Tod vom Wagner-Chef

Putin nennt bizarren Grund für Prigoschins Flugzeugabsturz

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Laut Präsident Putin soll das Flugzeug von Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin wegen Eigenverschuldung abgestürzt sein.

Moskau – Immer noch sind die Hintergründe des Flugzeugabsturzes im August in Russland, bei dem der Chef der Wagner-Gruppe, Jewgeni Prigoschin ums Leben kam, unbekannt. Waren damals Gerüchte aufgetaucht, wonach das Flugzeug mit einer Rakete abgeschossen wurde, äußert der russische Präsident Wladimir Putin eine andere These. Im Flugzeug sei demnach eine Handgranate explodiert.

Prigoschins Tod: Putin bestreitet äußere Einwirkungen bei Wagner-Flugzeugabsturz

„Bei den Toten des Absturzes wurden Fragmente von Handgranaten gefunden“, sagte Putin auf dem politischen Waldai-Forum im Schwarzmeerort Sotschi. „Es gab keine äußere Einwirkung auf das Flugzeug – das ist bereits erwiesen“, behauptete Putin und wies damit offenbar Behauptungen aus den USA zurück, wonach das Flugzeug abgeschossen worden sei.

Der russische Präsident machte keine näheren Angaben darüber, wie eine oder mehrere Granaten an Bord gezündet worden sein könnten. Putin halte es für einen Fehler, dass die Ermittler die Leichen der Todesopfer nicht auf Alkohol und Drogen untersucht hätten, da in der Vergangenheit in Wagners Büro in St. Petersburg Kokain gefunden worden sei. „Obwohl wir wissen, dass der (Geheimdienst) FSB nach den bekannten Ereignissen bei dem Unternehmen (Wagner) in St. Petersburg nicht nur zehn Milliarden Rubel in bar, sondern auch fünf Kilogramm Kokain gefunden hat“, sagte Putin.

Präsident Putin äußert sich beim „Waldai-Forum“ zu dem Flugzeugabsturz, bei dem Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin ums Leben kam.

Russland lehnt internationale Untersuchung zu Prigoschins Tod ab

Der Privatjet mit Prigoschin an Bord war auf dem Weg nach St. Petersburg, als er am 23. August nördlich von Moskau abstürzte. Alle 10 Insassen des Privatflugzeugs kamen bei dem Unglück um, unter ihnen zwei weitere hochrangige Wagner-Mitglieder. Viele internationale Beobachter vermuten, dass der Kreml Putins früheren Vertrauten Prigoschin mit dem Absturz töten ließ, weil dieser zuvor einen Aufstand gegen die russische Militärführung organisiert und dabei auch Kampfpiloten getötet hatte. Eine internationale Untersuchung zum Absturz von Prigoschins Privatflugzeug hat Russland abgelehnt. (erpe/dpa)

Rubriklistenbild: © Sergei Guneyev/dpa

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