„Haben keine Zeit zu verlieren“

Wie die Ukraine Putins Bots schlug: NATO-Direktor sieht menschlichen Hebel gegen Russland – noch

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KI bringt neue Hebel für Russlands Informationskrieg. „Wir haben keine Zeit zu verlieren“, sagt uns der zuständige Experte der NATO.

Russland habe eine „Massenvernichtungswaffe“, warnte Pierre Vandier am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz. Angesichts Wladimir Putins Atomarsenal keine Neuigkeit. „Sie ist in unseren Hosentaschen!“, fügte der NATO-Admiral bei seinem Auftritt bei einem Panel der Konrad-Adenauer-Stiftung aber hinzu. Der Oberste Alliierte Oberbefehlshaber meinte: Smartphones. Ganz so martialisch äußert sich Janis Sarts, der Direktor der Allianz für „Strategische Kommunikation“, im Interview mit dem Münchner Merkur von Ippen.Media nicht. Aber auch er erwartet Herausforderungen für Europa. Womöglich werde man auf das Smartphone-Problem als „gute alte Zeiten“ zurückblicken.

Eine Frau hält während einer Evakuierung in der Region Charkiw ein Smartphone in der Hand. (Archivbild)

Beim Treffen mit unserer Redaktion gibt Sarts erstmal eine Tour de Force durch Russlands oft KI-gestützte Maßnahmen: Der NATO-Direktor sieht bereits jetzt eine „Industrialisierung des Informationskampfes“. „Bislang saßen da Trolle von 8 bis 17 Uhr – man konnte beinahe die Schichtwechsel mitverfolgen“, sagt er. „Jetzt erledigen das Roboter.“ KI-Accounts mischten wie menschliche Akteure in Online-Gruppen mit. Und dann läuft dem NATO-Experten zufolge „Data-Poisoning“; der Versuch, die Antwortgrundlagen von KIs wie ChatGPT zu manipulieren. In absehbarer Zeit würden wohl persönliche KI-Kompagnons bedeutsame Angriffsfläche bieten.

Russland verlor „Krieg um die Köpfe“ in der Ukraine – ist an einem Punkt aber im Vorteil

Ein Beispiel für „Data Poisoning“ präsentierte im Januar der Bayerische Rundfunk: Das russische Pravda-Netzwerk veröffentlichte eine Flut an offenbar KI-erstellter Desinformation – und schaffte es damit in die Antworten von fünf von zehn getesteten Chatbots. Auch mit einem Fake-News-Beispiel mit Bayern-Bezug. Sarts meint zudem: In Zukunft könnte die Hälfte der Online-Inhalte aus Deep-Fakes bestehen. „Wir werden nicht mehr glauben, was wir sehen. Das ist ein fundamentaler Wandel in der Menschheitsgeschichte“, sagt er. Aber es gebe sehr menschliche Gegenmittel – noch.

Dabei habe die NATO im Ringen mit Russland einen „Nachteil“, räumt der Experte der NATO ein – gerade in Online-Netzwerken. In den Algorithmen dringe vor allem durch, wer „sehr emotional, sehr konfrontativ“ vorgehe. Wer versuche, neutral, verständlich und faktenbasiert zu sein, habe schlechtere Karten. „Für unsere Seite ist aber bestimmend, dass wir nicht auf den Hype springen.“

Deutschland nicht in den Top 3: Die Nato-Länder mit den größten Truppenstärken

Nato-Übung „Arctic Defender 2024“
Die Nato ist das größte militärische Verteidigungsbündnis der Welt. Der Nordatlantikpakt („North Atlantic Treaty Organization“) soll die territoriale Souveränität der Mitgliedsstaaten sichern und im Kriegsfall verteidigen. Dafür gibt es die Beistandsklausel im Gründungsvertrag der Nato. Die Truppenstärke aller Nato-Länder zusammengerechnet umfasste 2025 nach vorläufigen Zahlen rund 3,4 Millionen Soldaten und Soldatinnen.  © Kay Nietfeld/dpa
US-Armee Nato
Dem „Global Firepower Index“ zufolge stellen die USA mit rund 1,328 Millionen Soldatinnen und Soldaten die größte Nato-Truppe. Im Kampfeinsatz vertraut die US-Armee auch auf den Chinook-Hubschrauber. Der CH-47 ist bekannt für seine Fähigkeit, schweres Material und Personal in unwegsames Gelände zu transportieren. Im Bild ist eine gemeinsame Übung von Südkorea und den USA in Yeoncheon zu sehen. © Jung Yeon-Je/AFP
Militär Türkei
Das zweitgrößte Militär der Nato-Mitgliedstaaten kommt aus der Türkei (Truppenstärke: 355.200). Die Armee gilt als eine der stärksten der Welt. Anhand von mehr als 60 Einzelfaktoren analysieren die Fachleute von „Global Firepower Index“ die militärische Gesamtstärke der Armeen. Türkei, die seit 1952 Mitglied der Nato ist, belegt hier unter 145 Armeen den neunten Platz. © Tunahan Turhan/Imago
Polnische Armee
In der Nato-Rangliste der Truppenstärke liegt Polen auf Platz drei. Die polnischen Streitkräfte verfügen über 202.100 aktive Soldatinnen und Soldaten. Die Streitkräfte sind seit 2010 eine Berufsarmee und gliedern sich wie folgt: Heer, Marine, Luftwaffe, Spezialkräfte, Territorialverteidigung (Freiwilligenmiliz). © Radek Pietruszka/dpa
Frankreich Macron
Platz vier in der Nato-Rangliste belegt Frankreich (Truppenstärke: 200.000). Frankreich ist seit dem EU-Austritt des Vereinigten Königreichs die einzige Atommacht in der Europäischen Union. Der französische Staatspräsident ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte und die einzige Person, die einen nuklearen Angriff befehlen kann. Hier hält Präsident Emmanuel Macron (Mitte) eine Rede vor zwei Kampfjets vom Typ Dassault Mirage 2000 (links) und vom Typ Dassault Rafale (rechts). © Ludovic Marin/AFP
Britische Armee bei einer Übung in Finnland
Die Streitkräfte des Vereinigten Königreichs gliedern sich in drei Teilstreitkräfte und umfassen ungefähr 184.860 Soldatinnen und Soldaten. Bei einer Übung in der Nähe von Rovaniemi am Polarkreis testet die Armee hier die mobile Haubitze Archer.  © Ben Birchall/dpa
Pistorius-Besuch in Litauen
Auf Platz sechs in der Nato-Rangliste liegt die Bundesrepublik Deutschland. Die Bundeswehr umfasst das Heer, die Luftwaffe, die Marine, den Cyber- und Informationsraum, sowie den Unterstützungsbereich. Aktuell gibt es rund 181.600 aktive Soldatinnen und Soldaten in Uniform. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD, rechts) erlebt die Fähigkeiten eines Leopard-2-Panzers auch schon mal aus nächster Nähe. © Alexander Welscher/dpa
Tag der italienischen Streitkräfte 2021
Die italienische Kunstflugstaffel „Frecce Tricolori“ fliegt am Tag der italienischen Streitkräfte über das Denkmal des Unbekannten Soldaten hinweg. Mit einer Truppenstärke von 165.500 Soldatinnen und Soldaten belegt Italien in der Nato-Rangliste den siebten Platz.  © Giuseppe Lami/dpa
Griechenland Militär
Kampfjets, Kriegsschiffe, Drohnenabwehrsysteme: Griechenland rüstet auf. Die Regierung will Milliarden investieren, um ihr Militär stärker zu machen als je zuvor. Aktuell verfügen die griechischen Streitkräfte (hier bei einer Militärparade in Athen) über eine Truppenstärke von 142.700 aktiven Soldatinnen und Soldaten. © Kostas Galanis/Imago
Luftlandeübung Swift Response
Noch eine weitere Armee der Nato verfügt über mehr als 100.000 aktive Soldatinnen und Soldaten: Spanien (Truppenstärke: 133.282). Allerdings ist das Land weit davon entfernt, das Zwei-Prozent-Ziel der Nato zu erreichen: Mit knapp 1,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes ist Spanien sogar Schlusslicht in der Nato.  © Kay Nietfeld/dpa
Air Police Übung der Nato in Rumänien
Ein Kampfflugzeug vom Typ F-16 der rumänischen Luftwaffe steht auf dem rumänischen Luftwaffenstützpunkt in Borcea. Rumänien liegt in der Nato-Rangliste auf Platz zehn (Truppenstärke: 81.300).  © Kathrin Lauer/dpa
Kanada - Snowbirds bei Flugtag
Kanada verfügt über rund 68.000 aktive Soldatinnen und Soldaten. In Canadian Army, Royal Canadian Navy und Royal Canadian Air Force dienen nur Freiwillige. Die Kunstflugstaffel der Air Force ist unter dem Namen „Snowbirds“ bekannt. Die Schneevögel sind ein Symbol Kanadas. © Patrick Doyle/dpa
Ungarn Militär
Die H225M Caracal ist ein taktischer Mehrzweck- und Transporthubschrauber mit großer Reichweite. Benutzt wird er unter anderem von Ungarn (Truppenstärke: 41.600).  © Sergey Kohl/Imago
Abschluss der Nato-Übung Quadriga 2024
Niederländische Kräfte nehmen an der Quadriga-Übung 2024 teil. Die Niederlande liegt auf Platz 13 der Nato-Rangliste (Truppenstärke: 41.380). Die Regierung will die Stärke der nationalen Streitkräfte allerdings deutlich erhöhen. © Kay Nietfeld/dpa
Bulgarien Militär
Seit 2004 ist Bulgarien Nato-Mitglied. Die bulgarischen Streitkräfte bestehen aus den Teilstreitkräften Heer, Marine, Luftstreitkräfte. Derzeit umfasst das Militär in Bulgarien etwa 37.000 Frauen und Männern. © Vassil Donev/dpa
Kriegsende-Gedenken - Tschechien
Flugzeuge hinterlassen am Himmel farbige Spuren in den Nationalfarben Tschechiens anlässlich der Feierlichkeiten zum Tag des Sieges über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg. Tschechien verfügt über 28.000 aktive Soldatinnen und Soldaten. © Kamaryt Michal/dpa
Belgische Kronprinzessin schwitzt beim Militär-Sommercamp
Die Streitkräfte aus Belgien untergliedern sich in Heer, Marine, Luftstreitkräfte und medizinisches Korps. Es gibt rein niederländisch- und rein französischsprachige Einheiten. Im Jahr 2022 trainierte auch die belgische Kronprinzessin Elisabeth (2. von rechts) in einem Bootcamp der Königlichen Militärschule ihre Führungsqualitäten. Belgien liegt in der Nato-Rangliste auf Platz 16 (Truppenstärke: 25.000). © Erwin Ceupp/dpa
Schwedische Nato-Truppen in Lettland stationiert
Die schwedischen Streitkräfte bestehen aus den vier Teilstreitkräften: Heer, Marine, Luftstreitkräfte, Heimwehr. Seit dem 7. März 2024 ist Schweden (Truppenstärke: 24.400) das 32. Mitglied der Nato. © Alexander Welscher/dpa
80. Jahrestag der Schlacht von Arnheim
Fallschirmjäger aus acht Nato-Mitgliedsländern (Deutschland, Griechenland, Niederlande, Polen, Portugal, Spanien, Vereinigtes Königreich und USA) springen hier zum Gedenken an den Jahrestag der Schlacht von Arnheim auf der Ginkelschen Heide ab. Portugals Truppenstärke beträgt 24.000 Frauen und Männer.  © Ben Birchall/dpa
Raketensschiff Pori der finnischen Marine
Das Raketensschiff Pori der finnischen Marine bricht vom Suomenlinna-Pier in Helsinki zur Nato-Operation „Enhanced Vigilance Activity“ in der Ostsee auf. Auch Finnland verfügt über 24.000 aktiven Soldatinnen und Soldaten. © Vesa Moilanen/dpa
Militärübung „Nordic Response“ in Norwegen
Norwegische Soldaten sitzen während der Militärübung „Nordic Response 24“ auf Schneemobilen. Die Streitkräfte bestehen aus dem Heer, der Marine, der Luftwaffe und der milizartig organisierten Heimwehr. Mit einer Truppenstärke von 23.250 Frauen und Männer belegt Norwegen Platz 20 in der Nato-Rangliste. © Jouni Porsanger/dpa
Deutsche Brigade in Litauen
Litauische Soldaten legen nach einem Schießtraining bei Rudninkai in dem Areal, wo die deutsche Brigade in Litauen stationiert werden soll, eine Pause ein. Die Truppenstärke von Litauen beträgt 23.000 Frauen und Männer. © Kay Nietfeld/dpa
The Royal Life Guards
Rekruten der Royal Life Guards aus Dänemark überqueren auf dem Truppenübungsplatz Kulsbjerg bei Vordingborg das Wasser. Dänemarks Militär verfügt derzeit über etwa 20.000 aktive Soldatinnen und Soldaten. © Mads Claus Rasmussen/Imago
Luftwaffe bildet slowakische Soldaten an Flugabwehrsystem aus
Slowakische Soldaten trainieren an einem Flugabwehrsystem. Seit 2004 ist die Slowakei Mitglied der Nato. Die Truppenstärke des Militärs beträgt 19.500 Frauen und Männer. © Marcus Brandt/dpa
Lettland Militär Parade
imago80894560.jpg © Victor Lisitsyn/Imago
Militärmanöver in Kroatien
Kroatien verfügt über 14.325 aktive Soldatinnen und Soldaten. Die Streitkräfte werden umgangssprachlich meist als „Hrvatska vojska“ (Kroatische Armee) bezeichnet. Kroatien ist seit April 2009 Mitglied der Nato. © dpa
Mazedonien Namensänderung
Die Armee der Republik Nordmazedonien (Truppenstärke: 9000) gliedert sich in ein Heer mit angeschlossenen Luftstreitkräften (Heeresflieger). Aufgrund der Binnenlage des Landes gibt es keine eigenständige Marine.  © Dragan Perkovksi/dpa
Kaja Kallas
Am 15. Mai 2024 besuchte die damalige estnische Premierministerin Kaja Kallas die gemeinsame Übung „Spring Storm“ der estnischen Streitkräfte (Truppenstärke: 7700) und der alliierten Nato-Streitkräfte in Pärnu. © Jussi Nukari/Imago
Slowenien
Sloweniens Truppenstärke beträgt 7300 Frauen und Männer. Die Streitkräfte unterstehen dem Verteidigungsministerium. Die für den Schutz der 46 Kilometer langen Adriaküste zuständige Marine und die Luftstreitkräfte sind keine selbständigen Teilstreitkräfte. © Zeljko Stevanic/Imago
Albanien
Seit 2010 hat Albanien eine Berufsarmee. Sie besteht derzeit aus 6600 aktiven Soldatinnen und Soldaten. Das Joint Force Command bildet ein Hauptquartier, dem die drei Teilstreitkräfte Heer, Luftwaffe und Marine unterstehen. © Imago
Montenegro
Die seit 2006 aufgebauten Streitkräfte von Montenegro umfassen 2350 Frauen und Männer und gelten heute als eine funktionierende Kleinarmee in Europa. Montenegro ist seit Juni 2017 Mitglied der Nato. © Imago
Luxwemburg
Die Armee Luxemburgs umfasst die Streitkräfte des Großherzogtums Luxemburg. Sie besitzt eine leichtbewaffnete, Freiwilligenarmee (Truppenstärke: 1000). Die luxemburgische Armee ist in ein Infanteriebataillon mit zwei Aufklärungskompanien gegliedert. Mit einer dieser beiden Kompanien beteiligt sich Luxemburg am Eurokorps. © Berit Kessler7Imago
Eurofighter über Island. (Archivbild)
Ein Eurofighter fliegt bei der Übung „Rapid Viking 2023“ über Island. Der hohe Norden gewinnt zunehmend an geopolitischer Bedeutung. Nato-Mitglied Island selbst verfügt über keine eigene Armee. © Britta Pedersen

Was also tun? Eine Lösung heiße Humor, sagt Sarts. „Humor ist immer noch ein eleganter Weg, faktenbasiert zu bleiben und trotzdem mehr Reichweite zu bekommen.“ Ein anderer Weg ihm zufolge: „In Netzwerken denken.“ Ein Beispiel habe der Ukraine-Krieg geliefert. „Wir haben genau studiert, wie am Anfang russische Bots enorm aktiv waren – und dann waren mit einem Schlag so ziemlich alle Ukrainerinnen und Ukrainer mit einem Social-Media-Account sehr aktiv. Und sie waren viel stärker.“

„Was also nötig und noch möglich ist – ich bin mir aber nicht sicher, wie lange noch: Dass Menschen in diesen Situationen als Gesellschaft zusammenkommen.“ Im ersten Jahr seiner Invasion habe Russland auch wegen der geballten Gegenwehr der Menschen vor Ort den Informationskrieg in der Ukraine verloren, urteilt Sarts. Allerdings habe sich der Kreml neu aufgestellt. Er nehme nun Länder ins Visier, in denen er „größere Chancen“ sehe. Das seien insbesondere die Unterstützerländer der Ukraine. „Das kann Lettland sein, Deutschland oder die USA.“

NATO in KI-Wettrennen mit Russland und Autokratien – „Keine Zeit zu verleren“

KI berge dabei nicht nur Risiken – sondern auch eine mögliche Rettung. „Natürlich kann diese mächtige Technologie auch Schutzsysteme aufbauen“, sagt der NATO-Offizielle. „Es wird darauf ankommen, ob wir die nötige Technologie schaffen können, um Menschen in diesem Umfeld zu schützen.“ Das sei keine banale Frage. Letztlich gehe es darum, „die Freiheit menschlicher Entscheidung zu verteidigen“. „Denn Manipulation bedeutet letztlich, dass jemand versucht, Ihnen Ihr eigenes Denken, Ihre Autonomie zu nehmen und Ihnen bestimmte Ideen einzupflanzen.“ Sarts betont: „In Demokratien tun wir das nicht.“

Janis Sarts – und „strategische Kommunikation“

Der Lette Janis Sarts leitet seit 2015 das NATO-„Exzellenzzentrum für Strategische Kommunikation“ in Riga. Die Einrichtung dient in erster Linie der Forschung, teilt aber auch in „defensiven Operationen“ Wissen und Methoden mit den Mitgliedsstaaten, wie Sarts sagt. Beispielsweise um vor einer Wahl mit KI-basierter Beeinflussung umgehen zu können.

„Strategische Kommunikation“ bedeute jedenfalls für die NATO aber nicht „Manipulation“, betont er. Das Grundprinzip laute: „alles kommuniziert“, etwa auch Ereignisse. Ein eher einfacher Schritt sei, gemeinsame Schritte in gleicher Weise zu erklären. Ein anderer Kernpunkt sei die Bedeutung von „Narrativen“, Menschen verstünden ihre Umwelt in solchen „Erzählungen“. „Bei strategischer Kommunikation geht es darum, diese Konzepte zu verstehen und zu nutzen – aus NATO-Sicht, um demokratische Werte und Prinzipien zu verteidigen.“

Auf die Frage, wie die Chancen Europas und der NATO im KI-Wettrennen stehen, antwortet Sarts vorsichtig. Er spreche genau aufgrund der Dringlichkeit aktuell immer wieder über das Thema. „Es gibt bedeutende Denker und Professoren, die sagen, dass wir uns genau darum kümmern müssen.“ Das gelte insbesondere für Europa. „Wir haben keine Zeit zu verlieren.“ (Quellen: Gespräch mit Janis Sarts, eigene Recherchen)

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