„Hauptsächlich Bildmaterial“

Putin profitiert dreifach: Selenskyj warnt vor Alaska-Treffen mit Trump

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Das Alaska-Treffen zwischen Trump und Putin bringt dem Kreml-Chef „hauptsächlich Bildmaterial“. Selenskyj äußert Bedenken über die wahren Ziele Russlands hinter dem Termin.

Moskau – Das für diesen Freitag angesetzte Treffen zwischen Donald Trump und Wladimir Putin sorgt im Vorfeld für Spekulationen. Der Kreml sprach jüngst ungewöhnlich freundschaftlich von den USA und Russland als „engen Nachbarn“. Bei dem Gespräch der beiden Machthaber in Alaska soll eine Beendigung des seit Februar 2022 andauernden Ukraine-Krieges Thema werden.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht im Treffen von Trump und Putin hingegen vielmehr einen kalkulierten politischen Schachzug. In einem Interview mit NewsNation erklärte er, dass Präsident Putin durch den Termin gleich in dreierlei Hinsicht profitieren werde.

Trump und Putin: Die Geschichte ihrer Beziehung in Bildern

Wandbild Putin Trump Litauen
Einen besseren US-Präsidenten als Donald Trump kann sich Kremlchef Wladimir Putin gar nicht wünschen: So könnte dieses Wandbild in der litauischen Hauptstadt Vilnius interpretiert werden. Bemerkenswert: Es ist eine Aufnahme aus dem Mai 2016, als Trump nicht gar nicht im Amt war. Offenbar schwante den Menschen in Litauen schon damals Böses. © Petras Malukas/AFP
Trump telefoniert mit Putin
Trump hat seit Jahren einen guten Draht zu Putin. Am 28. Januar 2017 telefonierte er im Oval Office des Weißen Hauses zum ersten Mal mit dem russischen Präsidenten. © Mandel Ngan/AFP
Wachsfiguren von Trump und Putin
Schon damals standen sie sich auch in Wachsfigurenkabinetten nahe, so auch in Sofia (Bulgarien). © Valentina Petrova/dpa
G20-Gipfel - Trump trifft Putin
Das erste persönliche und extrem heikle Treffen mit Putin wickelte Trump beim G20-Gipfel in Hamburg im Juli 2017 unfallfrei ab. Im Kreml wie im Weißen Haus herrschten anschließend Optimismus und Zufriedenheit.  © Evan Vucci/dpa
G20 Summit - Demonstration
Aktivisten von Oxfam standen dem G20-Gipfel kritisch gegenüber. Mit ihrer Aktion wollten sie auf den Abzweig zwischen mehr sozialer Ungleichheit und weniger Armut hinzuweisen. Sie trugen Masken von Theresa May, Donald Trump, Shinzō Abe, Emmanuel Macron, Angela Merkel, Justin Trudeau, Wladimir Putin, und Jacob Zuma. © Michael Kappeler/dpa
G20-Gipfel - Trump trifft Putin
„Der Fernseh-Trump unterscheidet sich sehr vom realen Menschen,“ sagte Putin nach dem G20-Gipfel in Hamburg vor der Presse über seinen US-Kollegen Donald Trump. © Steffen Kugler/dpa
Apec-Gipfel in Vietnam
Ein zweites Mal trafen sich Trump und Putin am Rande des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) im vietnamesischen Da Nang. © dpa
Putin trifft Trump beim Apec-Gipfel in Vietnam
Beide Präsidenten stimmten damals überein, dass das Verhältnis ihrer Länder nicht gut sei. Putin sah weiter eine tiefe Krise. Russland sei aber bereit, „eine neue Seite aufzuschlagen, vorwärtszugehen, in die Zukunft zu schauen“. © Mikhail Klimentyev
Trump Putin Da Nang
„Wenn wir ein Verhältnis zu Russland hätten, das wäre eine gute Sache“, sagte Trump. Sein persönliches Verhältnis zu Putin sei gleichwohl in sehr gutem Zustand, obwohl man sich nicht gut kenne. © Jorge Silva/AFP
Helsinki-Gipfel
Im Juli 2018 kamen Trump und Putin in Helsinki zu ihrem ersten offiziellen Gipfel zusammen.  © Heikki Saukkomaa/dpa
USA Ausstieg aus INF-Abrüstungsvertrag
Sie begrüßten sich mit einem kurzen, doch kräftigen Händedruck. „Es ist an der Zeit, detailliert über unsere bilateralen Beziehungen zu sprechen und über die schmerzhaften Punkte auf der Welt. Davon gibt es sehr viele“, sagte Putin. Trump betonte: „Die Welt möchte, dass wir miteinander auskommen.“ © Alexander Zemlianichenko/dpa
Helsinki
Während des Gipfeltreffens gingen in Helsinki mehrere Hundert Menschen aus Protest auf die Straßen. Dabei machten sie auf eine Reihe von Missständen aufmerksam.  © Joonas SaloIlta-Sanomat/Imago
Melania Trump
Auch First Lady Melania Trump war in Helsinki mit von der Partie. © Alexei Nikolsky/AFP
Trump und Putin
Trump äußerte sich hinterher zufrieden über sein Treffen mit Putin: „Der Dialog ist sehr gut verlaufen“, sagte er bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Putin. „Ein produktiver Dialog ist nicht nur gut für die Vereinigten Staaten und Russland, sondern für die Welt.“ © Brendan Smialowski/AFP
Proteste gegen Treffen von Trump und Putin
Derweil protestierten die Menschen auch im fernen Washington, D.C., gegen das Treffen. Unter anderem hielt eine Frau vor dem Weißen Haus ein Schild in die Höhe, auf dem die beiden Präsidenten karikiert waren.  © Andrew Harnik/dpa
100. Jahrestag Waffenstillstand Erster Weltkrieg
Im November 2018 nahmen Trump und Putin an einer Gedenkfeier anlässlich des Endes des Ersten Weltkriegs in Paris teil. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron lud damals zum Spitzentreffen ein. © Ludovic Marin/AFP
Erster Weltkrieg - Waffenstillstand 1918
Auch vor Ort waren First Lady Melania Trump (links), die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel und Brigitte Macron, die Ehefrau des französischen Präsidenten. © Francois Mori/dpa
Beginn des G20-Gipfels
Kurz danach trafen Trump und Putin beim G20-Gipfel in Buenos Aires erneut aufeinander. © Ralf Hirschberger/dpa
G20-Gipfel in Argentinien
Die Gespräche wurden von der Eskalation zwischen Russland und der Ukraine um einen Seezwischenfall vor der Krim überschattet. Deshalb sagte Trump ein direktes Treffen mit Putin am Rande des Gipfels kurzfristig ab.  © dpa
Japan, Osaka
Im Juni 2019 trafen Trump und Putin beim G20-Treffen im japanischen Osaka zusammen. © Imago
Osaka 2019
Trump wurde dabei von einem Reporter angesprochen, ob er Putin bei ihrem gemeinsamen Treffen auch sagen werde, dass sich der Kremlchef nicht in die US-Wahlen einzumischen habe. Trump beugte sich zu Putin und sagte: „Mische Dich nicht in unsere Wahlen ein“ – ein Lächeln glitt dabei über Trumps Gesicht. Die Aktion war allerdings nicht ganz ernst gemeint. © Brendan Smialowski/AFP
Osaka 2019
Trump nannte das Verhältnis zu Putin „sehr, sehr gut“.  © Brendan Smialowski/AFP
Trump Putin
Am Ende seiner ersten Amtszeit musste sich Trump wegen Machtmissbrauchs und Behinderung der Ermittlungen im Senat verantworten. Hintergrund war die sogenannte Ukraine-Affäre. Viele Menschen in den USA sahen Trump als Verräter – und Putin als Feind. © Olivier Douliery/AFP
Ukrainekrieg - Anti-Kriegsprotest in New York
Im Januar 2025 kam Trump zum zweiten Mal an die Macht. Im Ukraine-Krieg stellte er sich auf die Seite von Putin. Das rief Proteste hervor. Auch am Times Square in New York galt: Trump ist ein Verräter. © Adam Gray/dpa
Trump Putin
Trump sucht dennoch weiter die Nähe zu Putin. Nach offiziellen Angaben haben beide im Februar 2025 ein erstes Mal miteinander telefoniert, seit der US-Präsident wieder im Amt ist. Vor dem zweiten Gespräch am 18. März verkündete Trump: „Ich freue mich sehr auf das Gespräch mit Präsident Putin.“ Auch danach telefonierte er noch mehrmals mit seinem russischen Amtskollegen. © Alexander Nemenow/AFP
Trump und Putin
Am 15. Augsut 2025 kam es zum Gipfel zwischen Trump und Putin in Alaska. Es handelte sich um das erste persönliche Treffen der beiden Staatschefs seit Putins Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022. Das Treffen fand in der Stadt Anchorage statt. Am Ende gab es von beiden Staatschefs nichts Konkretes. © Andrew Caballero-Reynolds/AFP

Trump-Treffen laut Selenskyj für Putin in dreierlei Hinsicht vorteilhaft

Der größte Gewinn, den Putin aus seinem Treffen mit Präsident Trump ziehen wird, ist laut Selenskyj recht simpel, jedoch effektiv. Gegenüber NewsNation sagte der ukrainische Präsident: „Ehrlich gesagt, geht es ihm hauptsächlich um Bildmaterial. Er benötigt ein Foto von einer Begegnung mit Präsident Trump.“

Selenskyj nannte drei Vorteile, die ein fotografisch dokumentiertes Treffen von Putin mit Trump für Ersteren bringen: „Erstens trifft er sich auf amerikanischem Territorium, was ich als seinen persönlichen Triumph betrachte. Zweitens durchbricht er seine Isolation durch dieses Treffen auf US-Boden. Drittens hat er durch diese Zusammenkunft die Sanktionspolitik gewissermaßen verzögert.“

Das Trump-Putin-Treffen in Alaska bringt dem russischen Präsidenten laut Selenskyj gleich dreifachen Nutzen. (Archivbild)

Triumph für Putin: Alaska-Treffen mit Trump holt ihn aus internationaler Isolation

Die Entscheidung der Trump-Administration, das Treffen mit Putin im eignen Land abzuhalten, ist tatsächlich als außergewöhnlich zu betrachten, da gegen den russischen Staatschef vom Internationalen Strafgerichtshof Anklage wegen Kriegsverbrechen in der Ukraine erhoben wurde. Die Tatsache, dass das Treffen in Alaska stattfindet – dem Gebiet, das Russland 1867 für etwa 7 Millionen Dollar an die USA veräußerte – verleiht der Begegnung eine gewisse Symbolkraft.

Zusätzlich wird es die erste Begegnung des russischen Staatschefs mit einem US-Präsidenten seit Juni 2021 darstellen, als er sich mit dem damaligen Präsidenten Joe Biden zu einem bilateralen Gipfel traf. Keine acht Monate danach erfolgte Russlands Einmarsch in die Ukraine, wodurch Putin in der westlichen Welt zum diplomatischen Außenseiter wurde.

Trump-Treffen mit Putin: Keine Einigung bei Friedensbedingungen in Sicht

Trumps Ankündigung des Putin-Treffens am Freitag erfolgte zu einem Zeitpunkt, da die Kreml-Armee langsam weiter in die Ukraine vorstößt – trotz der Forderungen von westlichen Führern, Angriffe auf zivile Ziele einzustellen, wie die Associated Press (AP) meldete.

Russland und die Ukraine liegen bei ihren jeweiligen Bedingungen für ein Friedensabkommen weit auseinander. Selenskyj verweigert seinerseits ein Waffenstillstandsabkommen ohne Sicherheitsgarantien für sein Land, während Putin verlangt, dass die Ukraine von der NATO ausgeschlossen wird und vier von Moskau für annektiert erklärte Gebiete an Russland abtritt.

Das Trump-Putin-Treffen in Alaska bringt dem russischen Präsidenten laut Selenskyj gleich dreifachen Nutzen.

Trotz Treffen von Trump mit Putin: Selenskyj sieht „Vorbereitungen für neue Offensivoperationen“ Russlands

Gebietsabtretungen sind für die Ukraine jedoch keine Option. Präsident Selenskyj zeigt sich aufgrund dieser Vorzeichen pessimistisch für mögliche Friedensgespräche zwischen Trump und dem russischen Präsidenten. Auf Telegram schrieb er: Putin „bereitet sich definitiv nicht auf einen Waffenstillstand oder Kriegsende vor“.

Er sei „nur darauf fokussiert, ein Treffen mit Amerika als seinen persönlichen Triumph darzustellen und dann genau wie bisher fortzufahren, indem er denselben Druck auf die Ukraine wie zuvor ausübt.“ Auch an der Front gebe es keine Anzeichen dafür, dass die Russen sich auf ein Kriegsende einstellen würden. Ganz im Gegenteil, sie würden Truppen und Streitkräfte in einer Weise verlegen, die „auf Vorbereitungen für neue Offensivoperationen hindeutet“. (nana)

Rubriklistenbild: © Kremlin Pool/Imago

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