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G7-Gipfel in Kanada: US-Sanktionen gegen Russland? Merz mit „vorsichtigem Optimismus“

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  • Nail Akkoyun
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News-Ticker zum G7-Gipfel in Kanada: Trump reist die Veranstaltung rasch an sich. Merz warnt vor einer Ausweitung des Nahost-Konflikts.

Update, 21.30 Uhr: Friedrich Merz hat zum Abschluss des G7-Gipfels in Kanada die Hoffnung auf baldige weitere Sanktionen der USA gegen Russland wegen des Ukraine-Krieges geäußert. „Ich gehe mit dem vorsichtigen Optimismus zurück nach Deutschland, dass es auch in Amerika in den nächsten Tagen hier Entscheidungen geben wird, weitere Sanktionen gegen Russland zu verhängen“, sagte Merz am Dienstag vor seiner Abreise vor Journalisten.

Zur Haltung der G7-Staaten gegenüber der Ukraine sagte Merz: „Es bleibt dabei, wir werden die Ukraine weiter militärisch unterstützen.“ Hierüber gebe es einen „Konsens nicht nur in der Europäischen Union, sondern auch in der Gruppe der G7“. Russland habe es weiterhin „alleine in der Hand, diesen Krieg zu beenden“.

Nach der Abreise von Donald Trump am Vortag habe an den Sitzungen US-Finanzminister Scott Bessent teilgenommen, sagte Merz weiter. Bei der Sitzung, an welcher der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilgenommen habe, hätten die Gesprächspartner „vor allem die Frage behandelt: Wie schaffen wir es, Russland möglichst bald an den Verhandlungstisch zu bekommen?“

Zu den Ergebnissen des Gipfels sagte Merz, dieser sei „weitaus erfolgreicher, als ich es am Anfang gedacht habe“. Die G7-Staaten hätten zu allen sieben Themen „einvernehmliche gemeinsame Erklärungen“ abgegeben.

G7-Gipfel in Kanada: Macron verkündet Veranstaltungsort für 2026

Update, 20.42 Uhr: Auf der Social-Media-Plattform X verkündete der französische Präsident Emmanuel Macron, dass der kommende G7-Gipfel erneut in Frankreich abgehalten wird. In einem kurzen Video war zu lesen: „Nach dem Gipfel im französischen Biarritz 2019 folgt Evian 2026.“

Drohende Nahost-Eskalation: Warum Donald Trump den G7-Gipfel vorzeitig verlassen hat

Update, 20.05 Uhr: Warum hat Donald Trump den G7-Gipfel vorzeitig verlassen? Vermutlich wegen der sich zuspitzenden Situation im Konflikt zwischen Israel und dem Iran. Kaum in Washington, D.C. angekommen, berief Trump einen nationalen Sicherheitsrat ein, um die aktuelle Lage im Nahen Osten zu erörtern. Zuvor hatte er seine Rhetorik gegenüber dem Iran verschärft, was Spekulationen über ein mögliches militärisches Eingreifen der USA befeuerte.

Friedrich Merz und Donald Trump beim G7-Gipfel.

Axios berichtete, dass Trump ernsthaft einen US-Angriff auf den Iran in Betracht ziehen solle. Diese Informationen basieren auf Aussagen anonymer US-Beamter, die mit der Angelegenheit vertraut sein sollen. Während seiner Rückreise vom G7-Gipfel äußerte sich der US-Präsident gegenüber der Presse an Bord der „Air Force One“. Er betonte, dass er keinen „Waffenstillstand“, sondern ein „echtes Ende“ des Krieges anstrebe.

Merz „zuversichtlich“ dass sich die EU mit Trump im Zollstreit einig wird

Update, 19.21 Uhr: Bundeskanzler Friedrich Merz rechnet bis zum 9. Juli mit einem Handelsabkommen mit den USA, das jedoch nicht alle Sektoren umfassen wird. „Ich bin zuversichtlich, dass uns ein Abkommen gelingt“, äußerte der CDU-Politiker während eines ZDF-Interviews am Rande des G7-Gipfels in Kanada. Allerdings werde es sich um „kein sehr umfassendes Abkommen“ handeln, sondern nur einige bedeutende Branchen betreffen.

Besonders wichtig seien diese Sektoren für die deutsche Wirtschaft, betonte Merz und verwies dabei auf die Automobilindustrie als Beispiel. „Wir brauchen hier schnell eine Lösung, sonst wird es einfach zu teuer“, erklärte er in Bezug auf die von Trump eingeführten Importzölle von 25 Prozent. Merz hob zudem hervor, dass die EU die Verhandlungen im Namen aller Mitgliedstaaten führe. Ein eigenständiger Abschluss, wie ihn Großbritannien anstrebe, sei nicht möglich, fügte er hinzu.

Besuche im Weißen Haus: Trumps legendäre Momente im Oval Office

Friedrich Merz trifft Donald Trump
529408025.jpg © Evan Vucci/dpa
Friedrich Merz beim Besteigen der „Konrad Adenauer“, dem deuschen Pendant der Air Force One.
Friedrich Merz beim Besteigen der „Konrad Adenauer“, dem deutschen Pendant der Air Force One. Das Flugzeug bringt den Bundeskanzler am Mittwoch nach Washington DC. In der US-Hauptstadt wird Merz zum Antrittbesuch bei Donald Trump erwartet. Es ist das erste persönliche Treffen der beiden und das erste Mal, dass Merz zu Gast im Weißen Haus ist. © Michael Kappeler/dpa
Für Friedrich Merz ist es der erste offizielle Besuch im Weißen Haus.
Für Friedrich Merz ist es der erste offizielle Besuch im Weißen Haus. In den USA kennt sich der neue Bundeskanzler aber aus. Von 2009 bis 2019 war er Vorsitzender der „Atlantik-Brücke“, ein Verein, dem etwa 800 Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft angehören. Die „Atlantik-Brücke“ dient ihren Mitgliedern als Netzwerk und Austauschforum und hat zum Ziel, die transatlantische Zusammenarbeit zwischen den USA auf der einen und Deutschland sowie Europa auf der anderen Seite zu fördern. © Bernd Von Jutrczenka/dpa
 Per Dekret benannte der neue US-Präsident den Golf von Mexiko in Golf von Amerika um
Kaum angekommen im Oval Office sorgte Donald Trump für den nächsten Eklat. Per Dekret benannte der neue US-Präsident den Golf von Mexiko in Golf von Amerika um. Weil die Nachrichtenagentur AP diese Umbenennung nicht mitmachen wollte, verbannte die Trump-Administration ihre Vertreterinnen und Vertreter von den Pressekonferenzen des Weißen Hauses. © imago
Statuette, die an das Attentatsversuch auf Trump im Wahlkampf erinnert.
Das Oval Office hat Donald Trump längst nach seinen Vorstellungen umgestaltet. Der neue Präsident scheute dabei keine Kosten. Der Teppichboden wurde ausgetauscht, deutlich mehr Flaggen aufgestellt und zahlreiche neue Bilder aufgehängt. Daneben finden sich im Oval Office etliche Memorabilias wie eine Statuette, die an das Attentatsversuch auf Trump im Wahlkampf erinnert.  © Alex Brandon/dpa
Donald Trump, hier in Begleitung von Verteidigungsminister Pete Hegseth
Einen besonders prominenten Platz vergab Donald Trump, hier in Begleitung von Verteidigungsminister Pete Hegseth bei der Präsentation eines neuen Kampfjets, an ein Bild Ronald Reagans. Der 40. Präsident der USA gilt Trump seit jeher als Vorbild. Seinen Wahlspruch, „Make America Great Again“, der zum Namen einer ganzen Bewegung geworden ist, hat sich Trump ebenfalls bei Reagan abgeschaut. © IMAGO/Pool/ABACA
X Æ A-Xii, der jüngste Sohn von Elon Musk
Ein außergewöhnlicher Moment im Oval Office war der Auftritt von X Æ A-Xii, der jüngste Sohn von Elon Musk. Donald Trump hatte den reichsten Mann der Welt damit beauftragt, die Regierungsausgaben der USA radikal zu kürzen. Musk stellte sich daraufhin derart auffällig ins Rampenlicht, das viele Beobachterinnen und Beobachter in dem gebürtigen Südafrikaner den eigentlichen US-Präsidenten sahen. © JIM WATSON/AFP
Kid Rock und Donald Trump im Oval Office
Elon Musk und Sohnemann X Æ A-Xii waren aber nicht die Einzigen, die seit Donald Trumps Rückkehr ins Weiße Haus ihre Momente im Oval Office hatten. Einen solchen feierte auch Kid Rock. Der in die Jahre gekommene Rockstar ist seit langem Anhänger Trumps und besuchte diesen kurz nach seiner Wahl in Washington DC. Für seine Audienz im Oval Office wählte Kid Rock ein Outfit, das an menschliche Kanonenkugeln und furchtlose Motorrad-Stuntfahrer erinnerte. © SAUL LOEB/AFP
Donald Trump beim Interview im Oval Office
Ebenfalls im Oval Office kam es zu einem weiteren Eklat, an dem Donald Trump maßgeblich beteiligt war. Während eines Fernsehinterviews behauptete der US-Präsident, man habe die Tätowierung „MS13“ auf den Knöcheln eines abgeschobenen Südamerikaners gefunden, was wiederum dessen Mitgliedschaft in der gleichnamigen Kriminellen-Gang beweisen würde. Mehrfach wies der Reporter Trump daraufhin, dass es sich bei seinem angeblichen Beweisfoto um eine mit Photoshop bearbeitete Aufnahme handle. Trump wiederum ließ sich davon aber nicht stören. © IMAGO/White House
Wolodymyr Selenskyj mit seinem Outfit in Washington DC
Während die Garderobe von Elon Musk und Kid Rock bei ihren Besuchen im Oval Office die MAGA-Welt um Donald Trump unbeeindruckt hinterließ, sorgte Wolodymyr Selenskyj mit seinem Outfit in Washington DC für einen handfesten Eklat. Der ukrainische Präsident erschien zum Antrittbesuch im schwarzen Pullover – für den ebenfalls anwesenden Brian Glenn offenbar zu viel des Guten. „Haben Sie keinen Anzug“, fragte der rechtsradikale Kommentator Selenskyj, der sich im Oval Office auch von Vizepräsident JD Vance so einiges anhören durfte. © imago
das Treffen zwischen Donald Trump und Emmanuel Macron im Weißen Haus
Harmonischer lief dagegen das Treffen zwischen Donald Trump und Emmanuel Macron im Weißen Haus. Frankreichs Präsident ließ bei dem Besuch seinen Charme spielen, was Trump offensichtlich gefiel. Selbst als Macron ihn bei der Frage, welches Land wie viel Hilfe an die Ukraine geleistet habe, korrigierte, quittierte Trump das nur mit einem Lächeln. © LUDOVIC MARIN/AFP
Keir Starmer folgte bei seinem Besuch im Oval Office
Keir Starmer folgte bei seinem Besuch im Oval Office dem Vorbild Emmanuel Macrons. Wie schon Frankreichs Präsident bemühte sich auch der britische Premierminister um ein harmonisches Verhältnis zu Donald Trump. Starmer brachte sogar eine schriftliche Einladung Trumps an den Hof von König Charles III. mit – wohl wissend, dass Trump schon immer ein Faible für die britischen Royals hatte. Der britische Premierminister war der sechste Regierungschef, der Trump im Oval Office einen Besuch abstattete. © Carl Court/dpa
Beste Laune herrschte im Oval Office bei dem Staatsbesuch von Giorgia Meloni
Beste Laune herrschte im Oval Office bei dem Staatsbesuch von Giorgia Meloni. Donald Trump nannte Italiens Regierungschefin „eine großartige Premierministerin.“ Sie mache „einen fantastischen Job in Italien“ und sei „eine der wirklichen Führungspersönlichkeiten der Welt.“ Die Post-Faschistin Meloni habe laut Trumps Laudatio im Weißen Haus seit ihrem Amtsantritt „Europa im Sturm erobert“. © imago
Nato-Generalsekretär Marc Rutte in Washington DC.
Was zu anderen Zeiten ein dröger Standard-Termin gewesen wäre, wird unter Donald Trump zum Treffen mit Zündstoff: Der Besuch von Nato-Generalsekretär Mark Rutte in Washington DC. Der amtierende US-Präsident gilt als Kritiker des Verteidigungsbündnisses und will, dass sein Land weniger Verantwortung für die anderen Mitglieder übernimmt. Rutte bemühte sich bei seinem Besuch, die so entstandenen Wogen zu glätten. © imago
Mark Carney und Donald Trump im Weißen Haus
Ähnlich gestaltete sich die Situation beim Antrittsbesuch von Mark Carney, dem neuen Premierminister Kanadas, in Washington DC. Trump hatte im Vorfeld zur Wahl in Kanada die Idee in Umlauf gebracht, die USA könnten sich den nordischen Nachbarstaat einfach einverleiben. Kanada würde so der 51. Bundesstaat werden. Doch im Oval Office stellte Carney klar: „Kanada steht nicht zum Verkauf.“ © imago
Donald Trump beim Besuch von Cyril Ramaphosa
Einen weiteren Eklat verursachte Donald Trump beim Besuch von Cyril Ramaphosa. Der Präsident Südafrikas sah sich im Oval Office mit Videoaufnahmen konfrontiert, die einen angeblichen Genozid an der weißen Bevölkerung seines Landes dokumentieren sollen. Ramaphosa war eigentlich nach Washington DC gereist, um mit Trump über Zollabkommen zu verhandeln. Dessen plötzlichen Themenwechsel nahm Südafrikas Präsident gelassen hin. © imago
Donald Trump Trikot im weißen haus
Nicht nur Staats- und Regierungschefs gehen ein und aus im Weißen Haus. Donald Trump empfängt dort auch regelmäßig Vertreter aus Kultur und Sport. Im Mai 2025 verkündete der US-Präsident aus dem Oval Office, dass der Draft der American Football Liga (NFL) im Jahr 2027 in Washington DC stattfinden werde. Dafür bekam Trump ein persönliches Trikot des städtischen Football-Teams, der Washington Commanders, überreicht. Die Nummer 47 steht dabei für sein Amt: Trump ist der 47. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Der dazugehörige Football erinnert zudem an seine erste Amtszeit, als Trump der 45. US-Präsident war. © imago
Eine Sportart, für die Donald Trump viel Begeisterung aufbringt, ist die Ultimate Fighting Championship (UFC)
Eine Sportart, für die Donald Trump viel Begeisterung aufbringt, ist die Ultimate Fighting Championship (UFC). Deren im Ruhestand befindlicher Superstar ist der Ire Conor McGregor. Zum St. Patricks Day lud der US-Präsident den ehemaligen UFC-Weltmeister mitsamt Familie ins Weiße Haus ein. Im Oval Office gefiel es McGregor offenbar so gut, dass er im Anschluss an das Familienfoto mit Trump und Elon Musk beschloss, eine eigene politische Karriere zu beginnen und bei der nächsten Wahl in seiner Heimat Irland für das Amt des Präsidenten zu kandidieren. © imago
So fand Skandal-Rapper Kanye West seinen Weg ins Weiße Haus
Bereits während seiner ersten Amtszeit im Oval Office lud Donald Trump jeden ein, der ihm mit seinem Besuch Schlagzeilen versprechen konnte. So fand Skandal-Rapper Kanye West seinen Weg ins Weiße Haus, um dort mit dem US-Präsidenten über Schusswaffengewalt, Sozialpolitik und Trumps Strategie zu sprechen. West trug während seines Besuchs die Trumps berühmte rote MAGA-Mütze. Sie sorge dafür, dass er sich „wie Superman“ fühle, so West. © SAUL LOEB/AFP
First Lady Melania Trump ganz alleine auf dem Sofa,
Im Jahr 2017 machte ein weiteres Bild aus dem Oval Office die Runde. Dort zu sehen: First Lady Melania Trump ganz alleine auf dem Sofa, umringt von Fotografen und Journalisten, die ihr aber keine Beachtung zu schenken scheinen. Das Weiße Haus verbreitete das Foto auf seinen Social-Media-Kanälen ausgerechnet als Geburtstagsgruß an die Ehefrau Donald Trumps. © BRENDAN SMIALOWSKI
Bundeskanzlerin Merkel trifft US-Präsident Trump
Merz-Vorgängerin Angela Merkel hatte gleich mehrere Treffen mit Donald Trump im Weißen Haus. Die Ex-Kanzlerin regierte von 2017 bis 2021 zeitgleich mit Trump. Wie der US-Präsident dabei auf Merkel wirkte, beschrieb sie ausführlich in ihren Memoiren. „Je mehr Menschen im Raum waren, desto größer war sein Drang, der Sieger zu sein. Man kann mit ihm nicht plaudern, jede Begegnung ist ein Wettkampf: Du oder ich“, so die ehemalige Kanzlerin über Trumps Verhalten im Oval Office.  © Evan Vucci/dpa
Angela Merkel und Barack Obama
Ganz anders gestaltete sich dagegen die Beziehung zwischen Angela Merkel und Barack Obama, Donald Trumps Vorgänger im Amt des US-Präsidenten. Merkel besuchte Obama mehrfach im Weißen Haus. Der US-Präsident beschrieb die damalige Bundeskanzlerin nach ihrer Amtszeit als „nett und freundlich.“ © imago
Obama und Merkel im Weißen Haus
Dabei stand die Beziehung der deutschen Bundeskanzlerin und des neuen US-Präsidenten zu Beginn unter einem ungünstigen Stern. Präsidentschaftskandidat Barack Obama wollte im Wahlkampf der US-Wahl 2008 vor dem Brandenburger Tor auftreten. Merkel aber verhinderte den Auftritt des Demokraten, damit nicht der Eindruck entstünde, sie würde sich gegen den Kandidaten der Republikaner, John McCain, stellen. Nach Obamas Wahlsieg soll Merkel befürchtet haben, der neue US-Präsident trage ihr die Entscheidung noch nach. „Sie war immer besorgt, dass ich deshalb noch wütend bin“, sagte Obama bei der Vorstellung von Merkels Memoiren in Washington DC. „Das bin ich aber wirklich nicht“, versicherte er der ehemaligen Kanzlerin. © imago
Obama und Trump im Oval Office
Ein deutlich unangenehmer Termin für Barack Obama dürfte dagegen das Treffen mit Donald Trump im Weißen Haus gewesen sein. Der alte US-Präsident empfing seinen Nachfolger nach dessen Sieg bei der US-Wahl 2016 zur Übergabe der Amtsgeschäfte im Oval Office. © Michael Reynolds/dpa
Merkel und Barroso bei Bush in Washington
Für Friedrich Merz wird der Besuch bei Donald Trump eine Premiere sein. Noch nie war der Bundeskanzler zu Gast im Weißen Haus. Seine Vorgängerin im Amt, Angela Merkel, traf dagegen gleich vier US-Präsidenten in deren Amtssitz. Neben Barack Obama und Donald Trump luden auch Joe Biden und George W. Bush die deutsche Bundeskanzlerin nach Washington DC ein. © dpa
Kanzler Scholz in den USA
Vor Friedrich Merz regierte Olaf Scholz Deutschland als Bundeskanzler. In seiner weniger als vier Jahre dauernden Amtszeit besuchte Scholz gleich mehrfach das Weiße Haus. Donald Trumps Vorgänger Joe Biden empfing den deutschen Bundeskanzler jedes Mal freundlich zum Gespräch im Oval Office. © Michael Kappeler/dpa
Schröder zu Treffen mit Bush im Weißen Haus
Bundeskanzler Gerhard Schröder war ebenfalls Gast im Weißen Haus. Im Jahr 2005 empfing der damalige US-Präsident George W. Bush den Sozialdemokraten im Oval Office.  © dpa
Bush und Kohl im Weißen Haus
Vor Gerhard Schröder reiste Bundeskanzler Helmut Kohl ebenfalls nach Washington DC. Der Altkanzler traf dort George Bush, Vorgänger und Vater des späteren US-Präsideten George W. Bush, zum Gespräch im Oval Office des Weißen Hauses. © imago

Am Rande des G7-Gipfels: Kanada sichert Selenskyj im Ukraine-Krieg Unterstützung zu

Update, 18.23 Uhr: Beim G7-Gipfel in den Rocky Mountains hat Kanada dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj weitere Unterstützung im Abwehrkampf gegen Russland zugesichert. Premierminister Mark Carney traf sich mit Selenskyj in Kananaskis und verkündete zusätzliche Sanktionen gegen Russland sowie Militärhilfe in Milliardenhöhe.

Selenskyj bedankte sich bei Carney und betonte: „Es ist wichtig für unsere Soldaten, auf dem Schlachtfeld stark zu sein, stark zu bleiben, bis Russland bereit ist für Friedensverhandlungen.“ Die Ukraine sei bereit für Friedensgespräche und eine bedingungslose Waffenruhe, doch sei dafür Druck auf Moskau erforderlich.

Update, 16.58 Uhr: US-Präsident Donald Trump hatte den Ausschluss von Wladimir Putin aus der G8 im Jahr 2014 als Fehler bezeichnet. Bundeskanzler Friedrich Merz widersprach ihm jedoch entschieden. „Ich halte den Ausschluss von Putin nach der Annexion der Krim aus dem G8-Format, wie es damals hieß, unverändert für richtig“, betonte Merz in einem Interview mit dem Sender Welt TV am Rande des zweiten Tages des G7-Gipfels in Kanada. Er fügte hinzu: „Wir sitzen hier in diesem Format nicht mit Kriegsherren zusammen und nicht mit Kriegsverbrechern zusammen. Und deswegen bleibt es auch dabei, dass Putin an diesem Tisch hier nichts zu suchen hat.“

Der G7-Gipfel geht heute ohne US-Präsident Donald Trump weiter. Gastgeber des Treffens ist der kanadische Premierminister Mark Carney (m.). Links der französische Präsident Emmanuel Macron. Ganz in hellblau gekleidet, die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni.

Merz beim G7-Gipfel in Kanada: Wie sieht der Zeitplan für den Bundeskanzler aus?

Update, 16.42 Uhr: Der G7-Gipfel wird heute fortgesetzt, auch wenn US-Präsident Donald Trump nicht länger anwesend ist. Um 17.00 Uhr steht für Friedrich Merz ein Treffen mit dem australischen Premierminister Anthony Albanese auf dem Programm. Eine Übersicht über alle weiteren Termine des Tages:

Uhrzeit (deutsche Zeit)Punkt auf der Tagesordnung
17.00 UhrMerz trifft Australiens Premierminister Anthony Albanese
17.30 UhrArbeitssitzung mit Selenskyj und Nato-Generalsekretär Rutte
18.30 UhrAbschlusssitzung der G7
18.45 UhrMerz trifft sich mit Macron und Meloni, Selenskyj, und EU-Vertretern
19.30 UhrMerz trifft Indiens Premierminister Narendra Modi
20.35 UhrMerz trifft Südafrikas Präsidenten Cyril Ramaphosa
21.00 UhrArbeitssitzung der G7 mit Partnerländern zur Energiesicherheit
24.00 UhrAbschluss Pressekonferenz

Update, 14.51 Uhr: Trump hatte am Montagabend am Rande des Gipfels der G7-Staaten in Kanada ein Dekret unterzeichnet, mit dem eine Anfang Mai geschlossene Vereinbarung zwischen den Regierungen in London und Washington bestätigt wurde. Die Einigung sieht vor, dass die US-Zölle auf Autos aus Großbritannien von derzeit insgesamt 27,5 Prozent auf zehn Prozent sinken – so lange die Importe unter einer Schwelle von 100.000 Fahrzeugen pro Jahr bleiben. Bei der Präsentation beim G7-Gipfel kam es zu einer kuriosen Trump-Szene.

Im Mai war unter anderem auch verkündet worden, dass die Importaufschläge auf Stahl und Aluminium aus Großbritannien auf null gesetzt werden. Doch das von Trump nun unterzeichnete Abkommen sieht dies bislang nicht vor – Stahl und Aluminium bleiben mit einem Zollsatz von 25 Prozent belegt. Es werde weiter daran gearbeitet, das Problem der Zölle für die Metallindustrie zu lösen, versicherte die britische Verkehrsministerin Heidi Alexander am Dienstag im Sender Sky News.

Update, 13.37 Uhr: Nach seiner Rückkehr vom G7-Gipfel sprach US-Präsident Donald Trump in Washington über den Handelsstreit mit der Europäischen Union. Er kritisierte die EU dafür, nicht genügend Kompromisse einzugehen. „Wir sind im Gespräch, aber ich habe nicht das Gefühl, dass sie einen fairen Deal anbieten“, erklärte Trump am Dienstag vor Journalisten in Washington. Er ergänzte: „Entweder wir machen einen guten Deal oder sie zahlen einfach das, was wir sagen, dass sie zahlen sollen.“

Mit seiner Zollpolitik hat Trump weltweit Handelskonflikte mit Partnern ausgelöst. Anfang April führte der US-Präsident hohe zusätzliche Zölle gegen viele Länder ein, senkte diese jedoch kurz darauf für 90 Tage auf zehn Prozent. Für bestimmte Waren wie Autos und Autoteile gilt jedoch ein erhöhter Zollsatz von 25 Prozent. Trump drohte der EU mit weiteren Erhöhungen.

Nach vorzeitiger G7-Abreise: Trump will „echtes Ende“ des iranischen Atomprogramms

Update, 13.04 Uhr: US-Präsident Donald Trump strebt ein „echtes Ende“ des iranischen Atomprogramms an. Ihm gehe es nicht um eine bloße Waffenruhe, erklärte Trump laut mitreisenden Reportern während seiner vorzeitigen Abreise vom G7-Gipfel in Kanada: „Ein Ende, ein echtes Ende, nicht eine Waffenruhe, ein Ende.“

Völlig unerwartet hatte Trump den G7-Gipfel frühzeitig verlassen und dies mit der Krise im Nahen Osten begründet. Für die weitere Entwicklung des Konflikts zwischen den Erzfeinden Israel und Iran sei entscheidend, welche Maßnahmen Trump ergreift – die Bandbreite reicht von der Unterstützung einer Verhandlungslösung bis hin zu einem direkten Eingreifen in den Konflikt.

G7 und Co.: Bilder der Proteste gegen die Globalisierung

Gewaltsame Proteste gegen die WTO-Konferenz in Seattle im Jahr 1999.
Internationale Gipfel lösen seit Jahrzehnten immer wieder gewaltsame Proteste aus. Den Anfang machte einst Seattle. In der Stadt im Nordwesten der USA tagte im Jahr 1999 die Welthandelsorganisation (WTO). 40.000 Protestierende kamen in der Stadt zusammen und lieferten sich tagelang Straßenschlachten mit der Polizei. Sogar die Nationalgarde kam kurzzeitig zum Einsatz. Die Auseinandersetzungen gingen als „Battle of Seattle“ in die Geschichte ein und beschäftigten in den USA noch über Jahre hinweg die Gerichte. © Imago
Demonstranten gegen die WTO-Konferenz 1999 in Seattle verbrennen amerikanische Geldscheine als Protest gegen den Kapitalismus.
Vor allem junge Menschen kamen 1999 in Seattle zusammen, um gegen Kapital und Welthandel zu demonstrieren. Eine Gruppe Jugendlicher zündete sogar Dollarscheine an, um ihren Protest gegen die neoliberale Weltordnung, getragen von den USA, zum Ausdruck zu bringen. Die unglaublich hohe Zahl der Demonstrierenden bei besagten Protesten gegen die WTO in Seattle überraschte die Behörden und erwischte Polizei und Stadtverwaltung vollkommen unvorbereitet. Zu den Kundgebungen und Protestaktionen hatten im Vorfeld zahlreiche unterschiedliche Gruppierungen aus dem linken Spektrum aufgerufen: Anarchisten, Gewerkschaften, Umweltaktivisten und viele mehr. Systemkritische und linksradikale Gruppen feierten die Proteste in Seattle als Erfolg - und als Geburtsstunde des Begriffs der Globalisierungsgegner. © Imago
Maskierte Demonstranten werfen während eines Protestes gegen das IMW/Weltbank-Tagung in Prag 2000 Kopfsteinpflaster in Richtung Polizeibeamte.
Was im Jahr 1999 seinen Anfang in Seattle fand, setzte sich ein Jahr später in Prag vor. Dort tagten im Jahr 2000 der Internationale Währungsfonds und die Weltbank. Mehr als 12.000 Demonstranten lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei. Mehr als 900 Demonstranten wurden festgenommen. Die Demonstranten versuchten mit Straßenbarrikaden und Molotow-Cocktails die Straße zum Prager Kongresszentrum zu blockieren. Den Protesten wohnten auch autonome Gruppen aus ganz Europa bei. Die Anti-Kapitalismus-Demonstranten nutzten auch das Kopfsteinpflaster der Straßen, um diese nach den eingesetzten Polizeikräften zu werfen. © Tomas Zelezny/dpa
Tagung von IWF und Weltbank - Erschöpfte Polizisten
Vor allem rund um das Kongresszentrum in Prag, indem Weltbank und Internationaler Währungfsfonds ihre Versammlungen abhielten, eskalierte die Situation. Während der Zusammenstöße in der Innenstadt wurden 65 Polizeibeamte und 20 Demonstranten verletzt. Berichten zufolge kam es zu Angriffen auf Journalisten. Im Prager Zentrum wurden einige Schaufenster von Läden zerstört. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein, um Aktivistengruppen davon abzuhalten, den Tagungsort des Gipfels zu erreichen. Trotz der großen Polizeipräsenz gelang es den Demonstranten, dass die Gipfel von IWF und Weltbank noch vor dem Ende abgebrochen werden mussten. Hier zu sehen sind erschöpfte Polizisten, die sich nach Zusammenstößen vor dem Prager Kongresszentrum ausruhen. Gefährlichere Auseinandersetzungen mit der Polizei gab im Jahr darauf in Göteborg.  © Stanislav Peska/dpa
Protest gegen EU-USA-Gipfel
Eine noch größere Dimension als die Demonstrationen in Prag erreichten die Proteste gegen den EU-Gipfel in Göteborg im Jahr 2001. Ziel des Treffens war die Reform und Erweiterung der Europäischen Union sowie die Entwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie. Für den Zeitraum des Treffens am 15. und 16. Juni wurden 25.000 Demonstranten erwartet. Die schwedische Polizei war den Ausschreitungen von EU- und US-Gegnern, Anti-Kapitalisten und Globalisierungsgegnern nicht gewachsen. Sie besaß keine Wasserwerfer und setzte kein Tränengas oder Gummigeschosse ein. Als die Polizei am Morgen des 14. Juni das Hvitfeldtska-Gymnasium umstellte, wo mehrere hundert Aktivisten ihr Quartier aufgeschlagen hatten, nahmen die Ausschreitungen ihren Anfang. © Anja Niedringhaus/dpa
EU-USA-Demonstration
Während des Protestmarsches kam es zu Zusammenstößen zwischen der schwedischen Polizei und den Demonstranten. Stühle und Tische aus Cafés wurden als Barrikaden genutzt und von Demonstranten am Freitag, 15. Juni 2001 in Brand gesteckt. Bei den Zusammenstößen wurden mehr als 150 Menschen verhaftet und 36 verletzt.  © Johan Framst/dpa
G 8 Gipfel Genua Demonstrant
In der italienischen Hafenstadt erreichten im Jahr 2001 sowohl die Präsenz als auch die Gewalt der Anti-Globalisierungsproteste eine neue Dimension. Der 27. G8-Gipfel in Genua wurde von heftigen Ausschreitungen überschattet. Schätzungsweise 200.000 Demonstranten kamen nach Genua. Nach Zusammenstößen mit der Polizei und nächtlichen Razzien von Sicherheitskräften beklagten die festgenommenen Personen schwere Misshandlungen durch die Behörden. Die Polizei wurde beschuldigt, brutal vorgegangen zu sein, das Recht auf gewaltfreien Protest verweigert zu haben und die Situation absichtlich eskaliert zu haben. Die italienische Regierung setzte sogar das Schengener Abkommen für die Dauer des Gipfels außer Kraft, um die Bewegungen der Demonstranten aus der gesamten EU zu überwachen. Ausschreitungen konnten damit jedoch nicht verhindert werden.  © Louisa Gouliamaki/dpa
G 8 Gipfel Genua
Im Gegenteil, die Proteste schlugen in brutale Gewalt um. 329 Demonstranten wurden festgenommen. Insgesamt wurden in Genua über 400 Demonstranten und 100 Sicherheitskräfte verletzt. Am 20. Juli wurde der 23-jährige Aktivist Carlo Giuliani aus Genua bei Zusammenstößen mit der Polizei erschossen. Er näherte sich dem Fahrzeug eines italienischen Polizisten mit einem Feuerlöscher. Der Polizist eröffnete das Feuer und traf Giuliani. Anschließend wurde der Aktivist noch zweimal von einem Polizeifahrzeug überfahren. Gegen zahlreiche Polizisten sowie lokale und nationale Beamte wurde im Zusammenhang mit der Veranstaltung ein Verfahren eingeleitet. In einem Prozess mussten sich 28 Polizeibeamte wegen der beiden nächtlichen Razzien vor Gericht verantworten. Ihnen wurde Rechtsbeugung, übermäßige Gewaltanwendung und Unterschlagung von Beweisen vorgeworfen. Auch wegen Misshandlung wurde gegen 45 Staatsbedienstete ermittelt. Es sollte nicht der letzte G8-Gipfel mit schweren Ausschreitungen gewesen sein.  © Luciano Del Castillo/dpa
Jahresrückblick - G8 - Großdemonstration
Denn im Jahr 2007 setzte sich die Gewalt beim 33. G8-Gipfel in Heiligendamm fort. Während sich die Staats- und Regierungschefs der acht größten Industrienationen im Grandhotel Heiligendamm berieten, eskalierten Großproteste gegen die G8, darunter auch die Auftaktdemo in Rostock. Ausgelöst durch militante Demonstranten kam es zu Straßenschlachten zwischen Polizei und Autonomen mit fast 1000 Verletzten. Die Schätzungen der Teilnehmerzahlen variieren von 25.000 bis 80.000. Abseits dieser friedlichen Demonstration kam es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen etwa 2000 Autonomen des sogenannten „schwarzen Blocks“ und 5000 Polizisten. Barrikaden wurden errichtet und angezündet, Polizeifahrzeuge wurden mit Steinen beworfen. Die Einsatzkräfte setzten daraufhin Wasserwerfer ein - gegen militante, aber auch gegen friedliche Demonstranten. Ziel der Polizei war es nach eigenen Angaben, die Protestierenden von dem Kundgebungsplatz zu vertreiben und so das Löschen der Brände zu ermöglichen.  © Kay Nietfeld/dpa
G8 - Wasserwerfereinsatz
Während des G8-Gipfels in Heiligendamm sollen rund 1000 Demonstranten festgenommen worden sein. Am Tag des Gipfelbeginns gelang es mehreren tausend Demonstranten trotz des Demoverbots bis in die Nähe des Absperrübungszauns zu gelangen und sämtliche Zufahrtswege zu blockieren. Ein vermeintlicher Anstifter der Polizei soll Demonstrationsteilnehmer bei der Blockadeaktion fotografiert haben. Der mutmaßliche „Agent Provocateur“ soll die Demo angestachelt haben. Ähnliche Vorwürfe gegen die Ordnungshüter gab es auch Jahre zuvor bei den Gewaltorgien in Genua. Nachdem die Polizei zunächst jeglichen Einsatz von Zivilbeamten geleugnet hatte, gab sie später zu, dass der aus der Demo ausgeschlossene Mann ein Zivilbeamter war. Zudem verlor ein Mann bei einem Wasserservereinsatz vor dem Tagungsgelände sein linkes Augenlicht. Das wohl bekannteste Protestbild entstand jedoch ein Jahrzehnt später bei den G20-Protesten in Hamburg 2017.  © Kay Nietfeld/dpa
Jahresrückblick 2017
Den Titel hat dieses Bild der G20-Demonstrationen 2017 in Hamburg inne. Am 07.07. kletterte eine Frau auf die Fronthaube des Sonderwagens „SW4“ der Polizei beim Gorch-Fock-Wall in Hamburg und wurde daraufhin von zwei hessischen Polizisten mit Pfefferspray besprüht. Es hatte drei Strafanzeigen zu dem Vorfall gegeben, alle drei seien geprüft worden. Die Staatsanwaltschaft wertete das Handeln der Polizisten als rechtmäßig. Über den Zeitraum von sechs Tagen fanden mindestens acht gesonderte Protestaktionen und Demonstrationen in Hamburg statt. Einige davon waren friedlicher Natur, während andere das gegenteilige Ziel verfolgten. Die mit Abstand brutalste Protestaktion war die „Welcome to Hell“-Demo am 6. Juli, dem Tag vor Tagungsbeginn, an der schätzungsweise 12.000 Menschen teilnahmen.  © Sebastian Willnow/dpa
G20-Gipfel - Demonstration "G20 Welcome to hell"
Dem Demonstrationszug „Welcome to Hell“ stellten sich beim G20-Gipfel in Hamburg sehr schnell viele Bereitschaftspolizisten und mehrere Wasserwerfer entgegen. Die Polizei sagte, sie habe versucht, den schwarzen Block der Linksautonomen von den friedlichen Demonstranten zu trennen, dies sei aber nicht gelungen. Zwar legten zahlreiche Autonome ihre Maskierung nach Aufforderung ab, jedoch nicht alle. Daraufhin rückten die Beamten überaus robust vor. Protestierer und Autonome flüchteten teils panisch vor den Beamten. Die Stimmung war aufgeheizt, es gab Verletzte, Flaschen flogen, die Polizei setzte Wasserwerfer und Pfefferspray ein. Ein Mitarbeiter des anwaltlichen Notdienstes vor Ort kommentierte das Geschehen mit den Worten: „Das war ganz bestimmt nicht rechtmäßig“. Nach übereinstimmenden Berichten ging von den Demonstranten keine Gewalt aus.  © Boris Roessler/dpa
Jahresrückblick 2017 - Hamburg
Anders war es am Morgen des 7. Juli 2017, als vermummte Gestalten über die noble Elbchaussee in Hamburg schritten, Böller warfen und Autos anzündeten. Anschließend stürmten Spezialkräfte der Polizei das Schanzenviertel. Bei dem Großeinsatz wurden 13 Menschen festgenommen. Im traditionell linken Schanzenviertel gab ein Zivilbeamter einen Warnschuss ab. Die Polizei sprach an diesem Tag des G20-Gipfels von etwa 3500 Gewalttätern auf Hamburgs Straßen. Während auf dem Kiez mehrere Demonstrationen gewaltfrei abliefen, lieferte sich die Polizei im Stadtteil Altona Gefechte mit Gewalttätern, die laut offiziellen Angaben mit Eisenstangen und Molotowcocktails auf Beamte losgingen. Die Bilanz: Ein Einsatzleiter sprach zunächst von 476 verletzten Beamten, später stellte sich jedoch heraus, dass diese Zahl mit Krankmeldungen und dergleichen aufgeblasen wurde und nicht zwingend mit Gewalt gegen Beamte zusammenhängt. 455 Beamte waren am Folgetag wieder einsatzbereit, zwei galten als schwerverletzt. Zur Gesamtzahl der verletzten Demonstranten gab es keine offiziellen Angaben. Dass es auch anders geht, beweist das G20-Treffen in Rom 2021. © Axel Heimken/dpa
Ein großer Anteil der Demonstranten gegen den G-20-Gipfel in Rom kamen aus den Reihen von Fridas-for-Future. Sie protestierten friedlich.
Ein großer Anteil der Demonstranten gegen den G20-Gipfel in Rom kamen aus den Reihen von Fridays for Future. Sie protestierten friedlich für mehr Klimaschutz und Teilhabe. Es setzte sich ein Demozug von 5000 bis 6000 Menschen in Bewegung. Das Polizeiaufgebot war riesig, Polizisten mit Schildern und Hubschraubern drehten ihre Runden über die Demo. Zahlreiche Wasserwerfer waren vor Ort. Das Ziel war klar: Italien wollte keine Bilder von Chaos, Randale und Verwüstung wie etwa vom G20-Gipfel in Hamburg oder Jahre zuvor aus Genua. Dafür hatte die Regierung aus Rom über 5000 zusätzliche Sicherheitskräfte angefordert. Sogar das Militär war im Einsatz und sicherte zusätzlich wichtige Orte ab. Doch die Befürchtungen stellten sich als unbegründet heraus. Tanzend und trommelnd zogen die Demonstranten rund zwei Kilometer durch die Stadt. Nach einer Kundgebung ging es den gleichen Weg zurück. All dies geschah, ohne dass die Sicherheitskräfte hätten einschreiten müssen.  © Matteo Nardone via www.imago-images.de

Update vom 17. Juni, 6.10 Uhr: Die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten haben bei einem Gipfeltreffen in Kanada eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht und zu einer „Deeskalation“ im Nahen Osten aufgerufen. Im fortschreitenden Konflikt zwischen dem Iran und Israel müsse eine Lösung gefunden werden, die zu „einer Deeskalation der Feindseligkeiten im Nahen Osten führt, einschließlich eines Waffenstillstands im Gazastreifen“, heißt es in der Erklärung vom Dienstagmorgen, die auch von US-Präsident Donald Trump unterzeichnet wurde.

Zugleich betonten die G7-Gipfelteilnehmer Israels „Recht, sich zu verteidigen und seine Zivilbevölkerung zu schützen. „Wir haben stets deutlich gemacht, dass der Iran niemals eine Atomwaffe haben kann“, heißt es in der Erklärung.

Update, 22.31 Uhr: Bundeskanzler Friedrich Merz ist am Rande des G7-Gipfels in Kanada zu einem bilateralen Treffen mit US-Präsident Donald Trump zusammengekommen. In der Delegation des Kanzlers war von einem „Pull-Aside“ die Rede – im diplomatischen Sprachgebrauch beschreibt dies eine kurze, eher spontane bilaterale Unterredung am Rande einer größeren Veranstaltung. Zu Verlauf und Inhalt des Treffens verlautete zunächst nichts.

Ausblick auf das G7-Treffen in Kanada: Experte sieht Stabilität als oberste Priorität

Update, 20.42 Uhr: Welche Erwartungen haben die übrigen G7-Staaten an US-Präsident Donald Trump beim Gipfeltreffen in Kananaskis? Angesichts der globalen Krisenherde und des Handelsstreits gibt es viel zu diskutieren. Die EU zeigt sich jedoch wenig optimistisch. Dr. Sascha Lohmann vom „Deutschen Institut für Internationale Politik und Sicherheit“ äußerte sich im Vorfeld des Treffens in Kanada gegenüber der Frankfurter Rundschau von IPPEN.MEDIA: „Man möchte erstmal versuchen, diesen großen Unsicherheitsfaktor, wie der Präsident gegenüber der EU auftritt, weitestgehend zu reduzieren, um wieder eine gewisse Stabilität ins Verhältnis zu bringen.“

Gleich zu Beginn des G7-Gipfels sorgte Trump für Aufsehen, indem er den Ausschluss Russlands vom G8-Gipfel als „großen Fehler“ bezeichnete. Er fügte hinzu: „Ich glaube, es gäbe jetzt keinen Krieg, wenn Russland dabei wäre.“ Dr. Lohmann betonte im Hinblick auf den Ukraine-Krieg, dass insbesondere die EU und das Vereinigte Königreich „an vielen Fronten mit dieser Unsicherheit konfrontiert“ seien, da „nicht klar erscheint, inwiefern Washington noch als Partner gesehen werden kann oder teilweise dann eben auch als Rivale.“ Ob sich die G7-Staaten mit Trump bei den vielen Themen einig werden, wird sich in den kommenden Tagen des Gipfels zeigen.

US-Präsident Donald Trump auf dem G7-Gipfel neben Kanadas Premier Mark Carney.

Update, 19.38 Uhr: In den strapazierten Beziehungen zwischen den USA und Kanada haben beide Seiten auf dem G7-Gipfel versöhnliche Töne angeschlagen und die US-Seite hat Hoffnung auf eine Einigung im Zollstreit gemacht. Beide Länder hätten mit Blick auf den Handel „unterschiedliche Konzepte“, sagte US-Präsident Donald Trump bei einem Treffen mit Kanadas Premierminister Mark Carney kurz vor dem offiziellen Start des G7-Gipfels in Kananaskis. Er selbst sei eine „Zoll-Person“, Carney habe eine komplexere Idee. Aber es sei „machbar“, dass sich beide Seiten einig würden.

G7-Gipfel in Kanada wird zur Trump-Show

Update, 19.01 Uhr: Es dauert nicht lange, bis der US-Präsident den G7-Gipfel in Kanada zur Trump-Show macht. In der Debatte über seine Migrationspolitik richtete Donald Trump erneut scharfe Worte gegen demokratisch regierte US-Städte und hat dabei insbesondere Chicago ins Visier genommen. „Sie haben einen wirklich schlechten Gouverneur in Chicago und einen schlechten Bürgermeister“, sagte er. Der demokratische Gouverneur von Illinois, J. B. Pritzker, sei „wahrscheinlich der schlechteste im ganzen Land“. In Los Angeles und New York sehe es nicht anders aus.

Trump wiederholte außerdem die Lüge, unter seinem demokratischen Amtsvorgänger Joe Biden seien 21 Millionen Migranten in die USA gelangt. Er sprach von „riesigen Zahlen“ an Schwerverbrechern, die sich vornehmlich in Großstädten aufhielten – und unterstellte den Demokraten, dort gezielt ihre Wählerschaft vergrößern zu wollen.

Update, 18.23 Uhr: Donald Trump hat den Ausschluss Russlands aus den G8 erneut scharf kritisiert. Kurz vor dem offiziellen Beginn des diesjährigen G7-Gipfels in Kanada beklagte Trump, die Entscheidung damals sei ein „großer Fehler“ gewesen. „Ich glaube, es gäbe jetzt keinen Krieg, wenn Russland dabei wäre“, sagte der US-Präsident bei einem Treffen mit Kanadas Premierminister Mark Carney mit Blick auf den Ukraine-Krieg. Es mache die Sache deutlich schwieriger, dass Russlands Präsident Wladimir Putin nicht mehr mit am Tisch sitze. 

Putin sei sehr beleidigt gewesen, als er aus der Runde verbannt worden sei, sagte Trump weiter. „So wie ich es wäre, so wie Sie es wären, so wie es jeder wäre.“ Der Kreml-Chef spreche deshalb mit niemandem außer mit ihm, betonte Trump. Momentan sei nicht der richtige Zeitpunkt, Russland wieder aufzunehmen, weil in der Zwischenzeit zu viel passiert sei, betonte er. Doch der Ausschluss damals sei falsch gewesen. 

Erstmeldung: Berlin/Kananaskis – Die verschiedenen Herangehensweisen der G7-Führungskräfte gegenüber Donald Trump werden entscheidend für den Ausgang des kommenden Gipfeltreffens sein. Die Spitzenvertreter der sieben führenden Industriestaaten (G7) kommen am Montag (16. Juni) in den kanadischen Rocky Mountains zusammen. Während Bundeskanzler Friedrich Merz zum ersten Mal an diesem Format teilnimmt, richtet sich das Hauptaugenmerk auf US-Präsident Trump, der bekanntermaßen wenig Begeisterung für derartige internationale Kooperationen zeigt.

Die erste Begegnung zwischen dem Kanzler und Trump im Weißen Haus fand ohne Zwischenfälle statt – was in der Trump-Ära bereits als diplomatischer Erfolg gewertet werden kann. In Kanada beabsichtigt Merz jetzt, die Verbindung weiter zu festigen. Im Anschluss an die Zusammenkunft beschrieb er seine Strategie im Umgang mit der Trump-Administration folgendermaßen: „Man kann mit ihnen reden, aber man darf sich nicht einschüchtern lassen.“ Zudem betonte er: „Hören wir mal auf, mit erhobenem Zeigefinger und gerümpfter Nase über Donald Trump zu reden.“

Herausforderung für Merz beim G7-Gipfel wegen Trump

Laut einer Mitteilung des Berliner Kanzleramts vom Donnerstag besteht die „größte Herausforderung“ in Kananaskis darin, den Zusammenhalt der G7-Gemeinschaft zu bewahren und den unberechenbaren US-Präsidenten Donald Trump in die gemeinsamen westlichen Standpunkte zu integrieren.

Was genau ist der G7-Gipfel eigentlich?

Die Gruppe der Sieben ist ein jährliches Treffen der Staats- und Regierungschefs von sieben führenden Industrienationen: Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Großbritannien und den USA. Die Europäische Union nimmt als strategischer Partner teil, gilt aber nicht als offizieller Mitgliedsstaat.

Das Forum behandelt zentrale globale Herausforderungen von internationaler Sicherheit und Wirtschaftsstabilität bis zu Klimawandel und technologischem Fortschritt. Die G7 gestaltet globale Politiken und fördert Demokratie, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit. Als informelle Gruppe ohne ständiges Sekretariat kann die G7 flexibel auf globale Entwicklungen reagieren und Lösungen für internationale Probleme entwickeln.

Der Gipfel in Kanada steht für den Kanzler „in der Fortsetzung seiner Reise nach Washington“. Ob eine zusätzliche Zweierbegegnung zwischen Merz und Trump stattfinden wird, ist gegenwärtig noch nicht geklärt. Die Bundesregierung rechnet nicht mit entscheidenden Fortschritten bei den zentralen Themen: Sie betrachtet das Gipfeltreffen vielmehr als „Zwischenetappe“, die möglicherweise das Fundament für weiterführende Gespräche schaffen könnte.

Alle Infos zum G7-Gipfel
Wann?vom 15. bis 17. Juni 2025
Wo?Kananaskis, Kanada inmitten des Rocky Mountain Gebirges
Wer nimmt teil?die USA, Kanada, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Japan, Italien und die EU
Welche Themen werden womöglich besprochen?Ukraine-Krieg, Russland-Sanktionen, Klimawandel, Zollstreit

Themen beim G7-Gipfel mit Trump: Russland, Ukraine, Zölle und mehr

Hinsichtlich der Ukraine-Unterstützung wird voraussichtlich der Nato-Gipfel in Den Haag zum Monatsende ausschlaggebend sein. Vorbereitende Diskussionen in Kananaskis könnten jedoch „die Grundlage für einen erfolgreichen Nato-Gipfel“ schaffen, wie aus Berliner Kreisen verlautete. Bereits die Aufrechterhaltung des gegenwärtigen Niveaus der US-Unterstützung für die Ukraine würde als Erfolg gewertet werden. Mit einer Übereinkunft bezüglich zusätzlicher Sanktionen gegen Russland oder einer gemeinsamen G7-Stellungnahme zur Ukraine wird beim Gipfel nicht gerechnet.

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