Wann kommt das Kriegsende?

„Soll bis 2026 so weitergehen“: Telefonat offenbart Verzweiflung russischer Soldaten im Ukraine-Krieg

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Ein Telefonat zwischen einem Soldaten und seiner Mutter zeigt die Missstände in Putins Militär – und widerspricht der Hoffnung auf ein schnelles Ende des Ukraine-Kriegs.

Kiew – Telefonate von russischen Soldaten mit ihren Angehörigen werden immer wieder abgehört. Die vertrauten Gespräche geben einen Einblick über den Kampf an der Front. Sie verraten aber auch Informationen über die Organisation von Russlands Militär im Ukraine-Krieg. Ein abgehörtes Telefonat zwischen einem Soldaten und seiner Mutter lasse auf kein Ende des Ukraine-Kriegs hoffen und deute auf Rekrutierung kranker Soldaten hin.

„Kein Ende in Sicht“: Ukraine-Krieg geht wohl mindestens drei Jahre weiter

Der Soldat habe erzählt, dass Russland seinen Angriffskrieg auf die Ukraine mindestens drei weitere Jahre fortsetzen wolle, so die Kyiv Post. Demnach sei erstmal kein Ende des Ukraine-Krieges absehbar. Das deckt sich mit der Einschätzung der führenden deutschen Friedensforschungsinstitute. In ihrem Gutachten 2023 geben die Friedensexperten bekannt, dass „kein Ende der Gewalt in Sicht“ sei, berichtet die Deutsche Welle. „Der Krieg in der Ukraine wird Deutschland, Europa und die Welt noch sehr lange begleiten“, erklärten sie in Berlin.

Laut russischem Soldaten werde der Ukraine-Krieg noch mindestens drei Jahre anhalten.

Russisches Militär: Statt Ende des Ukraine-Kriegs werden kranke Russen für die Front rekrutiert

Im abgehörten Telefonat berichte der russische Soldat zudem von der Rekrutierung von Männern, die medizinisch nicht für den Wehrdienst geeignet seien. Diese würden an die Front geschickt – auch dies widerspricht einem schnellen Ende des Ukraine-Kriegs. „Hier haben wir einen Mann, der in Moskau einer (Herz-)Operation hatte. Und weißt du was? Sie sagen ihm, dass er für den Militärdienst geeignet und gesund sei“, habe es in dem Gespräch geheißen. Jeder würde ausnahmslos in die Kategorie „F“ – wehrtauglich – eingestuft.

Laut Kyiv Post deuten zuvor veröffentlichte abgehörte Gespräche zwischen russischen Soldaten und Familienangehörigen daraufhin, dass Mütter verzweifelt versuchen, ihre Söhne von der Front in der Ukraine zurückzuholen. Videos sollen dabei helfen, um das Fehlverhalten der Militärbehörden im Ukraine-Krieg aufzudecken.

Kein Ende im Ukraine-Krieg: Wachsende Gewalt – Abgehörte Telefongespräche geben Einblick

Auch viele andere Soldaten erzählen von wachsender Gewalt im Ukraine-Krieg und wie das Unvorstellbare zur Normalität geworden sein. „Manche Menschen haben solche Angst, dass sie bereit sind, sich selbst zu verletzen, nur um zu gehen“, erzählte laut AP News ein Soldat seiner Mutter. Andere Soldaten würden zur Flasche greifen, weil es betrunken einfacher sei, Zivilisten zu töten. „Noch nie hab ich eine solche Hölle gesehen“, sagte ein russischer Soldat am Telefon. Mit den anhaltenden Kämpfen und der weiterlaufenden Gegenoffensive der Ukraine sehen weder russische noch ukrainische Soldaten ein Ende des Konflikts. (hk)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/Sputnik | Anton Vergun

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