Putins Trump-Strategie zerfällt nach massiver Drohnen-Niederlage im Ukraine-Krieg
VonMax Nebel
schließen
Nach dem spektakulären Drohnenangriff ist nichts mehr wie zuvor. Putin steht beschämt da – und Trump muss Farbe bekennen.
Moskau/Kiew – Mit einer beispiellosen Angriffswelle, teils tief im russischen Hinterland, hat die Ukraine am Sonntag (1. Juni) eine der empfindlichsten Schwachstellen des russischen Militärs offengelegt – und gleichzeitig Wladimir Putins außenpolitische Erzählung im Ukraine-Krieg zum Einsturz gebracht. Unter dem Codenamen „Operation Spinnennetz“ griff der ukrainische Geheimdienst SBU mithilfe präparierter Multikopter-Drohnen gleich vier russische Luftwaffenstützpunkte an – darunter in Irkutsk und Murmansk, tausende Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt.
Putins Trump-Strategie liegt nach epischer Drohnen-Demütigung im Ukraine-Krieg in Trümmern
Laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj war die Operation 18 Monate in Vorbereitung. Ziel waren strategische Bomber vom Typ TU-95 und TU-22 sowie das extrem seltene Frühwarnflugzeug A-50. Aufnahmen, die über soziale Netzwerke verbreitet wurden, zeigen russische Langstreckenbomber in Flammen, dichte Rauchwolken steigen auf.
Der SBU erklärte gemäß dem Portal Daily Beast: „34 Prozent der strategischen Träger von Marschflugkörpern an den Hauptflugplätzen der Russischen Föderation wurden getroffen“.
Putins nukleare Drohkulisse im Ukraine-Krieg entzaubert – Trump ändert Ton
Besonders brisant: Die angegriffenen Maschinen gehören zum Rückgrat von Russlands nuklearer Abschreckung. Zwar wurde nicht die gesamte Bomberflotte zerstört, doch laut verschiedener Medienberichte, etwa von der Foreign Policy, wurden bis zu 41 Flugzeuge getroffen oder vernichtet. Auch mindestens eines der hochsensiblen A-50-Aufklärungsflugzeuge dürfte beschädigt worden sein – ein herber Verlust, da Russland angeblich nur fünf dieser Maschinen besitzt.
Für Putin ist das ein militärisches Desaster und ein politisches Armutszeugnis. Der russische Präsident hatte sich seit Monaten darauf verlassen, dass Donald Trump ihm auf dem diplomatischen Parkett den Rücken freihält. Trump, der die Ukraine öffentlich zur Aufgabe drängt und Russland Verhandlungsangebote unterbreitete, hatte seine Linie auf Putins Argument gestützt, Kiew sei militärisch besiegt. Doch nach der Zerstörung Dutzender strategischer Flugzeuge wirkt diese These hohl. „Putin spielt mit dem Feuer“, polterte Trump nun plötzlich auf Truth Social.
Der Schaden: strukturell und symbolisch. Seit Jahren wird die Brücke als Lebensader der russischen Militärlogistik in der Südukraine genutzt. Sie ist das Symbol von Putins Krim-Annexion. Dass sie nun zum dritten Mal von ukrainischen Kräften beschädigt wurde, trifft Moskau ins Mark.
Kiew demonstriert: Putins rote Linien im Ukraine-Krieg existieren nicht mehr
Die Reaktionen in Moskau sind vielsagend. Während offizielle Stellen bemüht sind, den Schaden herunterzuspielen, sprechen nationalistische Militärblogger offen von einem „russischen Pearl Harbor“. Und auch im Westen wird klar: Putins angebliche militärische Unantastbarkeit war Fassade.
„Es ist peinlich für Putin. Das zeigt grobe Sicherheitslücken – auch bei der Grenzkontrolle“, sagt George Beebe, früherer CIA-Analyst, gegenüber der Foreign Policy. Beebe warnt zudem, dass Russland diese Angriffe möglicherweise als Verletzung seiner neuen Nukleardoktrin auslegt – eine gefährliche Eskalationsstufe.
Verzweifelte Strategie: Russland feuert zurück – aber ohne Plan
Tatsächlich reagierte Russland umgehend mit massiven Angriffen auf ukrainische Städte. Bereits am Tag des Luftwaffenangriffs schleuderte Moskau 472 Drohnen sowie zahlreiche Raketen auf ukrainisches Gebiet – ein neuer Höchststand an eingesetzten Kamikaze-Drohnen, wie ABC News analysiert.
Der Grund: Moskaus bekannte Methode zur Wiedererlangung der Initiative ist nicht militärische Überlegenheit, sondern Terror gegen die Zivilbevölkerung. Schon der erste Angriff auf die Krim-Brücke 2022 wurde mit Bombardierungen von Kiew beantwortet – Geschichte wiederholt sich in diesem Fall.
Incredible.
Ukraine is destroying Russia strategic bomber fleet like its fucking nothing.
Ukraine-Krieg erneut in Istanbul erfolglos verhandelt, Trump unter Zugzwang
Die geopolitischen Folgen sind verheerend – vor allem für Putins Position am Verhandlungstisch. Die zweite Runde direkter Friedensgespräche zwischen Kiew und Moskau am Dienstag in Istanbul verlief im Sande. Die russische Delegation brachte lediglich ein Memorandum mit Maximalforderungen, darunter die vollständige Demilitarisierung der Ukraine und die Akzeptanz russischer Gebietsansprüche.
Trump, der das Ende des Krieges zur Chefsache gemacht hatte, sah sich düpiert. Noch bleibt seine Reaktion verhalten. Außenminister Marco Rubio rief zwar seinen russischen Kollegen Sergej Lawrow an, um erneut Verhandlungen zu fordern – allerdings „auf Wunsch Lawrows“, wie das Außenministerium betonte, heißt es laut ABC News.
Putin blufft, der Westen erkennt es – die Trümmer seiner Strategie liegen offen
Wenige Tage vor dem Angriff auf die russischen Militärflughäfen hatte die Foreign Policy Putins gesamte außenpolitische Taktik pointiert als das beschrieben, was sie ist: kein „Großmeisterspiel“, sondern „ein Glücksspieler ohne Plan“. Was Putins angeblich geniale Destabilisierungsstrategie im Westen betrifft, zeigt sich nun: Sie hat ihn langfristig isoliert.
Die westliche Unterstützung für Kiew ist schwankend – doch der jüngste Schlag gegen Russlands militärische und symbolische Stärke ist nicht bloß ein militärischer Erfolg der Ukraine. Er ist in den Augen vieler Experten und Beobachter ein Wendepunkt im Ukraine-Krieg. Und ein Beweis dafür, dass Putin keine langfristige Strategie verfolgt, sondern nur reagiert – zunehmend hilflos.
Putins Parade in Moskau: Russland feiert „Tag des Sieges“ mit gigantischer Militärparade
Nach der beispiellosen Drohnen-Demütigung und dem neuerlichen Angriff auf die Krim-Brücke liegt Putins Einfluss auf die internationale Bühne in Trümmern. Die Ukraine hat das vermeintliche Machtmonopol Russlands durch clevere Asymmetrie aufgebrochen. Die USA, vor allem Trump, stehen nun unter Druck: entweder ihre selbstgewählte Rolle als Vermittler mit Substanz zu füllen – oder zusehen, wie der Kreml, taumelnd, aber gefährlich, eskaliert.