HINWEIS DER REDAKTION: Dieser Ticker ist geschlossen. Die aktuellen Entwicklungen im Krieg in der Ukraine entnehmen Sie bitte unseren neuen News-Ticker.
Update vom 14. April, 6.20 Uhr: Im Osten der Ukraine gehen die Kämpfe um die strategisch wichtige Stadt Bachmut im Gebiet Donezk weiter. Die stellvertretende ukrainische Verteidigungsministerin Hannah Malyar berichtet über schwere Kämpfe. „Die meisten feindlichen Angriffe finden im Sektor Bachmut statt“, schrieb Malyar auf Telegram. „Der Feind setzt dort seine professionellsten Einheiten ein und greift in erheblichem Umfang auf Artillerie und Flugzeuge zurück.“ Den ukrainischen Streitkräften sei es bisher in den meisten Gebieten gelungen, die Angriffe abzuwehren.
Update vom 14. April, 5.10 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in seiner abendlichen Videoansprache zum Jahrestag des Beschusses und Untergangs des russischen Kriegsschiffs „Moskwa“ die Schlagkraft eigener Raketen gelobt. Raketen vom Typ Neptun hätten vor einem Jahr am 13. April gezeigt, wie professionell der militärisch-industrielle Komplex der Ukraine arbeite, sagte Selenskyj. Er habe deshalb per Dekret festgelegt, das Datum künftig als Tag der Rüstungs- und Verteidigungsindustrie zu begehen. Die Ukraine hatte das Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte vor einem Jahr versenkt und dies als großen Triumph im Krieg gefeiert. Die Ukraine sei heute in der Lage, „alles von Granaten bis zu Raketen, von Artilleriegeschossen bis hin zu Drohnen zu produzieren“, sagte Selenskyj. Man freue sich aber auch sehr auf die Lieferung von Waffen, die Partner versprochen hätten.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine
Ukraine-Krieg: Pistorius schließt deutsche Kampfjets für die Ukraine aus
Update vom 13. April, 22.10 Uhr: Verteidigungsminister Boris Pistorius sieht nach dem grünen Licht der Bundesregierung für eine Weitergabe von MiG-29-Kampfflugzeugen aus Polen an die Ukraine keinen Kurswechsel bei westlichen Kampfflugzeugen. Von Bedeutung sei alles, was schnell helfe, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag in Bamako, der Hauptstadt Malis.
„Es geht um MiGs, weil die unmittelbar eingesetzt werden können bei den ukrainischen Streitkräften, weil sie bekannt sind, weil sie sofort geflogen werden können, weil sowohl Unterhaltung als auch Instandsetzung und Wartung quasi reibungslos und übergangslos möglich sind“, sagte Pistorius. „Das gilt alles für westliche Flugzeuge, insbesondere solche, die wir in Deutschland haben, nicht. Von daher stellt sich diese Debatte für uns nicht.“
Ukraine-Krieg: Kiew will Schutz vor dem „frei herumlaufenden Irren“
Update vom 13. April, 21.00 Uhr: Angesichts der Bedrohung durch Russland drängen Kiew, Chisinau und Bukarest auf einen schnellen Beginn der EU-Beitrittsverhandlungen Brüssels mit der Ukraine und der Republik Moldau. Das erklärten die Außen- und Verteidigungsminister der drei Nachbarländer am Donnerstag in Bukarest.
„Wir warten ungeduldig auf die Bewertung der Fortschritte in den zwei Staaten durch die EU-Kommission und den Beschluss, die Beitrittsverhandlungen der Ukraine und der Republik Moldau zur EU noch im Lauf dieses Jahres zu beginnen“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung.
Es solle nicht nur gezeigt werden, dass die Tür offen sei, sondern dass es auch einen klaren Plan gebe, sagte der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba. Es müsse ein umfassendes Sicherheitsnetz für alle Nationen der Region ausgearbeitet werden, die sich von dem „frei herumlaufenden Irren“ – gemeint ist Russland beziehungsweise Putin – bedroht fühlten. Dabei erwähnte Kuleba auch den Krieg zwischen Russland und Georgien von 2008. „Es ist an der Zeit, das Schwarze Meer in das zu verwandeln, was die Ostsee geworden ist: ein Meer der Nato“, betonte der Diplomat.
Ukraine-Krieg: Mehrere Menschen sterben bei Luftangriff auf Cherson
Update vom 13. April, 19.00 Uhr: Bei russischen Artillerie- und Luftangriffen in der Region Cherson sind zwei Zivilpersonen getötet und mehrere Menschen verwundet worden, wie der Gouverneur der Region, Oleksandr Prokudin, mitteilte. Bereits am frühen Donnerstagmorgen sei ein Park in Cherson beschossen worden – dabei sei ein Mann getötet worden, sagte Prokudin.
Update vom 13. April, 17.30 Uhr: Die Bundesregierung hat die Lieferung von fünf MiG-29-Kampfjets durch Polen an die Ukraine genehmigt. Wie das Bundesverteidigungsministerium am Donnerstag mitteilte, wurde ein entsprechender Wiederexportantrag Warschaus gebilligt. Nötig war die Genehmigung, weil die Flugzeuge ursprünglich aus Beständen der Nationalen Volksarmee der DDR stammen.
Update vom 13. April, 16.18 Uhr: Die Lage um die seit Monaten schwer umkämpfte ostukrainische Stadt Bachmut spitzt sich nach Angaben beider Kriegsparteien weiter zu. Kämpfer der russischen Söldnertruppe Wagner setzten „hochintensive Kampfhandlungen fort, um den Feind aus den zentralen Vierteln der Stadt Artjomowsk (Bachmut) zu vertreiben“, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums in Moskau, Igor Konaschenkow, am Donnerstag. Die russischen Luftlandetruppen blockierten derweil Zufahrtswege der Ukrainer. Zugleich räumte Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin selbst ein, es sei „noch zu früh, um von einer völligen Einkreisung von Bachmut zu sprechen“.
Auf ukrainischer Seite wurde bestätigt, dass russische Kämpfer ins Zentrum der völlig zerstörten Stadt vorgedrungen seien, die vor dem Krieg rund 70 000 Einwohner zählte. Brigadegeneral Olexij Hromow sprach von schweren Kämpfen sowie russischen Versuchen, durch die Eroberung der Dörfer Bohdaniwka und Iwaniwske die ukrainischen Einheiten in Bachmut einzukesseln.
Norwegen weist 15 russische mutmaßliche „Geheimdienstoffiziere“ aus
Update vom 13. April, 14.51 Uhr: Norwegen hat 15 an der russischen Botschaft in Oslo tätige mutmaßliche „Geheimdienstoffiziere“ ausgewiesen. „Die 15 Geheimdienstoffiziere sind Tätigkeiten nachgegangen, die mit ihrem diplomatischen Status nicht vereinbar sind“, erklärte Außenministerin Anniken Huitfeldt am Donnerstag. Demnach wurden sie zu „unerwünschten Personen“ erklärt und müssen das Land in Kürze verlassen. Die russische Botschaft antwortete zunächst nicht auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur AFP zu dem Vorgang.
Das Nato-Mitglied Norwegen teilt eine 198 Kilometer lange Grenze mit Russland. Norwegische Geheimdienste benennen Russland und China regelmäßig als die größten Bedrohungen, wenn es um die Spionage geht. Bereits im April 2022, wenige Wochen nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine, hatte Oslo drei der Spionage verdächtigte russische Diplomaten ausgewiesen. Moskau reagierte seinerseits mit der Ausweisung von drei norwegischen Diplomaten.
Kampfflugzeug-Lieferung an Polen? Bundesregierung will am Donnerstag entscheiden
Update vom 13. April, 14.18 Uhr: Die Bundesregierung will noch an diesem Donnerstag darüber entscheiden, ob sie Polen ihre Zustimmung für eine Lieferung von Kampfflugzeugen sowjetischer Bauart an die Ukraine geben wird. Das sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) am Rande eines Besuchs bei deutschen Soldaten im westafrikanischen Mali. Es geht um Jets vom Typ MiG-29 aus DDR-Altbeständen, die Deutschland an Polen abgegeben hatte. Berlin muss der Weitergabe jetzt zustimmen.
Er könne bestätigen, dass es den Antrag Polens gebe, sagte Pistorius in Gao. „Er liegt vor.“ Das Bundeskanzleramt sei gerade in der Abstimmung mit dem Verteidigungsministerium und anderen Beteiligten. „Und die Zusage steht, dass eine Antwort an unsere polnischen Partner im Laufe des Tages ergehen wird.“
Pistorius wollte sich nicht dazu äußern, ob er eine Zustimmung zu dem Antrag Polens befürwortet. Er habe dazu eine Meinung. „Aber nicht jede Meinung, die man hat, muss man öffentlich verkünden. Sie können sich meine Meinung denken“, sagte er. Der SPD-Politiker gilt als entschiedener Befürworter einer Unterstützung der Ukraine mit allen möglichen Mitteln.
Belarus wohl bereit, mit der Produktion von Bauteilen für russische Flugzeuge zu beginnen
Update vom 13. April, 13.00 Uhr: Belarus ist wohl bereit, mit der Produktion von Bauteilen für russische Flugzeuge zu beginnen. Das sagte der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko am Donnerstag bei einem Treffen mit dem Präsidenten der Republik Tatarstan, Rustam Minnichanow. „Nachdem wir das erforderliche Know-how und die Produktionskapazitäten in Belarus erhalten haben, sind wir bereit, mit der Produktion einer Reihe von Komponenten zu beginnen“, zitierte die belarussische Zeitung Belarus Today Lukaschenko.
Update vom 13. April, 11.45 Uhr: Laut britischen Geheimdiensten hat die russische Führung zunehmend Probleme, den Krieg der eigenen Bevölkerung zu vermitteln. Kremlchef Putin stelle die „spezielle Militäroperation“ in den Kontext der sowjetischen Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg, heißt es im Kurzbericht des britischen Verteidigungsministeriums.
Russland begeht jedes Jahr am 9. Mai den „Tag des Sieges“, an dem mit pompösen Militärparaden über das nationalsozialistische Deutschland gefeiert wird. Die Ehrung der Gefallenen früherer Generationen könnte laut London leicht dazu führen, dass das Ausmaß der jüngsten Verluste in der Ukraine offenkundig werde.
Ukraine-Krieg: Erstmals seit dem Kalten Krieg: Putin soll Verhaftung von US-Journalist gebilligt haben
Update vom 13. April, 10.07 Uhr: Der russische Präsident Wladimir Putin hat im Falle des verhaftetenWall-Street-Journal-Reporters Evan Gershkovich persönlich die Verhaftung wegen Spionagevorwürfen gebilligt – zum ersten Mal seit dem Kalten Krieg. Das berichtete Bloomberg auf Berufung nicht namentlich genannter Personen. Die Verhaftung des US-Reporters am 29. März markierte einen weiteren Tiefpunkt in den amerikanisch-russischen Beziehungen, die sich seit Putins Einmarsch in der Ukraine im vergangenen Jahr immer weiter verschlechtert haben.
Ukraine-Krieg: Fremdenhass könnte in Russland steigen
Update vom 13. April, 07.18 Uhr: Die Russifizierungsbemühungen des Kremls in der Ukraine könnten nach Ansicht der US-Denkfabrik Institute for the Study of War (ISW) zu Fremdenhass in Russland führen, da sie „offenkundig nationalistische Ansichten weiter fördern und verstärken“. Den Experten zufolge könnten die Versuche Moskaus ungewollt eine „starke Fremdenfeindlichkeit“ verstärken, die sich nicht nur gegen die ukrainische Identität, sondern auch gegen Minderheiten in Russland selbst richtet. Das ISW verweist dabei auf Aussagen russischer Behörden und bekannter Kriegsblogger über ethnische Minderheiten in Russland.
Ukraine-Krieg: Geleakte US-Geheimdokumente erregen international Aufmerksamkeit
Erstmeldung vom 12. April: Kiew – Die Berichte über eine baldige ukrainische Gegenoffensive reißen nicht ab. Doch um Zuge der „Ukraine-Leaks“ verstärken sich nun Zweifel. In einem der mutmaßlichen US-Geheimdienstdokumente wird gewarnt, dass es „fortdauernde ukrainische Rückstände“ bei der Ausbildung der Soldaten und bei der Munitionsversorgung gebe. Außerdem seien die russischen Truppen schlagkräftig.
Die US-Geheimdienste äußerten der Washington Post zufolge in dem Papier Zweifel am Erfolg einer möglichen Gegenoffensive der Ukraine. Sie könnte nur „eingeschränkte territoriale Gewinne“ erzielen, heißt demnach in einem der geheimen US-Dokumente.
Ein anderes von der Nachrichtenagentur AFP eingesehenes Dokument, dessen Echtheit zunächst nicht bestätigt werden konnte, listet detailliert den offenbar schlechten Zustand der ukrainischen Luftverteidigung auf. 89 Prozent der ukrainischen Mittel- und Langstrecken-Luftabwehr bestünde aus alten sowjetischen Systemen – für die es bald nicht mehr genug Raketen geben dürfte.
Ukraine-Krieg: Prigoschin meldet Erfolg in Schlacht um Bachmut
Unterdessen will die Söldner-Gruppe Wagner weiter Gelände in Bachmut gewonnen haben. Der Großteil der Stadt, „das sind mehr als 80 Prozent, ist unter unserer Kontrolle“, sagte ihr Chef Jewgeni Prigoschin in einem bei einem russischen Militärblogger veröffentlichten Video. Unabhängig können die Angaben nicht überprüft werden. Die Ukraine erklärt immer wieder, russische Angriffe auf Bachmut abzuwehren.
Ukraine-Krieg: Putin-Sprecher Peskow wiegelt Befürchtungen über Mobilmachung ab
In Russland können Männer künftig deutlich leichter zum Kampf eingezogen werden als bisher. Die Einberufungsbescheide müssen nun nicht mehr persönlich überreicht werden, sondern können auf elektronischem Weg über ein staatliche Serviceportal zugestellt werden, entschieden die Abgeordneten der Staatsduma.
Die ausstehende dritte und letzte Lesung und eine Unterschrift von Kremlchef Putin gelten als Formsache. Ein Wehrpflichtiger ist dann elektronisch erfasst und kann bis zur Vorstellung bei der Einberufungsstelle etwa das Land nicht mehr verlassen. Beobachter befürchteten, dass mit der neuen Methode eine neue Mobilmachung für den Krieg vorbereitet werde. Kremlsprecher Dmitri Peskow wies das zurück. (AFP/dpa/frs/nak)