Ukraine-Krieg

„Danke, Olaf!“ – Selenskyj begrüßt weitere deutsche Flugabwehr für die Ukraine

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In der Region Saporischschja kommt es zu schweren Gefechten. Russland berichtet von einem neuen Drohnenangriff. Der News-Ticker zum Ukraine-Krieg.

  • Kämpfe in Saporischschja: US-Beobachter melden Erfolge für Ukraine
  • Angriff auf Krim-Brücke: Aufnahmen zeigen Rauchwolken
  • Die hier verarbeiteten Informationen stammen von internationalen Medien und Nachrichtenagenturen, aber auch von den Kriegsparteien Russland, der Ukraine und ihren Verbündeten. Insbesondere die Angaben zu Verlusten der beteiligten Armeen im Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Update vom 13. August, 9.59 Uhr: Dieser News-Ticker zum Ukraine-Krieg ist beendet. Die weiteren Entwicklungen hier.

Update vom 12. August, 22.50 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Deutschland für die Lieferung der beiden weiteren Abschussrampen des Flugabwehrsystems Patriot gedankt. „Das ist sehr wichtig“, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Ansprache. „Danke! Danke, Deutschland. Danke an die Menschen“, sagte Selenskyj – und fügte an Bundeskanzler Olaf Scholz gerichtet hinzu: „Danke dir, Olaf!“

Die Lieferung der neuen Patriot-Systeme durch Deutschland war vor wenigen Tagen bekannt geworden. Bereits unmittelbar danach hatte sich Selenskyj auch bei Scholz bedankt. Für die Ukraine sind die in den USA gebauten Patriot-Systeme besonders wertvoll, weil sie nach Kiewer Angaben schon mehrere Male russische Hyperschallraketen abgefangen haben.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD, r.) und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. (Archivfoto)

Ukraine-Krieg: Russland will Drohne in Belgorod abgeschossen haben

Update vom 12. August, 21.14 Uhr: Rheinmetall will 30 Panzer des Typs Leopard 1 an die Ukraine liefern. Die Wirksamkeit dieses älteren Modells halten Militärexperten für begrenzt, doch jede Lieferung zählt. Die Instandsetzung könnte Monate dauern.

Derweil arbeitet Russland an seinem ersten unbemannten Kampfflugzeug: Es soll die Wende im Ukraine-Krieg herbeiführen.

Update vom 12. August, 21.05 Uhr: Das russische Verteidigungsministerium berichtet von einem Versuch der ukrainischen Streitkräfte am Samstagnachmittag, mit einer Drohne Ziele in der russischen Oblast Belgorod anzugreifen. Neben dem Kreml berichtet das auch der Gouverneur der Oblast, Wjatscheslaw Gladkow, auf Telegram. Nach Angaben des Ministeriums hätten die Ukrainer gegen 17.30 Uhr (Ortszeit) versucht, mit einer Drohne einen Angriff auf „ein Ziel auf dem Territorium der Russischen Föderation“ zu starten. Die russische Luftabwehr habe eine Drohne über dem Bezirk Schekbino abgeschossen, teilte Gladkow mit. Verletzte oder Schäden gebe es nicht.

Ukraine-Krieg: Beobachter sehen Fortschritte in Saporischschja

Update vom 12. August, 17.15 Uhr: Die ukrainischen Streitkräfte sollen laut dem Lagebericht der US-Denkfabrik Institute for the Study of War (ISW) taktische Erfolge in der Oblast Saporischschja erzielt haben. Aufnahmen zeigten demnach, dass die Ukrainer die nördlichen Außenbezirke der Siedlung Robotyne erreicht hätten, die rund zehn Kilometer südlich von der Stadt Orichiw liegt. Zugleich war in dem Bericht von verstärkten russischen Angriffen bei Kupjansk im Charkiwer Gebiet die Rede. Das britische Verteidigungsministerium wiederum berichtete, dass Russland angesichts des ukrainischen Drucks weitere Truppen nach Saporischschja schicke (siehe Update von 11.45 Uhr).

Ukraine-Krieg: Russischer Kampfjet in Kaliningrad abgestürzt

Update vom 12. August, 14.15 Uhr: Ein russischer Su-30-Kampfjet ist offenbar in der russischen Oblast Kaliningrad – eine russische Exklave an der Ostsee – abgestürzt. Die zweiköpfige Besatzung soll dabei ums Leben gekommen sein. Darüber berichtet die russische Staatsagentur Tass unter Berufung auf das Militär. Demzufolge ist eine „technische Fehlfunktion“ die Ursache für den Absturz gewesen.

Update vom 12. August, 13.00 Uhr: Im Ukraine-Krieg spielt die Krim-Brücke eine zentrale Rolle. Nun könnte die rund 18 Kilometer lange Straße erneut attackiert worden sein. Fotos und Videos zeigen in den sozialen Medien hohe Rauchwolken, zuvor gab es Berichte über Explosionen. Die Lage ist allerdings noch unübersichtlich.

Ukraine-Krieg: Russland gerät in Saporischschja weiter unter Druck

Update vom 12. August, 12.05 Uhr: Die russische Armee gerät in der Region Saporischschja zunehmend unter Druck. Neben vermehrten Luftangriffen sind auch das Verlegen von Truppen ein weiteres Indiz dafür. Einem Bericht des britischen Verteidigungsministeriums zufolge wurden mehrere Einheiten der Luftlandetruppen von der Region rund um Fluss Dnipro „wahrscheinlich in den Bezirk Orichiw“ verlegt. In dem Gebiet würden „weiterhin heftige Kämpfe stattfinden“, erklärte der britische Geheimdienst.

Die Kämpfe im Gebiet rund um die Kleinstadt Orichiw sind Anfang Juni dieses Jahres ausgebrochen und halten bis heute an. Das 70. und 71. motorisierte Schützenregiment Russlands soll aufgrund der schweren Kämpfe besonders geschwächt worden sein. Mit dem Eintreffen der neuen Truppen könnte ein Teil dieser Einheiten von der Front abgezogen werden, mutmaßt das britische Verteidigungsministerium. Gleichzeitig dürfte die Verlegung aber die russische Verteidigung am Ostufer des Dnipro schwächen, wo die ukrainische Gegenoffensive zunehmend an Fahrt aufnimmt.

Soldaten der russischen Schwarzmeerflotte auf dem Gebiet der Region Saporischschja. (Archivfoto)

Ukraine-Krieg: Russland attackiert Saporischschja – ein Toter und mehrere Verletzte

Update vom 12. August, 11.00 Uhr: Die russische Armee attackiert weiterhin die Region Saporischschja. In der Stadt Orichiw kam es zu einem Luftangriff, bei dem ein Polizist getötet sowie 12 Zivilpersonen verletzt worden sein sollen. Dies teilte der ukrainische Innenminister Ihor Klymenko auf Telegram mit. Zeitgleich rief Jurij Malaschko, Militärverwaltungsleiter der Region Saporischschja, die Bevölkerung auf Telegram dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen. Er betonte dabei, dass „der Einsatz von Luftangriffswaffen“ drohe.

Update vom 12. August, 9.55 Uhr: Die Ukraine hat eine Luftschutzwarnung für die östlichen und südlichen Gebiete des Landes herausgegeben. Es bestehe die Gefahr von Raketen- und Granateinschlägen, verkündete Oleksandr Vilkul, Vorsitzender des Verteidigungsrates der Stadt Krywyj Rih. In selbiger Stadt – dem Heimatort von Präsident Selenskyj – soll es am Morgen zu mehreren Explosionen gekommen sein.

In der Region Charkiw kam es am Samstagmorgen derweil zu einem russischen Angriff, bei dem eine 73-jährige Frau getötet worden sein. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf den Gouverneur der östlichen Region, Oleh Synehubov.

Ukraine-Krieg: Russland erleidet laut Kiew erneut starke Verluste

Update vom 12. August, 8.25 Uhr: Der ukrainische Generalstab hat aktuelle Zahlen zu Russlands Verlusten im Ukraine-Krieg gemeldet. Diese beziehen sich auf die vergangenen 24 Stunden (der Zuwachs jeweils in Klammern). Unabhängig verifizieren lassen sich die Angaben allerdings nicht.

  • Soldaten: 253.290 (+510)
  • Panzer: 4295 (+5)
  • Gepanzerte Gefechtsfahrzeuge: 8324 (+6)
  • Artilleriesysteme: 5053 (+10)
  • Mehrfachraketenwerfer: 713 (0)
  • Flugabwehrsysteme: 472 (+1)
  • Fahrzeuge und Tanklaster: 7523 (+12)
  • Kampf- und Aufklärungsdrohnen: 4201 (+4)
  • Anm.: Nach Berechnungen unabhängiger russischer Medien von Anfang Juli 2023 sind bisher im Ukraine-Krieg circa 47.000 russische Soldaten getötet worden. Diese Zahlen weichen stark von denen ab, die von ukrainischer Seite veröffentlicht werden. Der britische Geheimdienst ordnet die Zahlen hingegen mittig dieser Behauptungen ein.
  • Quelle: Angaben des Generalstabs der Ukraine vom 12. August 2023

Auch bei den Kampffahrzeugen müssen Putins Truppen schwere Verluste hinnehmen: Ein Video zeigt den verheerenden Angriff auf Russlands angeblich „unzerstörbaren“ Super-Panzer: „Terminator 2“.

Ukraine-Krieg: Russland wehrt Drohnen-Angriffe auf Krim ab

Update vom 12. August, 6.35 Uhr: Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau haben russische Streitkräfte in der Nacht zum Samstag (12. August) eine Drohnenattacke Kiews über der annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim abgewehrt. Die Ukraine habe die Krim mit 20 unbemannten Luftfahrzeugen angegriffen. „Der vereitelte Terroranschlag hat weder Opfer gefordert noch Schaden verursacht“, teilte das Ministerium laut einem Bericht der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass am Samstagmorgen mit.

Demnach sollen 14 Drohnen von der Luftabwehr zerstört worden sein. Sechs weitere seien blockiert worden. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig verifizieren. Zuvor war in der Nacht über Teilen der Krim die Flugabwehr aktiviert worden. Das teilte Oleg Krjutschkow, ein Berater der Krim-Führung, am frühen Samstagmorgen bei Telegram mit.

Ukraine-Krieg reicht jetzt bis nach Moskau: Fotos zeigen den Schaden durch Drohnen-Angriffe

Mehrere Wohngebäude werden geringfügig beschädigt, zwei Menschen leicht verletzt.
Am frühen Dienstagmorgen meldete die russische Hauptstadt verschiedene Drohnenangriffe. © IMAGO/Vitaly Smolnikov/Tass
Russlands Verteidigungsministerium machte die Ukraine dafür verantwortlich und spricht von „Terror“. Die Führung in Kiew weist die Beschuldigungen zurück.
Russlands Verteidigungsministerium machte die Ukraine dafür verantwortlich und spricht von „Terror“. Die Führung in Kiew weist die Beschuldigungen zurück. © IMAGO/Vitaly Smolnikov/Tass
Mitarbeiter des Rettungsdienstes nach einem gemeldeten Drohnenangriff in Moskau, Russland, vor einem Wohnblock.
Mitarbeiter des Rettungsdienstes nach einem gemeldeten Drohnenangriff in Moskau, Russland, vor einem Wohnblock. © IMAGO/Aleksey Nikolskyi/SNA
„Heute Morgen hat das Kiewer Regime einen Terrorakt mit unbemannten Flugkörpern auf Objekte der Stadt Moskau verübt“, hieß es vom russischen Militär.
„Heute Morgen hat das Kiewer Regime einen Terrorakt mit unbemannten Flugkörpern auf Objekte der Stadt Moskau verübt“, hieß es vom russischen Militär.  © IMAGO/Alexander Zemlianichenko Jr/Xinhua
Verteidigungsminister Sergej Schoigu lobte die eigene Flugabwehr. Insgesamt seien acht Drohnen zerstört worden.
Verteidigungsminister Sergej Schoigu lobte die eigene Flugabwehr. Insgesamt seien acht Drohnen zerstört worden. © Tass/IMAGO/Vitaly Smolnikov
Nach den Drohnen-Angriffen sperrten Sicherheitskräfte die Gegend ab.
Nach den Drohnen-Angriffen sperrten Sicherheitskräfte die Gegend ab. © IMAGO/Denis Bocharov
In sozialen Netzwerken hingegen vermuten viele, dass in Wirklichkeit viel mehr der kleinen Apparate - die optisch etwas wie Mini-Flugzeuge aussehen - auf Moskau zuflogen.
In sozialen Netzwerken hingegen vermuten viele, dass in Wirklichkeit viel mehr der kleinen Apparate - die optisch etwas wie Mini-Flugzeuge aussehen - auf Moskau zuflogen. © IMAGO/Alexander Zemlianichenko Jr/Xinhua
Seit Wochen schon häufen sich Attacken auch in Russland - meist jedoch in der unmittelbaren Grenzregion zur Ukraine und nicht auf zivile Objekte.
Seit Wochen schon häufen sich Attacken auch in Russland - meist jedoch in der unmittelbaren Grenzregion zur Ukraine und nicht auf zivile Objekte.  © IMAGO/Alexander Zemlianichenko Jr/Xinhua
Es war aber nicht das erste Mal seit Beginn des Kriegs vor mehr als 15 Monaten, dass Drohnen bis in die Hauptstadt flogen.
Es war aber nicht das erste Mal seit Beginn des Kriegs vor mehr als 15 Monaten, dass Drohnen bis in die Hauptstadt flogen. © IMAGO/Alexander Zemlianichenko Jr/Xinhua
Erst Anfang Mai wurden zwei Flugkörper unmittelbar über dem Kreml abgefangen. Das brachte spektakuläre Bilder.
Erst Anfang Mai wurden zwei Flugkörper unmittelbar über dem Kreml abgefangen. Das brachte spektakuläre Bilder. © IMAGO/Alexander Zemlianichenko Jr/Xinhua
Damals wurde aus Sicht der Moskauer aber nicht das Dach des eigenen Gebäudes getroffen, sondern der Amtssitz von Präsident Wladimir Putin - und der war zum besagten Zeitpunkt nicht zuhause.
Damals wurde aus Sicht der Moskauer aber nicht das Dach des eigenen Gebäudes getroffen, sondern der Amtssitz von Präsident Wladimir Putin - und der war zum besagten Zeitpunkt nicht zuhause. © IMAGO/Alexander Zemlianichenko Jr/Xinhua
Nun aber ist die Verunsicherung in der Riesenmetropole mit mehr als 13 Millionen Einwohnern groß. Die sozialen Netzwerke quellen über.
Nun aber ist die Verunsicherung in der Riesenmetropole mit mehr als 13 Millionen Einwohnern groß. Die sozialen Netzwerke quellen über. © IMAGO/Vitaly Smolnikov/Tass

Ukraine-Krieg: Kiew warnt russische Bevölkerung vor weiteren Angriffen in Moskau

Update vom 11. August, 21.55 Uhr: Die Ukraine hat Moskau vor weiteren Angriffen auf die russische Hauptstadt gewarnt. Die Luftabwehr Russland sei offenbar nicht in der Lage, die Bevölkerung zu schützen, teilte Andrij Jusow, Sprecher des ukrainischen Militärgeheimdienstes (HUR), der Kyiv Post mit. Der Drohnenkrieg zwischen den Ländern eskaliere weiter. „Das Konzept der Sicherheit entfernt sich immer weiter von den Bewohnern Moskaus“, sagte er.

„Die ganze Welt sieht, dass das russische Verteidigungssystem und das Land – das eine führende Rolle auf dem Rüstungsmarkt beansprucht – ineffektiv und veraltet ist und auf moderne Herausforderungen nicht angemessen reagieren kann“, fügte er hinzu. Dies sei ein Symptom für die Führung von Präsident Wladimir Putin, die „weiterhin zum Verfall des staatlichen Verwaltungssystems führt“. „In Anbetracht der Dynamik der letzten Monate, der Anzahl, der geografischen Lage und der Intensität wäre es logisch, von einer Zunahme der täglichen Angriffe auszugehen“, sagte Jusow, der angesichts des russischen Angriffskriegs von einer „gewissen Gerechtigkeit“ sprach. Erst in der letzten Nacht war es zu einem neuen Drohnenangriff auf Moskau gekommen. Der Kreml sprach von einem „Terroranschlag“.

Scholz erwägt Lieferung von „Taurus“-Marschflugkörpern – unter einer Bedingung

Update vom 11. August, 18.50 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) erwägt laut Medienberichten offenbar die Lieferung von „Taurus“-Marschflugkörpern an die Ukraine, allerdings nur, wenn deren Reichweite von über 500 Kilometern beschränkt wird. Es liefen demnach Gespräche mit der Rüstungsindustrie über entsprechende Modifikationen. Eine abschließende Entscheidung über die Lieferung von „Taurus“-Raketen stehe aber, entgegen gestriger Medienberichte, nicht kurz bevor.

Die geplante Reichweiten-Reduzierung stoßen auf Kritik. Roderich Kiesewetter, Verteidigungspolitiker der CDU im Bundestag, hält die Pläne von Bundeskanzler Scholz für nicht zweckdienlich. „Sinn und Zweck des Marschflugkörpers ist gerade die Hochpräzision und Reichweite von 500 Kilometern“, sagte er laut der Tagesschau. Eine Umrüstung würde außerdem zu Verzögerungen führen, da sie Wochen benötigte. Sinnvoller wäre es, sich auf Zusagen der Ukraine zu verlassen, die deutschen Marschflugkörper nicht gegen russisches Territorium einzusetzen. Kiesewetter weist darauf hin, dass sich Kiew bisher „an alle Vorgaben gehalten hat.“

Auch Vertreterinnen der Ampelparteien FDP und Grüne sehen die „Taurus“-Pläne kritisch. „Die Ukraine braucht die deutschen ‚Taurus‘-Marschflugkörper, um auf russischem Gebiet rein militärische Stellungen angreifen zu können, von denen ständig Angriffe auf die Ukraine ausgehen“, sagte Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Bundestages, der Rheinischen Post. Sara Nanni von den Grünen plädiert laut T-Online sogar für eine Leiferung „ohne Einschränkungen“.

Ukraine-Krieg: Moskau verkündet Erfolg an der Front um Kupjansk

Update vom 11. August, 16.25 Uhr: Die Russen haben ihre Stellung um die stark umkämpfte Stadt Kupjansk in der ostukrainischen Oblast Charkiw ausgebaut. Das verkündete das russische Verteidigungsministerium am Freitag (11. August), wie die unabhängige russische Onlinezeitung The Moscow Times berichtet. Laut dieser Darstellung hätten die vorrückenden russischen Truppen ihre „taktische Situation“ an der Frontlinie in der Nähe der Siedlungen Wilschana und Perschotrawnewe „verbessert“. Unabhängig davon hätten die russischen Streitkräfte einen Stützpunkt ausländischer Söldner in der ukrainischen Großstadt Saporischschja angegriffen. Weitere Details dazu wurden nicht veröffentlicht. Die Angaben des Ministeriums lassen sich nicht unabhängig bestätigen.

Erst am Donnerstagabend (10. August) zerstörte russischer Raketenbeschuss ein vor allem von westlichen Delegierten und NGO-Mitarbeitern genutztes Hotel in Saporischschja forderte ein Menschenleben. 16 weitere Opfer wurden verletzt, darunter vier Kinder. Die Ukraine hatte die Region um Kupjansk im September 2022 im Zuge einer Offensivaktion zurückerobert. Im Zuge der stockenden ukrainischen Gegenoffensive dieses Sommers konnten die Russen jedoch wieder vorrücken.

Belarus-Machthaber Lukaschenko will bessere Beziehungen zum Westen

Update vom 11. August, 15.20 Uhr: Alexander Lukaschenko, Präsident von Belarus und enger Verbündeter Wladimir Putins, appelliert an die Belarussen, die Beziehungen zu den westlichen Nachbarn der EU nicht abbrechen zu lassen. Bei einem Besuch des Flughafens von Minks sagte er laut der belarussischen staatlichen Nachrichtenagentur Belta, sein Land dürfte trotz der engen Verbindungen mit Russland und China „den hochtechnologischen Westen nicht außer Acht lassen.“

„Er [der Westen, Anm. d. Red.] ist ganz in der Nähe, er ist unser Nachbar: die Europäische Union. Und wir sollten die Beziehungen zu ihnen weiter pflegen“, sagte Lukaschenko. Minsk sei dazu bereit, „aber unter Berücksichtigung unserer eigenen Interessen.“ Er deutete an, „die Zeit“ der Belarussen werde kommen und sprach von „ernsthafte Veränderungen in der Welt“, die 2024 und 2025 kommen würden. Lukaschenko nannte speziell Polen, in dem er offenbar einen natürlichen, potenziellen Partner sieht. „Die Polen sind smarte Menschen. Sie sind unser Volk, sie sind Slawen.“ Er sei bereit, engere Beziehungen zu Polen einzugehen „Wenn sie es wollen, sollten wir miteinander reden und Beziehungen aufbauen“, so der belarussische Präsident.

Für die jüngsten Spannungen zwischen Minsk und Warschau seien die USA verantwortlich. Washington würde Polen dazu drängen, die Lage eskalieren zu lassen. Tatsächlich ist die Lage an der strategisch heiklen Grenze zwischen Belarus und Polen angespannt, seit die nach Belarus exilierten Söldner der Wagner-Gruppe der Grenze nach Polen gefährlich nahekommen. Es wird spekuliert, dass Moskau die Wagner-Söldner gezielt einsetzt, um Polen und damit die Nato zu provozieren.

Putin-Verbündeter Medwedew: Wut-Posting gegen den Westen und die Ukraine

Update vom 11. August, 13.35 Uhr: Der stellvertretende Vorsitzende des Sicherheitsrates Russlands, Dmitri Medwedew, hat sich zu den Plänen der Biden-Administration geäußert, der Ukraine weitere Kriegshilfen in Milliardenhöhe bereitzustellen – und zu einem Rundumschlag gegen die Ukraine und den Westen ausgeholt. „Die aufgeklärte Welt schauderte erneut, als sie erfuhr, dass Dutzende bedeutungsloser Milliarden Dollar für Zombies aus dem Land 404 bereitgestellt wurden“, schreibt er laut der russischen staatlichen Nachrichtenagentur RIA Novosti in einer Telegram-Nachricht.

Der Begriff „Land 404“ ist mutmaßlich eine Anspielung auf den Hinweis „Page not found, error 404“, der im Internet üblicherweise erscheint, wenn eine nicht existente Internetseite aufgerufen wird. Medwedew will damit offenbar andeuten, dass die Ukraine kein eigener, souveräner Staat sei. Das Geld aus den USA werde der Ukraine nicht helfen, schreibt er. Es sei für die „gerontokratische Elite der Demokratischen Partei und ihrer europäischen Diener“ aber wichtig, da es die Gegenoffensive der ukrainischen Streitkräfte am Laufen halte. Und der „Mythos“ dieser Gegenoffensive stütze den „Mythos“ der großen Wirtschaftskraft des Dollars, so Medwedew.

Dennoch sei es immer noch möglich, Frieden zu schaffen, schreibt Medwedew weiter. Die Voraussetzung dafür sei die Kapitulation Kiews. „Aber weder Washington noch Kiew wollen Frieden“, behauptet er. Das liege vor allem am Streben der USA nach „ungeteilter Macht“, wofür Washington die Ukraine opfern würde. Die „Fleischverarbeitungsanlage der Gegenoffensive“ laufe weiter und schicke Tausende von Menschen „zur Schlachtung“, so Medwedew. Das werde dem „Kiewer Regime“, das nun in die Phase des „postmortalen Verfalls“ eingetreten sein, aber nicht helfen.

Ukraine-Krieg: Drohne über Moskau abgeschossen

Update vom 11. August, 11.59 Uhr: Die russische Flugabwehr hat über Moskau eine Drohne abgeschossen. Das verkündete der Moskauer Bürgermeister Sergei Sobjanin auf seinem Telegram-Kanal, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur TASS berichtet. „Es wurde versucht, die Stadt mit einer Drohne zu überfliegen. Durch die Luftverteidigung wurde sie eliminiert“, schrieb Sobjanin demnach auf Telegram. Das Wrack sei in der Nähe des Karamyschewskaja-Ufers in Moskau abgestürzt und richtete keine ernsthaften Schäden an. Verletzte habe es keine gegeben. Die Rettungsdienste seien vor Ort im Einsatz.

Selenskyj-Berater kündigt vermehrte Drohnenangriffe gegen Russland an

Update vom 11. August, 10.55 Uhr: Die drohnengestützten Angriffe auf russisches Territorium werden häufiger und künftig effizienter sein. Das deutete Mychajlo Podoljak, ein Berater des ukrainischen Präsidialamtes, in einem Interview mit Channel 24 an, wie die ukrainische Nachrichtenagentur UNIAN heute berichtete. Er betonte, dass die Nachrichtendienste der Ukraine – sowohl der Militärgeheimdienst HUR als auch der Inlandsgeheimdienst SBU – „über ein ziemlich effektives Netzwerk in Russland“ verfügten. „Sie können dieses Netzwerk nutzen. Ich denke, dass die Zahl solcher Vorfälle zunehmen wird“, sagte er weiter.

Podoljak sei davon überzeugt, dass Vorfälle mit „unidentifizierten Drohnen“ in Russland häufiger werden, trotz der Bemühungen der russischen Luftabwehr, diese zu verhindern. „Nach und nach“ werde „die Effizienz dieser Angriffe zunehmen“, ergänzte er. Die Verantwortung für diese Angriffe gegen russisches Territorium liege bei Russland selbst, deutete er an – alles werde von der Russischen Föderation selbst verursacht. Andrei Yusov, ein Sprecher des HUR, sagte laut UNIAN, der russische Präsident Wladimir Putin habe Krieg und Tod nicht nur in die Ukraine, sondern auch auf das Territorium seines eigenen Landes gebracht.

Erstmeldung: Kiew – Im Ukraine-Krieg hat es erneut einen Raketentreffer auf Saporischschja: gegeben. Es gab wohl mindestens einen Toten und 16 Verletzte. Am Vortag hatten russische Raketen in der Stadt mindestens drei Menschen getötet. Zwei der Toten waren nach ukrainischen Berichten junge Straßenmusikerinnen, die noch kurz zuvor Musik gemacht hatten.

Ukraine-Krieg: Selenskyjs Armee unter Druck

Die ukrainische Armee steht ohnehin weiter unter starkem Druck. Nach Angaben des Generalstabs in Kiew griffen russische Truppen an in der Nacht zum Freitag (11. August) an folgenden Frontabschnitten an:

  • Awdijiwka
  • Bachmut
  • Kupjansk
  • Lyman
  • Marjinka
  • Schachtarsk
  • Quelle: Ukrainischer Generalstab vom 11. August 2023

Ukraine-Krieg: Gegenoffensive kommt nur an zwei Fronten voran

Unterstützt wurden die Angriffe durch Artillerie und Luftwaffe. Es gelinge aber jeweils, die Angreifer zu stoppen, hieß es. Die Militärangaben sind unabhängig nicht zu überprüfen.

Der Bericht nannte nur zwei Abschnitte, an denen die Ukraine selber angreife – Richtung Melitopol und Berdjansk im Süden. Dort hofft die ukrainische Armee mit ihrer Gegenoffensive, das Asowsche Meer zu erreichen und die russische Landverbindung zur Halbinsel Krim zu unterbrechen. In der Region haben sich die russischen Truppen aber besonders stark verschanzt. Die ukrainische Offensive läuft seit zwei Monaten, bleibt aber bisher hinter den hohen Erwartungen zurück. (mit Agenturmaterial)

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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