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Die Ukraine verliere derzeit den Krieg, erklärte Verteidigungsminister Brekelmans in seiner Parlamentsrede. Eine Erhöhung der Militärhilfen für das Land lehnte er ab.
Den Haag – Der niederländische Verteidigungsminister Ruben Brekelmans sieht die Ukraine im Krieg gegen Russland zunehmend im Nachteil. In einer Rede vor dem Parlament warnte er insbesondere angesichts neuer Unsicherheiten durch die Wiederwahl von Donald Trump vor einer Schwächung der Position der ukrainischen Truppen unter Wolodymyr Selenskyj. Weiterer militärischer Unterstützung erteilte er eine Absage.
Niederländischer Verteidigungsminister schlägt Alarm: „Ukraine verliert diesen Krieg“
Laut Berichten der niederländischen Trouw am Mittwoch (4. Dezember), gab der Verteidigungsminister des rechts-konservativen Kabinetts Schoof in einer Debatte über den Verteidigungshaushalt eine klare, aber bedrückende Einschätzung der aktuellen Lage im Ukraine-Krieg ab: „Wir können sogar sagen, dass die Ukraine derzeit den Krieg verliert“, sagte der Minister. Er betonte, dass Russland „auf dem Schlachtfeld im Vorteil“ sei, was die Verhandlungsposition der Ukraine erheblich schwäche.
Politiker warnt vor neuen Unsicherheiten: „US-Wahlergebnisse stellen alles auf den Kopf“
Russland habe die Oberhand, so der 38-jährige – und verwies auf den Ausgang der US-Wahlen, die Situation noch unsicherer gemacht hätten: „Und wir haben es mit den US-Wahlergebnissen zu tun, die alles ein wenig auf den Kopf stellen, weil wir wissen, dass der neue Präsident Donald Trump Aussagen darüber gemacht hat, wie er über die Ukraine denkt und wie er die Parteien an den Verhandlungstisch zwingen wird“. Er spielte damit auf die Wahlkampf-Versprechen Trumps an, den Ukraine-Krieg rasch beenden zu wollen.
Das Risiko besteht darin, dass die Ukraine große Zugeständnisse machen muss.
Niederländischer Verteidigungsminister: „Ukraine muss aus Position der Schwäche verhandeln“
Brekelmans ergänzte: „Das Risiko besteht darin, dass die Ukraine große Zugeständnisse machen muss, weil sie aus einer Position der Schwäche heraus verhandeln wird. Das wird bedeuten, dass die Aggression in Europa siegen wird. Dann werden wir wirklich auf einem anderen Kontinent zusammenleben als dem, auf dem wir alle aufgewachsen sind.“
| Land in Europa: | Niederlande |
| Hauptstadt: | Amsterdam |
| Einwohner: | 17,88 Millionen (2023) |
| Politisches System: | Konstitutionelle Monarchie mit parlamentarischem Regierungssystem |
| Regierung: | Kabinett Schoof (seit 2. Juli 2024) |
Keine weiteren Waffenlieferungen an die Ukraine: „Gibt einfach keine Raketen, die zur Verfügung stehen“
Brekelmans erteilte der Idee zusätzlicher Militärhilfen für die Ukraine eine klare Absage. Im Zuge der Debatten zum 22-Milliarden-Haushalt des niederländischen Verteidigungsministeriums für das nächste Jahr sagte er: „Selbst wenn ich jetzt ein viel größeres Budget für die Ukraine hätte, würde das nicht zu sofortigen Lieferungen führen. Es gibt einfach keine Patriot-Raketen in den Lagern, die für Lieferungen an die Ukraine zur Verfügung stehen.“
Der Minister wies auch darauf hin, dass die vorherige niederländische Regierung die Höhe der Hilfe für die Ukraine für das Jahr 2025 festgelegt habe und die jetzige Regierung keinen Grund sehe, dies zu revidieren.
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