Debatte nach US-Luftschlägen

Donald Trumps Attacke auf den Iran: US-Demokratin spricht von „Amtsenthebungsverfahren“

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Eine amerikanische Abgeordnete der Demokratischen Partei tadelt Donald Trump für die US-Luftangriffe gegen Atomanlagen des Mullah-Regimes in Iran.

Washington – Sie ist in den USA politisch eine große Widersacherin des Präsidenten Donald Trump. Die Rede ist von Alexandria Ocasio-Cortez, Abgeordnete der Demokratischen Partei im Repräsentantenhaus. Die 35-jährige New Yorkerin hat Trump nun heftig für den amerikanischen Militärschlag gegen die iranischen Atomanlagen kritisiert.

Donald Trump lässt Irans Atomanlagen angreifen: Kritik von US-Demokratin folgt

Den Angaben aus Washington zufolge sollen amerikanische U-Boote bei der „Operation Midnight Hammer“ (Operation Mitternachtshammer) in der Nacht auf Sonntag (22. Juni) rund 30 Marschflugkörper auf die Atomanlagen Isfahan und Natans angefeuert und die genannten Standorte für Anreicherung von Uran auch erheblich getroffen haben.

Zudem bombardierten sieben mächtige B-2-Bomber (Spannweite 52 Meter) die bis zu 90 Meter tief im Berg vergrabene Atomanlage Fordo im Norden des Iran mit gewaltigen bunkerbrechenden Riesen-Bomben GBU-57. (rund 13,6 Tonnen Gewicht.). Ocasio-Cortez, abgekürzt auch AOC genannt, kritisierte Trumps Schritt laut US-Nachrichtenmagazin Newsweek als „absolut und eindeutig einen Schritt für ein Amtsenthebungsverfahren“.

US-Präsident Donald Trump geht auf dem Morristown Municipal Airport in Morristown, New Jersey, an Bord der Air Force One.

US-Luftangriffe gegen den Iran: Demokraten kritisieren Präsident Donald Trump

Ihre Reaktion auf Trumps Iran-Angriff fiel drastisch aus, während das verbündete Israel im Krieg mit dem Mullah-Regime selbst wieder Ziel von heftigen Luftangriffen wurde - vor allem auf die Großstadt Tel Aviv. Weitere führende Demokraten kritisierten Trump indes deutlich für seine Entscheidung, militärische Ziele im Iran anzugreifen. Sie stellten die Rechtmäßigkeit des amerikanischen Militäreinsatzes infrage. Kein Präsident sollte das Recht haben, die Vereinigten Staaten auf eigene Faust und ohne klare Strategie in einen Krieg zu führen, meinte zum Beispiel der demokratische Minderheitsführer im Senat, Chuck Schumer.

Trump müsse dem Kongress aus Senat und Repräsentantenhaus sowie den Menschen in den USA Rede und Antwort stehen. „Die Gefahr eines größeren, längeren und vernichtenderen Kriegs ist nun dramatisch angestiegen“, erklärte Schumer. Auch Teheran, das offenbar nicht mehr in der Lage ist, den iranische Luftraum zu kontrollieren meldete sich nach den US-Luftschlägen zu Wort.

Die Gefahr eines größeren, längeren und vernichtenderen Kriegs ist nun dramatisch angestiegen.

Chuck Schumer, demokratischer Minderheitsführer im Senat

Nach Donald Trumps Iran-Angriff: Demokrat bangt um US-Truppen im Nahen Osten

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi erklärte am Sonntag beim Kurznachrichtendienst X: „Letzte Woche haben wir mit den USA verhandelt, als Israel beschloss, diese Diplomatie zu sprengen. Diese Woche haben wir Gespräche mit den E3/EU geführt, als die USA beschlossen, diese Diplomatie platzen zu lassen.“ Der demokratische Minderheitsführer im Repräsentantenhaus, Hakeem Jeffries, warf Trump laut Newsweek in einer Stellungnahme Versagen beim Bemühen um Frieden im Nahen Osten vor. Seiner Ansicht nach sei die Kriegsgefahr nun „dramatisch gestiegen“, womit er wohl eine Gefahr für die USA selbst meinte, vollumfänglich in den Krieg zwischen Iran und Israel hineingezogen zu werden.

Jeffries sagte, er bete für die Sicherheit der US-Truppen, „die in Gefahr geraten sind“. Damit dürften zehntausende US-Soldaten gemeint sein, die im Nahen Osten zwischen Rotem Meer, Jordanien, Syrien und dem Irak stationiert sind. Laut „Tagesschau“ der ARD sollen es 40.000 in der Region sein. Das iranische Mullah-Regime hatte in den vergangenen Monaten wiederholt mit Attacken mit Marschflugkörpern und anderen weitreichenden Raketen auf US-Stützpunkte gedroht. Ebenso greifen die mit Teheran verbündeten Huthi-Rebellen aus dem Jemen US-Kriegsschiffe immer wieder mit Drohnen an. Die jedoch von der Flugabwehr, Angaben aus Washington zufolge, abgeschossen werden.

Operation Midnight Hammer: Die Amerikaner haben die iranischen Atomanlagen mit B2-Bombern und schweren bunkerbrechenden Bomben GBU-57 bombardiert.

Auf Befehl Donald Trumps: B-2-Bomber der USA attackieren Iran-Atomanlage Fordo

US-Medienberichten zufolge sollen sechs der sieben aus dem US-Bundesstaat Missouri gestarteten B-2-Bomber ein Dutzend der bunkerbrechenden GBU-57 mit enormer Durchschlagskraft über dem iranischen Untergrundstützpunkt Fordo abgeworfen haben, den das Teheraner Regime einst tief mit Stollen in den Berg bauen ließ.

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth sprach von einem „überragenden Erfolg“. Er behauptete bei einer Pressekonferenz, die Nuklearpläne des Iran seien durch die Luftangriffe ausgelöscht worden. Teheran äußerte sich bislang nicht zum Ausmaß der Schäden, dementierte die amerikanischen Bombardements über eigenem Staatsgebiet jedoch nicht. (pm)

Rubriklistenbild: © Manuel Balce Ceneta/dpa

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