Irans Verbündete kondolieren: Reaktionen auf Tod von Raisi nach Helikopterabsturz
VonSarah El Sheimy
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Die Verbündeten des Irans haben ihr Beileid zum Tod des Präsidenten Raisi bekundet. Libanon hat eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen.
Teheran – „Die Palästinafrage ist die Frage Nummer 1 in der islamischen Welt.“ Diese Aussage ist eine der letzten des iranischen Präsidenten Ebrahim Raisi, der am Sonntag bei einem Helikopterabsturz ums Leben gekommen ist. Dementsprechend war die Hamas, die seit Jahrzehnten vom Iran in ihrem Kampf gegen Israel unterstützt wird, auch eine der ersten Parteien, die der iranischen Bevölkerung Beileid und Solidarität aussprach – ebenso wie weitere Verbündete der Islamischen Republik gegen den jüdischen Staat.
Die Hamas preist den verstorbenen Präsidenten als wichtigen Unterstützer im Kampf gegen Israel. Raisi habe zu den Anführern gehört, die bedeutende politische und diplomatische Anstrengungen unternommen hätten, um die israelische Aggression gegen das palästinensische Volk zu stoppen, zitiert Reuters die Erklärung der palästinensisch-islamistischen Miliz. „Wir teilen die Trauer und den Schmerz des iranischen Brudervolkes.“ Seit Beginn der Offensive Israels gegen Gaza nach dem Angriff der Hamas im Oktober habe Raisi sich unermüdlich für die Solidarität mit den Palästinenserinnen und Palästinensern eingesetzt.
Auch die Hisbollah drückte „ihr tiefstes Beileid und Mitgefühl“ für den Tod des iranischen Präsidenten aus, zitiert der libanesische und Hisbollah-nahe Sender al-Manar eine Erklärung der islamistischen pro-iranischen Miliz. Die Kondolenz lobt Raisi als „einen großen Bruder, einen starken Unterstützer und einen entschiedenen Verteidiger der Anliegen der Nation, an deren Spitze die palästinensische Sache steht.“
Gleichzeitig würdigte die Hisbollah Hossein Amir-Abdollahian, der als iranischer Außenminister und Begleiter Raisis nach Aserbaidschan ebenfalls bei dem Helikopterabsturz starb. Der Diplomat sei ein „aktiver, engagierter und aufopferungsvoller Minister, ein Träger des Banners (der Gerechtigkeit) in allen politischen und diplomatischen Foren weltweit“ gewesen, ebenso wie ein „Liebhaber von Widerstandsbewegungen“, deren Unterstützung er sich gewidmet habe.
Syriens Diktator Assad betont strategische Beziehungen mit dem Iran
Neben der Hamas und der Hisbollah hat auch Baschar al-Assad, als Präsident Syriens, sein Beileid zum Tod Raisis ausgedrückt. Er ist Teil des von pro-iranischer Seite als „Achse des Widerstands“ bezeichneten Bündnisses gegen Israel und „den Westen“. „Wir haben mit dem verstorbenen Präsidenten zusammengearbeitet, um sicherzustellen, dass die strategischen Beziehungen zwischen Syrien und dem Iran immer erfolgreich bleiben“, zitiert die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA die Kondolenzbotschaft des Präsidenten. Den Besuch Raisis in Syrien werde man als wichtigen Meilenstein in Erinnerung behalten.
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Raisi war vergangenes Jahr zu einem Treffen mit Baschar al-Assad nach Damaskus gereist – nach über zehn Jahren der erste Besuch eines iranischen Präsidenten in dem vom Krieg zerrütteten Land. Diese Gelegenheit hatte Raisi genutzt, um Israel zu drohen und Syrien als Teil der „vordersten Front der Achse des Widerstands“ zu loben.
Libanon ruft eine dreitägige Staatstrauer für den verstorbenen Präsidenten Raisi aus
Teil der Letzteren ist auch die jemenitische Bewegung „Ansar Allah“, bekannt als „Huthi“. Muhammad Ali al-Houthi, Jemens de facto Präsident, äußerte sich ebenfalls zum Tod Raisis. Der iranischen Bevölkerung und politischen Führung sprach al-Houthi auf X (ehemals Twitter) sein Beileid aus. „Das iranische Volk wird weiterhin Führer haben, die seinem Volk treu ergeben sind, so Gott will.“
Neben der Hamas, der Hisbollah, den Huthis und Syrien gab es auch Beileidsbekundungen aus Aserbaidschan, dem Irak, Jordanien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar, Ägypten, Algerien, Saudi-Arabien, Tunesien, dem Oman sowie von der Palästinensischen Autonomiebehörde, berichtet der pro-iranische Sender al-Mayadeen. Der Libanon rief anlässlich des Todes Raisis eine dreitägige Staatstrauer aus, ebenso erklärte Pakistans Premierminister Shahbaz Sharif einen Trauertag für den iranischen Präsidenten. Raisi war im April in die pakistanische Hauptstadt Islamabad gereist, um nach Angriffen im iranisch-pakistanischen Grenzgebiet für Entspannung zu sorgen. (ses)