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Erkan Pehlivanschließen
In Spanien wurde offenbar ein russischer Ex-Pilot getötet. Der Mann war 2023 mit einem Hubschrauber in die Ukraine desertiert. Der Kreml hat nur Spott übrig.
Update vom 20. Februar, 16.10 Uhr: Den mutmaßlichen Mord an einem zur Ukraine übergelaufenen russischen Hubschrauberpilot hat ein Geheimdienst in Moskau mit unverhohlener Schadenfreude quittiert. „Dieser Verräter und Verbrecher ist in dem Moment zu einer moralischen Leiche geworden, als er sein schmutziges und schreckliches Verbrechen plante“, sagte der Chef des russischen Auslandsgeheimdienstes SWR, Sergej Naryschkin, am Dienstag der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge. Zuvor hatten Medien berichtet, der ehemalige russische Hubschrauberpilot sei in Spanien ermordet worden.
Tot in Spanien aufgefunden: Russlands geflohener Hubschrauber-Pilot offenbar erschossen
Erstmeldung: Kiew - Ein zur Ukraine übergelaufener russischer Hubschrauber-Pilot ist nach Angaben aus Kiew tot. „Wir können diese Tatsache bestätigen“, sagte der Sprecher des ukrainischen Militärgeheimdienstes, Andrij Jussow, dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen am Montag (19. Februar). Nähere Angaben zu den Todesumständen machte er nicht.
Medienberichten zufolge wurde die Leiche des Mannes in Spanien gefunden. „Er hat seine Ex zu sich geholt und wurde erschossen aufgefunden“, schrieb das Internetportal Ukrajinska Prawda unter Berufung auf eigene Geheimdienstquellen. Dort war auch von einem ausgebrannten Auto in der Nähe des Tatortes die Rede – möglicherweise ein Fluchtfahrzeug.
Eine Bestätigung spanischer Behörden lag nicht vor. Den Tod des russischen Deserteurs bestätigte aber auch das ukrainische Online-Portal Kyiv Post.
⚡️BREAKING: In #Spain, Maxim Kuzminov, a Russian pilot, who hijacked an Mi-8 helicopter for the Ukrainian Armed Forces in August 2023, has allegedly been found dead, as reported by Russian state media. pic.twitter.com/OQgkN4I8ql
— KyivPost (@KyivPost) February 19, 2024
Laut Russlands Staats-TV: Putins Geheimdienst hatte Auftrag, Pilot zu töten
Der Pilot war im August vorigen Jahres mit einem vollausgestatteten Mi-8-Armeehubschrauber aus Russland in die Ukraine geflogen. Nach der Landung auf einem ukrainischen Militärflugplatz wurden die beiden anderen Besatzungsmitglieder nach ukrainischen Angaben auf der Flucht erschossen. Der Russe hatte von Kiew umgerechnet über 460.000 Euro für die Tat erhalten. Das Staatsfernsehen in Moskau berichtete im Herbst, der russische Geheimdienst habe den Auftrag zur Tötung des als Vaterlandsverräters geltenden Mannes erhalten.
Der übergelaufene Helikopter-Pilot mit dem bürgerlichen Namen Maxim Kuzminow hatte seine Flucht wohl von langer Hand geplant, denn im Vorfeld hatte er seine Familie bereits aus Russland geschmuggelt. Kuzminow soll sich schon Ende 2022 an den ukrainischen Militärgeheimdienst gewandt haben, mit dem er im Anschluss über etwa sechs Monate hinweg seinen ausgereiften Fluchtplan erarbeitete. Die Kommunikation lief dabei über einen verschlüsselten Chat auf Telegram.
Spektakuläre Hubschrauber-Flucht aus Russland in die Ukraine
Das Wall Street Journal hatte über die Details der spektakulären Flucht berichtet. Demnach war der 28-jährige Pilot auf seiner Flucht nur in zehn Metern Höhe geflogen und hatte seinen Transponder ausgeschaltet. Dabei sei er auch beschossen worden. Am Ende sei er aber wie geplant auf einem Militärflugplatz in Charkiw im Nordosten der Ukraine gelandet.
Die Ukraine verteidigt sich seit knapp zwei Jahren gegen eine russische Invasion. Kiew hatte im April 2022 Belohnungen für an die Ukraine übergebenes funktionsfähiges russisches Kriegsgerät festgelegt. Als Höchstprämie für ein Kampfflugzeug verspricht der ukrainische Staat russischen Überläufern umgerechnet über 920.000 Euro. (erpe/dpa)
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