Wahl zum Nationalrat

Erste Ergebnisse bestätigen Umfragen vor Österreich-Wahl - FPÖ vorne

  • schließen

Österreich hat gewählt. Die ersten Hochrechnungen zur Nationalratswahl decken sich mit den Umfragen im Vorfeld. Eine Überblick.

Update, 17.40 Uhr: Was die Umfragen lange angedeutet haben, bestätigt sich in den ersten Hochrechnungen: Die FPÖ geht als Sieger aus der Österreich-Wahl 2024 hervor. Die rechtspopulistische Partei erhält 29,1 Prozent. Die konservative ÖVP kommt auf 26,2 Prozent. Die SPÖ wird drittstärkste Kraft (20,4) vor den NEOS (8,8) und den Grünen (8,6 Prozent). Dahinter folgen KPÖ (2,9) und Bierpartei (2,1).

ParteiProzent
FPÖ29,1 Prozent
ÖVP26,2 Prozent
SPÖ20,4 Prozent
NEOS8,8 Prozent
Grüne8,6 Prozent
KPÖ2,9 Prozent
BIER2,1 Prozent

Erstmeldung: Wien – Die Österreich-Wahl 2024 könnte für die FPÖ zum Triumph werden. Immerhin liegen die Rechtspopulisten in den Umfragen schon seit Monaten unangefochten auf Platz eins. Daran hat sich auch kurz vor der Nationalratswahl am 29. September bisher nichts geändert. Der Nationalrat bildet die zweite Kammer des österreichischen Parlaments.

Die FPÖ liegt in den Umfragen vor der Österreich-Wahl an der Spitze. Ob Parteichef Herbert Kickl (rechts) Kanzler wird, ist dennoch fraglich.

Umfragen sehen FPÖ vor der Österreich-Wahl vorne

Die Zahlen fallen in der Tat recht eindeutig aus: So kommt die FPÖ in den Umfragen zur Österreich-Wahl auf etwa 27 bis 28 Prozent. Mit einigem Abstand folgen die konservative ÖVP und die sozialdemokratische SPÖ auf den Plätzen zwei und drei. Dahinter streiten sich die österreichischen Grünen und die liberalen Neos um Platz vier.

Was aber wird aus der Bierpartei, die bei der Österreich-Wahl 2024 erstmals bundesweit kandidiert? Den Umfragen zufolge könnte die linksliberale Bewegung des Punkrockers Dominik Wlazny (Künstlername Marco Pogo) in den Nationalrat einziehen. Ihre Werte sind zuletzt aber nach unten gegangen. Vor der Österreich-Wahl muss die Bierpartei zittern.

Hoffnungen auf den Einzug ins Parlament macht sich auch die KPÖ, die im April in Innsbruck den Sprung in den Gemeinderat geschafft hat. Die in Österreich geltende Vier-Prozent-Hürde scheint für die kommunistische Partei aber zu hoch, wie ein Blick auf den aktuellen Wahltrend der Nachrichtenagentur APA zeigt, der die aktuellen Umfragen zusammenfasst und gewichtet (Stand: 27. September). 

ParteiUmfragewert in %
FPÖ27,1
ÖVP24,7
SPÖ20,6
Neos10,0
Grüne8,3
Bier3,8
KPÖ3,0

Auch die aktuellsten Umfragen bestätigen den Trend. In allen Fällen liegt die FPÖ vor der ÖVP, in einer Erhebung aber nur noch mit einem Punkt. Die SPÖ hat Rang drei wohl sicher. Dahinter streiten Neos und die Grünen um die Plätze vier und fünf. Und es wird deutlich, dass die Bierpartei langsam zurückfällt. Dagegen scheint die KPÖ an Boden zu gewinnen.

Umfrage der Lazarsfeld Gesellschaft vom 26. September zur Österreich-Wahl

ParteiUmfragewert in %
FPÖ26
ÖVP25
SPÖ21
Neos12
Grüne8
KPÖ3
Bier3

Umfrage des Instituts für Demoskopie und Datenanalyse vom 23. September zur Österreich-Wahl

ParteiUmfragewert in %
FPÖ27
ÖVP25
SPÖ21
Neos9
Grüne9
KPÖ3
Bier3

Umfrage von OGM vom 19. September zur Österreich-Wahl

ParteiUmfragewert in %
FPÖ26
ÖVP25
SPÖ21
Grüne10
Neos9
Bier3
KPÖ3

Umfrage von Market vom 19. September zur Österreich-Wahl

ParteiUmfragewert in %
FPÖ27
ÖVP25
SPÖ20
Neos11
Grüne9
Bier3
KPÖ3

Umfrage von Unique Research vom 13. September zur Österreich-Wahl

ParteiUmfragewert in %
FPÖ28
ÖVP25
SPÖ21
Neos9
Grüne8
Bier4
KPÖ3

FPÖ liegt in den Umfragen zur Österreich-Wahl an der Spitze – Wird Kickl aber auch Kanzler?

Ob FPÖ-Chef Herbert Kickl im Fall eines Wahlsiegs tatsächlich neuer Kanzler der Alpenrepublik wird, ist noch völlig offen. Die ÖVP als wohl einziger möglicher Koalitionspartner hat eine Zusammenarbeit mit Kickl ausgeschlossen, nicht aber mit der FPÖ als solcher. Auch ist fraglich, ob Alexander Van der Bellen die FPÖ mit der Regierungsbildung beauftragen wird. Dem Bundespräsidenten steht es frei, einen solchen Auftrag auch an den Zweitplatzierten zu vergeben. Davon würde den Umfragen zufolge ÖVP-Chef Karl Nehammer profitieren.

Ob für eine Mehrheit zwei oder gar drei Parteien nötig sind, hängt wesentlich vom Abschneiden der Kleinparteien bei der Österreich-Wahl ab. Sollte die Bierpartei ins Parlament einziehen, werden die Stimmen immerhin auf sechs Parteien aufgeteilt. Dann dürfte für eine Mehrheit eine Dreier-Koalition nötig sein. Die Umfragen zur Österreich-Wahl sprechen derzeit dafür. (cs/dpa)

Rubriklistenbild: © Rudi Gigler/Imago

Kommentare