Raketen auf Saporischschja

Putins Truppen starten heftige Angriffe entlang der Front – Selenskyj verurteilt „russischen Terror“

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  • Fabian Müller
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Auf dem Schlachtfeld kommt es vielerorts zu starken Gefechten. In Bachmut starten erste Rückeroberungen. Der News-Ticker zum Ukraine-Krieg.

  • Rückeroberungen bei Bachmut: Flammen die Kämpfe um die Kleinstadt wieder auf?
  • Taurus-Raketen für Kiew: Die Bundesregierung steht wohl vor einer Entscheidung
  • Die hier verarbeiteten Informationen stammen von internationalen Medien und Nachrichtenagenturen, aber auch von den Kriegsparteien Russland, der Ukraine und ihren Verbündeten. Insbesondere die Angaben zu Verlusten der beteiligten Armeen im Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Update vom 11. August, 7.37 Uhr: Dieser News-Ticker zum Ukraine-Krieg ist beendet. Die weiteren Entwicklungen hier.

Update vom 10. August, 22.35 Uhr: In der Großstadt Saporischschja kam es am Donnerstagabend zu erneuten Angriffen durch die russische Armee. Behörden zufolge hat die Armee hauptsächlich zivile Infrastruktur ins Visier genommen und dabei mehrere Opfer gefordert. Mindestens eine Person sei getötet und mindestens neun verletzt worden, teilte Anatolij Kurtew, Sekretär des Stadtrats von Saporischschja, auf Telegram mit.

Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj meldete sich zu Wort. Unter anderem sei ein Feuer in einem Gebäude ausgebrochen, nachdem es von Raketen getroffen wurde. „Der russische Terror wird unweigerlich verlieren“, sagte Selenskyj.

Ukraine-Krieg: Heftige Gefechte zwischen russischen und ukrainischen Truppen

Update vom 10. August, 20.55 Uhr: Die ukrainische Armee sieht sich an vielen Frontabschnitten im Osten und Süden heftigen Angriffen russischer Truppen ausgesetzt. Das geht aus dem Bericht des Generalstabs in Kiew am Donnerstagabend hervor. Genannt wurden die Frontabschnitte Kupjansk, Lyman, Bachmut, Awdijiwka, Marjinka und Schachtarsk. Die russische Armee begleite die Angriffe mit Artilleriefeuer und Luftangriffen. Es gelinge aber jeweils, die Angreifer zu stoppen, hieß es. Die Militärangaben sind unabhängig nicht zu überprüfen.

Die Ukraine hat die Stadt Kupjansk erst vor kurzem von Russland zurückerobert. Die heftigen Gefechte in der Region gehen aber weiter. (Archivfoto)

Ukraine-Krieg: Kiew verkündet Rückeroberungen rund um Bachmut

Update vom 10. August, 19.20 Uhr: Die ukrainischen Streitkräfte haben offenbar die Umgebung rund um die monatelang umkämpfte Kleinstadt Bachmut zurückerobert. Dies teilte die stellvertretende Verteidigungsministerin Hanna Maljar mit. In einem Interview mit dem Guardian sagte Maljar, dass sich die russischen Soldaten kaum mehr um Bachmut bewegen könnten. Während die Ukraine am Rande der Stadt auf dem Vormarsch sei, habe Russland versucht, die ukrainischen Truppen durch Angriffe auf Gebiete in der Region Charkiw abzulenken.

Update vom 10. August, 18.00 Uhr: Laut offiziellen Angaben sind bei dem Beschuss eines russischen Dorfes nahe der Ukraine zwei Menschen verletzt und eine Person getötet worden. „Die Streitkräfte der Ukraine haben das Dorf Chausy im Bezirk Pogarsky beschossen“, schrieb der Gouverneur der Grenzregion Brjansk, Alexander Bogomaz, auf Telegram. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete zuvor über den Angriff.

Ukraine-Krieg: Taurus-Raketen für Kiew? Bundesregierung angeblich vor Entscheidung

Update vom 10. August, 16.35 Uhr: Seit Monaten bittet Kiew die deutsche Bundesregierung um die hocheffektiven „Taurus-Marschflugkörper, die der Ukraine einen entscheidenden Vorteil verschaffen könnten. Nun steht die Ampelkoalition offenbar kurz vor einer Entscheidung und will „in Kürze“ die Lieferung des „Taurus“-Systems an die Ukraine verkünden, wie t-online berichtet. Das Kanzleramt wolle sich in dieser Sache eng mit Washington abstimmen und neue Waffensystem nur koordiniert mit den USA der Ukraine zur Verfügung stellen.

Bisher herrschten auch in Washington Bedenken gegen eine Lieferung von „ATACMS“-Raketen, dem US-Pendant zum deutschen „Taurus“. Zentrales Argument gegen deren Bereitstellung für die Ukraine war die große Reichweite von 300 Kilometern, die es den ukrainischen Streitkräften theoretisch ermöglicht, russisches Territorium zu attackieren. Dieselben Bedenken verhinderten bisher auch eine Lieferung der deutschen „Taurus“-Raketen, die sogar eine Reichweite von 500 Kilometern haben.

Die Nato wächst und kämpft: Alle Mitgliedstaaten und Einsätze des Bündnisses

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Gegründet wurde die Nato am 4. April 1949 in Washington, D.C. Zunächst zwölf Staaten unterzeichneten den Nordatlantikvertrag: Belgien, Dänemark, Frankreich, das Vereinigte Königreich, Island, Italien, Kanada, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Portugal und die USA. Sie wurden zu den Gründungsmitgliedern der Nato. Hier präsentiert Gastgeber und US-Präsident Harry S. Truman das Dokument, das die Grundlage für das Verteidigungsbündnis bildet. Der erste Oberkommandeur war der US-Amerikaner Dwight D. Eisenhower, der nach seiner Zeit bei der Nato Truman im Amt des US-Präsidenten beerben sollte. © imago
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In den ersten Jahren nach ihrer Gründung stand die Nato ganz im Dienste der Abwehr der sowjetischen Gefahr. 1952 fanden in Deutschland zahlreiche Manöver der Mitgliedsstaaten statt, unter anderem überwacht vom zweiten Oberkommandeur der Nato, Matthew Ridgway (2.v.l.) und dem damaligen französischen Botschafter in Deutschland, Andre Francois-Poncet (3.v.r.). © imago
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Im Jahr 1952 traten zwei weitere Länder der Nato bei: Griechenland und die Türkei. Die Anzahl der Nato-Mitglieder stieg also auf 14. Noch im selben Jahr fanden die ersten Manöver des Verteidigungsbündnisses statt. Beteiligt waren neben Einheiten Großbritanniens und der USA auch Kampftaucher, sogenannte Froschmänner, der türkischen Marine. © imago
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Im Jahr 1954 beschlossen die Nato-Mitgliedsstaaten auch der Bundesrepublik Deutschland den Beitritt anzubieten. Der britische Außenminister Anthony Eden reiste nach Paris, um im Palais de Chaillot die Vereinbarung zu unterzeichnen. Ein Jahr später, 1955, wurde die BRD als 15. Mitglied der Nato in das Verteidigungsbündnis aufgenommen. © UPI/dpa
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Kurz nach Gründung durchlitt die Nato bereits ihre erste interne Krise. Frankreich entzog bereits 1959 seine Flotte der Nato-Unterstellung. 1966 verabschiedeten sich die Vertreter des Landes aus allen militärischen Organen des Verteidigungsbündnisses. Frankreichs Präsident Charles de Gaulle (l.), hier bei der Beerdigung John F. Kennedys, fürchtete eine Dominanz der USA in der Nato und pochte auf die Unabhängigkeit der französischen Streitkräfte. Das Land kehrte erst im Jahr 2009 wieder als vollwertiges Mitglied in die militärischen Strukturen zurück. © imago
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Im Jahr 1982 fand die nächste Erweiterungsrunde der Nato statt. Spanien wurde das 16. Mitglied des Verteidigungsbündnisses und nahm kurz darauf am Nato-Gipfel in Bonn teil. In der damaligen Bundeshauptstadt kamen die Staatsoberhäupter und Regierungschefs zusammen (v.l.n.r.): Kare Willoch (Norwegen), Francisco Balsemao (Portugal), Leopoldo Calvo-Sotelo (Spanien), Bülent Ulusu (Türkei), Margaret Thatcher (Großbritannien) und Ronald Reagan (USA). © imago
Ihren ersten Kampfeinsatz startete die Nato am 30. August 1995 mit der Operation „Deliberate Force“ gegen serbische Freischärler im ehemaligen Jugoslawien. Offiziell trat die Nato dabei nur als eine Art bewaffneter Arm der UN-Mission im Land auf. Beteiligt waren 5000 Soldaten aus 15 Ländern mit 400 Flugzeugen, darunter 222 Kampfflugzeugen. 54 dieser Maschinen, die rund um die Uhr von drei Flugzeugträgern und 18 Luftwaffenstützpunkten in Europa losflogen, waren F-16 Fighting Falcon (im Bild).
Am 30. August 1995 startete die Nato die Operation „Deliberate Force“ gegen serbische Freischärler im ehemaligen Jugoslawien. Offiziell trat die Nato dabei nur als eine Art bewaffneter Arm der UN-Mission im Land auf. Beteiligt waren 5000 Soldaten aus 15 Ländern mit 400 Flugzeugen, darunter 222 Kampfflugzeugen. 54 dieser Maschinen, die rund um die Uhr von drei Flugzeugträgern und 18 Luftwaffenstützpunkten in Europa losflogen, waren F-16 Fighting Falcon (im Bild). © DOD/USAF/afp
Bei der Operation kam es zum ersten Kampfeinsatz der deutschen Luftwaffe seit dem Zweiten Weltkrieg. 14 deutsche Tornado-Kampfflugzeuge flogen von Piacenza aus 65 Einsätze. Nach dem Abzug der schweren Waffen durch die Serben und einer Garantie für die verbliebenen Schutzzonen wurde die Luftoperation am 21. September 1995 beendet. Nato-Befehlshaber Leighton Smith (Mitte) und UN-Balkankommandant Bernard Janvier (rechts) konnten sich schon am Tag davor am Flughafen von Sarajevo als Sieger fühlen.
Am ersten Kampfseinsatz der Nato war auch Deutschland beteiligt. Die Bundeswehr schickte Tornado-Kampfflugzeuge in den Krieg in Jugoslawien. Ab Juni 1999 übernahm Deutschland die militärische Führung über einen Sektor des Kosovos im Rahmen der so genannten Kosovo-Friedenstruppe (KFOR). Zu Beginn befanden sich rund 6.000 deutsche Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr im Einsatz im Kosovo. © ANJA NIEDRINGHAUS/afp
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Es war der erste Kriegseinsatz der deutschen Luftwaffe seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. 14 deutsche Tornado-Kampfflugzeuge flogen von Piacenza aus 65 Einsätze im ehemaligen Jugoslawien. Nach dem Abzug der schweren Waffen durch die Serben und einer Garantie für die verbliebenen Schutzzonen wurde die Luftoperation am 21. September 1995 beendet. © dpa
Bereits im Jahr 1998 hatte hatte das Kabinett Kohl gemeinsam mit den Wahlsiegern der Bundestagswahl 1998, Gerhard Schröder und Joschka Fischer, den ersten Einsatz deutscher Soldaten in einem militärischen Konflikt in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg beschlossen. Außenminister Fischer appellierte: „Wir haben immer gesagt: ‚Nie wieder Krieg!‘ Aber wir haben auch immer gesagt: ‚Nie wieder Auschwitz!‘“ Die Menschen in Deutschland gingen bei Antikriegsdemos gegen den Nato-Einsatz auf die Straße, so wie hier zum Beispiel am 25. März 1999 in Leipzig.
Bereits im Jahr 1998 hatte das Kabinett Kohl gemeinsam mit den Wahlsiegern der Bundestagswahl 1998, Gerhard Schröder und Joschka Fischer, den ersten Einsatz deutscher Soldaten in einem militärischen Konflikt in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg beschlossen. Außenminister Fischer appellierte: „Wir haben immer gesagt: ‚Nie wieder Krieg!‘ Aber wir haben auch immer gesagt: ‚Nie wieder Auschwitz!‘“ Die Menschen in Deutschland gingen bei Antikriegsdemos gegen den Nato-Einsatz auf die Straße, so wie hier zum Beispiel am 25. März 1999 in Leipzig.  © ECKEHARD SCHULZ/Imago
Seit Anfang 2001 lieferten sich die Rebellen der UCK (Befreiungsarmee im Kosovo), die bereits im Kosovo-Krieg gegen die Serben gekämpft hatten, Kämpfe mit der mazedonischen Armee. Nach Abschluss eines Friedensabkommens stimmte die UCK ihrer Entwaffnung und Auflösung zu und übergab der Nato ihre Waffen. Insgesamt wurden 3875 Waffen der Rebellen eingesammelt und eingeschmolzen.
Seit Anfang 2001 lieferten sich die Rebellen der UCK (Befreiungsarmee im Kosovo), die bereits im Kosovo-Krieg gegen die Serben gekämpft hatten, Kämpfe mit der mazedonischen Armee. Nach Abschluss eines Friedensabkommens stimmte die UCK ihrer Entwaffnung und Auflösung zu und übergab der Nato ihre Waffen. Insgesamt wurden 3875 Waffen der Rebellen eingesammelt und eingeschmolzen. © Louisa Gouliamaki/dpa
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Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs erweiterte sich die Nato um Länder der ehemaligen Sowjetunion. Am 12. März 1999 wurden die Flaggen von Polen, Tschechien und Ungarn am Nato-Hauptquartier in Brüssel (Belgien) gehisst. Das Verteidigungsbündnis war damit auf 19 Mitgliedsstaaten gewachsen. © ATTILA SEREN/imago
Im August 2003 übernahm die Nato durch ein Mandat der Vereinten Nationen in Afghanistan das Kommando über internationale Friedenstruppen und läutete damit den ersten Einsatz des Bündnisses außerhalb Europas ein. der Einsatz der International Security Assistance Force (ISAF) war ein sogenannter friedenserzwingender Einsatz unter Verantwortung der beteiligten Staaten im Rahmen des Krieges in Afghanistan von 2001 bis 2014.
Im August 2003 übernahm die Nato durch ein Mandat der Vereinten Nationen in Afghanistan das Kommando über internationale Friedenstruppen und läutete damit den ersten Einsatz des Bündnisses außerhalb Europas ein. Der Einsatz der International Security Assistance Force (ISAF) war ein sogenannter friedenserzwingender Einsatz unter Verantwortung der beteiligten Staaten im Rahmen des Krieges in Afghanistan von 2001 bis 2014.  © SHAH MARAI/afp
Nato-Einsatz in Afghanistan
Am Nato-Einsatz in Afghanistan beteiligte sich auch die deutsche Bundeswehr. Mit gleichzeitig 5.300 stationierten Soldatinnen und Soldaten war es der größte Auslandseinsatz der Bundeswehr. Als Teil der International Security Assistance Force (ISAF) waren deutsche Streitkräfte an mindestens zehn Kampfeinsätzen beteiligt. Zwischen 2001 und 2014 wurden 59 Bundeswehrsoldaten in Afghanistan getötet. © Michael Kappeler/dpa
Im Februar 2020 unterzeichnete Donald Trumps Regierung mit den Taliban das Doha-Abkommen
Im Februar 2020 unterzeichnete Donald Trumps Regierung mit den Taliban das Doha-Abkommen, das einen vollständigen Abzug der US-Truppen aus Afghanistan bis Ende April 2021 beinhaltete. Trumps Nachfolger Joe Biden terminierte den Abzug der US-Truppen bis zum symbolischen Stichtag des 11. September. Die verbündeten Nato-Staaten schlossen sich an, und so begann auch die Bundeswehr mit dem Abzug ihrer letzten Streitkräfte aus Afghanistan. © Boris Roessler/dpa
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Im Jahr 2004 fand die bis dato größte Erweiterungsrunde der Nato statt. Der damalige US-Außenminister Colin Powell gab bekannt, dass das Verteidigungsbündnis sieben neue Mitgliedsstaaten auf einen Streich aufnehmen werde: Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Rumänien, die Slowakei und Slowenien. Die Nato bestand damit aus 26 Mitgliedern. © BENOIT DOPPAGNE/imago
Seit Juni 2005 unterstützt die Nato die Afrikanische Union, u.a. auch die AU-Mission in Somalia (Amisom). Dort kontrolliert die mit der Terrororganisation Al Qaida verbundene islamistische Bewegung Al-Shabaab Teile des Südens und setzt die Scharia in strenger Form durch. Im Rahmen der AU-Mission in Somalia testet ein Panzerfahrer im Januar 2013 seine Lenkung, während er auf einem Stützpunkt an der Front in Lower Shabelle stationiert ist.
Seit Juni 2005 unterstützt die Nato die Afrikanische Union, u.a. auch die AU-Mission in Somalia (Amisom). Dort kontrolliert die mit der Terrororganisation Al Qaida verbundene islamistische Bewegung Al-Shabaab Teile des Südens und setzt die Scharia in strenger Form durch. Im Rahmen der AU-Mission in Somalia testet ein Panzerfahrer im Januar 2013 seine Lenkung, während er auf einem Stützpunkt an der Front in Lower Shabelle stationiert ist. © TOBIN JONES/afp
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Zu ihrem 50-jährigen Bestehen im Jahr 2009 nahm die Nato zwei weitere Mitglieder auf: Albanien und Kroatien. Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßte den albanischen Ministerpräsidenten Sali Berisha bei den Feierlichkeiten rund um die Erweiterung sowie zum Jubiläum auf dem Nato-Gipfel in Straßburg und Kehl. © imago
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Am 5. Juni 2017 wird die Nato um ein weiteres Mitglied erweitert. Montenegro tritt dem Verteidigungsbündnis bei. Das Land hatte sich 2006 von Serbien unabhängig erklärt und wurde inklusive Flagge elf Jahre später in Brüssel am Nato-Hauptquartier begrüßt.  © Gong Bing/imago
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Die vorerst letzte Nato-Erweiterung fand im Jahr 2020 statt. Am 27. März trat Nordmazedonien dem Verteidigungsbündnis bei. Griechenland hatte die Aufnahme des Landes wegen eines Streits über dessen Namen jahrelang blockiert. Nachdem sich beide Länder geeinigt hatten, war der Weg frei für gemeinsame Manöver, wie hier zum Beispiel mit Einheiten der US-Armee in der Nähe von Krivolak. © imago
Im Rahmen ihrer Mission im Irak traniert und unterstützt die Nato die irakischen Sicherheitskräfte im Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat. Am 9. Dezember 2021 trafen sich der irakische Sicherheitsberater Qassem al-Araji (links) und der Nato-Befehlshaber Michael Lollesgaard in der „Grünen Zone“ der Hauptstadt Bagdad. Die USA-geführte Koalition beendete damals ihren Kampfeinsatz und verlegte sich auf eine Ausbildungs- und Beratungsrolle.
Im Rahmen ihrer Mission im Irak traniert und unterstützt die Nato die irakischen Sicherheitskräfte im Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat. Am 9. Dezember 2021 trafen sich der irakische Sicherheitsberater Qassem al-Araji (links) und der Nato-Befehlshaber Michael Lollesgaard in der „Grünen Zone“ der Hauptstadt Bagdad. Die USA-geführte Koalition beendete damals ihren Kampfeinsatz und verlegte sich auf eine Ausbildungs- und Beratungsrolle. © AHMAD AL-RUBAYE/afp
Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine hat die Nato ihre seit Jahren bestehende Mission für die Luftsicherheit der baltischen Staaten an der Ostflanke des Militärbündnisses noch einmal ausgebaut. Zur Luftraum-Überwachung setzt Frankreich vier Rafale-Kampfflugzeuge ein. Vor dem Start am 25. November 2022 bereitet ein Düsenjägerpilot in Mont-de-Marsan noch einmal sein Flugzeug für die viermonatigen Mission vor.
Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine hat die Nato ihre seit Jahren bestehende Mission für die Luftsicherheit der baltischen Staaten an der Ostflanke des Militärbündnisses noch einmal ausgebaut. Zur Überwachung des Luftraums setzt Frankreich vier Rafale-Kampfflugzeuge ein. Vor dem Start am 25. November 2022 bereitet ein Pilot in Mont-de-Marsan noch einmal seinen Jet für die viermonatige Mission vor.  © THIBAUD MORITZ/afp
Unter dem Eindruck des Ukraine-Kriegs ist im April 2023 auch Finnland der Nato beigetreten. Der Schritt ist historisch. Finnlands Präsident Sauli Niinistö bezeichnete den Nato-Beitritt als Beginn einer neuen Ära. Finnland hat eine 1340 Kilometer lange Grenze zu Russland. Das nordische Land mit seinen rund 5,5 Millionen Einwohnern hatte zuvor jahrzehntelang großen Wert auf militärische Bündnisfreiheit gelegt. Mit dem Beitritt Finnlands wächst die Nato-Außengrenze Richtung Russland nun auf mehr als das Doppelte an.
Unter dem Eindruck des Ukraine-Kriegs ist im April 2023 auch Finnland der Nato beigetreten. Der Schritt ist historisch. Finnlands Präsident Sauli Niinistö bezeichnete den Nato-Beitritt als Beginn einer neuen Ära. Finnland hat eine 1340 Kilometer lange Grenze zu Russland. Das nordische Land mit seinen rund 5,5 Millionen Einwohnern hatte zuvor jahrzehntelang großen Wert auf militärische Bündnisfreiheit gelegt. Mit dem Beitritt Finnlands wächst die Nato-Außengrenze Richtung Russland nun auf mehr als das Doppelte an. © JOHN THYS/afp
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Und am Horizont ist bereits die nächste Erweiterung der Nato zu sehen. Zusammen mit Finnland hatte sich auch Schweden um einen Beitritt zum Verteidigungsbündnis beworben. Der Aufnahmeprozess läuft. Im baltischen Meer fanden bereits erste gemeinsame Übungen der US Navy und der schwedischen Marine statt.  © IMAGO/U.S. Navy
Droht immer wieder mit einem Austritt aus der Nato: US-Präsident Donald Trump.
Bereits während seiner ersten Amtszeit stellte US-Präsident Donald Trump den Nutzen der Nato für die USA infrage und kritisierte die Verbündeten dafür, zu wenig in ihre Verteidigung zu investieren. Stattdessen würden sich die Staaten der Europäischen Union (EU) auf die militärische Stärke der USA verlassen. Nach seinem Sieg bei der US-Wahl 2024 erneuerte Trump seine Kritik und stellte sogar Artikel 5 des Nordatlantikvertrags infrage. Dieser besagt, dass ein Angriff auf einen Nato-Staat als Angriff auf alle Nato-Staaten gilt. © Anna Ross/Uncredited/dpa/Montage

US-Präsident Biden will mehr Kriegshilfen für die Ukraine

Update vom 10. August, 14.30 Uhr: US-Präsident Joe Biden beabsichtigt, vom Kongress Finanzmittel in Höhe von 25 Milliarden US-Dollar zu fordern, darunter Kriegshilfen für die Ukraine. Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf eine „mit den Plänen vertraute Person“. Es wird gemutmaßt, dass die nur stockend vorankommende ukrainische Gegenoffensive diese Mehrausgaben nötig macht. Ein entsprechender Antrag Bidens dürfte für Konflikte mit den Republikanern sorgen. Deren Chefs im Kongress haben sich zuletzt davor gescheut, mehr Hilfen für die Ukraine zu genehmigen.

„Was ist mit dem Geld, das wir bereits ausgegeben haben?“, fragte der republikanische Sprecher im Repräsentantenhaus, Kevin McCarthy, im vergangenen Juni. Damals schloss er aus, einer Abstimmung über weitere Mittel für die Ukraine zuzustimmen, wenn die Staatsausgaben dadurch zu nahe an die mit Biden vereinbarte Schuldenobergrenze in Höhe von 886 Milliarden US-Dollar heranreichen sollten. Er unterstütze die Kriegsanstrengungen der Ukraine, wünsche aber eine gewissenhafte Prüfung aller Anfragen nach mehr Mitteln.

Ukraine-Krieg: Kiew evakuiert 37 Dörfer in der umkämpften Region Kupjansk

Update vom 10. August, 12.50 Uhr: Wegen heftiger Kämpfe bei der ostukrainischen Stadt Kupjansk haben die ukrainischen Behörden die Evakuierung von 37 Ortschaften in der Region angeordnet. Laut einer Liste, die die städtische Militärverwaltung am Donnerstag veröffentlichte, handelt es sich um Dörfer im nördlichen und südlichen Umland, aber auch um Teile der Stadt, die am Ostufer des Flusses Oskil liegen. Mehr als 11.000 Menschen, darunter 600 Kinder, seien betroffen, schrieb der Leiter der regionalen Militärverwaltung, Oleh Synjehubow.

Die Ukraine hatte Kupjansk im Gebiet Charkiw im vergangenen Jahr aus russischer Besatzung befreit. Die Region wurden danach immer wieder Ziel russischen Beschusses. In der Nacht zum Donnerstag (10. August) soll eine Fliegerbombe das Gebäude der Stadtverwaltung beschädigt haben, wie Synjehubow auf seinem Telegram-Kanal schreibt.

Ukraine-Krieg: „Nicht länger bereit, direkt mit Putin zu verhandeln“

Update vom 10. August, 12.33 Uhr: Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba hat in einem Interview mit der italienischen Zeitung Corriere della Sierra direkte Verhandlungen mit Putin abgelehnt „Wir sind nicht länger bereit, direkt mit Wladimir Putin zu verhandeln“, erklärte er. „Wir vertrauen ihm absolut nicht.“ Die im Ukraine-Krieg begangenen Verbrechen seien „zu schwerwiegend“, sagte Kuleba. „Für uns ist klar, dass wir Putin und Selenskyj nie an einem Tisch sitzen sehen werden.“

Sofern Russland zu einem Abzug auf der Ukraine bereit sei, seien aber Friedensverhandlungen durch Dritte möglich. „Es gibt andere diplomatische Möglichkeiten, indirekt zu verhandeln“, so der ukrainische Politiker. Als Beispiel nannte er den Getreidedeal, der mithilfe von UN-Generalsekretär António Guterres und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ausgehandelt wurde. „Wir brauchen eine gewisse Kreativität, um Lösungen zu finden. Wir werden mit allen Mitteln nach ihnen suchen, aber im Moment fehlen die Voraussetzungen: Russland greift uns weiterhin an, es zieht Krieg dem Frieden vor.“

Ukraine-Krieg: Russland spricht von Nato-Szenario für Atomwaffen-Einsatz

Update vom 10. August, 11.13 Uhr: Die Nato arbeite an einem Szenario für einen Einsatz von Atomwaffen gegen Russland, behauptete der russische Vize-Außenminister Michail Galuzin in einem Interview mit der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass. Russland sei zunehmend vom Westen bedroht, erklärte der russische Top-Diplomat. Eine Reaktion darauf sei die Stationierung russischer Atomwaffen in Belarus.

Galuzin warf den USA vor, sie hätten weiterhin Atomwaffen auf Territorien von Nato-Mitgliedsstaaten stationiert, die nicht selbst über Nuklearwaffen verfügen. Und das, obwohl es keine „echten Bedrohungen“ gäbe. Beim kürzlichen Gipfel in Vilnius habe die Nato außerdem die „Schlüsselrolle von Atomwaffen bei der Abschreckung potenzieller Gegner“ hervorgehoben.

Update vom 10. August, 10.38 Uhr: In Russland wird weiter nach zwölf Vermissten unter den Trümmern in der Stadt Sergijew Possad gesucht. Dort hat sich am Mittwoch (9. August) in einer mutmaßlich für die russische Rüstungsindustrie tätigen Firma eine schwere Explosion ereignet. Über die Suche nach den Vermissten berichtet die Agentur Interfax unter Berufung auf den Zivilschutz. Bislang seien ein Todesopfer sowie 55 Verletzte registriert worden.

Einer Recherche des unabhängigen Portals „Agentstwo“ zufolge soll das Werk, auf dessen Gelände sich die Explosion ereignete, an der Entwicklung eines neuen Kampfflugzeugs beteiligt gewesen sein. Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs wird deshalb auch über eine mögliche gezielte Attacke auf Sergijew Possad, beispielsweise mit Drohnen, spekuliert.

Ukraine-Krieg: Polen verstärkt Truppen an Grenze zu Belarus

Update vom 10. August, 10.20 Uhr: Polen wappnet sich verstärkt gegen einen Angriff aus Belarus: Die polnisch-belarussische Grenze werde mittlerweile mit 10.000 Mann verteidigt, sagte der polnische Verteidigungsminister Mariusz Błaszczak laut der polnischen Nachrichtenagentur WNP in einem Fernsehinterview. „Wir müssen auf verschiedene Szenarien vorbereitet sein, wir schließen nichts aus. Deshalb haben wir beschlossen, Truppen näher an die Grenze zu verlegen, um den Angreifer abzuschrecken“, betonte er. 4000 der Soldaten würden sich direkt an der Grenze befinden, während sich die restlichen 6000 in Grenzregionen Polens stationieren würden.

Błaszczak reagierte in dem Interview auch auf eine Drohung des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko: „Natürlich ist dies die Ankündigung einer Provokation“, sagte der polnische Politiker. Lukaschenko hatte Polen unterstellt, einen Angriff auf Belarus zu planen. „Eure Politiker entfachen in einem Wahnsinn des Chauvinismus mit ihren Taten und ihrer Rhetorik das Feuer des Krieges“, hatte der belarussische Staatschef in einer Sitzung mit seinen Streitkräften gesagt. „Die Geschichte hat viele Beispiele dafür, wie die Weißrussen die Invasion aus dem Westen abgewehrt haben. Nehmen Sie sich die Zeit, dies am eigenen Leibe zu erleben“, so Lukaschenko, direkt an Polen gerichtet.

Ukraine-Krieg: Drohnenangriff auf russischen Tanker vor Krim

Erstmeldung vom 7. August: Kiew – Die ukrainischen Streitkräfte greifen im Ukraine-Krieg allem Anschein nach vermehrt Ziele im Schwarzen Meer an. Damit soll der Nachschub der russischen Angreifer gestoppt werden, schreibt das US-Institut für Kriegsstudien (ISW). In der Nacht zum Samstag (5. August) zum Beispiel war der russische Tanker „SIG“ vor der Krim schwer beschädigt worden.

Der Angriff auf den russischen Öltanker SIG sei ein „erfolgreicher Spezialeinsatz“, hieß es aus ukrainischen Sicherheitskreisen gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Dabei seien eine Marinedrohne und Sprengstoff zum Einsatz gekommen. Das Schiff sei „gut mit Treibstoff beladen gewesen, sodass das ‚Feuerwerk‘ von Weitem gesehen werden konnte“, hieß es.

Der Tanker soll auch das russische Militär mit Treibstoff versorgt haben. Das Schiff schwimme aber noch, hieß es auf russischer Seite weiter. Eine Ölsperre sei um ihn herum errichtet worden, die Reparatur werde vorbereitet. Der Chemikalientanker ist von den USA mit Sanktionen belegt.

Russisches Kriegsschiff im Ukraine-Krieg unter Beschuss – „Terrorattacke“

Erst am Freitag hatte die Ukraine gemeldet, dass das russische Kriegsschiff „Olenegorsk Gornjak“ das Ziel einer nächtlichen Drohnenattacke in Noworossijsk geworden sei. Es war der erste derartige Angriff auf den russischen Marinestützpunkt seit Kriegsbeginn. Bilder zeigten das Landungsschiff in geneigter Lage. Auch kriegsbefürwortende russische Militärblogger schrieben von Beschädigungen des Schiffes.

Noworossijsk ist ein wichtiger Hafen für Öltanker und liegt am Ende einer etwa 1500 Kilometer langen Pipeline, die Öl aus Kasachstan und mehreren russischen Regionen liefert. Das russische Außenministerium verurteilte den Angriff auf die SIG als „Terrorattacke“. Das schrieb Ministeriumssprecherin Maria Sacharowa auf Telegram.

Nach dem jüngsten ukrainischen Beschuss russisch kontrollierter Brücken zwischen der Krim und Cherson sieht das ISW Russlands Militärtransporte in der Region erschwert. Die russischen Truppen im besetzten Teil Chersons erhalten den Nachschub vor allem auch über die von Russland schon 2014 annektierte Krim. Der Straßen- und Schienenverkehr lief dort aber weiter. (mit Agenturmaterial)

Rubriklistenbild: © Yasuyoshi Chiba/imago

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