Neuer Anti-Israel-Protest an deutscher Uni – Aktivistinnen und Aktivisten errichten Camp an Uni Bremen
VonFelix Durach
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Auch am Mittwoch kommt es wieder zu propalästinensische Protesten an deutschen Unis. Aktivisten haben in der Universität Bremen ein Protestcamp errichtet.
Update vom 8. Mai, 12.37 Uhr: Auch am Mittwoch kam es wieder zu propalästinensischen Protesten an einer deutschen Universität – diesmal in Bremen. Rund 25 bis 30 propalästinensische Aktivisten seien bei einer unangemeldeten Kundgebung zusammengekommen und haben in einem Gebäude der Universität Bremen ein Protestcamp errichtet. Das sagte ein Polizeisprecher.
Einsatzkräfte seien vor Ort, es sei bislang friedlich. Auch eine Sprecherin der Universität bestätigte die Einrichtung des Protestcamps in der Glashalle. Dem Polizeisprecher zufolge laufen derzeit Gespräche mit der Hochschulleitung, wie lange die Versammlung gebilligt wird. Die Universität Bremen hat das Hausrecht.
Bereits am Dienstag kam es an der Freien Universität Berlin und an der Universität Leipzig zu propalästinensischen Protestaktionen. Die Bewegung hat ihren Ursprung in den USA, wo in den vergangenen Wochen immer wieder Aktivisten US-Universitäten besetzt und gegen das Vorgehen der israelischen Regierung im Gazastreifen demonstriert hatten.
„Fuck you Israel“: Pro-palästinensische Aktivisten besetzen FU Berlin
Erstmeldung vom 7. Mai: Berlin – Am Dienstagvormittag haben Demonstranten den Innenhof der Freien Universität Berlin besetzt, um gegen das Vorgehen Israels im Gazastreifen und die Unterstützung der deutschen Regierung zu protestieren. Die Gruppe „Student Coalition Berlin“ hatte am Dienstagmorgen zu der Protestaktion aufgerufen.
Aktivisten besetzen Innenhof der FU Berlin – propalästinensische Proteste
„Aus Solidarität mit dem palästinensischen Volk haben wir Berliner Studierenden unser Lager auf dem Gelände der Freien Universität aufgeschlagen“, schrieb die Gruppe in einem Beitrag auf Instagram. „Lasst uns gemeinsam mit dem palästinensischen Volk solidarisch sein und auf eine Zukunft frei von kolonialer Unterdrückung hinarbeiten“, hieß es zum Schluss der Meldung.
An der Protestaktion waren nach Schätzungen einer Uni-Sprecherin rund 80 bis 100 Menschen beteiligt. Das meldete die dpa. Die Universität kündigte ein rasches Vorgehen an. „Die FU hat die Räumung angeordnet und die Polizei gerufen“, so die Sprecherin. Vonseiten der Polizei gab es noch keine konkreten Informationen. Man müsse sich zunächst ein Überblick verschafft werden, hieß es dort.
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Auf dem Kurznachrichtendienst X kursierten am Dienstagmittag diverse Videos von den Protesten. Darin ist zu sehen, dass die Demonstrierenden Zelte auf dem Innenhof aufgeschlagen haben. An der Hauswand hängen Transparenten mit Aufschriften wie „Streik ist Widerstand“ oder „Dekolonisierung ist keine Metapher“. Auf einem weiteren Video ist zu hören, wie die Demonstrierenden „Fuck you Germany“ und „Fuck you Israel“ skandieren.
Es ist nicht der erste Protest dieser Art in der deutschen Hauptstadt. Bereits am Freitag hatten sich an der Humboldt-Universität Berlin Dutzende Menschen zu propalästinensischen Protesten versammelt. Etwa 90 Menschen, viele mit Palästinensertüchern, demonstrierten am Freitagmittag im Innenhof des Campus Mitte bei einem nicht angemeldeten Sit-in. Das teilte die Polizei am Freitag mit. Weitere Unterstützer befanden sich vor dem Gebäude, insgesamt seien es etwa 150 Menschen. Viele der überwiegend jungen Leute trugen Palästinensertücher.
Uni-Proteste gegen Israel schwappen aus den USA nach Berlin über
Der Ursprung der Aktionen liegt in den USA. Dort gibt es an zahlreichen Universitäten seit mehr als zwei Wochen Proteste gegen den israelischen Militäreinsatz gegen die islamistische Hamas im Gazastreifen und für Solidarität mit den dort lebenden Palästinensern. Medienberichten zufolge sind in dem Zusammenhang 2000 Menschen festgenommen worden. Bei den Protesten geht es meist um die Forderung an Hochschulen und Unternehmen, finanzielle Beziehungen zu Israel zu kappen. Kritiker werfen insbesondere dem radikalen Teil der Protestbewegung Antisemitismus und die Verharmlosung der Terrororganisation Hamas vor. (fd mit dpa)