Südkorea nennt Zahlen zu Putins Verlusten unter Nordkorea-Soldaten – auch Tote beim Training
VonJan-Frederik Wendt
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Über nordkoreanische Verluste im Ukraine-Krieg halten sich Wladimir Putin und Kim Jong-un bedeckt. Nun nennt Südkorea erstmal konkrete Zahlen.
Moskau/Pjöngjang - Nordkoreanische Truppen sind seit etwa zwei Monaten an der Seite des russischen Präsidenten Wladimir Putin im Ukraine-Konflikt aktiv. Über die Einsätze der Soldaten, die vom nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un entsandt wurden, halten sich Moskau und Pjöngjang bedeckt. Nun hat Südkorea erstmals konkrete Zahlen bekannt gegeben.
Im Dezember allein sollen mindestens 100 Nordkoreaner bei Angriffen auf die Ukraine und ihren Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ums Leben gekommen sein. Der südkoreanische Parlamentarier Lee Seong Kweun zitierte in einem Briefing des südkoreanischen Nachrichtendienstes NIS von „mindestens 100 Todesfällen“ auf nordkoreanischer Seite. Zudem wurde berichtet, „dass sich die Zahl der Verletzten auf fast 1000 belaufen dürfte“.
Nordkoreas Soldaten sterben bei ukrainischen Raketen- und Drohnenangriffen
Russland setzt in Kursk nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in größerer Zahl nordkoreanische Soldaten bei Angriffen ein (Archivbild)
Es wird erwartet, dass Nordkorea in Kürze weitere Einheiten in den Ukraine-Krieg entsenden könnte. Kim Jong-un bereitet laut der Nachrichtenagentur Yonhap die Ausbildung und Entsendung zusätzlicher Spezialeinheiten vor.
Nordkorea nennt Militärallianz mit Russland „hocheffektiv“
Die USA bestätigen die hohen Verluste unter den nordkoreanischen Streitkräften. „Nach unserer jüngsten Schätzung hat Nordkorea mehrere hundert Opfer zu beklagen“, erklärte ein US-Regierungsvertreter am Dienstag in Washington. Die von ihm genannte Opferzahl schließt leicht verletzte und getötete Soldaten ein. Es wird angenommen, dass Russland die Nordkoreaner insbesondere in der russisch-ukrainischen Grenzregion Kursk einsetzt. Es gibt Berichte, dass das russische Militär versucht haben könnte, die enormen nordkoreanischen Verluste zu vertuschen.
Nordkorea widerspricht diesen Berichten. Die militärische Allianz mit Russland sei „hocheffektiv“, so die Aussage aus Pjöngjang in Reaktion auf die US-Darstellungen. Diese seien verzerrt. Konkrete Angaben über Verluste machte Nordkorea nicht.
Ukraine berichtet über schwierige Lage an der Ost-Front
Im Juni unterzeichneten Russland und das asiatische Land einen Verteidigungsvertrag. Ab Mitte Oktober gab es die ersten Berichte über die Entsendung nordkoreanischer Soldaten nach Russland. Kurz darauf wurden die ersten Kämpfe zwischen Nordkoreanern und Ukrainern gemeldet. Schätzungen zufolge sollen rund 10.000 Soldaten die russischen Streitkräfte verstärken. Im Gegenzug für seine Soldaten soll Kim Jong-un unter anderem Kampfjets erhalten haben.
Im August marschierte die ukrainische Armee überraschend in Kursk ein und besetzte hunderte Quadratkilometer. Mittlerweile soll Russland über die Hälfte des Gebietes wieder zurückerobert haben. Ukrainische Streitkräfte berichten zunehmend über eine schwierige Lage an der Ost-Front. (Jan-Frederik Wendt)