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Ukraine-Krieg: Drohnensichtung in Warschau – zwei Belarussen festgenommen

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News im Ukraine-Ticker: Russlands Ex-Präsident Medwedew droht mal wieder der NATO. Die Allianz wappnet die Ostflanke.

Dieser News-Ticker ist beendet. Die weiteren Entwicklungen in unserem neuen News-Ticker zum Ukraine-Krieg.

Update, 8.26 Uhr: Bei russischen Angriffen in der Ukraine sind nach ukrainischen Behördenangaben zwei Menschen getötet worden. Der Chef der Militärverwaltung der südöstlichen Region Saporischschja erklärte am Dienstag, bei einem russischen Angriff sei ein Mensch getötet worden. Neun Menschen seien verletzt worden, darunter ein Kind. Der Gouverneur der südlichen Region Mykolajiw erklärte, russische Streitkräfte hätten einen Bauernhof angegriffen. Ein Traktorfahrer sei getötet worden, als er auf dem Feld gearbeitet habe.

Transparenzhinweis

Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Ukraine-Krieg: Todesopfer bei Angriff in Saporischschja in der Ostukraine

Update, 16. September, 5.27 Uhr: Bei einem massiven russischen Angriff auf die Stadt Saporischschja (Ostukraine) ist am frühen Morgen ein Mensch getötet worden. Sieben weitere seien verletzt worden. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf ukrainische Behörden. Der Angriff habe zahlreiche Brände ausgelöst. Der öffentlich-rechtliche Sender Suspilne berichtet demnach von mindestens zehn Einschlägen in der Stadt.

Ukraine-Krieg: Sicherheitsbehörden zum Drohnenvorfall in Warschau

Update, 22.37 Uhr: Die polnischen Sicherheitsbehörden haben weitere Details zu dem erneuten Drohnenvorfall in Warschau bekanntgegeben. Laut eines Sprechers wurde das Flugobjekt gegen 19.00 Uhr über einem Regierungsgebäude gesichtet. Entgegen älterer Meldungen sei die Drohne aber nicht abgeschossen worden, sondern sei nach der Landung von der Polizei gesichert worden, so der Sprecher im polnischen Nachrichtensender TVN24.

Update, 20.56 Uhr: Aus Polen wird der nächste Drohnen-Vorfall gemeldet. Der Staatsschutz habe eine unbekannte Drohne abgeschossen. Das teilte Ministerpräsident Donald Tusk auf der Social-Media-Plattform X mit. Die Drohne sei über Regierungsgebäuden gesichtet worden. Im Zusammenhang der Drohne seien zwei Männer festgenommen worden. Bei beiden handelte es sich um belarussische Staatsbürger.

Update, 20.30 Uhr: Russische Soldaten sind offenbar in Zivilkleidung in das Dorf Yampil in der Oblast Donezk eingedrungen. Die als Zivilisten getarnten Truppen hätten sich in Häusern, Kellern und Verstecken verschanzt, wie die ukrainische Militäranalystengruppe DeepState berichtet. Screenshots sollen zeigen, wie russische Soldaten in ziviler Kleidung Sturmgewehre abfeuern. Diese Informationen lassen sich nicht unabhängig prüfen. Derzeit finden aktive Kämpfe in der Ortschaft statt, die eine kritische Rolle für alle östlich gelegenen Stellungen im Ukraine-Krieg spielt.

Update, 19:38 Uhr: Für den neuen NATO-Einsatz zur Sicherung des Luftraums an der Ostflanke gibt es weitere Zusagen zur Unterstützung. Wie das oberste Hauptquartier der alliierten Streitkräfte in Europa (Shape) im belgischen Mons mitteilte, werden Spanien und Großbritannien bald ihre Beiträge bekanntgeben. Auch Italien und Schweden hätten ihre Bereitschaft zur Unterstützung signalisiert, hieß es. Laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa, die sich auf Regierungskreise beruft, plant Italien, zwei Eurofighter-Kampfjets bereitzustellen.

Der Einsatz mit der Bezeichnung „Eastern Sentry“ (auf Deutsch etwa „Wächter des Ostens“) wurde am Freitag als Reaktion auf mutmaßlich gezielte Luftraumverletzungen durch russische Drohnen in Polen gestartet. Ziel des Einsatzes ist die Bereitstellung zusätzlicher Kapazitäten für Überwachung und Flugabwehr. Deutschland beteiligt sich an „Eastern Sentry“ mit etwa vier Eurofighter-Kampfjets, die für bewaffnete Schutzflüge über Polen eingesetzt werden. Weitere Teilnehmer sind Frankreich mit drei Rafale-Kampfjets, Tschechien mit drei Hubschraubern sowie Dänemark mit zwei F-16-Kampfjets und einer Flugabwehr-Fregatte.

Drohnen-Vorfall in Polen: Putin testet die NATO

Update, 18:30 Uhr: Mit Blick auf das Eindringen russischer Drohnen in den polnischen Luftraum sagte der polnische Außenminister Radosław Sikorski gegenüber der britischen Zeitung The Guardian, Kreml-Chef Wladimir Putin teste die NATO, ohne dabei aber einen Krieg auszulösen. „Ein Lügner und Aggressor wie Putin versteht nur die härtesten Gegenmaßnahmen“, so Sikorski gegenüber der Zeitung. Er betonte außerdem, hätte es Tote oder Verletzte durch russische Drohnen gegeben, dann hätte man eine „viel härtere Antwort“ gegeben.

Ukraine-Krieg: Russischer Einsatz von Streumunition im Fokus

Update, 16:00 Uhr: Seit Beginn des Ukraine-Krieges sind nach Angaben eines internationalen Bündnisses über tausend ukrainische Zivilistinnen und Zivilisten von russischen Streubomben getroffen worden. Mehr als 1200 Menschen seien durch die umstrittene Waffe getötet oder verletzt worden, erklärte das Bündnis Cluster Munition Coalition (CMC) in seinem Jahresbericht. Die Ukraine verzeichne weltweit die höchste Opferzahl durch Streumunition, was „beunruhigende Rückschläge“ bei den weltweiten Bemühungen zur Abschaffung der tödlichen Waffen darstelle.

Bei Streumunition handelt es sich um Bomben oder Raketen, die eine Vielzahl von Sprengsätzen freisetzen. Viele davon explodieren nicht gleich, sondern mitunter erst Jahre später. Auf diese Weise vermint Streumunition große Flächen und stellt eine langfristige Gefahr für Zivilisten, Rettungskräfte und Räumpersonal dar.

Update, 14:13 Uhr: Russland hat die Anschuldigungen zurückgewiesen, dass am Wochenende eine Drohne in den rumänischen Luftraum eingedrungen sei. Der russische Botschafter Wladimir Lipajew nannte die Vorwürfe „unbegründet“ und sprach von einer „gezielten Provokation des Kiewer Regimes“ im Kontext des Ukraine-Kriegs, wie der Kyiv Independent berichtet.

Ukraine-Krieg: Keine Vorfälle an Litauens Grenze zu Russland, trotz Sapad-Manöver

Update, 13:07 Uhr: Bisher hat Litauen während des russisch-belarussischen Manövers Sapad keine Zwischenfälle an seinen Grenzen verzeichnet. „Das erste Wochenende der aktiven Phase der Sapad-Übungen verlief relativ ruhig, sowohl was die illegale Migration als auch andere Vorfälle an der Staatsgrenze betrifft. Grenzschutzbeamte registrierten keine ungewöhnlichen Aktivitäten“, erklärte der Chef des Grenzschutzes, Rustamas Liubajevas, im litauischen Radio. Dennoch sehen die Behörden des baltischen EU- und NATO-Landes weiterhin Risiken.

Wolodymyr Selenskyj – Vom Komödianten zum Symbol des Widerstands

Als am 24. Februar 2022 russische Truppen in die Ukraine einmarschierten, sah zunächst alles nach einem leichten Sieg Russlands aus. Doch daraus wurde nichts. Die Ukraine leistete vom ersten Tag an erbitterten Widerstand und wehrte sich mit vereinten Kräften gegen die Invasion. Das liegt auch an ihrem Präsidenten. Wolodymyr Selenskyj überraschte mit seinem Auftreten im Krieg von Beginn an die ganze Welt – vor allem den Aggressor aus Russland.
Als am 24. Februar 2022 russische Truppen in die Ukraine einmarschierten, sah zunächst alles nach einem leichten Sieg Russlands aus. Doch daraus wurde nichts. Die Ukraine leistete vom ersten Tag an erbitterten Widerstand und wehrte sich mit vereinten Kräften gegen die Invasion.  © Ukrainian Presidents Office/Imago
Wolodymyr Selenskyj
Das liegt auch an ihrem Präsidenten. Wolodymyr Selenskyj überraschte mit seinem Auftreten im Krieg von Beginn an die ganze Welt – vor allem den Aggressor aus Russland. © Imago
Selenskyj kandidiert in der Ukraine
Wolodymyr Oleksandrowytsch Selenskyj wurde am 25. Januar 1978 als Sohn jüdischer Eltern in Krywyj Rih im Südosten der damals noch sowjetischen Ukraine geboren. Er schloss erfolgreich ein Jurastudium ab, war aber nie als Jurist tätig.  © dpa
Wolodymyr Oleksandrowytsch Selenskyj wurde am 25. Januar 1978 als Sohn jüdischer Eltern in Krywyj Rih im Südosten der damals noch sowjetischen Ukraine geboren. Er schloss erfolgreich ein Jurastudium ab, war aber nie als Jurist tätig. Stattdessen gründete er zunächst eine Kabarettgruppe, die fünf Jahre lang von Moskau aus durch die Staaten der ehemaligen Sowjetunion tourte. Als Komiker und Schauspieler erlangte er große Popularität – in der Ukraine und in Russland.
Stattdessen gründete er zunächst eine Kabarettgruppe, die fünf Jahre lang von Moskau aus durch die Staaten der ehemaligen Sowjetunion tourte. Als Komiker und Schauspieler erlangte er große Popularität – in der Ukraine und in Russland. © Alexander Gusev/Imago
Seit 2003 ist Selenskyj mit Olena Wolodymyriwna Kijaschko verheiratet. Sie gingen auf dieselbe Schule, lernten sich aber erst während ihres Studiums des Bauingenieurwesens an der Universität in ihrer Heimatstadt Krywyj Rih kennen. Das Paar hat zwei Kinder, Tochter Oleksandra (geboren 2004) und Sohn Kyrylo (geboren 2013). Im Dezember 2019 landete Olena Selenska auf einer Liste der 100 einflussreichsten Menschen der Ukraine auf Platz 30. Nummer eins war ihr Ehemann.
Seit 2003 ist Selenskyj mit Olena Wolodymyriwna Kijaschko verheiratet. Sie gingen auf dieselbe Schule, lernten sich aber erst während des Studiums an der Universität in ihrer Heimatstadt Krywyj Rih kennen.  © Vadim Ghirda/dpa
Stichwahl um Präsidentenamt in der Ukraine
Das Paar hat zwei Kinder, Tochter Oleksandra (geboren 2004) und Sohn Kyrylo (geboren 2013). Im Dezember 2019 landete Olena Selenska auf einer Liste der 100 einflussreichsten Menschen der Ukraine auf Platz 30. Nummer eins war ihr Ehemann. © dpa
Arte - Diener des Volkes
Mit Politik hatte Selenskyj lange nichts am Hut. Dann legte eine populäre Fernsehserie den Grundstein für seinen politischen Durchbruch. In der Comedy-Serie „Diener des Volkes“, die im April 2022 auch auf Arte lief, trat Selenskyj 2015 als Geschichtslehrer auf. © Arte/dpa
Mit Politik hatte Selenskyj lange nichts am Hut. Dann legte eine populäre Fernsehserie den Grundstein für seinen politischen Durchbruch. In der Comedy-Serie „Diener des Volkes“, die im April 2022 auch auf Arte lief, trat Selenskyj 2015 als Geschichtslehrer auf. Von der Korruption in der ukrainischen Politik angewidert, stürzt sich seine Figur in den Wahlkampf und wird zum Präsidenten gewählt. Selenskyj nahm sich das Drehbuch zum Vorbild und verkündete am Silvesterabend 2018 seine Kandidatur für die Wahl Präsidentschaftswahl.
Von der Korruption in der ukrainischen Politik angewidert, stürzt sich seine Figur in den Wahlkampf und wird zum Präsidenten gewählt. Selenskyj nahm sich das Drehbuch zum Vorbild und verkündete am Silvesterabend 2018 seine Kandidatur für die Wahl Präsidentschaftswahl.  © Arte/dpa
Vereidigung von Selenskyj als neuer Präsident der Ukraine
Die Unzufriedenheit mit dem damaligen Staatschef Petro Poroschenko verhalf Selenskyj zum Sieg. Am 20. Mai 2019 trat er das Amt des ukrainischen Präsidenten an. Er erhielt zahlreiche Gratulationen aus dem Ausland, so zum Beispiel von Donald Trump, Emmanuel Macron oder Justin Trudeau. Auch Kanzlerin Angela Merkel sprach ihm ihre Glückwünsche aus und lud ihn nach Berlin ein.  © Evgeniy Maloletka/dpa
Die Unzufriedenheit mit dem damaligen Staatschef Petro Poroschenko verhalf Selenskyj zum Sieg. Am 20. Mai 2019 trat er das Amt des ukrainischen Präsidenten an. Er erhielt zahlreiche Gratulationen aus dem Ausland, so zum Beispiel von Donald Trump, Emmanuel Macron oder Justin Trudeau. Auch Kanzlerin Angela Merkel sprach ihm ihre Glückwünsche aus und lud ihn nach Berlin ein. Anders fiel die Reaktion in Russland aus. Von Ministerpräsident Dmitri Medwedew erhielt er herablassende Ratschläge, für eine Gratulation sei es dagegen „zu früh“. Auch bei der Amtseinführung gab es keine Gratulation aus Moskau.
Anders fiel die Reaktion in Russland aus. Von Ministerpräsident Dmitri Medwedew erhielt er herablassende Ratschläge, für eine Gratulation sei es dagegen „zu früh“. Auch bei der Amtseinführung gab es keine Gratulation aus Moskau. © Wolfgang Kumm/dpa
Vor der Wahl hatte Selenskyj seinen Vorgänger Petro Poroschenko dafür kritisiert, Briefkastenfirmen in Steueroasen zu unterhalten. Als im Oktober 2021 dann aber die Pandora Papers veröffentlicht wurden, stellte sich heraus, dass auch Selenskyj selbst Anteile an einer solchen Firma auf den britischen Jungferninseln besessen hatte. Zum Zeitpunkt seiner Wahl 2019 gab er seine Anteile ab. Steueroasen sind in der Ukraine nicht illegal.
Vor der Wahl hatte Selenskyj seinen Vorgänger Petro Poroschenko dafür kritisiert, Briefkastenfirmen in Steueroasen zu unterhalten. Diese sind in der Ukraine allerdings nicht illegal. © Sergei Chuzavkov/afp
Bitter End Yacht Club auf Virgin Gorda auf den Britischen Jungferninseln
Als im Oktober 2021 dann aber die Pandora Papers veröffentlicht wurden, stellte sich heraus, dass auch Selenskyj selbst Anteile an einer solchen Firma auf den britischen Jungferninseln besessen hatte. Zum Zeitpunkt seiner Wahl 2019 gab er seine Anteile ab.  © Imago
Selenskyj
Selenskyj war der erste Präsident in der Geschichte der Ukraine, der eine konfrontative Politik gegenüber Oligarchen führte. Unter anderem gründete er einen Nationalen Sicherheitsrat, der Sanktionen gegen Oligarchen verhängen kann. © Evgen Kotenko/Imago
Selenskyj war der erste Präsident in der Geschichte der Ukraine, der eine konfrontative Politik gegenüber Oligarchen führte. Unter anderem gründete er einen Nationalen Sicherheitsrat, der Sanktionen gegen Oligarchen verhängen kann – und dies zum Beispiel gegen Wiktor Medwedtschuk tat. Der wies alle Anschuldigungen zurück. Die Sanktionen froren seine Vermögenswerte ein und hinderten ihn daran, Geschäfte in der Ukraine zu tätigen. Medwedtschuk, der aufgrund einer Anklage wegen Hochverrats unter Hausarrest stand, tauchte im Februar 2022 unter. Im April 2022 wurde er vom Inlandsgeheimdienst festgenommen und im September 2022 bei einem Gefangenenaustausch Russland übergeben.
Er setzte das Mittel zum Beispiel gegen Wiktor Medwedtschuk ein. Der wies alle Anschuldigungen zurück. Die Sanktionen froren seine Vermögenswerte ein und hinderten ihn daran, Geschäfte in der Ukraine zu tätigen. Medwedtschuk, der aufgrund einer Anklage wegen Hochverrats unter Hausarrest stand, tauchte im Februar 2022 unter. Im April 2022 wurde er vom Inlandsgeheimdienst festgenommen und im September 2022 bei einem Gefangenenaustausch Russland übergeben. © Instagram Account of Volodymyr Zelensky/afp
Schon früh in seiner Amtszeit musste sich Selenskyj mit den Wünschen und Forderungen des damaligen US-Präsidenten Donald Trump auseinandersetzen. So soll Trump seinen ukrainischen Amtskollegen in einem Telefonat am 25. Juli 2019 aufgefordert haben, als Gegenleistung für Militärhilfe in Höhe von fast 400 Millionen Dollar Ermittlungen gegen Joe Biden, Trumps möglichen Gegenspieler bei der US-Wahl 2020, einzuleiten. Biden soll einst als US-Vizepräsident die Entlassung des ukrainischen Generalstaatsanwalts veranlasst haben, um seinen Sohn Hunter Biden, der bei einem ukrainischen Erdgaskonzern tätig war, vor Korruptionsermittlungen zu schützen. Das Telefonat, das im August 2020 bekannt wurde, löste in den USA später die „Ukraine-Affäre“ aus.
Schon früh in seiner Amtszeit musste sich Selenskyj mit den Wünschen und Forderungen des damaligen US-Präsidenten Donald Trump auseinandersetzen. So soll Trump seinen ukrainischen Amtskollegen in einem Telefonat am 25. Juli 2019 aufgefordert haben, als Gegenleistung für Militärhilfe in Höhe von fast 400 Millionen Dollar Ermittlungen gegen Joe Biden, Trumps möglichen Gegenspieler bei der US-Wahl 2020, einzuleiten.  © Saul Loeb/afp
Joe Biden Hunter
Biden soll einst als US-Vizepräsident die Entlassung des ukrainischen Generalstaatsanwalts veranlasst haben, um seinen Sohn Hunter Biden (hinten), der bei einem ukrainischen Erdgaskonzern tätig war, vor Korruptionsermittlungen zu schützen. Das Telefonat, das im August 2020 bekannt wurde, löste in den USA später die „Ukraine-Affäre“ aus. © Imago
Selenskyjs Amtszeit wurde von Beginn an vom Verhältnis zu Russland überschattet. Schon in seiner Antrittsrede bezeichnete Selenskyj die Beendigung des Krieges im Donbass als seine vorrangige Aufgabe. Während des Ukraine-EU-Gipfels im Juli 2019 in Kiew schlug Selenskyj in einer Videobotschaft an Wladimir Putin direkte Gespräche in der belarussischen Hauptstadt Minsk vor. Daran sollten nach Selenskyjs Plan auch US-Präsident Donald Trump, die britische Regierungschefin Theresa May, der französische Präsident Emmanuel Macron sowie Bundeskanzlerin Angela Merkel teilnehmen. Am 11. Juli 2019 kam es immerhin zu einem ersten Telefongespräch zwischen Selenskyj und Putin.
Selenskyjs Amtszeit wurde von Beginn an vom Verhältnis zu Russland überschattet. Schon in seiner Antrittsrede bezeichnete Selenskyj die Beendigung des Krieges im Donbass als seine vorrangige Aufgabe. Während des Ukraine-EU-Gipfels im Juli 2019 in Kiew schlug Selenskyj in einer Videobotschaft an Wladimir Putin direkte Gespräche in der belarussischen Hauptstadt Minsk vor. © Ukraine Presidential Press Service/afp
Nach der Präsidentenwahl in der Ukraine
Daran sollten nach Selenskyjs Plan auch US-Präsident Donald Trump, die britische Regierungschefin Theresa May, der französische Präsident Emmanuel Macron sowie Bundeskanzlerin Angela Merkel teilnehmen. Am 11. Juli 2019 kam es immerhin zu einem ersten Telefongespräch zwischen Selenskyj und Putin. © dpa
Trump, Macron, Selenskyj - Paris
Die Gespräche führten zu einem kurzfristigen Waffenstillstand in der Ostukraine, einem Gefangenenaustausch sowie zu einem Truppenrückzug in drei Gebieten an einer Demarkationslinie bis Ende März 2020. Es war das einzige Mal, dass Selenskyj mit Putin zusammentraf.  © Lafargue Raphael/Imago
Am 9. Dezember 2019 in Paris nahm Selenskyj an Verhandlungen im Normandie-Format teil, an denen der französische Präsident Emmanuel Macron, Bundeskanzlerin Angela Merkel und der russische Präsident Wladimir Putin beteiligt waren. Die Gespräche führten zu einem kurzfristigen Waffenstillstand in der Ostukraine, einem Gefangenenaustausch sowie zu einem Truppenrückzug in drei Gebieten an einer Demarkationslinie bis Ende März 2020. Es war das einzige Mal, das Selenskyj mit Putin zusammentraf.
Am 9. Dezember 2019 in Paris nahm Selenskyj an Verhandlungen im Normandie-Format teil, an denen der französische Präsident Emmanuel Macron, Bundeskanzlerin Angela Merkel und der russische Präsident Wladimir Putin beteiligt waren.  © Charles Platiau/afp
Selenskyj
Alle Bemühungen um einen Frieden nützten aber nichts. Im Lauf des Jahres 2021 verschärfte sich die Situation weiter. Immer häufiger besuchte Selenskyj (Mitte) Militärübungen der ukrainischen Armee, so auch am 16. Februar 2022 in der Stadt Riwne. © Imago
Alle Bemühungen um einen Frieden nützten aber nichts. Im Lauf des Jahres 2021 verschärfte sich die Situation immer weiter. Am 23. Februar 2022 versuchte Selenskyj noch einmal in einer Ansprache, den drohenden Krieg abzuwenden. Darin wendete er sich vor allem an die Menschen in Russland: „Wenn wir angegriffen werden, wenn man unser Land, unsere Freiheit, unser Leben und das Leben unserer Kinder zu nehmen versucht, werden wir uns verteidigen“, sagte Selenskyj auf Russisch. Es war das vorerst letzte Mal, dass man Selenskyj glatt rasiert und mit Anzug und Krawatte sah.
Am 23. Februar 2022 versuchte Selenskyj noch einmal in einer Ansprache, den drohenden Krieg abzuwenden. Darin wendete er sich vor allem an die Menschen in Russland: „Wenn wir angegriffen werden, wenn man unser Land, unsere Freiheit, unser Leben und das Leben unserer Kinder zu nehmen versucht, werden wir uns verteidigen“, sagte Selenskyj auf Russisch. Es war das vorerst letzte Mal, dass man Selenskyj glatt rasiert und mit Anzug und Krawatte sah.  © Ukrainian Presidents Office/Imago
In der Nacht zum 24. Februar begann der russische Angriff auf die Ukraine. In Kiew kam es zu den ersten Krisensitzungen. Acht Jahre nach der Krim-Annexion eskalierte der Ukraine-Krieg.
In der Nacht zum 24. Februar 2022 begann der russische Angriff auf die Ukraine. In Kiew kam es zu den ersten Krisensitzungen. Acht Jahre nach der Krim-Annexion im März 2014 eskalierte der Ukraine-Krieg.  © Imago
London, United Kingdom
Im Westen war die Solidarität mit der überfallenen Ukraine groß. Der Regierungssitz im Vereinigten Königreich leuchtete in den ukrainischen Farben.  © Hesther Ng/Imago
In der Nacht zum 24. Februar begann der russische Angriff auf die Ukraine. Danach sollen die USA Selenskyj angeboten haben, ihm bei der Flucht zu helfen. Selenskyj lehnte an, er und seine Regierung blieben in Kiew, auch als russische Truppen auf die Hauptstadt vorrückten. Die Nachrichtenagentur AP verbreitete Selenskyjs Antwort: „Ich brauche Munition, keine Mitfahrgelegenheit.“ Seitdem ist er zum Symbol des ukrainischen Widerstands geworden.
Die USA sollen Selenskyj angeboten haben, ihm bei der Flucht zu helfen. Selenskyj lehnte an, er und seine Regierung blieben in Kiew, auch als russische Truppen auf die Hauptstadt vorrückten. Die Nachrichtenagentur AP verbreitete Selenskyjs Antwort: „Ich brauche Munition, keine Mitfahrgelegenheit.“ Seitdem ist er zum Symbol des ukrainischen Widerstands geworden. © Ukraine Presidency/afp

Update, 12:07 Uhr: Erstmals hat US-Präsident Donald Trump Russland im Ukraine-Konflikt als Aggressor bezeichnet. „8.000 Soldaten sind diese Woche gestorben, aus beiden Ländern. Einige mehr aus Russland, aber wenn man der Aggressor ist, verliert man mehr“, äußerte Trump am Sonntag gegenüber Reportern, wie Politico berichtet.

Nachdem Wladimir Putin seine Bemühungen um direkte Friedensgespräche mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj blockiert hatte, verschärfte sich Trumps Haltung gegenüber Moskau im Sommer deutlich. Trump erklärte: „Ich habe sieben Kriege gestoppt und dachte, dieser würde für mich einfach werden, aber er hat sich als schwierig erwiesen.“

Update, 11:14 Uhr: Der Schutz des ukrainischen Luftraums durch NATO-Truppen würde von Russland als Kriegserklärung gewertet werden, so der ehemalige Kreml-Chef Dmitri Medwedew. Auf seinem Telegram-Kanal in Russland äußerte der derzeitige stellvertretende Vorsitzende des Sicherheitsrates in Moskau: „Die Umsetzung der provokanten Idee einiger Kiewer und sonstiger Idioten, eine Flugverbotszone über der ‚Ukraine‘ einzurichten und mit NATO-Kräften unsere Drohnen abzuschießen, bedeutet bloß eins – einen Krieg der NATO mit Russland.“

Ukraine-Krieg: Trump über mögliche Gespräche zwischen Putin und Selenskyj

Update, 10:15 Uhr: Direkte Verhandlungen zwischen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und dem russischen Staatschef Wladimir Putin hält Donald Trump für unwahrscheinlich. Der US-Präsident führte dies auf den „unergründlichen Hass“ zwischen den beiden Anführern im Ukraine-Krieg zurück.

Der Putin-Vertraute Dmitri Medwedew warnt die NATO davor, russische Drohnen über der Ukraine abzuschießen. Rechts der polnische Präsident Karol Nawrocki vor einem F-16 Jet der polnischen Luftwaffe.

Update, 07:48 Uhr: Elon Musks Satelliten-Internetservice Starlink verzeichnet am Montagmorgen eine globale Störung, die sich auch auf die Kriegsführung in der Ukraine auswirkt. Wie die Nachrichtenagentur Reuters bestätigt, meldete das Unternehmen die technischen Probleme selbst. Der ukrainische Oberkommandeur für Drohnenoperationen, Robert „Madyar“ Brovdi, berichtet über Telegram: „Starlink ist erneut an der gesamten Front ausgefallen“, zitiert ihn ntv.

Update, 22:55 Uhr: Nach mehreren Zwischenfällen im russischen Eisenbahnnetz hat der ukrainische Militärgeheimdienst die Verantwortung für zwei Anschläge übernommen. Bei den Vorfällen, bei denen am Samstag in der russischen Region Oriol drei Menschen getötet wurden und am Sonntag ein Zug in der Region Leningrad entgleiste, handele es sich um gezielte Sabotageakte, erklärte ein Vertreter des Militärgeheimdienstes HUR.

Ukraine-Krieg: Kiew übernimmt Verantwortung für zwei Anschläge auf russisches Bahnnetz

Laut dem Regionalgouverneur entgleiste daraufhin ein Güterzug mit 15 unbeladenen Tankwaggons. Der ukrainische Militärgeheimdienst erklärte dagegen, die Tankwaggons seien samt dem darin geladenen Treibstoff zerstört worden. In einem anderen Teil der Region Leningrad entgleiste laut Gouverneur Drosdenko am Sonntag eine Lokomotive, dabei sei der Lokführer ums Leben gekommen. Am Samstag waren nach russischen Behördenangaben drei Mitglieder der Nationalgarde bei einer Explosion an einer Bahnstrecke in der rund 800 Kilometer von der Region Leningrad entfernten Region Oriol getötet worden.

Update, 19:58 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Bedeutung von Drohnen zur Verteidigung seines Landes gegen Russland unterstrichen und zugleich der NATO Unterstützung bei der Abwehr russischer Drohnen angeboten.

Update, 19:01 Uhr: Eine russische Geran-Drohne flog am Samstag 50 Minuten durch rumänischen Luftraum und kehrte dann in die Ukraine zurück. Das rumänische Verteidigungsministerium bestätigte nun den Drohnentyp, der bei russischen Angriffen auf die Ukraine verwendet wird.

Rumänische F-16-Jets und deutsche Eurofighter verfolgten die Drohne entlang der Donau-Grenze. Die rumänischen Piloten erhielten Abschussgenehmigung, verzichteten jedoch wegen „kollateraler Risiken“ darauf. Außenministerin Oana Toiu bestellte den russischen Botschafter ein und protestierte gegen die Luftraumverletzung. Das Ministerium kritisierte Russlands „mangelnden Respekt“ vor dem Völkerrecht und sieht die NATO-Sicherheit bedroht.

Ukraine bekennt sich zu zwei Sprengstoffanschlägen auf Züge

Update, 17:21 Uhr: Der ukrainische Militärgeheimdienst GRU bekannte sich zu zwei Sabotageakten gegen russische Bahnstrecken. In der Region Oriol starben am Samstag drei russische Nationalgardisten bei einer Explosion während Entschärfungsarbeiten.

Röttgen will Abwehrdrohnen – „Bundesregierung muss schnellstens ein Beschaffungsprogramm auflegen“

Update, 15:15 Uhr: CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen fordert nach russischen Drohneneinflügen in Polen ein NATO-Beschaffungsprogramm für Abwehrdrohnen. „Die Nato braucht Drohnen zur Abwehr russischer Drohnen“, erklärte er der Rheinischen Post. Deutschland sei auf diesem Gebiet „nahezu blank“ und benötige das Programm besonders dringend. „Die Bundesregierung muss hier schnellstens ein Beschaffungsprogramm auflegen.“

Trump zweifelt an seinem Einfluss auf Putin im Ukraine-Krieg

Update, 11:44 Uhr: Donald Trump scheint Zweifel daran zu haben, Wladimir Putin maßgeblich beeinflussen zu können, um den Ukraine-Krieg zu beenden. Laut einem Bericht des US-Portals Axios, der sich auf eine anonyme Quelle beruft, soll der US-Präsident dies im Gespräch mit engen Vertrauten eingeräumt haben. Trump habe offenbar Putins Bereitschaft für Frieden falsch eingeschätzt.

Ukraine-Krieg: US-Sondergesandte Keith Kellogg hält russischen Drohnen-Vorfall in Polen für „keinen Zufall“

Update, 22.49 Uhr: Der US-Sondergesandte Keith Kellogg bewertet den russischen Drohnenangriff auf polnisches Gebiet als gezielte Provokation. Er betonte, dass die Ukraine den Krieg nicht verlieren werde. Auf der 21. Jahrestagung der Yalta European Strategy erklärte Kellogg: „19 Drohnen sind eingeflogen – das kann kein Unfall sein“, wie das ukrainische Portal Ukrainska Pravda berichtet. Kellogg warnte vor dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, der „zielstrebig“ agiere und weiterhin die Grenzen austeste. Er zog Vergleiche zur historischen Appeasement-Politik Europas gegenüber Hitler und kritisierte Chamberlains gescheiterte Friedensbemühungen.

Ukraine-Krieg: Russland versucht über Tunnel die ukrainische Stadt Kupjansk zu erobern

Update, 16:25 Uhr: Russische Truppen haben sich über eine unterirdische Röhre Zugang zur im Ukraine-Krieg strategisch wichtigen Frontstadt Kupjansk verschafft. Nach Angaben des militärnahen Blogs „Deepstate“ nutzen die Soldaten den vier Tage dauernden Weg durch die Leitung, um ohne größere Verluste das Westufer des Flusses Oskil zu erreichen und ihren Brückenkopf zu verstärken.

Update, 15:06 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat seine Bereitschaft zu schärferen Sanktionen gegen Russland verkündet und dies aber davon abhängig gemacht, dass alle NATO-Verbündeten den Kauf von russischem Öl stoppen. „Ich bin bereit, umfassende Sanktionen gegen Russland zu verhängen, wenn alle NATO-Staaten sich darauf geeinigt haben, dasselbe zu tun, und damit begonnen haben, und wenn alle Nato-Staaten den Kauf von Öl aus Russland einstellen“, erklärte Trump am Samstag in seinem Onlinedienst Truth Social.

Ukraine-Krieg: Prinz Harry mit überraschendem Besuch in Kiew

Update, 14:57 Uhr: Mit einem Besuch am Unabhängigkeitsplatz in Kiew hat Prinz Harry (40) seinen überraschenden Besuch in der Ukraine beendet. Am Unabhängigkeitsplatz legte er bei einer Gedenkstätte einen Kranz nieder, um ukrainische Veteranen zu ehren, wie die britische Nachrichtenagentur PA berichtete.

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