Die hier verarbeiteten Informationen stammen von internationalen Medien und Nachrichtenagenturen, aber auch von den Kriegsparteien Russland, der Ukraine und ihren Verbündeten. Insbesondere die Angaben zu Verlusten der beteiligten Armeen im Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
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Update vom 5. September, 22.10 Uhr: Im Laufe des Tages ist es in der Ukraine laut dem ukrainischen Generalstab zu mehr als 20 Gefechten gekommen. Unter anderem hätte die russische Armee versucht, an der Lyman-Front nahe der Siedlung Nowojehoriwka im Gebiet Luhansk fortzuschreiten – jedoch ohne Erfolg. Auch in der Oblast Donezk habe man die russischen Truppen zurückdrängen können.
Russlands Verteidigungsministerium berichtete indes von einem vereitelten ukrainischen Drohnen-Angriff in der russischen Grenzregion Belgorod. Zuvor hatte der örtliche Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow mitgeteilt, dass in Belgorod eine Person durch einen Drohnen-Angriff der Ukraine getötet worden sei. Unabhängig überprüfen ließen sich sowohl die Behauptungen aus Moskau als auch die aus Kiew nicht.
Ukraine-Krieg: Selenskyj entlässt auch Donezk-Gouverneur
Update vom 5. September, 21.20 Uhr: Nach seinem Verteidigungsminister hat Wolodymyr Selenskyj nun auch den Gouverneur der teilweise besetzten Oblast Donezk entlassen. Der ukrainische Präsident habe ein entsprechendes Dekret erlassen, berichtet unter anderem die Ukrainska Pravda. Weiter heißt es unter Berufung ukrainischer Quellen, dass Kyrylenko zum Leiter des Anti-Monopol-Komitees ernannt werden soll. Wer die Nachfolge in Donezk antreten soll, ist bislang nicht bekannt.
Update vom 5. September, 19.40 Uhr: US-Außenminister Antony Blinken wird am morgigen Mittwoch (6. September) die ukrainische Hauptstadt Kiew besuchen. Dies berichten ukrainische Medien übereinstimmend. Das letzte Mal besuchte der Demokrat die Ukraine vor rund einem Jahr gemeinsam mit US-Verteidigungsminister Lloyd Austin.
Ukraine-Krieg: „Schwere Kämpfe“ in der Region Saporischschja
Update vom 5. September, 18.00 Uhr: Die ukrainische Armee versucht weiterhin, ihre Gewinne rund um das südöstliche Dorf Rotoyne in der Oblast Saporischschja auszubauen. Zuvor hatten die Truppen die erste wichtige Verteidigungslinie der Russen durchbrochen. Insbesondere einige Kilometer weiter östlich, in der Nähe der Siedlung Werbowe, kommt es zu Kämpfen.
„In der Nähe von Werbowe gab es schwere Kämpfe, und in der Nähe der Gräben der ersten Verteidigungslinie der Russen wird hart gekämpft. Gekämpft wird vor allem südwestlich der Siedlung um den Zugang zu den Höhen“, teilte die 46. Brigade der Ukraine am Dienstag mit. „Der Feind leistet erbitterten Widerstand. Es gibt einen ständigen Wechsel der Stellungen. Während die einen die Russen zurückhalten, erweitern andere den Brückenkopf“, heißt es weiter. Beide Seiten setzen in hohem Maße auf Artillerie und Drohnen, um einander am Vorrücken zu hindern, wobei die Lage an der Front sowohl ukrainischen Quellen als auch gut vernetzten russischen Militärbloggern zufolge sehr unbeständig bleibt.
Ukraine-Krieg: Explosion in St. Petersburg – Angriff auf Rekrutierungsbüro?
Update vom 5. September, 16.45 Uhr: In St. Petersburg kam es offenbar zu einer Bombenexplosion vor einem Rekrutierungsbüro der russischen Armee. Dies berichtet die russische Nachrichtenwebsite Fontanka unter Berufung auf Zeuginnen und Zeugen. Auch Anwohnerinnen und Anwohner hätten berichtet, Explosionsgeräusche nahe des Rekrutierungsbüros gehört zu haben.
Die Behörden hätten daraufhin einen nahe gelegenen verlassenen Luftschutzbunker abgesperrt, der laut Fontanka „geringfügig beschädigt“ wurde. Offenbar gehen die Behörden davon aus, dass sich die Explosion in einem unterirdischen Schacht ereignet hatte, der zu dem verlassenen Bunker führt und nur wenige Meter vom Rekrutierungsbüro entfernt liegt. Ersten Berichten zufolge ist bei dem Vorfall niemand verletzt worden. Auf X (ehemals Twitter) kursieren derweil mutmaßliche Aufnahmen der Explosion, die von dem russischen Telegram-Kanal Baza veröffentlicht worden sein sollen.
Ukraine-Krieg: Selenskyjs Verteidigungsminister nun offiziell entlassen
Update vom 5. September, 15.10 Uhr: Das ukrainische Parlament hat Verteidigungsminister Olexij Resnikow erwartungsgemäß formell entlassen. Am Dienstag stimmte eine große Mehrheit der Abgeordneten für diesen Entschluss. Die Entlassung des Ministers war am Sonntag von Präsident Wolodymyr Selenskyj angekündigt worden. Resnikow bekleidete den Posten seit November 2021. Die nach dem russischen Einmarsch vor mehr als 18 Monaten erfolgten Waffenlieferungen der westlichen Verbündeten wurden auch dem Verhandlungsgeschick des Juristen zugeschrieben.
Zu seiner Entlassung sollen Skandale um Korruption bei der Armeeversorgung und in den Wehrersatzämtern beigetragen haben. Resnikow hat Vorwürfe gegen ihn immer zurückgewiesen. Designierter Nachfolger ist der bisherige Chef des Fonds für Staatsvermögen, Rustem Umjerow. Dessen Ernennung wird für den Mittwoch erwartet.
Ukraine-Krieg: Russland veröffentlicht Zahlen zu ukrainischen Verlusten
Update vom 5. September, 13.30 Uhr: Der russische Verteidigungsminister Sergei Schoigu hat die ukrainischen Verluste seit Beginn der Gegenoffensive Kiews auf mehr als 66.000 Soldaten beziffert. Daneben habe die Ukraine auch gut 7600 Waffensysteme eingebüßt, sagte Schoigu am Dienstag (5. September) bei einer Videokonferenz des Ministeriums. „In keiner der (Angriffs-)Richtungen haben die Streitkräfte der Ukraine ihr Ziel erreicht“, behauptete der Minister. Die Angaben zu den Opferzahlen lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Nach Angaben Schoigus hat die ukrainische Armee bei ihren Angriffsbemühungen „kolossale Verluste“ erlitten und versuche nun, dem Westen wenigstens irgendwelche Erfolge zu präsentieren, um weiter Waffenhilfe zu erhalten. Diese würde den Konflikt aber nur verlängern. Der Beschuss ziviler Objekte in Russland werde dabei in der Ukraine als militärischer Erfolg gefeiert, sagte er.
Tatsächlich sind durch die ukrainischen Drohnenangriffe auf russischem Gebiet und den Artilleriebeschuss von Grenzgebieten auch russische Zivilisten ums Leben gekommen. Dies steht jedoch in keinem Vergleich zu den zivilen Opfern auf ukrainischer Seite, die der seit mehr als 18 Monaten dauernde Angriffskrieg Russland bereits gefordert hat.
Ukraine-Krieg: Drohne über der Krim zerstört
Update vom 5. September, 10.35 Uhr: Die russische Luftabwehr hat am Dienstagmorgen eine ukrainische „flugzeugähnliche Drohne“ über der Krim zerstört, teilte das russische Verteidigungsministerium in einer Erklärung mit.
Am frühen Dienstag hatte Russland eigenen Angaben zufolge mindestens drei von der Ukraine gestartete Drohnen abgeschossen hatte, die auf Moskau gerichtet waren. Nach Angaben des Ministeriums zerstörten Luftabwehrsysteme zwei Drohnen über den Regionen Kaluga und Twer, die an das Moskauer Gebiet grenzen, sowie eine Drohne, die sich näher an der Hauptstadt befand, über dem Bezirk Istra im Moskauer Gebiet.
In Ungnade gefallener General Surowikin taucht wieder auf
Update vom 5. September, 7.35 Uhr: Der nach der Revolte der Wagner-Söldner im Juni offenbar in Ungnade gefallene russische General Sergej Surowikin soll erstmals wieder gesichtet worden sein. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.
Die bekannte TV-Moderatorin Ksenia Sobtschak veröffentlichte am Montag (4. September) ein Foto, das den General zu zeigen scheint und schrieb dazu: „General Sergej Surowikin ist draußen. Lebendig, gesund, zu Hause, bei seiner Familie, in Moskau. Das Foto wurde heute aufgenommen.“ Auch der prominente Journalist Alexej Wenediktow schrieb im Kurznachrichtendienst Telegram: „General Surowikin ist zu Hause bei seiner Familie. Er ist beurlaubt und steht dem Verteidigungsministerium zur Verfügung.“ Reuters konnte die Angaben nicht überprüfen. Sergej Surowikin ist auch als „General Armageddon“ bekannt.
Kim Jong-un will Putin besuchen
Update vom 4. September, 22.25 Uhr: Der nordkoreanische Diktator Kim Jong-un will offenbar noch in diesem Monat nach Russland reisen, um sich mit Wladimir Putin zu treffen und die Möglichkeit zu diskutieren, Moskau mit weiteren Waffen für den Ukraine-Krieg zu versorgen. Dies berichtet die New York Times. Denkbar sei ein Treffen auf dem Östlichen Wirtschaftsforum in Wladiwostok, welches vom 10. bis zum 13. September stattfinden soll.
Der US-Tageszeitung zufolge wird Kim von Pjöngjang aus in die südöstlich gelegene russische Millionenstadt reisen, um sich dort mit dem russischen Präsidenten zu treffen. Laut den Quellen der Times hat der nordkoreanische Machthaber sich bereit erklärt, Russland mit Artilleriegeschossen und Panzerabwehrraketen zu beliefern. Im Gegenzug soll Moskau Pjöngjang mit Technologien für Satelliten und Atom-U-Boote versorgen.
Ukraine-Krieg: Tote und Verletzte nach russischen Angriffen auf Wohnhäuser
Update vom 4. September, 20.20 Uhr: Erneut ist es zu russischen Angriffen auf Wohngebäude und zivile Infrastruktur gekommen. Dies berichtete unter anderem der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte. Russland habe fünf Raketen- und 68 Luftangriffe gestartet und 42 Mal von Mehrfachraketen auf ukrainische Truppenstellungen und andere bewohnte Gebiete abgefeuert, hieß es auf Telegram.
Die Angriffe hätten zu Toten und Verletzten geführt, teilte der Generalstab mit, machte aber keine genauen Angaben zu den Opferzahlen. In den Region Saporischschja und Charkiw sei es darüber hinaus zu mehreren Luftangriffen gekommen.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine
Ukraine-Krieg: Putin bezeichnet Kiews Offensive als „gescheitert“
Update vom 4. September, 18.25 Uhr: Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Gegenoffensive der Ukraine zur Befreiung ihrer von Moskau besetzten Gebiete erneut als „gescheitert“ bezeichnet. „Da ist nichts festgefahren, das ist gescheitert“, sagte Putin am Montag in der Schwarzmeer-Stadt Sotschi bei einer Pressekonferenz mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Er widersprach damit den von Ukraine berichteten Fortschritten bei der Offensive.
Putin hatte immer wieder behauptet, die Ukraine komme gegen die russischen Verteidigungsstellungen in den von Moskau annektierten Gebieten nicht an. Dagegen berichteten Kiews Truppen im Süden der Ukraine, sie hätten die erste und stärkste Verteidigungslinie der russischen Einheiten durchbrochen. Sie bewegten sich auf die zweite von insgesamt drei Linien zu, sagte der Brigadegeneral Oleksander Tarnawskyj am Wochenende in einem Zeitungsinterview.
Russland meldet Zerstörung von vier ukrainischen Militärbooten mit Besatzung
Erstmeldung vom 4. September: Kiew/Moskau – Russland hat eigenen Angeben zufolge vier ukrainische Militärboote mit Soldaten an Bord im Schwarzen Meer versenkt. In der Nacht zu Montag hätten Marineflieger der russischen Schwarzmeerflotte vier Schnellboote des US-Herstellers Willard „mit Landungstruppen der ukrainischen Streitkräfte“ zerstört, erklärte das russische Verteidigungsministerium am Montag im Online-Dienst Telegram. Demnach waren die Boote auf dem Weg zum Kap Tarchankut an der Küste der Krim.
Laut Russland hatten seine Streitkräfte bei einem ähnlichen Angriff am Mittwoch bereits vier ukrainische Militärboote mit bis zu 50 Soldaten an Bord im Schwarzen Meer versenkt.
Die 2014 von Russland annektierte Halbinsel Krim wird seit Beginn der russischen Offensive in der Ukraine von Kiew ins Visier genommen. Zuletzt haben die Angriffe an Zahl und Intensität zugenommen. Die Ukraine hat wiederholt erklärt, die Krim zurückerobern zu wollen.
Mitten im Ukraine-Krieg: Selenskyj entlässt Verteidigungsminister Resnikow
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj entlässt seinen Verteidigungsminister und will mitten in der Gegenoffensive nun den jungen Politiker Rustem Umerow in dem Amt sehen. Er werde dem Parlament den 41 Jahre alten Chef des staatlichen Vermögensfonds als Nachfolger des geschassten Olexij Resnikow vorschlagen, teilte Selenskyj am Sonntag (4. September) in seiner abendlichen Videobotschaft mit. Resnikows Abgang war seit Längerem erwartet worden.
Der Unternehmer und Investor Umerow, der krimtatarischer Abstammung ist, setzt sich seit Jahren für eine Befreiung der Schwarzmeer-Halbinsel Krim ein. Als neuer Verteidigungsminister hätte er weniger auf den Verlauf der aktuellen Gegenoffensive Einfluss, die Verantwortung haben Selenskyj als Oberbefehlshaber der Streitkräfte und die Generäle. Umerow müsste sich vor allem um die Finanzierung der Armee und um deren Ausstattung mit Waffen und Munition sowie um die Versorgung kümmern. (Mit Agenturmaterial)