Ukraine-Krieg

Tödlicher Raketeneinschlag: Polen freut sich über Abwehrsystem-Angebot aus Deutschland

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Die Bundeswehr will die Flugabwehr Polens unterstützen. Dafür soll der Nato-Nachbarstaat Deutschlands neue Raketen und Flugzeuge erhalten.

+++ 14.00 Uhr: Nach dem Angebot von Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD), dem Nato-Partner Polen mit einem Patriot-Abwehrsystem auszuhelfen, hat sich ihr polnischer Amtskollege Mariusz Blaszczak zu Wort gemeldet. Der polnische Verteidigungsminister habe das Angebot mit „großer Zufriedenheit“ zur Kenntnis genommen. Weiter sagte Blaszczak, er wolle vorschlagen, das Abwehrsystem in der Nähe von Polens Grenze zur Ukraine zu stationieren.

Ein Konvoi der Bundeswehr mit Patriot-Raketen beladen. (Archivbild)

Update vom Montag, 21. November 2022, 11.00 Uhr: Die Bundesregierung reagiert auf den Einschlag von Raketen in Polen. Laut Verteidigungsministerin Christine Lambrecht soll Warschau ein Patriot-Abwehrsystem erhalten. „Wir haben Polen angeboten, es bei der Absicherung des Luftraums zu unterstützen – mit unseren Eurofightern und mit Patriot-Luftverteidigungssystemen“, so Lambrecht gegenüber der Rheinischen Post und dem General-Anzeiger.

Der Ukraine-Krieg in Bildern – Zerstörung, Widerstand und Hoffnung

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine hat am 24. Februar 2022 begonnen. Im November konnten die ukrainischen Streitkräfte die Stadt Cherson befreien. Doch für die Menschen vor Ort ist die Lage noch immer katastrophal. Es gibt weder Strom noch fließendes Wasser. Hier kämpfen sie um die Verteilung von Hilfsgütern im Zentrum der Stadt.
Der Krieg Russlands gegen die Ukraine hat am 24. Februar 2022 begonnen. Im November konnten die ukrainischen Streitkräfte die Stadt Cherson befreien. Doch für die Menschen vor Ort ist die Lage noch immer katastrophal. Es gibt weder Strom noch fließendes Wasser. Hier kämpfen sie um die Verteilung von Hilfsgütern im Zentrum der Stadt. © BULENT KILIC/afp
Am 24. Februar beginnt Russland mit dem Angriffskrieg auf die Ukraine. Die Stadt Tschuhujiw wird bereits am ersten Tag des Krieges bombardiert. Helena, eine 53 Jahre alte Lehrerin, steht dort vor einem Krankenhaus.
Die Stadt Tschuhujiw wird bereits am ersten Tag des Krieges bombardiert. Helena, eine 53 Jahre alte Lehrerin, steht dort vor einem Krankenhaus. © Aris Messinis/afp
Das „Z“ findet sich, wie hier am Kontrollpunkt Perekop nahe der Halbinsel Krim, auf nahezu allen Militärfahrzeugen der russischen Armee. Es wird im weiteren Verlauf zum Symbol für den Überfall Russlands auf die Ukraine.
Das „Z“ findet sich, wie hier am Kontrollpunkt Perekop nahe der Halbinsel Krim, auf nahezu allen Militärfahrzeugen der russischen Armee. Es wird im weiteren Verlauf zum Symbol für den Überfall Russlands auf die Ukraine. © Sergei Malgavko/dpa
Zu Beginn des Ukraine-Kriegs kommt es wie hier in Moskau in zahlreichen Städten Russlands zu Demonstrationen. Die Staatsmacht im Kreml geht mit aller Härte gegen die Teilnehmenden vor. Tausende Personen werden verhaftet.
Zu Beginn des Ukraine-Kriegs kommt es wie hier in Moskau in zahlreichen Städten Russlands zu Demonstrationen. Die Staatsmacht im Kreml geht mit aller Härte gegen die Teilnehmenden vor. Tausende Personen werden verhaftet. © Sergei Mikhailichenko/afp
Weltweit gehen die Menschen gegen den Ukraine-Krieg auf die Straßen. Eine Demonstrantin in Montreal (Kanada) macht deutlich, wen sie für das Leid in der Ukraine verantwortlich macht: Russlands Präsidenten Wladimir Putin.
Weltweit gehen die Menschen gegen den Ukraine-Krieg auf die Straßen. Eine Demonstrantin in Montreal (Kanada) macht deutlich, wen sie für das Leid in der Ukraine verantwortlich macht: Russlands Präsidenten Wladimir Putin. © Andrej Ivanov/afp
Wolodymyr Selenskyj meldet sich mit einer nächtlichen Videobotschaft aus Kiew - während der russische Angriff auf die Hauptstadt läuft. Der Präsident wird im Verlauf des Kriegs zur Galionsfigur des ukrainischen Widerstands gegen die russische Invasion.
Wolodymyr Selenskyj meldet sich mit einer nächtlichen Videobotschaft aus Kiew - während der russische Angriff auf die Hauptstadt läuft. Der Präsident wird im Verlauf des Kriegs zur Galionsfigur des ukrainischen Widerstands gegen die russische Invasion. © Facebook/afp
Die Verluste Russlands lassen sich vor allem auf die hohe Kampfmoral der ukrainischen Bevölkerung zurückführen. Diese Frau lässt sich in Lwiw an einem Sturmgewehr des Typs AK-47 ausbilden.
Die Verluste Russlands lassen sich vor allem auf die hohe Kampfmoral der ukrainischen Bevölkerung zurückführen. Diese Frau lässt sich in Lwiw an einem Sturmgewehr des Typs AK-47 ausbilden. © Daniel Leal/afp
Der Kampf um Kiew tobt vor allem in der Anfangsphase. Die Hauptstadt der Ukraine ist von den Angriffen Russlands schwer gezeichnet. Doch der Widerstand hält an. Putins Armee gelingt es nicht, Kiew einzunehmen.
Der Kampf um Kiew tobt vor allem in der Anfangsphase. Die Hauptstadt der Ukraine ist von den Angriffen Russlands schwer gezeichnet. Doch der Widerstand hält an. Putins Armee gelingt es nicht, Kiew einzunehmen. © Daniel Leal/afp
Ein sieben Jahre altes Mädchen aus der Ukraine hat es nach Moldawien geschafft. Laut dem UNHCR sind allein in den ersten drei Monaten des Krieges mehr als sechs Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen.
Ein sieben Jahre altes Mädchen aus der Ukraine hat es nach Moldawien geschafft. Laut dem UNHCR sind allein in den ersten drei Monaten des Krieges mehr als sechs Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen. © Nikolay Doychinov/afp
Irpin, ein Vorort Kiews, wird von der russischen Artillerie unter Beschuss genommen. Yevghen Zbormyrsky, 49 Jahre alt, sucht vor seinem zerstörten Haus Schutz vor dem Angriff aus Russland.
Irpin, ein Vorort Kiews, wird von der russischen Artillerie unter Beschuss genommen. Yevghen Zbormyrsky, 49 Jahre alt, sucht vor seinem zerstörten Haus Schutz vor dem Angriff aus Russland. © Aris Messinis/afp
Blutspuren in einem Zug in Kramatorsk, der für die Evakuierung von Zivilisten genutzt wurde, zeugen von den Grausamkeiten im Ukraine-Krieg.
Blutspuren in einem Zug in Kramatorsk, der für die Evakuierung von Zivilisten genutzt wurde, zeugen von den Grausamkeiten im Ukraine-Krieg. © Fadel Senna/afp
Der Zusammenhalt zwischen der Armee und der Bevölkerung im Ukraine-Krieg ist beispielhaft. In Irpin helfen Soldaten bei der Evakuierung einer Frau über eine zerstörte Brücke.
Der Zusammenhalt zwischen der Armee und der Bevölkerung im Ukraine-Krieg ist beispielhaft. In Irpin helfen Soldaten bei der Evakuierung einer Frau über eine zerstörte Brücke. © Aris Messinis/afp
Mitten Krieg geben Valery (l.) und Lesya sich in einem Außenposten vor Kiew das Ja-Wort. Beide kämpfen in der Armee der Ukraine gegen Russland.
Mitten im Krieg geben Valery (l.) und Lesya sich in einem Außenposten vor Kiew das Ja-Wort. Beide kämpfen in der Armee der Ukraine gegen Russland. © Genya Savilov/afp
Per Videoschalte hält Wolodymyr Selenskyj eine Rede im Deutschen Bundestag. Für seinen historischen Auftritt erhält der ukrainische Präsident Applaus - und im weiteren Verlauf die Zusage zur Lieferung von schweren Waffen aus Deutschland.
Per Videoschalte hält Wolodymyr Selenskyj eine Rede im Deutschen Bundestag. Für seinen historischen Auftritt erhält der ukrainische Präsident Applaus - und im weiteren Verlauf die Zusage zur Lieferung von schweren Waffen aus Deutschland. © Michael Kappeler/dpa
Vitali Klitschko im von russischen Angriffen zerstörten Kiew. Der ehemalige Boxweltmeister ist Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt und organisiert dort den Widerstand gegen Russlands Armeen.
Vitali Klitschko im von russischen Angriffen zerstörten Kiew. Der ehemalige Boxweltmeister ist Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt und organisiert dort den Widerstand gegen Russlands Armeen. © Sergej Supinsky/afp
Immer wieder nimmt Russland Kiew unter Beschuss. Bei einem Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum sterben mindestens sechs Menschen.
Immer wieder nimmt Russland Kiew unter Beschuss. Bei einem Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum sterben mindestens sechs Menschen. © Aris Messinis/afp
Doch nicht nur Kiew, auch Charkiw ist zu Beginn des Krieges heftig umkämpft. Ein Mann flieht aus der Stadt, während im Hintergrund russische Raketen einschlagen.
Doch nicht nur Kiew, auch Charkiw ist zu Beginn des Krieges heftig umkämpft. Ein Mann flieht aus der Stadt, während im Hintergrund russische Raketen einschlagen. © Aris Messinis/afp
Russland muss im Ukraine-Krieg unerwartet hohe Verluste in Kauf nehmen. Davon zeugen etliche zerstörte Panzer und Militärfahrzeuge, deren Überreste auf einer Straße Richtung Butscha zu sehen sind.
Russland muss im Ukraine-Krieg unerwartet hohe Verluste in Kauf nehmen. Davon zeugen etliche zerstörte Panzer und Militärfahrzeuge, deren Überreste auf einer Straße Richtung Butscha zu sehen sind. © Aris Messinis/afp
Wochenlang tobt die Schlacht um Mariupol. Die Hafenstadt im Osten der Ukraine gleicht einem Trümmerfeld. Ein russischer Soldat hält die Zerstörung mit seinem Handy fest.
Wochenlang tobt die Schlacht um Mariupol. Die Hafenstadt im Osten der Ukraine gleicht einem Trümmerfeld. Ein russischer Soldat hält die Zerstörung mit seinem Handy fest. © Alexander Nemenov/afp
Raketenangriffe spielen im Ukraine-Krieg eine besonders große Rolle. Ein Soldat der Ukraine inspiziert die Überreste einer ballistischen Rakete aus russischen Beständen auf einem Feld nahe Bohodarove im Osten des Landes.
Raketenangriffe spielen im Ukraine-Krieg eine besonders große Rolle. Ein Soldat der Ukraine inspiziert die Überreste einer ballistischen Rakete aus russischen Beständen auf einem Feld nahe Bohodarove im Osten des Landes. © Yasuyoshi Chiba/afp
Anwohnerinnen und Anwohner aus Mariupol kommen in Saporischschja im Südosten der Ukraine an. Darunter befinden sich auch zahlreiche Personen, die fast zwei Monate in Schutzräumen des Asowstal-Stahlwerks ausgeharrt haben.
Anwohnerinnen und Anwohner aus Mariupol kommen in Saporischschja im Südosten der Ukraine an. Darunter befinden sich auch zahlreiche Personen, die fast zwei Monate in Schutzräumen des Asowstal-Stahlwerks ausgeharrt haben. © dpa
Die Kämpfer des Asowstahl-Stahlwerks in Mariupol werden in der Ukraine wie Helden gefeiert. Wochenlang hielten sie die russische Armee auf und der Belagerung stand. Am Ende und nach hohen Verlusten verkündet der Kreml aber die Einnahme des Stahlwerks und damit die Kontrolle über Mariupol.
Die Kämpfer des Asowstahl-Stahlwerks in Mariupol werden in der Ukraine wie Helden gefeiert. Wochenlang hielten sie die russische Armee auf und der Belagerung stand. Am Ende und nach hohen Verlusten verkündet der Kreml aber die Einnahme des Stahlwerks und damit die Kontrolle über Mariupol. © Dmytro ‚Orest‘ Kozatskyi/afp
Die Panzerhaubitze 2000 ist das modernste Artilleriegeschütz in der Bundeswehr.
Am 21. Juni treffen die ersten schweren Waffen aus Deutschland in der Ukraine ein. Die Panzerhaubitze 2000 ist das modernste Artilleriegeschütz der Bundeswehr. Sie sieht aus wie ein riesiger Kampfpanzer und kann Ziele in 40 Kilometern Entfernung treffen.  © Sven Eckelkamp/Imago
bombardiert die russische Luftwaffe ein Einkaufszentrum in der ostukrainischen Stadt Krementschuk
Am 27. Juni bombardiert Russland ein Einkaufszentrum im 100 Kilometer von der Frontlinie entfernten Krementschuk. Zum Zeitpunkt des Angriffs befinden sich laut ukrainischen Angaben etwa 1000 Menschen in dem Gebäude, mindestens achtzehn Menschen werden getötet. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bezeichnet die Attacke als „absoluten Horror“.  © STR/afp
Dieses Satellitenbild von Maxar Technologies zeigt einen Überblick über die Schlangeninsel im Schwarzen Meer.
Nach wiederholten ukrainischen Angriffen zieht sich das russische Militär Ende Juni von der Schlangeninsel südlich von Odessa zurück. Russland spricht von einem „Zeichen des guten Willens“. Die Die Ukraine feiert die Rückeroberung dagegen als Sieg. „KABOOM! Keine russischen Truppen mehr auf der Schlangeninsel“, schreibt der Leiter des Präsidialamts, Andrij Jermak, auf Twitter. „Unsere Streitkräfte haben großartige Arbeit geleistet.“ © dpa
In der Nacht auf den 29. Juli brannte nach einer Explosion ein Gefängnis in Oleniwka, in der von pro-russischen Separatisten besetzten Donezk-Region, aus.
In der Nacht auf den 29. Juli kommen bei einem Angriff auf ein Gefängnis in Oleniwka in der Donezk-Region Dutzende ukrainische Kriegsgefangene ums Leben. Der ukrainische Generalstab beschuldigt Russland, damit Folter von Gefangenen und Hinrichtungen verschleiern zu wollen. Prorussische Separatisten hingegen bezichtigten die Ukraine, für den Angriff verantwortlich zu sein © afp
Auf dem Gelände des Militärflugplatzes Saki nahe Nowofjodorowka kommt es zu heftigen Explosionen.
Am 9. August erschüttern mehrere Explosionen eine russische Luftwaffenbasis auf der 2014 annektierten Halbinsel Krim. Mehrere Flugzeuge werden zerstört. Eine Woche später detoniert auf der Krim ein russisches Munitionslager. Rusland spricht von einem „Sabotageakt“. © dpa
Dieses Satellitenbild von Planet Labs PBC zeigt das von russischen Truppen besetzte Kernkraftwerk Saporischschja.
Das Atomkraftwerk Saporischschja ist schwer umkämpft. Das Artilleriefeuer lässt international die Angst vor einer Atomkatastrophe steigen. Am 25. August wird das AKW erstmals in seiner Geschichte vom Stromnetz getrennt. Russland und die Ukraine werfen sich gegenseitig den Beschuss des Kraftwerksgeländes und der Umgebung vor. © Planet Labs Pbc/dpa
Rauch steigt über einem Feuer in einem Naturschutzgebiet in der Nähe der Stadt Mykolajiw nach einem Beschuss durch die Streitkräfte der Ukraine auf.
Am 29. August gelingt den ukrainischen Truppen an mehreren Stellen in der Oblast Cherson ein Vorstoß über feindliche Frontlinien. Das russische Verteidigungsministerium bestätigt eine ukrainische Offensive bei den von Russland besetzten Gebieten in der Oblast Cherson und der Oblast Mykolajiw. © Kherson Region Emergency Service/Imago
Einheiten der ukrainischen Streitkräfte sind in der Region Charkiw unterwegs.
Im September erobert die Ukraine im Zuge ihrer Gegenoffensive in der Oblast Charkiw die strategisch bedeutsamen Städte Kupjansk und Isjum von Russland zurück und durchbricht die Frontlinie an mehreren Stellen.  © Imago
Im Zuge ihrer Gegenoffensive im Raum Charkiw gelingt es den ukrainischen Streitkräften in wenigen Tagen erhebliche Gewinne zu erzielen. In dieser Phase gelingt ihnen Anfang Oktober auch die Rückeroberung von Lyman in der Oblast Donezk.
Im Zuge ihrer Gegenoffensive im Raum Charkiw gelingt es den ukrainischen Streitkräften in wenigen Tagen erhebliche Gewinne zu erzielen. In dieser Phase gelingt ihnen Anfang Oktober auch die Rückeroberung von Lyman in der Oblast Donezk.  © YASUYOSHI CHIBA/afp
Mitten im Krieg bringt der britische Streetart-Künstler Banksy den Menschen in der Ukraine mit mehreren Werken seine Solidarität zum Ausdruck. So wirft ein kleiner Judoka in den Ruinen eines Kindergartens in Borodyanka nahe Kiew einen erwachsenen Kämpfer zu Boden, dessen Gestalt ein wenig der des russischen Präsidenten Wladimir Putin ähnelt.
Mitten im Krieg bringt der britische Streetart-Künstler Banksy den Menschen in der Ukraine mit mehreren Werken seine Solidarität zum Ausdruck. So wirft ein kleiner Judoka in den Ruinen eines Kindergartens in Borodyanka nahe Kiew einen erwachsenen Kämpfer zu Boden, dessen Gestalt ein wenig der des russischen Präsidenten Wladimir Putin ähnelt. © GENYA SAVILOV/afp
Im November erobert die ukrainische Armee auch die Stadt Cherson zurück. Am 11. November gab Russland den Rückzug von 30.000 Soldaten aus dem westlich des Dnepr liegenden Teil der Cherson-Region bekannt. Zwei Tage später feiern die Menschen die Befreiung der Stadt, die ukrainischen Soldaten werden herzlich begrüßt.
Im November erobert die ukrainische Armee auch die Stadt Cherson zurück. Am 11. November gab Russland den Rückzug von 30.000 Soldaten aus dem westlich des Dnepr liegenden Teil der Cherson-Region bekannt. Zwei Tage später feiern die Menschen die Befreiung der Stadt, die ukrainischen Soldaten werden herzlich begrüßt.  © afp

Raketeneinschlag in Polen: Ermittlungen vor Ort offenbar abgeschlossen

+++ 18.10 Uhr: Sind die Ermittlungen vor Ort nach dem tödlichen Raketeneinschlag abgeschlossen? Vieles spricht nach Augenzeugenberichten dafür. Einsatzkräfte und Ermittler haben den Ort der Explosion offenbar vorerst verlassen, berichtet der Spiegel und beruft sich dabei auf die Nachrichtenagentur PAP.

Am Ortseingang des Dorfes Przewodow waren demnach keine Polizisten mehr zu sehen. Sie hatten zuvor das Gelände um die Einschlagsstelle gesichert. Auf dem Gelände des Getreidespeichers, den die Rakete traf, waren auch keine Einsatzkräfte und Ermittler tätig. Von offizieller Seite gab es dazu keine Angaben.

Raketeneinschlag in Polen: Russland erhebt schwere Vorwürfe gegen Ukraine

Update vom Sonntag, 20. November 2022, 08.45 Uhr: Aus Russlands Botschaft in Washington DC (USA) kommen nach dem Raketeneinschlag in Polen neue Vorwürfe gegen die Ukraine. Das berichtet das US-Nachrichtenportal Newsweek. Der russische Botschafter Anatoly Antonov sagte gegenüber dem Portal: „Die ukrainischen Behörden flehen Washington nicht nur an, mehr militärische Hilfe zu leisten, sondern versuchen auch, einen militärischen Konflikt zwischen der russischen Föderation und der Nato zu provozieren.“

Polen wiederum hat nach dem Raketeneinschlag im Zuge des Ukraine-Kriegs damit begonnen, die Grenze zur russischen Enklave zu sichern. Soldaten stellten am Grenzverlauf Zäune auf und verlegten Stacheldraht.

Raketeneinschlag in Polen: Russland reagiert empört auf Entscheidung Warschaus

+++ 18.01 Uhr: Russland hat empört auf die Entscheidung von Gastgeber Polen reagiert, dem russischen Außenminister Sergej Lawrow die Teilnahme am bevorstehenden OSZE-Gipfel zu verweigern. Der Schritt sei „beispiellos und provokativ“, erklärte das Außenministerium in Moskau am Samstag. Polen habe damit der Glaubwürdigkeit der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) „irreparablen Schaden zugefügt“. Polen hatte nach dem Raketeneinschlag im eigenen Land Lawrow die Einreise zum OSZE-Gipfel verwehrt (siehe Meldung um 14 Uhr).

+++ 15.46 Uhr: In Polen ist eines der beiden Todesopfer des Raketeneinschlags im Grenzgebiet zur Ukraine mit einem Staatsbegräbnis beigesetzt worden. Die Beerdigung des 62-jährigen Lagerverwalters fand am Samstag in dem kleinen Dorf Przewodow mit einer militärischen Zeremonie statt, wie die Nachrichtenagentur PAP berichtete. Eine Ehrenkompanie des 2. Aufklärungsregiments aus Hrubieszow war angetreten. Bilder des polnischen Fernsehens zeigten große Trauerkränze mit Schleifen in den Farben der polnischen und ukrainischen Flagge.

Polen: Spannungen mit Russland wegen Ukraine-Kriegs

+++ 14.00 Uhr: Nach dem tödlichen Raketeneinschlag am Dienstag (15. November) wachsen die Spannungen zwischen Polen und Russland. So hat Polen der Delegation um Außenminister Sergei Lawrow die Einreise zum OSZE-Gipfel verwehrt. Das russische Verteidigungsministerium bezeichnete diesen Schritt in einem Brief als „beispiellos und provokativ“, wie das polnische Nachrichtenportal Rzeczpospolita schreibt. Demnach appelliert das Ministerium an die übrigen OSZE-Mitglieder, die russische Seite bei dem Streit zu unterstützen.

Das Jahrestreffen der 57 Außenminister der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, bei dem Polen die Präsidentschaft innehat, soll am 1. und 2. Dezember in Lodz stattfinden. Aufgrund der blutigen Vorgeschichte zwischen Polen und Russland ist der ukrainische Nachbarstaat besonders kritisch gegenüber dem Angreifer.

Tödlicher Raketeneinschlag in Polen: Innenminister spricht von „unglücklichem Unfall“

+++ 11.30 Uhr: Der polnische Innenminister, Mariusz Kamiński, hat bekräftigt, dass es sich bei der Rakete, die in Polen zwei Menschen getötet hat, aller Wahrscheinlichkeit nach um ein Geschoss aus der Ukraine handelte. Zu diesem Zeitpunkt könne er verantwortungsvoll sagen, dass es zu einem „unglücklichen Unfall“ gekommen sei, sagte Kamiński am Samstagmorgen (19. November) im Gespräch mit dem Radiosender RMF FM. Er legte allerdings den Fokus auf die Angriffe aus Russland, die letztendlich zu dem Einschlag in Polen geführt haben sollen.

Der Innenminister sprach außerdem von den ersten Momenten, nachdem der Vorfall bekannt geworden war. „Für jeden von uns war der erste und offensichtlichste Gedanke, dass wir von Russland angegriffen wurden. Es war eine Selbstverständlichkeit für jeden Polen und nicht nur für Polen. Wir mussten sofort mehrere Ereignisszenarien parallel arrangieren.“ Gleichzeitig verteidigte er die bedachte Reaktion der Regierung, der in Polen teilweise vorgeworfen wird, eine öffentliche Äußerung zu lange hinausgezögert zu haben.

+++ 9.09 Uhr: Nachdem mindestens eine Rakete in Polen zwei Menschen getötet hat, fordert Donald Trump Jr. die Reduzierung von Zahlungen an die Ukraine. Auf Twitter schrieb der Sohn des ehemaligen Präsidenten „da es eine Rakete der Ukraine war, die unseren NATO-Partner Polen getroffen hat, können wir wenigstens aufhören Milliarden auszugeben, um sie zu bewaffnen?“ Tatsächlich laufen die Untersuchungen über den Ursprung des Geschosses noch. Die Republikaner um Donald Trump fordern bereits seit längerem weniger Geld an die Ukraine zu senden.

Tödlicher Raketeneinschlag in Polen: Morawiecki sieht Ursache bei Russland

+++ 22.50 Uhr: Auch wenn die Klärung der genauen Umstände des Raketeneinschlags im ostpolnischen Dorf Przewodów noch nicht abgeschlossen sei: Der eigentliche Grund des Unglücks, das zwei Menschen das Leben kostete, sei die russische Aggression gegenüber der Ukraine. Das sagte der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki laut einem Bericht des Nachrichtenportals Ukrainska Pravda in einem Radio-Podcast des Senders Polskie Radio Lublin. Gleichzeitig betonte Morawiecki: „Wenn die Ukraine von Russland besetzt würde, bräuchten wir keinen Krieg zu provozieren. Der Krieg würde von selbst zu uns kommen. Putin wird nicht aufhören, der Kreml wird immer weiter machen. Passiv zu sein wäre Selbstmord für uns.“

Morawiecki kündigte außerdem an, dass polnische Ermittlungsteams bei Bedarf auch in die Ukraine reisen könnten, um Hinweisen nachzugehen und Spuren zu sichten. Das sagte der Politiker der polnischen Nachrichtenseite RMF24. Für die schnellstmögliche Klärung des Vorfalls arbeiteten die polnischen Teams auch mit internationalen Fachleuten, etwa aus den USA zusammen. Auch mit der ukrainischen Seite wolle man so eng wie möglich zusammenarbeiten, „denn vergessen wir nicht, dass sie heute für Frieden, für Sicherheit, für Frieden in Europa kämpfen, auch in Polen.“

Nach tödlichem Raketeneinschlag in Polen: Sullivan ermahnte wohl Selenskyj

+++ 17.32 Uhr: Nach dem tödlichen Raketeneinschlag in Polen überschlugen sich die Ereignisse. Nur wenige Stunden nachdem er Einschlag bekannt wurde, betonte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner abendlichen Ansprache bereits, dass es sich um eine russische Rakete und einen Angriff handele. Bidens Sicherheitsberater Jake Sullivan soll daraufhin das Gespräch mit Selenskyj gesucht haben. Wie Insider gegenüber CNN berichteten, soll er auch zu einer vorsichtigeren Rhetorik aufgerufen haben. Das Festhalten des ukrainischen Präsidenten soll auch in der polnischen Politik für Verwunderung gesorgt haben, berichtet der Nachrichtensender.

Tödlicher Raketeneinschlag in Polen: Neue Details widersprechen Nato-Verdacht

+++ 15.00 Uhr: Nach dem tödlichen Raketeneinschlag auf polnischem Staatsgebiet rechnet Polens Präsident Andrzej Duda mit weiteren Vorfällen dieser Art. „Leider müssen wir in gewissem Sinne darauf vorbereitet sein, dass sich Unfälle als Folge des Krieges an unserer Grenze wiederholen können“, sagte Duda am Freitag in der ostpolnischen Stadt Rzeszow.

Zwar werde Polen alles tun, um sicherzustellen, dass dies nicht passiere. Doch leider sei es unmöglich, sich vor so einem Ereignis wie dem Raketeneinschlag zu schützen, sagte Duda weiter. Militärexpertinnen und Militärexperten hätten ihm erklärt, dass kein Raketenabwehrsystem in der Lage gewesen wäre, dieses Geschoss auf polnischem Hoheitsgebiet abzufangen, da dafür die Zeit nicht ausgereicht hätte.

Raketeneinschlag in Polen: Kiew und Warschau wollen gemeinsam ermitteln

+++ 12.50 Uhr: Nach dem Raketeneinschlag auf polnischem Staatsgebiet beraten Polen und die Ukraine derzeit nach Angaben aus Warschau über die Einsetzung einer internationalen Ermittlergruppe. Dies sei eine von zwei Möglichkeiten, ukrainische Spezialisten an den Untersuchungen am Absturzort zu beteiligen, sagte der Chef des Büros für Nationale Sicherheit beim polnischen Präsidenten, Jacek Siewiera, dem Sender TVN24.

Der Ukraine sei bereits am Mittwoch in einem Schreiben mitgeteilt worden, dass die polnische Seite die Anwesenheit von Vertretern der ukrainischen Verwaltung an der Einschlagsstelle gestatte, sagte Siewiera. Für eine aktive Beteiligung an den Ermittlungen gebe es zwei juristische Wege. Entweder könne die Ukraine ein internationales Rechtshilfe-Ersuchen stellen oder Polens Generalstaatsanwalt eine internationale Ermittlergruppe einsetzen. „Derzeit hat die ukrainische Seite keinen Rechtsbeistand beantragt; es laufen Gespräche – vielleicht sind sie schon abgeschlossen - über eine internationale Gruppe“, sagte Siewiera.

Raketeneinschlag in Polen: Neue Details bekannt

Update vom Freitag, 18. November, 8.30 Uhr: Nachdem die Nato neue Details zu den Ermittlungen des Raketeneinschlags in der südostpolnischen Ortschaft Przewodow bekannt gegeben hat (s. Erstmeldung), sorgt nun ein Medienbericht aus Polen für Aufregung. Laut Angaben der Zeitung Gazeta Wyborcza soll es eindeutige Hinweise darauf geben, dass das Geschoss aus dem Arsenal der ukrainischen Armee stammt.

Konsultation und Bündnisfall: Das bedeuten Artikel 4 und 5 des Nato-Vertrages

Der Bericht steht zudem teils in Widerspruch zu den Angaben der Nato: Das Militärbündnis hatte laut einem Bericht des Magazins Business Insider erklärt, dass ein technischer Fehler die Selbstzerstörung der Rakete vom Typ „S-300“ verhindert habe. Deshalb sei die Rakete ungebremst auf polnischem Gelände eingeschlagen. Die Gazeta Wyborcza berichtete nun allerdings, die Rakete sei in der Luft explodiert, nachdem sie das Ziel verfehlte. Die Trümmerteile seien anschließend kurz hinter der polnisch-ukrainischen Grenze in der Ortschaft Przewodow eingeschlagen.

Dem Bericht der Gazeta Wyborcza nach sollen polnische Behörden zudem relativ früh davon gewusst und die Informationen zurückgehalten haben. Anlass dessen war demnach, dass es noch keine Einschätzung der US-Regierung am Dienstagabend gab. Dies wurde unter anderem dadurch verstärkt, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nach Polen kommunizierte, dass es sich definitiv um eine russische Rakete handle. Laut Bericht soll Selenskyj geplant haben, die uneindeutige Lage für seine strategischen Ziele nutzen zu wollen. Dafür gibt es jedoch keinerlei Beweise. Dass Selenskyjs Äußerungen auch in Polen für Verunsicherung sorgten, zeigt auch, dass sich der polnische Präsident laut dem Bericht der Gazeta Wyborcza zurückhielt. Er wollte sich demnach bereits am Dienstagabend dazu äußern, dass es sich um eine ukrainische Rakete handle, wurde jedoch von Sicherheitsbehörden gebremst.

Weiterhin heißt es von den Sicherheitsbehörden, dass die Ermittlungen zum tödlichen Raketeneinschlag in Polen noch laufen. Man wolle in den kommenden Tagen neue Einzelheiten nennen.

Raketeneinschlag in Polen: Nato hat neuen Verdacht

Erstmeldung vom Donnerstag, 17. November, 16.00 Uhr: Warschau – Weiterhin herrscht Unklarheit, was und wer tatsächlich hinter dem Raketeneinschlag in Polen steckt. Die Ermittlungen laufen noch. Allerdings werden immer mehr Details bekannt. Laut Angaben des polnischen Justizministers Zbigniew Ziobro wurden Trümmer eines Geschosses am Krater gefunden, welche auf das Flugabwehrsystem „S-300“ hinweisen. Sowohl die russische als auch die ukrainische Armee setzt dieses ein.

Die Nato geht einem Bericht zufolge nun von einem „tragischen Unfall“ aus. Wie das Magazin Business Insider berichtet, sei ein technischer Fehler die mögliche Ursache dafür. Statt die Flugabwehrrakete in der Luft per Fernsteuerung zu zerstören, sei die Rakete weitergeflogen – und auf polnischem Gelände eingeschlagen.

Raketeneinschlag in Polen: Ging Selbstzerstörung schief?

Laut Oberstleutnant Tanel Lelov, Inspekteur der Luftverteidigung von Nato-Mitglied Estland, ist eine Zerstörung der Rakete möglich: „Wenn die abgefeuerte Rakete ihr Ziel verfehlt oder innerhalb einer bestimmten Zeitspanne nicht trifft, zerstört sie sich in der Luft selbst“, sagte er dem estnischen TV-Sender ERR.

Aus der Ukraine gibt es zu diesen Details bislang kein Statement. Präsident Wolodymyr Selenskyj revidierte jüngst lediglich seine Einschätzung, dass definitiv Russland hinter dem Raketeneinschlag in Polen stecke. Er berief sich am Mittwoch auf Berichte des ukrainischen Militärs. Der Kreml wiederum erklärte, Russland habe mit der Sache „nichts zu tun“. „Ich weiß nicht, was passiert ist. Wir wissen es nicht mit Sicherheit. Die ganze Welt weiß es nicht“, erklärte der ukrainische Staatschef am Donnerstag. Dennoch sollen nun ukrainische Fachleute den Krater untersuchen. Sie sind Teil einer internationalen Untersuchung, die den Vorfall weiter aufklären soll.

Die russische Regierung reagierte ihrerseits mit Vorwürfen gegenüber dem Westen. „Wir verstehen, dass unsere Feinde nach einem Vorwand suchen, um den Druck zu erhöhen und dem Pfad der Eskalation zu folgen“, sagte der stellvertretende russische Außenminister Sergej Rjabkow der staatlichen Nachrichtenagentur Tass. Derzeit werde in einer „absurden und sturen“ Weise versucht, Russland die Schuld zuzuschieben.

Polen: Zwei Menschen sterben bei Raketeneinschlag

Bei dem Raketeneinschlag in der südostpolnischen Ortschaft Przewodow nahe der Grenze zur Ukraine waren am Dienstag zwei Menschen getötet worden. (tu/nak/chw mit dpa/AFP)

Rubriklistenbild: © Frank Molter

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