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Putin-Selenskyj-Treffen bei Orbán? Neue Einzelheiten bekannt

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Moskau und Kiew sollen ein Treffen zum Ukraine-Krieg planen, aber die Ortswahl gestaltet sich kompliziert. Ein Hindernis: Der Haftbefehl gegen Putin.

Budapest/Moskau – Nach dem Trump-Putin-Treffen und dem Ukraine-Gipfel in Washington steht die nächste knifflige Mission an: Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj sollen erstmals Angesicht zu Angesicht über den Ukraine-Krieg sprechen. Vor allem die Suche nach einem geeigneten Ort für das geplante Putin-Selenskyj-Treffen gestaltet sich schwierig.

Trump und Putin: Die Geschichte ihrer Beziehung in Bildern

Wandbild Putin Trump Litauen
Einen besseren US-Präsidenten als Donald Trump kann sich Kremlchef Wladimir Putin gar nicht wünschen: So könnte dieses Wandbild in der litauischen Hauptstadt Vilnius interpretiert werden. Bemerkenswert: Es ist eine Aufnahme aus dem Mai 2016, als Trump nicht gar nicht im Amt war. Offenbar schwante den Menschen in Litauen schon damals Böses. © Petras Malukas/AFP
Trump telefoniert mit Putin
Trump hat seit Jahren einen guten Draht zu Putin. Am 28. Januar 2017 telefonierte er im Oval Office des Weißen Hauses zum ersten Mal mit dem russischen Präsidenten. © Mandel Ngan/AFP
Wachsfiguren von Trump und Putin
Schon damals standen sie sich auch in Wachsfigurenkabinetten nahe, so auch in Sofia (Bulgarien). © Valentina Petrova/dpa
G20-Gipfel - Trump trifft Putin
Das erste persönliche und extrem heikle Treffen mit Putin wickelte Trump beim G20-Gipfel in Hamburg im Juli 2017 unfallfrei ab. Im Kreml wie im Weißen Haus herrschten anschließend Optimismus und Zufriedenheit.  © Evan Vucci/dpa
G20 Summit - Demonstration
Aktivisten von Oxfam standen dem G20-Gipfel kritisch gegenüber. Mit ihrer Aktion wollten sie auf den Abzweig zwischen mehr sozialer Ungleichheit und weniger Armut hinzuweisen. Sie trugen Masken von Theresa May, Donald Trump, Shinzō Abe, Emmanuel Macron, Angela Merkel, Justin Trudeau, Wladimir Putin, und Jacob Zuma. © Michael Kappeler/dpa
G20-Gipfel - Trump trifft Putin
„Der Fernseh-Trump unterscheidet sich sehr vom realen Menschen,“ sagte Putin nach dem G20-Gipfel in Hamburg vor der Presse über seinen US-Kollegen Donald Trump. © Steffen Kugler/dpa
Apec-Gipfel in Vietnam
Ein zweites Mal trafen sich Trump und Putin am Rande des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) im vietnamesischen Da Nang. © dpa
Putin trifft Trump beim Apec-Gipfel in Vietnam
Beide Präsidenten stimmten damals überein, dass das Verhältnis ihrer Länder nicht gut sei. Putin sah weiter eine tiefe Krise. Russland sei aber bereit, „eine neue Seite aufzuschlagen, vorwärtszugehen, in die Zukunft zu schauen“. © Mikhail Klimentyev
Trump Putin Da Nang
„Wenn wir ein Verhältnis zu Russland hätten, das wäre eine gute Sache“, sagte Trump. Sein persönliches Verhältnis zu Putin sei gleichwohl in sehr gutem Zustand, obwohl man sich nicht gut kenne. © Jorge Silva/AFP
Helsinki-Gipfel
Im Juli 2018 kamen Trump und Putin in Helsinki zu ihrem ersten offiziellen Gipfel zusammen.  © Heikki Saukkomaa/dpa
USA Ausstieg aus INF-Abrüstungsvertrag
Sie begrüßten sich mit einem kurzen, doch kräftigen Händedruck. „Es ist an der Zeit, detailliert über unsere bilateralen Beziehungen zu sprechen und über die schmerzhaften Punkte auf der Welt. Davon gibt es sehr viele“, sagte Putin. Trump betonte: „Die Welt möchte, dass wir miteinander auskommen.“ © Alexander Zemlianichenko/dpa
Helsinki
Während des Gipfeltreffens gingen in Helsinki mehrere Hundert Menschen aus Protest auf die Straßen. Dabei machten sie auf eine Reihe von Missständen aufmerksam.  © Joonas SaloIlta-Sanomat/Imago
Melania Trump
Auch First Lady Melania Trump war in Helsinki mit von der Partie. © Alexei Nikolsky/AFP
Trump und Putin
Trump äußerte sich hinterher zufrieden über sein Treffen mit Putin: „Der Dialog ist sehr gut verlaufen“, sagte er bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Putin. „Ein produktiver Dialog ist nicht nur gut für die Vereinigten Staaten und Russland, sondern für die Welt.“ © Brendan Smialowski/AFP
Proteste gegen Treffen von Trump und Putin
Derweil protestierten die Menschen auch im fernen Washington, D.C., gegen das Treffen. Unter anderem hielt eine Frau vor dem Weißen Haus ein Schild in die Höhe, auf dem die beiden Präsidenten karikiert waren.  © Andrew Harnik/dpa
100. Jahrestag Waffenstillstand Erster Weltkrieg
Im November 2018 nahmen Trump und Putin an einer Gedenkfeier anlässlich des Endes des Ersten Weltkriegs in Paris teil. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron lud damals zum Spitzentreffen ein. © Ludovic Marin/AFP
Erster Weltkrieg - Waffenstillstand 1918
Auch vor Ort waren First Lady Melania Trump (links), die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel und Brigitte Macron, die Ehefrau des französischen Präsidenten. © Francois Mori/dpa
Beginn des G20-Gipfels
Kurz danach trafen Trump und Putin beim G20-Gipfel in Buenos Aires erneut aufeinander. © Ralf Hirschberger/dpa
G20-Gipfel in Argentinien
Die Gespräche wurden von der Eskalation zwischen Russland und der Ukraine um einen Seezwischenfall vor der Krim überschattet. Deshalb sagte Trump ein direktes Treffen mit Putin am Rande des Gipfels kurzfristig ab.  © dpa
Japan, Osaka
Im Juni 2019 trafen Trump und Putin beim G20-Treffen im japanischen Osaka zusammen. © Imago
Osaka 2019
Trump wurde dabei von einem Reporter angesprochen, ob er Putin bei ihrem gemeinsamen Treffen auch sagen werde, dass sich der Kremlchef nicht in die US-Wahlen einzumischen habe. Trump beugte sich zu Putin und sagte: „Mische Dich nicht in unsere Wahlen ein“ – ein Lächeln glitt dabei über Trumps Gesicht. Die Aktion war allerdings nicht ganz ernst gemeint. © Brendan Smialowski/AFP
Osaka 2019
Trump nannte das Verhältnis zu Putin „sehr, sehr gut“.  © Brendan Smialowski/AFP
Trump Putin
Am Ende seiner ersten Amtszeit musste sich Trump wegen Machtmissbrauchs und Behinderung der Ermittlungen im Senat verantworten. Hintergrund war die sogenannte Ukraine-Affäre. Viele Menschen in den USA sahen Trump als Verräter – und Putin als Feind. © Olivier Douliery/AFP
Ukrainekrieg - Anti-Kriegsprotest in New York
Im Januar 2025 kam Trump zum zweiten Mal an die Macht. Im Ukraine-Krieg stellte er sich auf die Seite von Putin. Das rief Proteste hervor. Auch am Times Square in New York galt: Trump ist ein Verräter. © Adam Gray/dpa
Trump Putin
Trump sucht dennoch weiter die Nähe zu Putin. Nach offiziellen Angaben haben beide im Februar 2025 ein erstes Mal miteinander telefoniert, seit der US-Präsident wieder im Amt ist. Vor dem zweiten Gespräch am 18. März verkündete Trump: „Ich freue mich sehr auf das Gespräch mit Präsident Putin.“ Auch danach telefonierte er noch mehrmals mit seinem russischen Amtskollegen. © Alexander Nemenow/AFP
Trump und Putin
Am 15. Augsut 2025 kam es zum Gipfel zwischen Trump und Putin in Alaska. Es handelte sich um das erste persönliche Treffen der beiden Staatschefs seit Putins Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022. Das Treffen fand in der Stadt Anchorage statt. Am Ende gab es von beiden Staatschefs nichts Konkretes. © Andrew Caballero-Reynolds/AFP

Denn gegen Putin liegt immer noch ein internationaler Haftbefehl vor. Trotzdem soll das Treffen möglichst in Europa stattfinden. Als Ort für einen Gipfel in den Raum gestellt wurden bislang Ungarn und die Schweiz. Beides sind aber Orte, die auch Risiken bergen.

Für den Kreml soll tatsächlich Ungarn unter Viktor Orbán für das Treffen zwischen Putin und Selenskyj in Frage kommen. Zwar hat Russland das nicht öffentlich bekannt gegeben, aber laut einem hochrangigen US-Regierungsbeamten gebe es die Option, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Findet das Putin-Selenskyj-Zweiertreffen bei Orban statt?

Putin-Selenskyj-Treffen möglicherweise bei Moskau-Freund Orbán in Ungarn

Seit dem Erlass des internationalen Haftbefehls gegen Putin im März 2023 haben sich der russische Präsident und der ungarische Ministerpräsident Orbán zwar mehrfach getroffen, jedoch ausschließlich außerhalb Ungarns. Im Oktober 2023 trafen sie sich in Peking am Rande des chinesischen Belt-and-Road-Forums, wo sie über Energielieferungen und den geplanten Bau neuer Reaktorblöcke des Atomkraftwerks Paks durch das russische Unternehmen Rosatom sprachen.

Das bislang prominenteste Treffen fand im Juli 2024 statt, als Orbán überraschend nach Moskau reiste und Putin im Kreml besuchte – nur wenige Tage nachdem Ungarn die rotierende EU-Ratspräsidentschaft übernommen hatte. Dieser Moskau-Besuch löste heftige Kritik in der EU aus. Denn Orbán inszenierte den Trip als „Friedensmission“, obwohl er kein Mandat der anderen EU-Mitgliedsstaaten hatte.

„Ein neutrales Land“: Macron schlägt Genf als Ort für Putin-Selenskyj-Gipfel vor

Einen weiteren Ort für das Putin-Selenskyj-Zweiertreffen brachte der französische Präsident Emmanuel Macron ins Spiel: Die Hauptstadt der Schweiz, Genf. „Es wird ein neutrales Land sein, vielleicht die Schweiz, ich plädiere für Genf, oder ein anderes Land“, sagte Macron in einem am Dienstag (19. August) ausgestrahlten Interview mit dem französischen TV-Sender LCI. Das Treffen solle in Europa stattfinden.

Am Dienstagnachmittag (19. August) würden Paris und London die Mitglieder der „Koalition der Willigen“ darüber informieren, was bei dem Treffen der europäischen Spitzen mit US-Präsident Donald Trump in Washington beschlossen worden sei, verkündete der französische Staatschef. Direkt im Anschluss werde über konkrete Sicherheitsgarantien für die Ukraine mit US-Diplomaten beraten.

Mögliche StandorteUngarn oder die Schweiz
TeilnehmerWladimir Putin (Russland) und Wolodymyr Selenskyj (Ukraine)
FormatBilaterales Zweiertreffen, später Dreiergipfel mit Trump
ZeitrahmenInnerhalb der nächsten zwei Wochen (laut Bundeskanzler Merz)

Kanzler Friedrich Merz (CDU) hatte nach dem Gipfel in Washington beteuert, dass ein Treffen von Putin und Selenskyj innerhalb der nächsten zwei Wochen geplant sei. Die letzten Gespräche zwischen Russland und der Ukraine fanden im Juni in der Türkei statt. Putin lehnte Selenskyjs öffentliche Einladung zu einem persönlichen Treffen bisher ab und schickte stattdessen eine Delegation niedrigeren Ranges dorthin. Auch nun bestehen trotz Trumps Optimismus Zweifel, dass Putin sich wirklich auf das Treffen einlassen wird.

Kreml schweigt zu Putin-Selenskyj-Treffen: Haftbefehl spricht gegen Europa als Ort

Der Kreml schweigt offiziell noch zu möglichem Putin-Selenskyj-Zweiertreffen. Selenskyj hat hingegen seine Bereitschaft signalisiert: „Ich habe bestätigt und alle europäischen Staats- und Regierungschefs haben mich unterstützt, dass wir bereit zu einem bilateralen Treffen mit Putin sind“, sagte Selenskyj am Montag nach dem Treffen mit Trump und europäischen Spitzenvertretern im Weißen Haus.

Es bleibt also spannend, wo der „Friedensgipfel“ stattfinden wird. Der Kreml wird bei der Auswahl des Standortes auch den internationalen Haftbefehl bedenken, der gegen Putin vorliegt. Diesen hat der Internationale Strafgerichtshof (ICC) gegen Putin wegen des Vorwurfs der rechtswidrigen Deportation ukrainischer Kinder nach Russland erlassen. Alle 125 Mitgliedsstaaten des Gerichts, die das Römische Statut ratifiziert haben, sind grundsätzlich verpflichtet, solche Haftbefehle zu vollstrecken.

Ich habe bestätigt und alle europäischen Staats- und Regierungschefs haben mich unterstützt, dass wir bereit zu einem bilateralen Treffen mit Putin sind.

Wolodymyr Selenskyj - Ukrainischer Präsident

Ungarn gehört zu diesen Mitgliedsstaaten, obwohl Orbáns Stabschef Gergely Gulyás behauptet hat, Ungarn würde Putin nicht festnehmen, da das Römische Statut angeblich nicht in ungarisches Recht umgesetzt und mit der Verfassung unvereinbar sei. Dennoch scheint Putin das Risiko einer Verhaftung nicht eingehen zu wollen und meidet seit dem Haftbefehl Reisen in ICC-Mitgliedsstaaten – mit Ausnahme der Mongolei, wo er trotz Haftbefehl nicht verhaftet wurde. Im Übrigen gehört auch die Schweiz zu den ICC-Staaten. (bg/dpa)

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