Die hier verarbeiteten Informationen stammen von internationalen Medien und Nachrichtenagenturen, aber auch von den Kriegsparteien Russland, der Ukraine und ihren Verbündeten. Insbesondere die Angaben zu Verlusten der beteiligten Armeen im Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Update vom 10. August, 22.35 Uhr: In der Großstadt Saporischschja kam es am Donnerstagabend zu erneuten Angriffen durch die russische Armee. Behörden zufolge hat die Armee hauptsächlich zivile Infrastruktur ins Visier genommen und dabei mehrere Opfer gefordert. Mindestens eine Person sei getötet und mindestens neun verletzt worden, teilte Anatolij Kurtew, Sekretär des Stadtrats von Saporischschja, auf Telegram mit.
Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj meldete sich zu Wort. Unter anderem sei ein Feuer in einem Gebäude ausgebrochen, nachdem es von Raketen getroffen wurde. „Der russische Terror wird unweigerlich verlieren“, sagte Selenskyj.
Ukraine-Krieg: Heftige Gefechte zwischen russischen und ukrainischen Truppen
Update vom 10. August, 20.55 Uhr: Die ukrainische Armee sieht sich an vielen Frontabschnitten im Osten und Süden heftigen Angriffen russischer Truppen ausgesetzt. Das geht aus dem Bericht des Generalstabs in Kiew am Donnerstagabend hervor. Genannt wurden die Frontabschnitte Kupjansk, Lyman, Bachmut, Awdijiwka, Marjinka und Schachtarsk. Die russische Armee begleite die Angriffe mit Artilleriefeuer und Luftangriffen. Es gelinge aber jeweils, die Angreifer zu stoppen, hieß es. Die Militärangaben sind unabhängig nicht zu überprüfen.
Ukraine-Krieg: Kiew verkündet Rückeroberungen rund um Bachmut
Update vom 10. August, 19.20 Uhr: Die ukrainischen Streitkräfte haben offenbar die Umgebung rund um die monatelang umkämpfte Kleinstadt Bachmut zurückerobert. Dies teilte die stellvertretende Verteidigungsministerin Hanna Maljar mit. In einem Interview mit dem Guardian sagte Maljar, dass sich die russischen Soldaten kaum mehr um Bachmut bewegen könnten. Während die Ukraine am Rande der Stadt auf dem Vormarsch sei, habe Russland versucht, die ukrainischen Truppen durch Angriffe auf Gebiete in der Region Charkiw abzulenken.
Update vom 10. August, 18.00 Uhr: Laut offiziellen Angaben sind bei dem Beschuss eines russischen Dorfes nahe der Ukraine zwei Menschen verletzt und eine Person getötet worden. „Die Streitkräfte der Ukraine haben das Dorf Chausy im Bezirk Pogarsky beschossen“, schrieb der Gouverneur der Grenzregion Brjansk, Alexander Bogomaz, auf Telegram. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete zuvor über den Angriff.
Ukraine-Krieg: Taurus-Raketen für Kiew? Bundesregierung angeblich vor Entscheidung
Update vom 10. August, 16.35 Uhr: Seit Monaten bittet Kiew die deutsche Bundesregierung um die hocheffektiven „Taurus-Marschflugkörper, die der Ukraine einen entscheidenden Vorteil verschaffen könnten. Nun steht die Ampelkoalition offenbar kurz vor einer Entscheidung und will „in Kürze“ die Lieferung des „Taurus“-Systems an die Ukraine verkünden, wie t-online berichtet. Das Kanzleramt wolle sich in dieser Sache eng mit Washington abstimmen und neue Waffensystem nur koordiniert mit den USA der Ukraine zur Verfügung stellen.
Bisher herrschten auch in Washington Bedenken gegen eine Lieferung von „ATACMS“-Raketen, dem US-Pendant zum deutschen „Taurus“. Zentrales Argument gegen deren Bereitstellung für die Ukraine war die große Reichweite von 300 Kilometern, die es den ukrainischen Streitkräften theoretisch ermöglicht, russisches Territorium zu attackieren. Dieselben Bedenken verhinderten bisher auch eine Lieferung der deutschen „Taurus“-Raketen, die sogar eine Reichweite von 500 Kilometern haben.
Die Nato wächst und kämpft: Alle Mitgliedstaaten und Einsätze des Bündnisses
US-Präsident Biden will mehr Kriegshilfen für die Ukraine
Update vom 10. August, 14.30 Uhr: US-Präsident Joe Biden beabsichtigt, vom Kongress Finanzmittel in Höhe von 25 Milliarden US-Dollar zu fordern, darunter Kriegshilfen für die Ukraine. Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf eine „mit den Plänen vertraute Person“. Es wird gemutmaßt, dass die nur stockend vorankommende ukrainische Gegenoffensive diese Mehrausgaben nötig macht. Ein entsprechender Antrag Bidens dürfte für Konflikte mit den Republikanern sorgen. Deren Chefs im Kongress haben sich zuletzt davor gescheut, mehr Hilfen für die Ukraine zu genehmigen.
„Was ist mit dem Geld, das wir bereits ausgegeben haben?“, fragte der republikanische Sprecher im Repräsentantenhaus, Kevin McCarthy, im vergangenen Juni. Damals schloss er aus, einer Abstimmung über weitere Mittel für die Ukraine zuzustimmen, wenn die Staatsausgaben dadurch zu nahe an die mit Biden vereinbarte Schuldenobergrenze in Höhe von 886 Milliarden US-Dollar heranreichen sollten. Er unterstütze die Kriegsanstrengungen der Ukraine, wünsche aber eine gewissenhafte Prüfung aller Anfragen nach mehr Mitteln.
Ukraine-Krieg: Kiew evakuiert 37 Dörfer in der umkämpften Region Kupjansk
Update vom 10. August, 12.50 Uhr: Wegen heftiger Kämpfe bei der ostukrainischen Stadt Kupjansk haben die ukrainischen Behörden die Evakuierung von 37 Ortschaften in der Region angeordnet. Laut einer Liste, die die städtische Militärverwaltung am Donnerstag veröffentlichte, handelt es sich um Dörfer im nördlichen und südlichen Umland, aber auch um Teile der Stadt, die am Ostufer des Flusses Oskil liegen. Mehr als 11.000 Menschen, darunter 600 Kinder, seien betroffen, schrieb der Leiter der regionalen Militärverwaltung, Oleh Synjehubow.
Die Ukraine hatte Kupjansk im Gebiet Charkiw im vergangenen Jahr aus russischer Besatzung befreit. Die Region wurden danach immer wieder Ziel russischen Beschusses. In der Nacht zum Donnerstag (10. August) soll eine Fliegerbombe das Gebäude der Stadtverwaltung beschädigt haben, wie Synjehubow auf seinem Telegram-Kanal schreibt.
Ukraine-Krieg: „Nicht länger bereit, direkt mit Putin zu verhandeln“
Update vom 10. August, 12.33 Uhr: Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba hat in einem Interview mit der italienischen Zeitung Corriere della Sierra direkte Verhandlungen mit Putin abgelehnt „Wir sind nicht länger bereit, direkt mit Wladimir Putin zu verhandeln“, erklärte er. „Wir vertrauen ihm absolut nicht.“ Die im Ukraine-Krieg begangenen Verbrechen seien „zu schwerwiegend“, sagte Kuleba. „Für uns ist klar, dass wir Putin und Selenskyj nie an einem Tisch sitzen sehen werden.“
Sofern Russland zu einem Abzug auf der Ukraine bereit sei, seien aber Friedensverhandlungen durch Dritte möglich. „Es gibt andere diplomatische Möglichkeiten, indirekt zu verhandeln“, so der ukrainische Politiker. Als Beispiel nannte er den Getreidedeal, der mithilfe von UN-Generalsekretär António Guterres und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ausgehandelt wurde. „Wir brauchen eine gewisse Kreativität, um Lösungen zu finden. Wir werden mit allen Mitteln nach ihnen suchen, aber im Moment fehlen die Voraussetzungen: Russland greift uns weiterhin an, es zieht Krieg dem Frieden vor.“
Ukraine-Krieg: Russland spricht von Nato-Szenario für Atomwaffen-Einsatz
Update vom 10. August, 11.13 Uhr: Die Nato arbeite an einem Szenario für einen Einsatz von Atomwaffen gegen Russland, behauptete der russische Vize-Außenminister Michail Galuzin in einem Interview mit der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass. Russland sei zunehmend vom Westen bedroht, erklärte der russische Top-Diplomat. Eine Reaktion darauf sei die Stationierung russischer Atomwaffen in Belarus.
Galuzin warf den USA vor, sie hätten weiterhin Atomwaffen auf Territorien von Nato-Mitgliedsstaaten stationiert, die nicht selbst über Nuklearwaffen verfügen. Und das, obwohl es keine „echten Bedrohungen“ gäbe. Beim kürzlichen Gipfel in Vilnius habe die Nato außerdem die „Schlüsselrolle von Atomwaffen bei der Abschreckung potenzieller Gegner“ hervorgehoben.
Update vom 10. August, 10.38 Uhr: In Russland wird weiter nach zwölf Vermissten unter den Trümmern in der Stadt Sergijew Possad gesucht. Dort hat sich am Mittwoch (9. August) in einer mutmaßlich für die russische Rüstungsindustrie tätigen Firma eine schwere Explosion ereignet. Über die Suche nach den Vermissten berichtet die Agentur Interfax unter Berufung auf den Zivilschutz. Bislang seien ein Todesopfer sowie 55 Verletzte registriert worden.
Einer Recherche des unabhängigen Portals „Agentstwo“ zufolge soll das Werk, auf dessen Gelände sich die Explosion ereignete, an der Entwicklung eines neuen Kampfflugzeugs beteiligt gewesen sein. Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs wird deshalb auch über eine mögliche gezielte Attacke auf Sergijew Possad, beispielsweise mit Drohnen, spekuliert.
Ukraine-Krieg: Polen verstärkt Truppen an Grenze zu Belarus
Update vom 10. August, 10.20 Uhr: Polen wappnet sich verstärkt gegen einen Angriff aus Belarus: Die polnisch-belarussische Grenze werde mittlerweile mit 10.000 Mann verteidigt, sagte der polnische Verteidigungsminister Mariusz Błaszczak laut der polnischen Nachrichtenagentur WNP in einem Fernsehinterview. „Wir müssen auf verschiedene Szenarien vorbereitet sein, wir schließen nichts aus. Deshalb haben wir beschlossen, Truppen näher an die Grenze zu verlegen, um den Angreifer abzuschrecken“, betonte er. 4000 der Soldaten würden sich direkt an der Grenze befinden, während sich die restlichen 6000 in Grenzregionen Polens stationieren würden.
Błaszczak reagierte in dem Interview auch auf eine Drohung des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko: „Natürlich ist dies die Ankündigung einer Provokation“, sagte der polnische Politiker. Lukaschenko hatte Polen unterstellt, einen Angriff auf Belarus zu planen. „Eure Politiker entfachen in einem Wahnsinn des Chauvinismus mit ihren Taten und ihrer Rhetorik das Feuer des Krieges“, hatte der belarussische Staatschef in einer Sitzung mit seinen Streitkräften gesagt. „Die Geschichte hat viele Beispiele dafür, wie die Weißrussen die Invasion aus dem Westen abgewehrt haben. Nehmen Sie sich die Zeit, dies am eigenen Leibe zu erleben“, so Lukaschenko, direkt an Polen gerichtet.
Ukraine-Krieg: Drohnenangriff auf russischen Tanker vor Krim
Erstmeldung vom 7. August: Kiew – Die ukrainischen Streitkräfte greifen im Ukraine-Krieg allem Anschein nach vermehrt Ziele im Schwarzen Meer an. Damit soll der Nachschub der russischen Angreifer gestoppt werden, schreibt das US-Institut für Kriegsstudien (ISW). In der Nacht zum Samstag (5. August) zum Beispiel war der russische Tanker „SIG“ vor der Krim schwer beschädigt worden.
Der Angriff auf den russischen Öltanker SIG sei ein „erfolgreicher Spezialeinsatz“, hieß es aus ukrainischen Sicherheitskreisen gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Dabei seien eine Marinedrohne und Sprengstoff zum Einsatz gekommen. Das Schiff sei „gut mit Treibstoff beladen gewesen, sodass das ‚Feuerwerk‘ von Weitem gesehen werden konnte“, hieß es.
Der Tanker soll auch das russische Militär mit Treibstoff versorgt haben. Das Schiff schwimme aber noch, hieß es auf russischer Seite weiter. Eine Ölsperre sei um ihn herum errichtet worden, die Reparatur werde vorbereitet. Der Chemikalientanker ist von den USA mit Sanktionen belegt.
Russisches Kriegsschiff im Ukraine-Krieg unter Beschuss – „Terrorattacke“
Erst am Freitag hatte die Ukraine gemeldet, dass das russische Kriegsschiff „Olenegorsk Gornjak“ das Ziel einer nächtlichen Drohnenattacke in Noworossijsk geworden sei. Es war der erste derartige Angriff auf den russischen Marinestützpunkt seit Kriegsbeginn. Bilder zeigten das Landungsschiff in geneigter Lage. Auch kriegsbefürwortende russische Militärblogger schrieben von Beschädigungen des Schiffes.
Noworossijsk ist ein wichtiger Hafen für Öltanker und liegt am Ende einer etwa 1500 Kilometer langen Pipeline, die Öl aus Kasachstan und mehreren russischen Regionen liefert. Das russische Außenministerium verurteilte den Angriff auf die SIG als „Terrorattacke“. Das schrieb Ministeriumssprecherin Maria Sacharowa auf Telegram.
Nach dem jüngsten ukrainischen Beschuss russisch kontrollierter Brücken zwischen der Krim und Cherson sieht das ISW Russlands Militärtransporte in der Region erschwert. Die russischen Truppen im besetzten Teil Chersons erhalten den Nachschub vor allem auch über die von Russland schon 2014 annektierte Krim. Der Straßen- und Schienenverkehr lief dort aber weiter. (mit Agenturmaterial)