Nordkorea schickt etwa 10.000 Soldaten in den Ukraine-Krieg – Truppen sollen Putins Verluste ausgleichen
VonSylwia Ramona Sigas Veras
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Nordkorea soll Russland im Ukraine-Krieg unterstützen. In Washington ist von etwa 10.000 nordkoreanischen Soldaten die Rede.
Washington, D.C. – Eine mögliche Beteiligung Nordkoreas am Ukraine-Krieg löst weltweit Besorgnis aus. Das US-Verteidigungsministerium schätzt, dass sich die Zahl der nach Russland entsandten nordkoreanischen Soldaten auf etwa 10.000 beläuft.
„Wir gehen davon aus, dass Nordkorea insgesamt etwa 10.000 Soldaten zur Ausbildung nach Ostrussland geschickt hat, die wahrscheinlich in den nächsten Wochen die russischen Streitkräfte in der Nähe der Ukraine verstärken werden“, sagte die stellvertretende Pentagon-Sprecherin Sabrina Singh. Ein Teil dieser Soldaten sei bereits näher an die Ukraine herangerückt. Man befürchte einen Einsatz der nordkoreanischen Soldaten im russischen Gebiet Kursk nahe der Grenze zur Ukraine.
Ukraine-Krieg aktuell: Truppen aus Nordkorea unterstützen Putin in Russland
Sollten die Soldaten aus Nordkorea tatsächlich auf dem Schlachtfeld zum Einsatz kommen, bedeute dies eine weitere Eskalation und zeige auch „die zunehmende Verzweiflung Präsident Wladimir Putins“, der auf dem Schlachtfeld „außerordentliche Verluste“ erlitten habe, sagte Singh weiter. Der Schritt sei „ein Hinweis darauf, dass Putin möglicherweise in größeren Schwierigkeiten steckt, als den Menschen bewusst ist“. Der Einsatz der Nordkoreaner im russischen Angriffskrieg hätte auch „schwerwiegende Auswirkungen auf die Sicherheit in Europa und im indopazifischen Raum“.
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Nato-Generalsekretär Mark Rutte hatte sich gestern (28. Oktober) ähnlich geäußert. Und die Präsenz nordkoreanischer Soldaten in Russland bestätigt. Die nordkoreanischen Militäreinheiten seien in der Region Kursk stationiert, womöglich um später im Krieg gegen die Ukraine eingesetzt zu werden. „Die Stationierung nordkoreanischer Truppen stellt erstens eine erhebliche Eskalation der anhaltenden Beteiligung Nordkoreas am illegalen Krieg Russlands dar. Zweitens ist sie ein weiterer Verstoß gegen eine Resolution des UN-Sicherheitsrates. Und drittens stellt sie eine gefährliche Ausweitung des russischen Krieges dar“, sagt Rutte.
Putin ist auf die Unterstützung aus dem Ausland im Ukraine-Krieg angewiesen
In Kursk hatten die ukrainischen Streitkräfte im Sommer eine Art Entlastungsangriff gestartet und ein Teil der Region unter ihre Kontrolle gebracht. Die Zahl der im Ukraine-Krieg getöteten und verletzten russischen Soldaten bezifferte er auf mehr als 600.000. Deswegen ist Kreml-Chef Wladimir Putin für eine Fortsetzung seines Angriffskriegs nach Ansicht der Nato mittlerweile dringend auf diese Unterstützung aus dem Ausland angewiesen.
Putin selbst bestreitet die Anwesenheit nordkoreanischer Soldaten nicht. Vielmehr verweist Putin darauf, dass auch die Ukraine auf Personal aus Nato-Staaten zurückgreife. Nach russischen Angaben wurde die nordkoreanische Außenministerin Choe Son Hui erneut zu einem neuen Aufenthalt in Moskau erwartet. Die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA berichtete von der Abreise ihrer Delegation, doch es wurden bislang keine genaueren Informationen diesbezüglich bekannt gegeben. Dabei war sie bereits im Januar zu einem dreitägigen Besuch in der russischen Hauptstadt gewesen.
Nordkorea soll gegen die Ukraine kämpfen - und liefert auch nach Russland teure Waffen
Nachdem spekuliert wurde, dass nordkoreanische Soldaten im Krieg gegen die Ukraine eingesetzt werden können, forderte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eine internationale Reaktion. „Die Ukraine wird faktisch gezwungen sein, in Europa gegen Nordkorea zu kämpfen“, sagt Selenskyj.
Nordkorea unterstützt Putin seit längerem in seinem Krieg mit der Ukraine. Eine aktuelle Studie, die auf Geheimdienstberichten und geleakten Dokumenten basiert, zeigt, dass Nordkorea Russland mit Waffen in Höhe von mehreren Milliarden Dollar beliefert. Demnach unterstützt Nordkorea die russische Armee vor allem mit Artilleriegeschossen und Kurzstreckenraketen. (mit dpa)