? US-Botschafter reagiert auf Frankreichs Präsident Macron
Nach den schweren Kämpfen im Gazastreifen gilt der Küstenstreifen schwer zerstört, Zehntausende Tote wurden gemeldet. Israels Truppen im Gazastreifen sollen nach dem vorläufigen Scheitern eines Waffenruheabkommens die Angriffe gegen die islamistische Hamas in dem abgeriegelten Küstengebiet forcieren. Generalstabschef Ejal Zamir habe die Ausweitung der Bodenoffensive auf weitere Gebiete angeordnet, teilte die Armee mit. Die Vermittlerstaaten Katar und Ägypten kündigten an, sich verstärkt für eine Wiederaufnahme der indirekten Gespräche zwischen den beiden Kriegsparteien über eine Feuerpause einzusetzen.
Frankreichs Präsident Macron hatte zuletzt ein entschiedeneres Vorgehen gegen Israel gefordert, falls das Land nicht rasch für eine Verbesserung der humanitären Lage im Gazastreifen sorgt. „Wenn es in den nächsten Stunden und Tagen keine Antwort gibt, die den Anforderungen der humanitären Situation entspricht, muss die kollektive Position natürlich verschärft werden“, sagte Macron bei einem Besuch in Singapur. Die Schaffung eines „palästinensischen Staats“ umschrieb er „nicht nur eine moralische Pflicht“, sondern nannte sie „eine politische Notwendigkeit“. Auch Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte zuletzt seinen Ton gegenüber Israel deutlich verschärft.
Frankreich will Zweistaatenlösung bei Palästinenser-Frage – Scharfe Kritik aus Israel
Im kommenden Monat leiten Frankreich und Saudi-Arabien eine internationale Konferenz zur Zweistaatenlösung bei der Uno in New York. Dabei wird die Schaffung eines eigenständigen palästinensischen Staates angestrebt, der dann friedlich mit Israel koexistiert. Macron vermied es, klar zu sagen, ob Frankreich dabei einen Palästinenserstaat anerkennen würde.
Israels Außenministerium hatte kurz darauf Macron für seine Äußerungen zur Lage im Gazastreifen kritisiert. „Präsident Macrons Kreuzzug gegen den jüdischen Staat geht weiter. Die Fakten interessieren Macron nicht. Es gibt keine humanitäre Blockade. Das ist eine eklatante Lüge“, hieß es in einem X-Post des Ministeriums. Israel bemühe sich, die Einfuhr von Hilfsgütern in den Gazastreifen zu gewährleisten. (fbu)
Rubriklistenbild: © Oded Balilty/AP/dpa

