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Der russische Präsident Wladimir Putin spricht lobend über Donald Trump und ist zuversichtlich, dass Trump eine Lösung für den Krieg in der Ukraine finden wird.
Moskau – Wahlsieger Donald Trump wird erst am 20. Januar die Macht in den USA übernehmen. Doch schon jetzt wirft seine Präsidentschaft ihre Schatten voraus. Ob Strafzölle, die Grenze zu Mexiko, sein neues Kabinett oder der Ukraine-Krieg – alle Welt schaut auf Trump.
Das tut auch Russlands Präsident Wladimir Putin. Bei seinem Aufenthalt in Kasachstan lobte der russische Präsident den designierten US-Präsidenten laut CNN in den höchsten Tönen. „Soweit ich es mir vorstellen kann, ist der neugewählte Präsident eine intelligente und bereits recht erfahrene Person“, sagte Putin vor der Presse.
Putin lobt Trump – und spricht über das Ende des Ukraine-Kriegs
Am wichtigsten für Putin war in diesem Zusammenhang das Verhältnis zwischen Russland und den USA. Er sei optimistisch, dass es der Trump-Regierung gelingen werde, das angespannte Verhältnis zu entspannen. Zudem deutete Putin an, dass Trump sicher „eine Lösung finden“, um den Ukraine-Krieg zu beenden.
Putin machte seine Aussagen nur einen Tag, nachdem Trump den pensionierten Ex-General Keith Kellogg zu seinem Sondergesandten für die Ukraine und Russland ernannt hatte. Kellogg hatte sich im April dafür ausgesprochen, dass sich die US-Politik in einem ersten Schritt offiziell um einen Waffenstillstand und eine Verhandlungslösung für den Ukraine-Krieg bemühen solle. Die Ukraine müsse dabei an Friedensgesprächen teilnehmen, um weiter Waffenlieferungen der USA zu erhalten.
Um Putin zur Teilnahme an Friedensgesprächen zu bewegen, sollten der US-Präsident und andere führende Nato-Vertreter der Politik in Russland anbieten, die der Ukraine in Aussicht gestellte Nato-Mitgliedschaft „im Gegenzug für ein umfassendes und überprüfbares Friedensabkommen mit Sicherheitsgarantien für einen längeren Zeitraum auszusetzen“, so Kellogg.
Putin setzt auf Trump – und wirft Biden vor, den Ukraine-Krieg zu eskalieren
Laut CNN fand Putin auch scharfe Worte gegenüber der Politik in den USA, die noch bis Januar vom amtierenden US-Präsidenten Joe Biden vertreten wird. Dessen Regierung warf Putin vor, sie habe dem Trump-Team „zusätzliche Schwierigkeiten“ bereitet, indem sie der Ukraine erlaubt habe, ATACMS-Raketensysteme auf russische Ziele abzufeuern.
Putin warf der Biden-Regierung deshalb vor, den Ukraine-Krieg weiter zu „eskalieren“. Zugleich drohte er in Kasachstan aber auch selbst damit, die neuartige Mittelstreckenrakete namens Oreschnik direkt gegen die ukrainische Hauptstadt Kiew einzusetzen. Russland hatte diese Rakete, bei der es sich nach russischen Angaben um eine experimentelle Hyperschallrakete handeln soll, erstmals am 21. November eingesetzt. Die Oreschnik-Raketen sind auch in der Lage, nukleare Sprengköpfe zu tragen.
Trump will den Ukraine-Krieg binnen 24 Stunden beenden – Putin kennt Pläne nicht
Trump hatte vor der US-Wahl wiederholt erklärt, er werde den Ukraine-Krieg innerhalb von 24 Stunden beenden. Noch immer hat er keine Details seines Plans zur Beendigung des Krieges bekannt gegeben, deutete jedoch an, dass die Ukraine gezwungen sein werde, erhebliche Zugeständnisse zu machen.
Auch Putin kennt Trumps Pläne offenbar nicht. „Ich weiß nicht, was jetzt passieren wird“, sagte er in Kasachstan. „Ich habe keine Ahnung.“ Auf die Frage, ob er sich mit dem designierten US-Präsidenten treffen wolle, wiederholte Putin, er sei bereit, die Gespräche mit Trump wieder aufzunehmen. (cs)
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