Russlands Stärke?

Putins Lügen „nicht haltbar“: US-Experten nehmen seine Rede gnadenlos auseinander

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Der russische Präsident Wladimir Putin in Moskau.
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Laut Wladimir Putin sitzt Russland am längeren Hebel, wenn es um die Produktion von Militärgerät geht. Experten widersprechen jedoch und gehen von einer weiteren Informationskampagne aus.

Moskau - Wie steht es um die militärische Stärke Russlands im Ukraine-Krieg? Dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zufolge würden die Produktionskapazitäten Russlands in der Zukunft erheblich hochgefahren werden. Westliche Länder würden auf der anderen Seite wiederum nicht ausreichend Waffen und Munition an die Ukraine liefern können, da die Gefechte zu intensiv seien. Das gab Putin in einem Fernsehinterview im russischen Staatsfernsehen von sich. Der amerikanische Thinktank „Institute for the Study of War“ (ISW) beschreibt die Aussagen des russischen Präsidenten jedoch als „weitere voraussehbare Informationskampagne, um ukrainischen Widerstand zu brechen“. Und: Die Aussagen seien insgesamt „nicht haltbar“.

US-Experten: Putin lügt über Produktionskapazitäten Russlands

Laut Putin werde Russland bis zum Ende des Jahres 1600 neue Panzer bauen und somit dreimal so viele Panzer besitzen, wie die Ukraine. Des Weiteren würden die ukrainischen Truppen 5000 Artilleriegranaten am Tag aufwenden. Gleichzeitig könnten die USA jedoch nur 14000 bis 15000 Stück in einem Monat herstellen. Dem ISW zufolge handelt es sich bei den Aussagen des russischen Präsidenten aber um Lügen.

Russland verfüge derzeitig nämlich lediglich über eine Panzerfabrik. In Uralwagonsawod, einem russischen Maschinenbau- und Rüstungsunternehmen in Nischni Tagil, könnten aktuell 20 Panzer im Monat hergestellt werden. Somit würde es über sechs Jahre dauern, um die angestrebten 1600 Panzer zu produzieren. Den Experten des ISW zufolge sei es das Ziel des russischen Präsidenten gewesen, durch seine Ausführungen, die Unterstützung der Ukraine als sinnlos darzustellen.

Ukraine-Krieg: Russland ist dem Westen bei Militärproduktion „hoffnungslos unterlegen“

Doch nicht nur über die Produktion von Panzern habe der russische Präsident gelogen. Auch, wenn es um den Vergleich zwischen den Produktionskapazitäten Russlands und dem Westen geht. Das russische militärisch-industrielle Potenzial sei dem westlichen militärisch-industriellen Potenzial nämlich „in der Tat hoffnungslos unterlegen“, hält das ISW fest. Grund dafür seien allein schon die schieren Unterschiede der jeweiligen Wirtschaftsleistungen der Länder. Die USA haben beispielsweise ein zehnmal höheres BIP als Russland. Auch Deutschland, Frankreich und Großbritannien verfügen über ein deutlich höheres BIP als Russland. Die Experten des ISW kommen zu dem Schluss, dass Russland in eine komplette Kriegswirtschaft übergehen muss, um den Krieg weiterzuführen. (lp)

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