VonMarcus Giebelschließen
Die Schüler in Deutschland sollen im Unterricht auf die Gefahren des Lebens vorbereitet werden. Dieser Ampel-Plan ruft Kritik aus der CDU hervor.
Kiel – Den Vorschlag von Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP), Zivilschutzübungen in Schulen abzuhalten, lehnt Karin Prien ab. „Es hilft nicht, der Bevölkerung und insbesondere Kindern und Jugendlichen Angst zu machen“, findet die CDU-Bundesvize. Der schleswig-holsteinischen Bildungsministerin zufolge ist es „Aufgabe des Bundes, sich um Fragen des Zivilschutzes und der äußeren Sicherheit zu sorgen“.
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Zivilschutzübungen in Schulen: „Gesellschaft muss sich gut auf Krisen vorbereiten“
Das Thema müsse sensibel und mit großer Ernsthaftigkeit diskutiert werden. „In den Ländern kümmern wir Kultusministerinnen und Kultusminister uns darum, für mehr Verständnis von sicherheitspolitischen Fragen zu sorgen“, erklärte Prien, die auch Koordinatorin der Unionsländer in der Kultusministerkonferenz (KMK) ist. Weiter führte sie aus: „In Schleswig-Holstein tun wir das schon seit 2021 konsequent, zum Beispiel durch unsere Kooperationsvereinbarung mit den Jugendoffizieren der Bundeswehr.“
Stark-Watzinger hatte betont, die Schulen in der Verantwortung zu sehen, junge Menschen auf den Kriegsfall vorzubereiten. Den Zeitungen der Funke Mediengruppe sagte sie: „Die Gesellschaft muss sich insgesamt gut auf Krisen vorbereiten - von einer Pandemie über Naturkatastrophen bis zum Krieg.“
Deutschland und die Bundeswehr: Stark-Watzinger wünscht sich unverkrampftes Verhältnis der Schüler
Zudem stellte sie fest: „Zivilschutz ist immens wichtig, er gehört auch in die Schulen. Ziel muss sein, unsere Widerstandsfähigkeit zu stärken.“ In diesem Zusammenhang plädierte sie für Zivilschutzübungen an Schulen und verwies dabei auf Großbritannien: „Dort gehören Übungen für den Katastrophenfall an Schulen zum Alltag. Davon können wir lernen.“
Es gehe darum, dass junge Menschen die Bedrohungen der Freiheit kennenlernen und mit den Gefahren umgehen können. Dafür sei kein eigenes Schulfach nötig, aber es solle als Lerninhalt vermittelt werden. Zugleich rief Stark-Watzinger die Schulen auf, ein „unverkrampftes Verhältnis zur Bundeswehr“ zu entwickeln.
Im vergangenen Jahr hatte es Kritik an Bundeswehr-Veranstaltungen in Schulen gehagelt. Aus der Linken wurden Vorwürfe laut, es handele sich um eine „Wehrpflicht durch die Hintertür“. Aus den Reihen der Grünen wurde gewarnt, es dürfe „keine reine Rekrutierungsveranstaltung werden“. CDU-Chef Friedrich Merz hatte hingehen ungehinderten Zugang der Bundeswehr zu Schulen gefordert. (mg, dpa)

