Iranische Behörde unbeeindruckt

Nach Trump-Angriff auf Iran: Atomanlagen wohl nicht zerstört – Trump widerspricht

  • schließen

Wie viel Schaden haben Trumps Bomben auf die Atomanlagen wirklich verursacht? Der Iran konnte wohl eine große Menge Uran in Sicherheit bringen.

Update, 25. Juni, 5.12 Uhr: Hat der massive US-Angriff auf drei Anlagen das iranische Atomprogramm wirklich zerstört? Medienberichten zufolge haben die Angriffe das Atomprogramm nur um einige Monate zurückgeworfen. Eine erste geheimdienstliche Einschätzung geht davon aus, dass das Bombardement Irans unterirdische Atomanlagen nicht zerstören konnte, wie die Zeitung New York Times und der Sender CNN berichteten. Beide Medien beriefen sich auf mit dem Bericht des militärischen Geheimdienstes (DIA) vertraute Beamte.

US-Präsident Donald Trump wies die Berichte zurück. „Die Nuklearanlagen im Iran sind vollständig zerstört!“, erklärte er auf seiner Onlineplattform Truth Social.

Atomprogramm des Iran: Experten gehen von weiteren Zentrifugen aus

Update, 24. Juni, 16.16 Uhr: Die USA haben die iranischen Nuklearstandorte Isfahan, Fordo und Natans bombardiert – doch laut der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ist unklar, was mit den Beständen des fast waffenfähigen Urans passiert ist. Iran hatte etwa 22.000 Zentrifugen, um Uran anzureichern. Viele von ihnen sind nun vermutlich zerstört. Experten vermuten aber, dass es noch welche an unbekannten Orten geben könnte. So etwa Kelsey Davenport von der US-Organisation Arms Control Association. Das Regime in Teheran habe immer noch die Fähigkeit, Atomwaffen herzustellen, meinte sie zur Nachrichtenagentur AFP.

Israel im Krieg mit Iran: Raketen fliegen, Menschen werden evakuiert

Lichtblitze durchzucken den nächtlichen Himmel über Tel Aviv.
Lichtblitze durchzucken den nächtlichen Himmel über Tel Aviv. Ausgelöst werden sie vom Iron Dome, dem Raketenschutzschirm über Israel, der hier ballistische Geschosse aus dem Iran abfängt. © Ohad Zwigenberg/dpa
Ein israelischer Soldat überwacht die Evakuierung der nahe Tel Aviv gelegenen Stadt Ramat-Gan nach einem Raketenangriff aus dem Iran.
Ein israelischer Soldat überwacht die Evakuierung der nahe Tel Aviv gelegenen Stadt Ramat-Gan nach einem Raketenangriff aus dem Iran. © Ilia Yefimovich/dpa
Erdölanlage in Teheran von Israel angegriffen.
Erdölanlage in Teheran von Israel angegriffen. © IMAGO/FatemehBahrami
Gebäude, das bei einem israelischen Angriff auf den Bezirk Narmak im Osten Teherans schwer beschädigt wurde.
Iran von Raketen aus Israel angegriffen – Gebäude stark beschädigt. © IMAGO/Fatemeh Bahrami
Gebäude, das bei einem israelischen Angriff auf den Bezirk Narmak im Osten Teherans schwer beschädigt wurde.
Israelischer Angriff beschädigt Gebäude in Teheran. © IMAGO/Fatemeh Bahrami
Tote und Verletzte in Nordisrael nach iranischem Raketenangriff.
Tote und Verletzte in Nordisrael nach iranischem Raketenangriff. © IMAGO/Samir Abdalhade
Eine stark beschädigte Wohnung in einem Wohnhaus, das von einer aus dem Iran abgefeuerten Rakete getroffen wurde
Eine stark beschädigte Wohnung in einem Wohnhaus, das von einer aus dem Iran abgefeuerten Rakete getroffen wurde. © Ariel Schalit/dpa
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen.
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Der Iron Dome in Aktion
Der Iron Dome in Aktion: Raketen aus dem Iran, die in Richtung Tel Aviv flogen, werden von dem Flugabwehrsystem Israels abgefangen.  © Oded Balilty/dpa
dem Iron Dome gelingt es offenbar nicht, alle Raketen aus dem Iran abzufangen.
Doch auch dem Iron Dome gelingt es offenbar nicht, alle Raketen aus dem Iran abzufangen. Immer wieder kommen ballistische Geschosse durch und richten wie hier in Tel Aviv große Schäden an. © Baz Ratner/dpa
Raketenangriffe aus dem Iran
Aufgrund der Raketenangriffe aus dem Iran müssen immer wieder Gebäude und Bezirke in Tel Aviv und anderen Teilen Israels evakuiert werden. Diese Personen mussten ihr Wohnhaus in der israelischen Millionenmetropole aufgrund eines Raketeneinschlags verlassen. © Baz Ratner/dpa
Israelische Sicherheitskräfte inspizieren zerstörte Gebäude, die von einer aus dem Iran abgefeuerten Rakete getroffen wurden.
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Bewohnerinnen und Bewohner Israels suchen während der Luftangriffe aus dem Iran Schutz
Zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner Israels suchen während der Luftangriffe aus dem Iran Schutz in offiziellen Bunkeranlagen, von denen es im ganzen Land mehrere gibt. In Tel Aviv wurde eine Tiefgarage zu einem Luftschutzbunker für die Bevölkerung umfunktioniert. Eine Frau hat sich ihr Kind umgebunden und kühlt den Nachwuchs mit einem Hand-Ventilator, während sie auf das Ende der Raketenangriffe aus dem Iran wartet. © Baz Ratner/dpa
Flammen steigen aus einem Öllager im Iran auf, nachdem es mutmaßlich von einer israelischen Rakete getroffen wurde.
Flammen steigen aus einem Öllager im Iran auf, nachdem es mutmaßlich von einer israelischen Rakete getroffen wurde. © Vahid Salemi/dpa
Nach einer Explosion im Süden Teherans, Iran, steigt starker Rauch aus einer Ölanlage auf.
Nach einer Explosion im Süden Teherans, Iran, steigt starker Rauch aus einer Ölanlage auf. © Vahid Salemi/dpa
Israelische Luftangriffe in Teheran
Israelische Luftangriffe in Teheran. © IMAGO/Khoshiran
Israelischer Luftangriff auf Treibstoffdepot im Teheraner Stadtteil Shahran.
Israelische Luftangriffe über Teheran. © IMAGO/Fatemeh Bahrami
Flammen erleuchten die Skyline hinter dem ikonischen Milad Tower in Teheran.
Israelische Luftangriffe über Teheran. © IMAGO/Fatemeh Bahrami
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen.
Iran und Israel überziehen sich mit schweren Angriffen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab.
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab. © IMAGO/Mostafa Alkharouf
Rettungsteams durchsuchen Trümmer nach iranischer Rakete in Bat Yam, nahe Tel Aviv.
Rettungsteams durchsuchen Trümmer nach iranischer Rakete in Bat Yam, nahe Tel Aviv. © IMAGO/Mostafa Alkharouf
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab.
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab. © IMAGO/Nir Keidar
Folgen des iranischen Raketenangriffs in Bat Yam, nahe Tel Aviv
Aufräumarbeiten nach iranischem Raketenangriff in Bat Yam – Nahe Tel Aviv, Israel. © IMAGO/Mostafaf Alkharouf
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab.
Iron Dome fängt iranische Rakete über Tel Aviv ab. © IMAGO/Nir Keidar
ranische Rakete trifft Bat Yam, Israel – Vorort von Tel Aviv
Bat Yam, Vorort von Tel Aviv, wurde am 15. Juni 2025 erheblich beschädigt, als es von einer iranischen Rakete getroffen wurde © IMAGO/Mostafaf Alkharouf
Iranische Rakete trifft Bat Yam, Israel – einem Vorort von Tel Aviv
Iranische Rakete trifft Bat Yam, Israel.  © IMAGO/Faiz Abu Rmeleh
Iranische Rakete trifft Bat Yam, Israel.
Ein Gebäude in der Stadt Bat Yam, einem Vorort von Tel Aviv, wurde am 15. Juni 2025 erheblich beschädigt © IMAGO/Faiz Abu Rmeleh
Helfer versammeln sich vor einem Gebäude, das bei einem israelischen Angriff in Teheran zerstört wurde.
Helfer versammeln sich vor einem Gebäude, das bei einem israelischen Angriff in Teheran zerstört wurde. © IMAGO/Iranian Red Crescent
Das iranische Luftabwehrsystem feuert in der Nähe des Milad Tower Schüsse ab, die auf israelische Drohnen gerichtet sind.
Israelische Luftangriffe in Teheran. © IMAGO/Khoshiran
Das oberste Stockwerk eines Wohnhauses in Teheran, das bei einem Angriff der israelischen Armee beschädigt wurde
Das oberste Stockwerk eines Wohnhauses in Teheran, das bei einem Angriff der israelischen Armee beschädigt wurde © Vahid Salemi/dpa

Uran-Anreicherung im Iran: Experte fürchtet „geheimes“ Atomprogramm der Mullahs

Update, 24. Juni, 15.11 Uhr: Wo ist nach den US-Bombardements das hoch angereicherte Uran, aus dem das Regime in Teheran eines Tages Atombomben bauen könnte? Die IAEA hat bislang „keine Hinweise“ auf ein „systematisches Programm“ dafür gefunden. Doch Experten sind skeptisch. Eric Brewer warnte im Gespräch mit der AFP jetzt, Teheran könnten IAEA-Inspektoren den Zugang zu wichtigen Standorten verwehren. Er arbeitet beim US-Forschungsinstitut Nuclear Threat Initiative (NTI). Der Iran „könnte ein geheimes Programm aufbauen“, ähnlich wie Nordkorea, das 2003 aus dem Atomwaffensperrvertrag ausstieg und sich zu einer Atommacht entwickelte, so Brewer.

Wo ist das angereicherte Uran? Offene Fragen nach US-Angriffen auf Iran

Update, 24. Juni, 14.40 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat Teherans Atomprogramm als „ausgelöscht“ bezeichnet. Doch Fachleute sind zurückhaltender: Es werde „schwierig“, das Uran aufzuspüren, „das als Pulver in kleinen Behältern aufbewahrt wird, die leicht mit dem Auto transportiert werden können“, sagte Kelsey Davenport von der US-Organisation Arms Control Association jetzt der Nachrichtenagentur AFP. Daher sei es „viel zu früh, um zu sagen, dass die US-Angriffe erfolgreich waren“.

Uran-Vorräte im Iran: Das „Spiel“ ist laut Chamenei „noch nicht vorbei“

Update, 24. Juni, 13.20 Uhr: Die Regierung in Teheran will nach den Angriffen auf seine wichtigsten Nuklearanlagen an seinem Atomprogramm festhalten. Ein Berater des iranischen geistlichen Oberhauptes Ajatollah Ali Chamenei erklärte, der Iran habe immer noch Vorräte an angereichertem Uran und das „Spiel“ sei „noch nicht vorbei“. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP.

Statement aus Teheran: Iran will Atomprogramm ohne Unterbrechung fortsetzen

Update, 24. Juni, 11.10 Uhr: Die Regierung in Teheran betont stets, dass ihr Atomprogramm nur zivilen Zwecke diene – allerdings liegt eine Anreicherung von Uran auf 60 Prozent, wie im Iran geschehen, weit über dem üblichen Niveau für konventionelle zivile Kernkraftwerke. Und das Regime will seinen Kurs nicht ändern, wie es heute bekanntgab: Man wolle das Atomprogramm ohne Unterbrechung fortsetzen, sagte der Leiter der iranischen Atomenergiebehörde (AEOI) Mohammed Eslami im Staatssender IRIB. Für Atomwaffen muss Uran auf über 90 Prozent angereichert werden.

Trumps Offensive gegen Iran: Zweifel mehren sich – 400 Kilo Uran fehlen

Erstmeldung: Teheran – Die USA haben in den Krieg zwischen Israel und dem Iran eingegriffen und drei iranische Atomanlagen bombardiert, laut Präsident Donald Trump „vollständig ausgelöscht“. Doch einiges an waffenfähigtem Uran hat den Angriff wohl überstanden. Konkret geht es um etwa 400 Kilogramm. Laut eines Berichts der New York Times mit Berufung auf israelische Beamte gibt es Hinweise darauf, dass Teheran das Material vor dem Angriff in Sicherheit brachte - auch, weil die USA den Iran vorab über den Angriff informiert haben soll.

Iran: 400 Kilogramm Uran würden in zehn Autos passen und könnten verlegt worden sein

Zwei israelische Beamte mit Kenntnis der Geheimdienste erklärten demnach, dass der Iran in den letzten Tagen Ausrüstung und Uran von dem Standort abtransportiert hatte. Zudem mehrten sich laut dem Medium die Hinweise darauf, dass die Iraner rund 400 Kilogramm auf 60 Prozent angereichertes Uran entfernt hatten. Das liegt knapp unter den 90 Prozent, die üblicherweise in Atomwaffen verwendet werden.

Der auf 60 Prozent angereicherte Brennstoff war demnach tief in einem anderen Atomkomplex nahe der alten Hauptstadt Isfahan gelagert worden. Rafael Mariano Grossi, der Generaldirektor der Internationalen Atomenergieagentur, teilte der New York Times mit, dass der Brennstoff zuletzt etwa eine Woche vor Beginn der israelischen Angriffe auf den Iran von seinen UN-Inspektorenteams gesehen worden sei. In einem Interview mit CNN am Sonntag fügte er hinzu: „Der Iran hat keinen Hehl daraus gemacht, dieses Material geschützt zu haben.“ Er bestätigte, dass die Brennstoffvorräte, die in Spezialfässern gelagert werden, die so klein sind, dass sie in den Kofferraum von etwa zehn Autos passen, verlegt worden seien.

Wie die Nachrichtenplattform Amwaj unter Berufung auf eine iranische Quelle mitteilte, soll Washington die iranische Regierung über die Angriffe im Vorfeld informiert haben. Daraufhin soll der Iran das Uran in der Anlage evakuiert haben. Später bestätigte eine iranische Quelle auch gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters die Evakuierung.

Hat der Iran auch Ausrüstung aus den Atom-Anlagen in Sicherheit gebracht?

Die Frage nach dem fehlenden Uran beschäftigt auch das Weiße Haus. „Wir werden in den kommenden Wochen daran arbeiten, etwas mit diesem Brennstoff zu unternehmen, und das ist eines der Dinge, über die wir mit den Iranern sprechen werden“, sagte Vizepräsident JD Vance am Sonntag in der ABC-Sendung „This Week“. Er bezog sich dabei auf eine Uranmenge, die für den Bau von neun oder zehn Atomwaffen ausreicht. Dennoch behauptete er, das Potenzial des Landes, diesen Brennstoff waffenfähig zu machen, sei erheblich zurückgegangen, da es nicht mehr über die nötige Ausrüstung verfüge, um ihn in funktionsfähige Waffen umzuwandeln.

Vorher/Nachher: Der Einschlag von US-Bomben in der iranischen Atomanlage Fordo ist aus dem Weltall sichtbar.

Doch wie viel Uran konnten die Iraner vor dem US-Angriff schützen? Etwa auch Ausrüstung, um Bomben zu bauen? Ein US-Beamter sagte, es wäre unrealistisch gewesen, die gesamte Ausrüstung nach Beginn des Konflikts mit Israel aus Fordo zu entfernen. Die riesigen Zentrifugen, die sich mit Überschallgeschwindigkeit drehen und Uran reinigen, sind durch Rohre miteinander verbunden und mit dem Zementboden verschraubt.

Unterirdische Schäden an Fordo auch für Atomengerieagentur nicht abzuschätzen

Atomenergieagenturchef Grossi beschrieb dem UN-Sicherheitsrat nach dem Angriff den seiner Behörde bekannten Zustand der drei attackierten Anlagen. An der gut befestigten unterirdische Uran-Anreicherungslage Fordo seien Krater zu sehen, sagte Grossi bei einer Dringlichkeitssitzung des Gremiums in New York. „Zu diesem Zeitpunkt ist niemand – auch nicht die IAEA – in der Lage, unterirdische Schäden an Fordo zu bewerten.“

In Isfahan seien anscheinend Tunneleingänge, die zur Lagerung von angereichertem Material benutzt worden seien, getroffen worden. In Natans sei eine Kraftstoffanreicherungsanlage getroffen worden. Der Iran habe die IAEA darüber informiert, dass es außerhalb der drei Anlagen keinerlei Strahlungsanstieg gegeben habe. (cgsc mit dpa)

Rubriklistenbild: © Uncredited/Maxar Technologies via AP/dpa

Kommentare