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Paula Völkner
Felix Durach
Franziska Schwarz
Nail Akkoyun
Nils Thomas Hinsberger
News zum Krieg in Nahost: Die Hisbollah-Miliz hat einen neuen Anführer. Israel startet im Libanon den größten Vormarsch seit Beginn der Bodenoffensive.
Dieser Ticker ist beendet. Über die aktuelle Lage in Nahost informieren wir in unserem neuen News-Ticker.
Update vom 31. Oktober, 9.21 Uhr: Nach Angaben des israelischen Militärs hat Israel einen Kommandeur einer Panzerabwehrraketeneinheit der Hisbollah bei einem Luftangriff getötet. Der Kommandeur der Terror-Miliz, Muhammad Khalil Alian, sei demnach in dieser Woche im Südlibanon getroffen worden. Alian soll nach Angaben der IDF als Kommandeur für Angriffe auf die Region Ramim Ridge im Norden Israels verantwortlich gewesen sein.
Transparenzhinweis
Die hier verarbeiteten Informationen stammen von internationalen Medien und Nachrichtenagenturen, aber auch von den Kriegsparteien. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Update vom 31. Oktober, 5.20 Uhr: In der Nacht haben im Norden Israels wieder Sirenen vor Angriffen aus der Luft gewarnt, wie die israelische Armee mitteilte. Eine aus dem Libanon angeflogene Drohne sei erfolgreich abgefangen worden, eine Reihe anderer Geschosse in offenem Gelände eingeschlagen. Im Verlaufe des Mittwochs habe die Hisbollah etwa 60 Geschosse abgefeuert. Israels Armee wiederum griff Ziele im Osten des Libanons an, darunter auch in der antiken Stadt Baalbek. Dort seien mindestens 19 Menschen getötet worden, teilte das libanesische Gesundheitsministerium später mit.
Israel im Krieg: Luftangriffe auf Ziele im Libanon nach Evakuierungsaufruf
Update vom 30. Oktober, 16.58 Uhr: Israel hat am Mittwoch erneut Ziele im Libanon beschossen. Nach dem Evakuierungsaufruf für die Stadt Baalbek und umliegende Vororte im Osten des Landes startete das israelische Militär Luftangriffe in der Region. Libanesische Medien berichteten von einem Luftangriff, bei dem Treibstoff-Infrastruktur getroffen worden sein soll.
Update vom 30. Oktober, 15.55 Uhr: Der neue Hisbollah-Chef Naim Qassem hat in seiner ersten Ansprache erklärt, das „Arbeitsprogramm“ seines Vorgängers Hassan Nasrallah fortsetzen zu wollen – einschließlich des Krieges gehen Israel. Das berichtet die Times of Israel. Der Chef der Terror-Miliz sagte jedoch laut AFP auch, dass er unter „Bedingungen“ zu einer Waffenruhe mit Israel bereit sei.
Lage in Nahost: US-Vermittler arbeiten an Vorschlag für Waffenstillstand zwischen Israel und Hisbollah
Update vom 30. Oktober, 14.55 Uhr: US-Vermittler sollen an einem Vorschlag zur Beendigung der Angriffe zwischen Israel und der libanesischen Terrorgruppe Hisbollah arbeiten. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf zwei mit den Verhandlungen vertraute Quellen. Demzufolge solle der Vorschlag zu Beginn einen 60-tägigen Waffenstillstand beinhalten. Diese Zeit solle genutzt werden, um eine UN-Resolution aus dem Jahr 2006 umzusetzen, die darauf abzielt, den Südlibanon frei von Waffen außerhalb der staatlichen Kontrolle zu halten.
Israel im Krieg: IDF tötet stellvertretenden Kommandeur von Hisbollah-Elitetruppe
Update vom 30. Oktober, 14.13 Uhr: Nach Angaben der IDF hat das israelische Militär den stellvertretenden Kommandeur der Hisbollah-Elitetruppe Radwan, Mustafa Ahmad Shahadi, bei einem Luftangriff getötet. Shahadi sei demnach bei einem Angriff von Kampfjets im südlibanesischen Nabatäa getötet worden.
Update vom 30. Oktober, 13.25 Uhr: Israelische Bodentruppen rücken nach libanesischen Angaben weiter im Süden des Libanons vor. Die staatliche Nachrichtenagentur NNA meldete, israelische Streitkräfte versuchten, in den Ort Chijam einzudringen. Es ist der größte Vormarsch im Südlibanon seit Beginn der israelischen Bodenoffensive vor gut einem Monat.
Das israelische Militär greife in Chijam auch aus der Luft an. Truppen versuchten „unter schwerem Feuerschutz von Kampfflugzeugen, Drohnen und Artillerie“ in die Stadt einzudringen, meldete NNA. Die proiranische Hisbollah reklamierte mehrere Raketenangriffe auf israelische Soldaten in Chijam für sich.
Israelische Angriffe im Libanon: Menschenrechtlern sprechen von Kriegsverbrechen
Update vom 30. Oktober, 12.33 Uhr: Angriffe des israelischen Militärs auf medizinisches Personal und Gesundheitseinrichtungen im Libanon stellen nach Auffassung von Menschenrechtlern zum Teil mutmaßliche Kriegsverbrechen dar. Israels Armee habe wiederholt Sanitäter, Krankenhäuser und medizinische Zentren im Libanon angegriffen, kritisierte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) in ihrem jüngsten Bericht zum Krieg zwischen der proiranischen Hisbollah und Israel.
Nach israelischem Angriff auf Iran: Teheran weist Bericht über Schaden für Raketen-Produktion zurück
Update vom 30. Oktober, 11.45 Uhr: Der iranische Verteidigungsminister Aziz Nasirzadeh soll nach Angaben iranischer Staatsmedien Berichte zurückgewiesen haben, wonach der israelische Angriff der Raketen-Produktion des Landes schweren Schaden zugefügt hat. Israelischen- und US-Berichten zufolge sei bei dem Angriff wichtige Ausrüstung zur Produktion von Raketen zerstört worden. US-Wissenschaftler verwiesen dabei auf Satellitenbilder, auf denen zu sehen sein soll, dass Israel bei den Luftangriffen Anlagen zur Herstellung fester Raketentreibstoffe getroffen haben soll.
Vorbereitung auf Angriffe: Israel ruft im Nordosten des Libanon zur Evakuierung von Gebieten auf
Update vom 30. Oktober, 10.49 Uhr: Das israelische Militär hat erneut Zivilistinnen und Zivilisten im Libanon dazu aufgerufen, Regionen zu evakuieren. Betroffen ist die Stadt Baalbek im Nordosten des Libanons sowie umliegende Vororte. Zuletzt folgten auf Evakuierungsaufrufe des israelischen Militärs meist Luftangriffe auf Stellungen der Hisbollah. Auf X richtete sich Oberst Avichay Adraee an die Zivilbevölkerung: „Die IDF wird gewaltsam gegen Hisbollah-Vermögenswerte in Ihrer Stadt und Ihren Dörfern vorgehen und hat nicht die Absicht, Ihnen Schaden zuzufügen.“
Israelische Angriffe auf Hisbollah-Stellungen im Libanon
Update vom 30. Oktober, 9.59 Uhr: Die israelische Luftwaffe hat nach eigenen Angaben erneut mehr als 100 Stellungen der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon angegriffen. Dutzende von „Hisbollah-Terroristen“ seien am Dienstag „eliminiert“ worden, teilte das Militär mit. Bodentruppen setzten zugleich ihre „begrenzten und gezielten“ Angriffe gegen die Schiiten-Miliz im Süden des Nachbarlandes fort, hieß es.
Man habe große Mengen an Waffen entdeckt, Tunnelschächte gesprengt und Raketen zerstört, die in zivilen Gebieten aufgestellt und auf israelische Gemeinden gerichtet gewesen seien, hieß es in den Informationen von Israels Militär weiter. Die Angaben konnten unabhängig nicht überprüft werden. Nach libanesischen Angaben werden bei Israels Angriffen auch immer wieder zahlreiche Zivilisten getötet.
Krieg in Nahost: Israels Armeechef droht Iran im Falle eines weiteren Vergeltungsschlags
Update vom 29. Oktober, 21.56 Uhr: Israels Armeechef Herzi Halevi hat dem Iran mit weiteren Angriffen gedroht, sollte das Land Vergeltung für den israelischen Beschuss am vergangenen Wochenende üben. Bei erneuten iranischen Raketenangriffen „werden wir wieder wissen, wie wir den Iran erreichen (…) und sehr, sehr hart zuschlagen“, warnte Halevi in einer Ansprache vor israelischen Soldaten, die an den Angriffen auf Ziele im Iran in der Nacht zum Samstag beteiligt gewesen waren.
Der Generalleutnant merkte an, bestimmte Ziele seien bei diesen Angriffen ausgelassen worden – was er damit begründete, dass möglicherweise weitere Angriffe auf den Iran in der Zukunft geführt würden. „Es mag für uns erforderlich sein, dies wieder zu tun“, erklärte er.
UN verurteilen Israel scharf für Arbeitsverbot des Palästinenserhilfswerks
Update vom 29. Oktober, 21.45 Uhr: Die Vetomächte der Vereinten Nationen haben das vom israelischen Parlament beschlossene Arbeitsverbot für das Palästinenserhilfswerk UNRWA in seltener Einigkeit kritisiert. Die USA seien „über diese Gesetzgebung zutiefst beunruhigt“, sagte der Außenministeriumssprecher Matthew Miller in Washington.
Der chinesische UN-Botschafter Fu Cong verurteilte die israelische Entscheidung im Sicherheitsrat „auf Schärfste“. Die Schließung der Agentur wäre eine „Kollektivbestrafung von Millionen palästinensischer Flüchtlinge“. Russlands Botschafter Wassili Nebensja sprach von einem Risiko, dass es ein endgültiges Ende des Hilfswerks geben könnte. Auch UN-Generalsekretär António Guterres hatte zuvor erklärt, die Arbeit von UNRWA sei alternativlos.
Update vom 29. Oktober, 20.21 Uhr: Die Gespräche zur Beendigung des Gaza-Kriegs zwischen Israel und der islamistischen Hamas werden nach Angaben aus Katar in „Doha, Kairo und in europäischen Hauptstädten“ fortgesetzt. Der Sprecher des Außenministeriums in Katar, Madschid Al-Ansari, sagte, es sei viel erreicht worden, wie die katarische Nachrichtenseite „Al Sharq“ berichtete. Es gebe „parallele Linien“ bei den Bemühungen zur Eindämmung der Gewalt im Libanon und im Gazastreifen.
Der Hamas-Vertreter Abu Suhri betonte, seine Gruppe sei offen für Gespräche. „Wir haben auf die Bitte der Vermittler reagiert, neue Vorschläge für einen Waffenstillstand zu diskutieren“, zitierte ihn der arabische TV-Sender Al-Dschasira.
Israelischer Angriff im Norden des Gazastreifen: US-Außenminister spricht von „entsetzlichem Ereignis“
Update vom 29. Oktober, 19.51 Uhr: Nach einem israelischen Angriff auf ein Haus in Beit Lahija im Norden des Gazastreifens am Dienstag haben die USA Aufklärung von Israel gefordert. Der Sprecher des US-Außenministeriums, Matthew Miller, sprach laut Reuters von einem „entsetzlichen Ereignis“. Mindestens 93 Palästinenserinnen und Palästinenser sollen bei dem Angriff getötet worden sein. Miller verwies außerdem auf Berichte, denen zufolge „über zwei Dutzend Kinder“ bei dem Angriff getötet worden sein sollen.
Die IDF gab laut Times of Israel ebenso an, Kenntnis von Berichten zu haben, wonach fast 100 Menschen getötet wurden. Das Militär warnte jedoch, dass die Zahlen der Hamas möglicherweise ungenau seien.
Israel droht neuem Hisbollah-Chef: „Befristete Ernennung. Der Countdown läuft“
Update vom 29. Oktober, 18.51 Uhr: Nachdem die Hisbollah-Miliz am Dienstag Naim Kassim zu ihrem neuen Anführer ernannt hatte, hat der israelische Verteidigungsminister Joav Galant eine Drohung ausgesprochen. Auf der Plattform X teilte Galant ein Bild des neuen Hisbollah-Chefs und schrieb: „Befristete Ernennung. Der Countdown läuft.“
Lage in Nahost: Israelischer Angriff auf Küstenstadt im Libanon
Update vom 29. Oktober, 18.19 Uhr: Bei einem israelischen Angriff im Libanon ist nach libanesischen Angaben mindestens ein Mensch getötet und Dutzende verletzt worden. Der Angriff soll libanesischen Sicherheitskreisen zufolge eine Wohnung in der Küstenstadt Sidon, etwa 40 Kilometer südlich von der Hauptstadt Beirut, getroffen haben. Mindestens drei Gebäude seien beschädigt worden. Es wird erwartet, dass die Zahl der Opfer weiter steigen wird.
Israel im Krieg: Galant geht Schwächung der Hisbollah aus
Update vom 29. Oktober, 17.23 Uhr: Israels Verteidigungsminister Joav Galant schätzt, dass der Hisbollah noch etwa 20 Prozent seiner Raketen und Geschosse von vor dem Krieg zur Verfügung stehen. „Zudem ist alles nicht mehr so organisiert wie früher, sodass [die Hisbollah] keine großen Salven abfeuern könnte“, zitiert ihn die Times of Israel bei einem Besuch des Nordkommando-Stützpunkts der israelischen Streitkräfte in Safed. „Es besteht ein tiefer Zusammenhang zwischen unserem Angriff auf den Iran und dem, was mit der Hisbollah passiert“, sagte Galant im Zusammenhang mit der Lage in Nahost weiter.
Update vom 29. Oktober, 16.40 Uhr: Nach Angaben von UN-Soldaten ist die Rakete, die das Naqoura-Camp getroffen hat, aus nördlicher Richtung gekommen. Demnach sei sie wahrscheinlich von der Hisbollah-Miliz oder einer mit ihr verbündeten Gruppe auf das UNIFIL-Hauptquartier gefeuert worden, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Eine Untersuchung sei eingeleitet worden.
Update vom 29. Oktober, 14.50 Uhr: Bei einem Raketentreffen im Camp Naqoura sind laut dem Sprecher des österreichischen Bundesheeres, Michael Bauer, acht Bundesheer-Soldaten des UNIFIL-Kontigents verletzt worden. „Es handelt sich um leichte und oberflächliche Abschürfungen. Eine notärztliche Betreuung ist bei keinem der Soldaten notwendig“, so Bauer auf X. Der Ursprung des Angriffs sei aktuell noch nicht bekannt.
Vier israelische Soldaten bei Kämpfen im Gazastreifen gestorben
Update vom 29. Oktober, 14.25 Uhr: Bei Kämpfen im Norden des Gazastreifens sind nach Angaben der israelischen Armee vier Soldaten getötet worden. Die Soldaten im Alter von 20 bis 22 Jahren kamen nach Medienberichten bei der Explosion eines Sprengsatzes in einem Gebäude in dem Flüchtlingsviertel Dschabalija ums Leben. Nach Militärangaben wurde dabei auch ein Offizier schwer verletzt.
Update vom 29. Oktober, 13.24 Uhr: Das UN-Kinderhilfswerk Unicef hat durch das Verbot des UNRWA-Einsatzes in Israel davor gewarnt, dass deutlich mehr Kinder sterben könnten. „Wenn das UNRWA nicht einsatzfähig ist, wird es wahrscheinlich einen Zusammenbruch des humanitären Systems im Gazastreifen geben“, sagt Unicef-Sprecher James Elder. „Eine Entscheidung wie diese bedeutet also plötzlich, dass ein neuer Weg gefunden wurde, Kinder zu töten.“
Eine Umsetzung des am Montag verabschiedeten Gesetzes für das UNRWA-Verbot käme einer Kollektivstrafe für die Bewohner des Gazastreifens gleich, sagte Jens Laerke, der Sprecher des UN-Büros für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA).
Über 60 Tote bei israelischem Angriff auf den Libanon
Update vom 29. Oktober, 11.58 Uhr: Bei israelischen Angriffen auf den Libanon, sollen mindestens 67 Menschen getötet worden sein. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Informationen libanesischer Behörden. Bei den Angriffen auf die Bekaa-Ebene im Osten des Landes seien außerdem 120 Menschen verletzt worden. Die Bergungsarbeiten würden aktuell anhalten, eine endgültige Zahl der Opfer sei noch nicht bekannt.
Update vom 29. Oktober, 10.10 Uhr: Die Hisbollah-Miliz im Libanon hat einen neuen Anführer ernannt. Der bisherige Vize-Chef der islamistisch-schiitischen Partei, Scheich Naim Kassim, löst damit den getöteten Hassan Nasrallah ab. Kassim gilt seit mehr als 30 Jahren als hochrangiges Mitglied der Hisbollah und war seit 1991 deren stellvertretender Führer. Die Miliz kündigte an, die Ziele von Nasrallah „bis zum Sieg“ weiterzuverfolgen.
Bilder zeigen, wie der Krieg in Israel das Land verändert




Iran erhöht Verteidigungsausgaben im Nahost-Krieg
Update vom 29. Oktober, 9.35 Uhr: Aufgrund der militärischen Spannungen im Nahen Osten will der Iran seinen Verteidigungshaushalt drastisch erhöhen. Für das kommende Jahr kündigte Regierungssprecherin Fatemeh Mohadscherani eine Steigerung der Verteidigungsausgaben um 200 Prozent an. Der entsprechende Haushalt beginnt mit Beginn des persischen Neujahrs Ende März 2025.
Update vom 29. Oktober, 6.58 Uhr: Das von Israel verhängte Arbeitsverbot gegen das Palästinenserhilfswerk UNRWA stößt international auf scharfe Kritik. Er werde die UN-Generalversammlung in Kenntnis setzen und fordere Israel auf, seinen völkerrechtlichen Verpflichtungen nachzukommen, erklärte UN-Generalsekretär António Guterres. „Diese Gesetzesentwürfe werden das Leiden der Palästinenser nur noch verschlimmern, insbesondere in Gaza, wo die Menschen seit mehr als einem Jahr durch die Hölle gehen“, schrieb UNRWA-Leiter Philippe Lazzarini auf der Plattform X.
Nahost-Konflikt: Israel verbietet UNRWA Arbeit auf seinem Staatsgebiet
Update vom 28. Oktober, 20.16 Uhr: Das UN-Palästinenserhilfswerk UNRWA muss seine Arbeit in Israel im kommenden Jahr einstellen. Das israelische Parlament billigte einen umstrittenen Gesetzentwurf, der der Organisation die Tätigkeit auf israelischem Staatsgebiet untersagt. Dies bedeutet, dass die Organisation auch ihre Einsätze in den Palästinensergebieten kaum fortsetzen kann, weil Israel die Grenzübergänge kontrolliert.
Verhandlungen in Katar: Gaza-Waffenruhe wird konkreter
Update vom 28. Oktober, 18.48 Uhr: Bei Waffenruhe-Gesprächen in Katar ist nach israelischen Angaben über eine neue Initiative verhandelt worden, die frühere Vorschläge kombiniert. Sie berücksichtige „die zentralen Fragen und die jüngsten Entwicklungen in der Region“, teilte das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu mit, ohne weitere Details zu nennen.
Der Chef des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad, David Barnea, sei nach Gesprächen mit CIA-Chef William Burns sowie Katars Ministerpräsident Mohammed bin Abdulrahman Al Thani wieder aus Doha abgereist. In den kommenden Tagen sollten im Bemühen um eine Einigung die Gespräche mit den Vermittlern fortgesetzt werden.
Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi hatte am Sonntag eine zweitägige Feuerpause vorgeschlagen, im Zuge derer vier israelische Geiseln gegen mehrere palästinensische Häftlinge ausgetauscht werden sollen. Ägypten gehört neben den USA und Katar zu den Vermittlern in den indirekten Gesprächen.
Hisbollah feuern erneut Dutzende Raketen auf Israel
Update vom 28. Oktober, 17.22 Uhr: Die Hisbollah-Miliz hat erneut Dutzende Raketen auf Israel abgefeuert. Ein Teil der Geschosse wurden laut der israelischen Armee im Norden des Landes abgefangen, andere schlugen in offenem Gelände ein. Es wurde weder von Verletzten, noch größeren Schäden berichtet.
Update vom 28. Oktober, 16.12 Uhr: Mitglieder der Hamas teilten dem saudischen Nachrichtensender Al-Sharq mit, dass sie bereit seien, einen kurzweiligen Waffenstillstand nach ägyptischem Vorbild anzunehmen. Demnach sollen vier der von der Hamas entführten israelischen Geiseln gegen eine zweitägige Waffenruhe freigelassen werden, berichtete die Nachrichtenseite Haaretz. Die Terrororganisation strebe jedoch ein dauerhaftes Friedensabkommen ab, wie es US-Präsident Joe Biden vorgeschlagen hat und das den vollständigen Abzug israelischer Truppen aus dem Gazastreifen beinhalte.
Update vom 28. Oktober, 15.10 Uhr: Laut dem von der Hamas kontrollierten Gesundheitsdienst im Gazastreifen ist die Zahl der getöteten Palästinenserinnen und Palästinensern auf 43.000 angestiegen. Zudem seien seit Kriegsbeginn im Oktober 2023 mehr als 101.000 Menschen verletzt worden. Die Informationen lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Bei der Mehrzahl der Opfer soll es sich um Zivilisten handeln.
Update vom 28. Oktober, 14.00 Uhr: Israelische Bodentruppen und Mitglieder der Hisbollah-Miliz sollen sich im Libanon schwere Kämpfe liefern. Wie die staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete, soll die Armee Israels in dem Grenzgebiet um Kafr Kila mit Artillerie, Panzern und Kampfflugzeugen Angriffe durchführen. Dabei seien dutzende Häuser im Raum Aitarun und Jarun gesprengt worden, wie die Nachrichtenagentur dpa aus Sicherheitskreisen erfahren hat.
Israel beendet Einsatz in Krankenhaus im Gazastreifen – Etwa 100 Terrorverdächtige festgenommen
Update vom 28. Oktober, 13.12 Uhr: Israel hat einen Einsatz in einem Krankenhaus im Norden des Gazastreifens beendet. Auf dem Gelände der Kamal Adwan-Klinik habe die Armee etwa 100 Terrorverdächtige festgenommen. Diese sollen sich zum Teil in dem Krankenhaus verschanzt haben, wie ein Militärsprecher mitteilte. Bei dem tagelangen Einsatz in der Nähe des Flüchtlingslagers Dschabalija seien unter anderem Waffen und Geld gefunden worden.
Erstmeldung: Teheran – Nach einem israelischen Angriff auf den Iran, will die Regierung in Teheran „alle verfügbaren Mittel“ für eine Antwort an Israel einsetzen, zitiert die Times of Israel den Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei. Wie genau diese „Antwort“ aussehen werde, teilte Baghaei jedoch nicht mit.
„[Der Iran, Anm. d. R.] wird alle verfügbaren Mittel einsetzen, um dem zionistischen Regime eine klare und wirksame Antwort zu geben“, so Baghaei. Israel flog am Samstagmorgen (26.10.) eine Reihe von Angriffen mit Kampfflugzeugen gegen militärische Ziele im Iran. Dieser Schritt gilt als Reaktion auf einen Angriff mit ballistischen Raketen aus Teheran von Anfang Oktober. Mit dem Angriff habe man die Fähigkeit des Irans zur Herstellung ballistischer Langstreckenraketen beeinträchtigt.
Der religiöse und politische Führer des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, erklärte am Sonntag angesichts des Angriffs durch Israel, dass es an der politischen Führung sei, darüber zu entscheiden, wie der Iran seine Macht demonstrieren solle. Der Angriff aus Israel dürfe „weder heruntergespielt noch übertrieben“ werden, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters Chamenei.
Israel-News: Irak legt im Nahost-Krieg Beschwerde bei der UN ein
Der Angriff auf Ziele im Iran könnte für Israel jedoch noch von anderer Stelle zu Problemen führen. Denn nun hat der Irak Beschwerde bei UN-Generalsekretär António Guterres und dem UN-Sicherheitsrat eingelegt, wie ein Sprecher der irakischen Regierung mitteilte. Der Grund: Israel soll bei den Angriffen auf militärische Ziele wohl den Luftraum des Iraks verletzt haben.
Der Irak werde „nicht erlauben, dass irakischer Luftraum oder Boden für Angriffe auf andere Länder genutzt wird“, hieß es laut der Staatsagentur INA in einem Bericht. Dies gelte insbesondere für Angriffe auf „Nachbarländer, mit denen der Irak ein Verhältnis von gegenseitigem Respekt und gemeinsamen Interessen pflegt“.
Die Kämpfe im Gazastreifen gehen unterdessen weiter. Unsere interaktiven Karten zum Israel-Gaza-Krieg zeigen die Verläufe und Orte der Kampfhandlungen.
Rubriklistenbild: © IMAGO/Nizar kashmar






