VonChristian Störschließen
Österreich hat gewählt. Die ersten Hochrechnungen zur Nationalratswahl decken sich mit den Umfragen im Vorfeld. Eine Überblick.
Update, 17.40 Uhr: Was die Umfragen lange angedeutet haben, bestätigt sich in den ersten Hochrechnungen: Die FPÖ geht als Sieger aus der Österreich-Wahl 2024 hervor. Die rechtspopulistische Partei erhält 29,1 Prozent. Die konservative ÖVP kommt auf 26,2 Prozent. Die SPÖ wird drittstärkste Kraft (20,4) vor den NEOS (8,8) und den Grünen (8,6 Prozent). Dahinter folgen KPÖ (2,9) und Bierpartei (2,1).
| Partei | Prozent |
| FPÖ | 29,1 Prozent |
| ÖVP | 26,2 Prozent |
| SPÖ | 20,4 Prozent |
| NEOS | 8,8 Prozent |
| Grüne | 8,6 Prozent |
| KPÖ | 2,9 Prozent |
| BIER | 2,1 Prozent |
Erstmeldung: Wien – Die Österreich-Wahl 2024 könnte für die FPÖ zum Triumph werden. Immerhin liegen die Rechtspopulisten in den Umfragen schon seit Monaten unangefochten auf Platz eins. Daran hat sich auch kurz vor der Nationalratswahl am 29. September bisher nichts geändert. Der Nationalrat bildet die zweite Kammer des österreichischen Parlaments.
Umfragen sehen FPÖ vor der Österreich-Wahl vorne
Die Zahlen fallen in der Tat recht eindeutig aus: So kommt die FPÖ in den Umfragen zur Österreich-Wahl auf etwa 27 bis 28 Prozent. Mit einigem Abstand folgen die konservative ÖVP und die sozialdemokratische SPÖ auf den Plätzen zwei und drei. Dahinter streiten sich die österreichischen Grünen und die liberalen Neos um Platz vier.
Was aber wird aus der Bierpartei, die bei der Österreich-Wahl 2024 erstmals bundesweit kandidiert? Den Umfragen zufolge könnte die linksliberale Bewegung des Punkrockers Dominik Wlazny (Künstlername Marco Pogo) in den Nationalrat einziehen. Ihre Werte sind zuletzt aber nach unten gegangen. Vor der Österreich-Wahl muss die Bierpartei zittern.
Hoffnungen auf den Einzug ins Parlament macht sich auch die KPÖ, die im April in Innsbruck den Sprung in den Gemeinderat geschafft hat. Die in Österreich geltende Vier-Prozent-Hürde scheint für die kommunistische Partei aber zu hoch, wie ein Blick auf den aktuellen Wahltrend der Nachrichtenagentur APA zeigt, der die aktuellen Umfragen zusammenfasst und gewichtet (Stand: 27. September).
| Partei | Umfragewert in % |
| FPÖ | 27,1 |
| ÖVP | 24,7 |
| SPÖ | 20,6 |
| Neos | 10,0 |
| Grüne | 8,3 |
| Bier | 3,8 |
| KPÖ | 3,0 |
Auch die aktuellsten Umfragen bestätigen den Trend. In allen Fällen liegt die FPÖ vor der ÖVP, in einer Erhebung aber nur noch mit einem Punkt. Die SPÖ hat Rang drei wohl sicher. Dahinter streiten Neos und die Grünen um die Plätze vier und fünf. Und es wird deutlich, dass die Bierpartei langsam zurückfällt. Dagegen scheint die KPÖ an Boden zu gewinnen.
Umfrage der Lazarsfeld Gesellschaft vom 26. September zur Österreich-Wahl
| Partei | Umfragewert in % |
| FPÖ | 26 |
| ÖVP | 25 |
| SPÖ | 21 |
| Neos | 12 |
| Grüne | 8 |
| KPÖ | 3 |
| Bier | 3 |
Umfrage des Instituts für Demoskopie und Datenanalyse vom 23. September zur Österreich-Wahl
| Partei | Umfragewert in % |
| FPÖ | 27 |
| ÖVP | 25 |
| SPÖ | 21 |
| Neos | 9 |
| Grüne | 9 |
| KPÖ | 3 |
| Bier | 3 |
Umfrage von OGM vom 19. September zur Österreich-Wahl
| Partei | Umfragewert in % |
| FPÖ | 26 |
| ÖVP | 25 |
| SPÖ | 21 |
| Grüne | 10 |
| Neos | 9 |
| Bier | 3 |
| KPÖ | 3 |
Umfrage von Market vom 19. September zur Österreich-Wahl
| Partei | Umfragewert in % |
| FPÖ | 27 |
| ÖVP | 25 |
| SPÖ | 20 |
| Neos | 11 |
| Grüne | 9 |
| Bier | 3 |
| KPÖ | 3 |
Umfrage von Unique Research vom 13. September zur Österreich-Wahl
| Partei | Umfragewert in % |
| FPÖ | 28 |
| ÖVP | 25 |
| SPÖ | 21 |
| Neos | 9 |
| Grüne | 8 |
| Bier | 4 |
| KPÖ | 3 |
FPÖ liegt in den Umfragen zur Österreich-Wahl an der Spitze – Wird Kickl aber auch Kanzler?
Ob FPÖ-Chef Herbert Kickl im Fall eines Wahlsiegs tatsächlich neuer Kanzler der Alpenrepublik wird, ist noch völlig offen. Die ÖVP als wohl einziger möglicher Koalitionspartner hat eine Zusammenarbeit mit Kickl ausgeschlossen, nicht aber mit der FPÖ als solcher. Auch ist fraglich, ob Alexander Van der Bellen die FPÖ mit der Regierungsbildung beauftragen wird. Dem Bundespräsidenten steht es frei, einen solchen Auftrag auch an den Zweitplatzierten zu vergeben. Davon würde den Umfragen zufolge ÖVP-Chef Karl Nehammer profitieren.
Ob für eine Mehrheit zwei oder gar drei Parteien nötig sind, hängt wesentlich vom Abschneiden der Kleinparteien bei der Österreich-Wahl ab. Sollte die Bierpartei ins Parlament einziehen, werden die Stimmen immerhin auf sechs Parteien aufgeteilt. Dann dürfte für eine Mehrheit eine Dreier-Koalition nötig sein. Die Umfragen zur Österreich-Wahl sprechen derzeit dafür. (cs/dpa)
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