Die verarbeiteten Informationen zu Verlusten der beteiligten Armeen im Ukraine-Krieg stammen teils von den Kriegsparteien aus Russsland oder der Ukraine. Sie lassen sich deshalb nicht immer unabhängig überprüfen.
Update vom 1. Mail, 7.09 Uhr: Die schweren Kämpfe um Bachmut gehen weiter: Russische Truppen hätten vier weitere Stadtteile eingenommen, sagte nun ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Moskau. Wie andere Angaben zum Kriegsgeschehen konnte auch diese zunächst nicht unabhängig überprüft werden.
Erst am Samstag (29. April) hatte es aus Kiew geheißen, die Russen seien bislang bei Versuchen gescheitert, ukrainische Nachschubwege nach Bachmut abzuschneiden. In Russland wiederum meldete die Grenzregion Brjansk am Sonntag (30. April) vier Tote infolge von ukrainischem Beschuss. In dem betroffenen Dorf Susemka sei der Notstand ausgerufen worden, schrieb Gouverneur Alexander Bogomas auf Telegram.
Ukraine-Krieg: Ukrainer sollen in russisch besetzten Gebiete neue Pässe annehmen
Update vom 30. April, 20.04 Uhr: Ukrainische Offizielle sollen Ukrainer in von Russland besetzten Gebieten empfohlen haben, bis auf Weiteres russische Pässe anzunehmen. Diese sollten bis zur ukrainischen Befreiung behalten werden, berichtet die ukrainische Zeitung The Kyiv Independent. Ein ukrainischer Offizieller forderte seine Landsmänner dazu auf, sich „für das Leben zu entscheiden“ und die russischen Pässe anzunehmen.
Ukraine-Krieg: Russische Soldaten sollen Munitionsdepot in der Ostukraine zerstört haben
Update vom 30. April, 17.43 Uhr: Russische Truppen haben bei einem Angriff auf den Bahnhof der ostukrainischen Stadt Kramatorsk nach eigenen Angaben ein Depot mit rund 200 Tonnen Munition zerstört. Zudem sei in der Region Sumy eine große Feldwerkstatt der ukrainischen Streitkräfte zerstört worden, sagte in Moskau der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, zur Agentur Interfax. Die russischen Angaben konnten nicht unabhängig geprüft werden. Von ukrainischer Seite gab es dazu zunächst keine Reaktion.
Ukraine-Krieg: Prigoschin droht mit dem Abzug aus Bachmut
Update vom 30. April, 16.33 Uhr: Der Chef der Söldnertruppe Wagner, Jewgeni Prigoschin, hat wohl gedroht, seine Söldner aus der umkämpften Stadt Bachmut zurückzuziehen. Der Hintergrund der Drohung lautet, dass Prigoschin mehr Munition für seine Truppen verlangt hatte, diese jedoch nicht bekommen soll, wie CNN berichtete.
„Ich erfrage bei Sergei Schoigu, dass sofort mehr Munition entsandt wird. Sollte dieser Anfrage nicht gefolgt werden, muss ich den Präsidenten darüber informieren“, sagte Prigoschin. Man müsse in der Folge auch herausfinden, ob es überhaupt noch möglich sei, die Stellungen vor Ort zu halten, sollte keine weitere Munition geliefert werden.
Ukraine-Krieg: Russische Dörfer ohne Strom nach ukrainischen Angriffen
Update vom 30. April, 15.47 Uhr: Bei ukrainischen Raketenfeuer hat es laut Berichten der amerikanischen Publikation Newsweek Stromausfälle in mehreren russischen Dörfern gegeben. Betroffen sind vor allem Orte an der russisch-ukrainischen Grenze in der Umgebung der russischen Stadt Belgorod. Die Informationen stammen von russischen Offiziellen, die die Nachrichten über Telegram verbreiteten. Bei den ukrainischen Angriffen ist wohl niemand verletzt worden, jedoch sind mehrere Häuser von der Artillerie zerstört worden.
Ukraine-Krieg: Kiew wirft Moskau Entführung von Kindern vor
Update vom 30. April, 12.45 Uhr: Kiew hat Moskau beschuldigt, im Rahmen einer „Politik zur Zerstörung der ukrainischen Identität“ Kinder aus einer russisch besetzten Stadt in Donezk zu „entführen“. Das Nationale Widerstandszentrum des ukrainischen Militärs erklärte laut newsweek.com, Russland wolle die Kinder aus Horliwka zum Ende des Schuljahres unter dem Vorwand einer „Evakuierung“ zwangsumsiedeln.
„Die Russen setzen ihre Politik des Völkermords in den vorübergehend besetzten Gebieten fort, die darauf abzielt, ukrainische Kinder zu entführen“, erklärte das Zentrum. Der Plan ziele darauf ab, die Kinder zu „assimilieren“ und ihre ukrainische Identität zu „zerstören“.
Ukraine-Krieg: „Drakonische“ Strafen in Putins Armee
Update vom 30. April, 10.00 Uhr: Russische Kommandeure im Krieg gegen die Ukraine haben nach Einschätzung britischer Geheimdienste die Strafen für Verstöße gegen die Truppendisziplin erheblich verschärft. Bereits für den Versuch, den Dienstvertrag zu beenden, oder kleinere Vergehen wie Trunkenheit würden Soldaten in improvisierte Zellen gesteckt, teilte das Verteidigungsministerium in London am Sonntag unter Berufung auf „zahlreiche“ Berichte russischer Kämpfer mit. Dabei handele es sich um Löcher im Boden, die mit einem Metallgitter bedeckt sind.
„In den ersten Kriegsmonaten gingen viele russische Kommandeure bei der Durchsetzung der Disziplin relativ locker vor und erlaubten es denjenigen, die den Einsatz verweigerten, in aller Stille nach Hause zurückzukehren“, hieß es in London weiter. „Seit Herbst 2022 gab es mehrere zunehmend drakonische Initiativen zur Verbesserung der Disziplin in der Truppe, vor allem seit Generalstabschef Waleri Gerassimow im Januar 2023 das Kommando übernommen hat.“
Ukraine-Krieg: Kampf um Bachmut – Nachschub gesichert
Erstmeldung: München/Kiew – Einen Tag nach einem tödlichen Raketenangriff auf die Ukraine hat Präsident Wolodymyr Selenskyj neben der russischen Führung auch Soldaten für Kriegsverbrechen verantwortlich gemacht. „Nicht nur die Befehlshaber, sondern ihr alle, ihr seid alle Terroristen und Mörder und ihr alle müsst bestraft werden“, sagte der 45-Jährige am Samstagabend in seiner täglichen Videoansprache. Jeder, der Raketen steuere und abfeuere, der Flugzeuge und Schiffe für den Terror warte, sei mitschuldig an den Toten des Kriegs, sagte er.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine
Hintergrund ist der Raketenangriff auf die Stadt Uman, bei dem am Freitag 23 Menschen ums Leben gekommen waren. Darunter waren nach Angaben Selenskyjs auch sechs Minderjährige. Jeder, der solche Raketenangriffe vorbereite, müsse wissen, dass er mitschuldig am Tod von Zivilisten sei, betonte der ukrainische Staatschef.
Ukraine-Krieg: Selenskyj will Planungen für Tribunal vorantreiben
Deswegen sei es nötig, dass Russland tatsächlich für seine Verbrechen zur Verantwortung gezogen werde. Einmal mehr sprach sich Selenskyj für die Schaffung eines internationalen Tribunals gegen Russland nach dem Vorbild der Nürnberger Prozesse gegen die Nazis aus.
Es sei es nicht ausreichend, Russland im Krieg zu schwächen, fügte Selenskyj hinzu. Zuvor hatte der ukrainische Staatschef in einem Interview von skandinavischen Medien erklärt, dass Russland bereits jetzt „jeden Tag schwächer“ werde. Deswegen habe Moskau seine Taktik geändert und denke inzwischen nicht mehr an neue Eroberungen, sondern eher daran, die besetzten Gebiete zu verteidigen.
Ukraine-Krieg: Russen können Bachmut nicht vom Nachschub abschneiden
Hintergrund ist die erwartete ukrainische Gegenoffensive, mit der Kiew von Russland besetzte ukrainische Gebiete zurückerobern will. Derzeit allerdings ist noch Russland im Angriff – hat aber Schwierigkeiten, voranzukommen.
So können die russischen Angreifer beim Kampf um Bachmut die ukrainischen Nachschubwege in die schwer zerstörte Stadt nach Angaben aus Kiew nicht abschneiden. „Die Russen reden schon einige Wochen von der Eroberung der ‚Straße des Lebens‘ sowie der ständigen Feuerkontrolle über sie. Tatsächlich ist alles anders“, sagte der Sprecher der Heeresgruppe Ost der ukrainischen Streitkräfte, Serhij Tscherewatyj, am Samstag dem Internetportal zn.ua. Zwar sei die Verbindungsstraße von Bachmut nach Tschassiw Jar umkämpft, doch den Russen gelinge es nicht, die Logistik der Verteidiger zu unterbrechen. Unabhängig ließen sich die Angaben nicht überprüfen.
Der Nachschub an Proviant, Waffen und Munition sei gesichert, erklärte Tscherewatyj. Einerseits behaupteten die ukrainischen Kräfte ihre Positionen entlang der Straße, andererseits hätten Ingenieure bereits neue Wege nach Bachmut verlegt. „Das alles erlaubt es, Bachmut weiter zu halten“, sagte er. Auch der ukrainische Generalstab sprach in seinem Lagebericht von „erfolglosen Versuchen“ der russischen Angreifer, Geländegewinne in dem Raum zu erzielen.
Bachmut wird seit Monaten von russischen Truppen, speziell der Söldnertruppe Wagner, attackiert. Inzwischen kontrollieren die Angreifer eigenen Angaben nach rund 85 Prozent des Stadtgebietes. Die ukrainische Führung beharrt auf dem Halten der inzwischen weitgehend zerstörten Stadt und begründet dies mit den hohen Verlusten der angreifenden Truppen, die so zermürbt würden.
Ukraine-Krieg: Wagner-Chef klagt über hohe Verluste und droht mit Abzug aus Bachmut
Der Chef der russischen Söldnereinheit Wagner, Jewgeni Prigoschin, räumte durchaus Probleme ein. Wegen der hohen Verluste aufgrund mangelnder Versorgung drohte er mit dem Abzug seiner Truppen aus Bachmut. „Jeden Tag haben wir stapelweise tausend Leichen, die wir in den Sarg packen und nach Hause schicken“, sagte Prigoschin in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit dem russischen Militärblogger Semjon Pegow. Die Verluste seien wegen der fehlenden Artilleriemunition fünfmal so hoch wie nötig, klagte er.
Er habe einen Brief an Verteidigungsminister Sergej Schoigu verfasst, um schnellstens Nachschub zu erhalten. „Wird das Munitionsdefizit nicht aufgefüllt, sind wir gezwungen - um nicht nachher wie feige Ratten zu rennen - uns entweder organisiert zurückzuziehen oder zu sterben“, sagte der 61-Jährige.
In einer Audiobotschaft in der Nacht zum Sonntag relativierte er diese Angaben. So sei Wagner im Verlaufe des Tages weitere 100 bis 150 Meter in der Stadt vorgerückt. Die Tagesverluste bezifferte er derweil auf knapp 100 Mann.
Zwei Tote nach Beschuss russischer Grenzregion nahe Ukraine
In der westrussischen Grenzregion Brjansk wurden nach offiziellen Angaben zwei Menschen durch Beschuss aus der Ukraine getötet. Das schrieb der Gouverneur der Region Brjansk, Alexander Bogomas, in der Nacht zu Sonntag in seinem Telegram-Kanal. Darüber hinaus hätten die ukrainischen Streitkräfte in dem Dorf Susemka ein Wohnhaus zerstört und zwei weitere Häuser beschädigt. Russland beklagt immer wieder Beschuss auch auf dem eigenen Staatsgebiet.
Melnyk: Peking als Vermittler im Ukraine-Krieg „nicht unrealistisch“
Der ukrainische Vizeaußenminister Andrij Melnyk hält eine Vermittlerrolle Chinas für denkbar. „Es ist nicht unrealistisch“, sagte der ehemalige ukrainische Botschafter in Deutschland der Funke Mediengruppe (Sonntag). „Die Chinesen verfolgen natürlich ihre eigenen Interessen. Ich glaube aber schon, dass eine gerechte friedliche Lösung und das Ende der Kampfhandlungen den Interessen Pekings mehr entsprechen als dieses gewaltige nicht enden wollende Erdbeben für die gesamte Weltordnung“, sagte Melnyk.
Tschechiens Präsident Pavel besucht ukrainische Stadt Dnipro
Der neue tschechische Präsident Petr Pavel besuchte derweil am zweiten Tag seiner Ukraine-Reise die zentrale Millionenstadt Dnipro. Dort sprach er mit örtlichen Vertretern über die Wiederaufbaupläne für die Region, wie mitreisende Journalisten am Samstag berichteten. (mit Agenturen)