VonAnika Zuschkeschließen
In Russland regt sich Widerstand gegen Wladimir Putin: Die Ehefrau eines inhaftierten Oppositionellen denkt, dass der Ukraine-Krieg sein Ende bedeutet.
Moskau – Der Widerstand gegen Russlands Präsidenten Wladimir Putin bricht aufgrund des anhaltenden Ukraine-Kriegs nicht ab. Exil-Russen sind sich sicher, dass der Putsch gegen den Kreml-Tyrannen kommen wird – dort wachse bereits seit längerem die Unruhe. Auch die Ehefrau eines bekannten russischen Oppositionellen, der momentan wegen Kritik am Ukraine-Krieg im Gefängnis sitzt, ist der Meinung: „Ich glaube, Putin hat mit diesem Krieg sein eigenes Todesurteil unterzeichnet.“ Doch auch an den Westen richtet sie in diesem Zuge einen deutlichen Appell.
Putsch gegen Putin? Kreml-Chef beseitigt Kritiker vom Ukraine-Krieg – doch Widerstand regt sich
Wladimir Kara-Mursa ist ein russischer Politiker, Historiker, Journalist und Aktivist – genauso wie Oppositioneller und Regimekritiker. Am 11. April 2022 wurde der 40-Jährige in Moskau verhaftet und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Grund dafür ist eine Rede, die Kara-Mursa im US-Bundesstaat Arizona gehalten hatte, in der er den russischen Angriffskrieg in der Ukraine scharf kritisierte und verurteilte.
Außerdem arbeitete der russische Aktivist laut der Zeitung The Guardian 15 Jahre lang an der Seite von Boris Nemzow, einem weiteren Oppositionsführer, der 2015 getötet wurde. In der britischen Tageszeitung meldete sich nun die Ehefrau von Wladimir Kara-Mursa zu Wort. Sie erklärt gegenüber The Guardian die Beweggründe ihres Partners, immer wieder nach Russland zurückkehren zu wollen und inwiefern die Russen standhaft gegen die Politik ihres Präsidenten protestieren – ist dabei sogar ein Putsch gegen den Kreml-Tyrannen Putin denkbar?
Putin-News: Oppositioneller muss um sein Leben fürchten – und kehrt trotzdem nach Russland zurück
Evgenia Kara-Mursa warnte die britische Regierung bereits davor, dass ihr inhaftierter Ehemann – ein britischer Staatsbürger – Grund haben könnte, um sein eigenes Leben zu fürchten. Angeblich ist dieser sogar schon zweimal von der russischen Spionagebehörde vergiftet worden. Trotzdem kehrte Wladimir Kara-Mursa auch nach dem Einmarsch in die Ukraine immer wieder nach Russland zurück.
Diese Entscheidung kritisiere seine Ehefrau trotz offensichtlicher Gefahren nicht, denn: „Er glaubte, dass er als russischer Politiker die Menschen nicht dazu aufrufen kann, weiterzukämpfen, wenn er selbst an einem sicheren Ort ist, und er glaubt, dass er die gleichen Risiken, die gleichen Herausforderungen tragen muss wie die Russen, die sich weiterhin gegen diesen Krieg stellen“, erklärt Evgenia Kara-Mursa gegenüber The Guardian. Laut dem Geheimdienst wurde bereits ein Attentat auf Putin verübt – dieser konnte den Kopfgeldjägern aber entwischen.
Widerstand gegen Wladimir Putin regt sich – doch Strafen für Regimekritiker in Russland sind hart
Die Ehefrau des inhaftierten Oppositionellen betont dabei die harten Strafen, die auf Regimekritiker – und besonders Kritiker des Krieges – zukommen können: „Wenn man diesen Krieg als Krieg bezeichnet und nicht als ‚Spezialoperation‘, wie die Regierung es will, kann eine Person im Grunde bis zu 15 Jahre im Gefängnis landen. Auf der Grundlage der bisher erhobenen Anklagen drohen Wladimir nun bis zu 10 Jahre.“
Dies sei ihr zufolge die neue Taktik der russischen Behörden im Umgang mit bekannten Oppositionellen: „Sie versuchen, sie einzusperren und vor der Öffentlichkeit zu verbergen und sie daran zu hindern, ihre Arbeit fortzuführen. Das liegt daran, dass sie draußen so effektiv sind“, erklärt Evgenia Kara-Mursa. Auch außerhalb von Russland wird gegen den russischen Präsidenten gewettert: Der US-Senator Lindsey Graham ist beispielsweise der Meinung, man müsse ihn ausschalten – doch Putin weiß sich vor Attentaten zu schützen.
Putsch gegen Präsident Putin? „Putin hat mit diesem Krieg sein eigenes Todesurteil unterzeichnet – er wird fallen“
Obwohl sich Russland seit Kriegsbeginn von einem autoritären Regime zu einem totalitären entwickelt hätte, ist sich die Oppositionellen-Ehefrau sicher, dass unter der Oberfläche Widerstand existiert. „Ich glaube, dass Putin die Mobilisierung noch nicht ausgerufen hat, weil er weiß, wie die Menschen darauf reagieren werden. Vor ein oder zwei Wochen hieß es, dass bereits elf Einberufungszentren in ganz Russland niedergebrannt worden seien“, äußert sie gegenüber The Guardian und fährt fort: „So protestieren die Leute – indem sie sagen: ‚Wir ziehen nicht in deinen Krieg.‘“ Nun gab auch der Ex-MI6-Chef eine gewagte Prognose ab, demzufolge Putin „2023 weg sein wird“ und zeigte eine Putsch-Alternative auf, berichtet merkur.de.
Gleichzeitig plädiert Evgenia Kara-Mursa aber auch an den Westen, die Regimekritiker in Russland nicht aufzugeben – und die eigene „Doppelmoral“ zu überdenken. „Ich glaube, Putin hat mit diesem Krieg sein eigenes Todesurteil unterzeichnet“, sagte sie The Guardian, „aber er wird fallen, je früher wir diese Doppelmoral beenden: Gleichzeitig unterstützen Länder das ukrainische Volk, indem sie Waffen schicken und humanitäre Hilfe leisten und Sanktionen gegen die russische Wirtschaft beschließen – geben Putin parallel aber auch Milliarden für Öl und Gas, was ihm erlaubt, seine Aggression fortzusetzen. Das muss aufhören“, schließt die Russin, „denn ehrlich gesagt ist es unerklärlich.“
Hat Wladimir Putin Krebs? Spekulationen zufolge ist der russische Präsident schwer krank
Neben den Spekulationen um einen Putsch gegen den Kalten Krieger Wladimir Putin halten sich auch die Gerüchte um eine etwaige Krankheit des russischen Präsidenten hartnäckig. Nachfolger balgen sich offenbar bereits um Putins Job, denn Gerüchten zufolge soll der Kreml-Chef an Krebs erkrankt sein – ein Agent ist sich sicher, dass er „nur noch zwei bis drei Jahre zu leben hat“.
