„Kann gegen die USA antreten“

Russlands neue Wunderwaffe: Putins Sarmat-Atomrakete „Satan II“ wohl einsatzbereit

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Putin hat eine neue Atomrakete Russlands in den Einsatz geschickt: die Interkontinentalrakete „Satan II“. Damit setzt er ein deutliches Zeichen im Ukraine-Krieg.

Moskau - Nachdem der russische Präsident Wladimir Putin seine neue Wunderwaffe bereits im Juni angekündigt hat, ist es nun so weit: Russland hat nach offiziellen Angaben die neue leistungsstarke Interkontinentalrakete RS-28 Sarmat in den Kampfeinsatz geschickt. Die Atomrakete ist auch unter dem Spitznamen „Satan II“ bekannt. Was macht die neue Interkontinentalrakete aus Russland so gefährlich? Und was bedeutet sie für den Ukraine-Krieg?

Der Leiter der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, Juri Borissow, informierte am Freitag (1. September) im russischen Fernsehen, dass Moskaus interkontinentale ballistische Rakete (ICBM) RS-28 Sarmat, die zehn oder mehr Atomsprengköpfe tragen kann, für den „Kampfeinsatz“ bereitgestellt wurde. Auch der russischen Agentur RIA bestätigte er, dass die in unterirdischen Raketenschächten stationierte Waffe im aktiven Dienst sei.

Russlands neue Wunderwaffe: Putins Sarmat-Atomrakete „Satan II“ wohl einsatzbereit

Die Atomrakete ist keinesfalls eine Überraschung. Im April 2022 wurde die Rakete bereits von Russland getestet. Daraufhin erklärte Putin im Juni, dass die Sarmat-Raketen „bald“ in den Kampfeinsatz gehen würden. Das macht sie jedoch nicht weniger gefährlich. Mit „Satan II“ hat Russland seine tödlichste Nuklearwaffe seit Ende des Kalten Krieges hergestellt und damit seinen Vorgänger, die SS-18-Rakete, abgelöst. Eine „Satan II“-Rakete alleine soll eine Fläche in der Größe des US-Bundesstaats Texas vom Erdboden verschwinden lassen können, wie der US-Sender CNN unter Berufung auf russische Angaben berichtet. In Europa betrachtet entspreche das etwa einem Land wie Frankreich.

Setzt auf atomare Interkontinentalraketen aus der Samat-Reihe: Russlands Präsident Wladimir Putin.

Laut Marc Finaud, Leiter der Abteilung Waffenverbreitung am Centre for Security Policy Genf, ist Russlands neue Wunderwaffe dabei genauso schnell wie alle anderen Interkontinentalraketen der internationalen Atommächte. Wie er im Gespräch mit der Schweizer Zeitung 20 Minuten betonte, ist die Reichweite der Rakete mit 16.000 Kilometern aber größer. „Zudem kann sie bis zu 15 nukleare Sprengköpfe oder Hyperschallgleiter transportieren, die ein Ziel erreichen können, ohne entdeckt und abgefangen zu werden“, so Finaud.

Russlands Atomrakete „Satan II“: Was bedeutet Putins Waffe für den Ukraine-Krieg?

Der Experte erklärte weiter: „In einem globalen Atomkrieg, der im Falle einer Eskalation zwischen Russland und der Nato ausbrechen würde, könnte wahrscheinlich kein Land [in Europa] vor irgendeiner Form von radioaktivem Niederschlag geschützt werden.“ Wenn Großstädte durch die Nuklearwaffe zerstört würden, wäre der kontaminierte Rauch in der Atmosphäre und würde so „zu einem sogenannten nuklearen Winter führen, der eine Hungersnot auslösen wird.“

Ein solcher Katastrophenzustand ist natürlich ein extremes Szenario. Putin gelingt es mit seiner neuen „Satan II“ Rakete aber insbesondere in Zeiten des Ukraine-Kriegs, erneut seine Macht zu demonstrieren. „Der wahre politische Wert der Waffe ist, dass Russland damit zeigt, dass es noch immer eine nukleare Supermacht ist. Dass [Putin] gegen die USA antreten und mithalten kann“, beschrieb ein CNN-Auslandskorrespondent in Moskau die Bedeutung der neuen Rakete. (nz)

Rubriklistenbild: © SNA/Imago

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