Die Zukunft von Trumps Geschäften in New York steht wegen eines Betrugsprozesses auf dem Spiel. Der Ex-Präsident wittert weiterhin einen politischen Hintergrund.
Washington – US-Vorwahlen in New Hampshire und Iowa gewonnen, Gerichtsprozess gegen E. Jean Carroll verloren: Für den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump startete das Jahr 2024 turbulent und schon bald steht womöglich neuer Ärger ins Haus, der noch weitreichendere Folgen für den Unternehmer haben könnte. In New York muss sich der Republikaner in einem zivilrechtlichen Betrugsprozess verantworten. Die Verhandlungen sind gelaufen, das Urteil wird erwartet und am Ende könnte erneut eine finanzielle Strafe drohen. Viel schlimmer allerdings: Auch ein lebenslanges Immobilienverbot für New York steht im Raum. Die Auswirkungen für Trumps Unternehmen wären gewaltig – doch es gibt einen Ausweg aus dem Problem.
Donald Trump vor Gericht: Betrugsprozess in New York mit weitreichenden Folgen
Es ist nur einer von mehreren Prozessen gegen Donald Trump – aber für den Ex-US-Präsidenten geht es bei dem New Yorker Betrugsprozess um die Zukunft seines Firmenimperiums. Ihm, seinen beiden Söhnen Donald Trump Jr. und Eric Trump sowie der Trump Organisation wird vorgeworfen, das Nettovermögen um Milliarden Dollar aufgebläht zu haben, um Vorteile wie bessere Bankkredite und geringere Steuerbelastungen zu erzielen.
Donald Trump sieht in dem Rechtsstreit eine politisch motivierte Kampagne gegen sein aktuelles Bestreben, bei der US-Wahl 2024 als Präsident der Vereinigten Staaten gewählt zu werden. Bereits Mitte Januar wetterte er, Richter Arthur Engoron habe „seine eigene Agenda“ und Generalstaatsanwältin Letitia James „hasst Trump und benutzt Trump, um gewählt zu werden“.
Gefahr für Trumps Vermögen? Neuer Prozess mit großer Geldstrafe – Auswirkung auf Immobilien
In wenigen Tagen wird in dem Betrugsprozess gegen Donald Trump und seine Organation das Urteil erwartet. Mehrere US-Medien sind sich sicher: Obwohl eine Jury E. Jean Carroll am Freitag 83,3 Millionen US-Dollar Schadenersatz zusprach, nachdem Trump sie diffamiert hatte, droht dem ehemaligen Präsidenten diese Woche ein noch schlimmeres Schicksal. Laut eines Berichts von The New Republic könnte der Ex-Präsident zu einer weiteren Geldstrafe verurteilt werden. 370 Millionen Dollar stehen im Raum.
Im September entschied Richter Engoron, dass Trump, seine Söhne, ihre Unternehmen und Führungskräfte bei ihren Immobilienbewertungen Betrug begangen hätten. Gegen die Anordnung wurde Berufung eingelegt. Das Gericht entscheidet über ein Strafmaß und sechs weitere Vorwürfe, darunter Fälschung von Geschäftsunterlagen, Versicherungsbetrug und Verschwörungsvorwürfe. Erwartet wird, dass das Urteil gegen ihn, das über Trumps Vermögen entscheiden könnte, am 31. Januar 2024 fällt.
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Vor US-Wahl 2024: Prozess gegen Trump in New York – Antrag auf Immobilienverbot eingereicht
Der Experte für Wirtschaftsrecht, Eric C. Chaffee, sieht laut Newsweek weitreichende Folgen des möglichen Urteils: Ex-Präsident Trump und seine beiden ältesten Söhne könnten aus der Immobilienbranche im Bundesstaat New York verbannt werden. „Wenn die Söhne des ehemaligen Präsidenten Trump für fünf Jahre gesperrt werden, könnte Ivanka Trump am Ende die Immobilienbestände des ehemaligen Präsidenten Trump in New York verwalten. Sie hat sich bereits als fähige Geschäftsfrau erwiesen, und das wäre keine Überraschung“, sagte Chaffee.
Der New Yorker Anwalt Paul Gorden ergänzte gegenüber Newsweek: „Da die Berufungsabteilung des Ersten Ministeriums die Klagen gegen Ivanka Trump abgewiesen hat, scheint es streng genommen so zu sein, dass es ihr erlaubt wäre, in der New Yorker Immobilienbranche zu arbeiten, unabhängig von der endgültigen Entscheidung.“
Generalstaatsanwältin James hatte in der vergangenen Woche einen Antrag zum Immobilienverbot eingereicht. Nach Einschätzung von Chaffee sei ein solches Vorgehen zwar außergewöhnlich, aber kein Präzedenzfall. „Für den ehemaligen Präsidenten Trump wäre ein solches Verbot angesichts der Geschichte seiner Familie in der New Yorker Immobilienbranche eine schwere Strafe.“ Sollte es zu einem entsprechenden Urteil kommen, halten es auch andere Experten daher für möglich, dass Trump die Zuständigkeiten in seinem Unternehmen neu ordnet.
Ein Ende des juristischen Ärgers für Donald Trump ist derweil nicht in Sicht. Während mehrere Prozesse gegen den Ex-Präsidenten laufen, wurde im Zuge der Ermittlungen im Betrugsfall auch eine Untersuchung der Finanzen von Trumps Golfplätzen eingeleitet. Vorausgegangen waren Unstimmigkeiten in den Bilanzen. (fbu)