„Ich bin am Leben“: Nach Spekulationen über seinen Tod – neues Lebenszeichen von Kadyrow?
VonFelix Durach
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Marcus Giebel
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„Putins Bluthund“ Ramsan Kadyrow soll laut eines tschetschenischen Oppositionellen tot sein. Nun gibt es offenbar ein neues Lebenszeichen. Der News-Ticker.
Update vom 20. September, 20.05 Uhr: Nach Spekulationen über seinen Gesundheitszustand, soll es nun ein neues Lebenszeichen von Tschetschenenführer Ramsan Kadyrow geben. Auf seinem offiziellen Telegram-Kanal wurde ein Statement veröffentlicht, dass Kadyrow selbst geschrieben haben soll. „Dem Allmächtigen sei Dank, ich bin am Leben und mir geht es gut“, heißt es in dem Text. „Und ich verstehe überhaupt nicht, warum man selbst im Falle meiner Krankheit so einen Aufstand machen sollte.“
Dazu veröffentlichte der Kanal ein Video, dass Kadyrow bei einem Krankenhausbesuch zeigt. Der Beschreibung zufolge habe „Putins Bluthund“ seinem Onkel einen Besuch abgestattet. Von wann diese Aufnahmen stammen, kann aktuell nicht unabhängig geprüft werden. In den vergangenen Tagen hatte es vermehrt Spekulationen über den Gesundheitszustand von Kadyrow gegeben. Medien spekulierten sogar über einen möglichen Tod des Tschetschenenführers.
Update vom 17. September, 20.46 Uhr: Bei Twitter wird weiter gemutmaßt, ob Ramsan Kadyrow, „Putins Bluthund“ genannt, im Koma liegt oder sogar tot ist. Ungeachtet vermeintlicher Lebenszeichen Kadyrows per Video, vermeldete der tschetschenische Oppositionelle Abubakar Yangulbaev am Sonntagnachmittag (17. September) bei Telegram den angeblichen Tod des tschetschenischen Machthabers. Das berichtet das Portal Uranian.
Demnach soll Kadyrow in einem Moskauer Krankenhaus verstorben sein. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Zuvor waren am Nachmittag zwei Videos aufgetaucht, die Kadyrow bei einem Spaziergang in Grosny zeigen sollen. Womit Koma-Gerüchte nach einer Nieren-Erkrankung zerstreut werden sollten? Der Zeitpunkt der Videoaufnahmen lässt sich nicht unabhängig verifizieren. Harold Chambers, Analyst des „Foreign Policy Research Institutes“ verwies indes darauf, dass usbekische Medien bereits am Samstag (17. September) vom angeblichen Tod des Präsidenten der russischen Teilrepublik Tschetschenien berichtet hätten.
Liegt Wladimir Putins „Bluthund“ Ramsan Kadyrow im Koma? Video aus Grosny aufgetaucht
Update vom 17. September, 17.29 Uhr: IstRamsan Kadyrow tatsächlich im Koma? Viele Gerüchte zeichnen ein schlechtes Bild von der Gesundheit des Tschetschenen-Führers und Putin-Freunds. Ein Experte sprach sich inzwischen bereits entschieden gegen die Koma-Theorie aus. Ein neues Video könnte nun für Klarheit sorgen – oder weitere Rätsel enthüllen.
Auf Twitter macht aktuell dieses neue Video die Runde. Es wurde unter anderem von ZDF-Russland Korrespondent Sebastian Ehm auf Twitter geteilt. Es zeigt Kadyrow – mit Regenjacke bekleidet wandert er im Regen offenbar bei bester Gesundheit einen Weg entlang. Wie Ehm erläutert, erklärt Kadyrow im Video, er mache gerade Sport. Unter dem Video soll laut dem Korrespondenten gestanden haben: „Ich rate jedem, der im Internet Wahrheit nicht von Lügen unterscheiden kann, dringend, einen Spaziergang an der frischen Luft zu machen und seine Gedanken zu ordnen.“
Ist Kadyrow also bei bester Gesundheit? Auch das ist nicht vollkommen klar, denn wie auch Ehm betont: Es sei vollkommen unklar, wann dieses Video entstanden ist.
Putins „Bluthund“ im Koma? Experte widerspricht Gerüchten – und erklärt „höchst verdächtigen“ Umstand
Update vom 15. September, 22.50 Uhr: Auf Nachfrage von IPPEN.MEDIA erklärt Harold Chambers hinsichtlich Ramsan Kadyrows Gesundheitszustand, es könnte lediglich gesagt werden, dass dieser sich offenbar verschlechtert habe und er gelegentlich ein medizinisches Gerät an der Hand trägt. Als bestätigt sieht der Analyst vom Foreign Policy Research Institute auch an, dass der Tschetschenen-Führer an Nierenproblemen leidet, da dies von Elena Milashina von der Novaya Gazette berichtet worden sei.
Interessant sei auch, dass es keine Daten gebe, die den angeblichen Flug nach Moskau am 7. September belegen würden. Chambers‘ Recherchen zufolge wurde Kadyrows Jet am fraglichen Tag nicht bewegt, auch andere nicht-kommerzielle Flüge habe es nicht gegeben. Am verdächtigsten erscheint ihm demnach ein anonymer privater Gulfstream-Jet, der aus Dubai kam und einige Stunden später nach Ankara abflog.
Als „höchst verdächtig“ bezeichnet der Experte den Umstand, dass die Gerüchte um Kadyrow kurz nach der Meldung um den Tod des ehemaligen tschetschenischen Gesundheitsministers Elchan Suleimanow aufgekommen seien. Diesen soll der „Bluthund“ bei lebendigem Leib begraben haben. Suleimanow war auch Kadyrows Leibarzt. Insgesamt würden sich die Meldungen lediglich auf „dubiose anonyme Quellen und Indizien“ beziehen, betont er.
Gesundheitszustand von Ramsan Kadyrow: Experte widerspricht Koma-Meldungen
Update vom 15. September, 21.15 Uhr: Nachdem sich die Meldung vom angeblich kritischen Gesundheitszustand von Ramsan Kadyrow verbreitet hat, wird diese nun in Zweifel gezogen. Harold Chambers, Analyst vom Foreign Policy Research Institute, twitterte, dass tschetschenische Oppositionskanäle die Gerüchte als unbegründet verurteilen würden. Demnach handele es sich lediglich um einen Informationskrieg, bei dem die Quellenlage „absolut unzuverlässig“ sei.
Wie geht es Putins „Bluthund“ Kadyrow? Berichte über kritischen Gesundheitszustand
Ursprungsmeldung vom 15. September: Warschau – Wladimir Putin könnte einen weiteren wichtigen Verbündeten im Ukraine-Krieg verlieren. Ramsan Kadyrow soll sich in einem kritischen Zustand befinden. Das berichtet das russischsprachige Medienprojekt mit Sitz in Warschau Nexta unter Berufung auf Andrej Jusow, der als Vertreter der Hauptdirektion der ukrainischen Geheimdienste betitelt wird.
Dieser wird wie folgt zitiert: „Die Informationen werden von verschiedenen Quellen aus medizinischen und politischen Kreisen bestätigt. Dabei handelt es sich nicht um Verletzungen. Andere Details bedürfen weiterer Klärung. Er ist seit langem krank, und wir sprechen von systemischen Gesundheitsproblemen.“ Bereits in der Vergangenheit hatte es Spekulationen über den Gesundheitszustand des Tschetschenen-Führers gegeben, der gerade einmal 46 Jahre alt ist.
Putins Zirkel der Macht im Kreml – die Vertrauten des russischen Präsidenten
Ramsan Kadyrow: Tschetschenen-Führer und Putins „Bluthund“ soll schwer krank sein
Das ukrainische Nachrichten-Portal Obozrevatel berichtet, Ramsan Kadyrow würde sich seit Tagen im Koma befinden. Diese Informationen würden aus Tschetschenien stammen. Demnach seit er mit einem Flugzeug nach Moskau gebracht worden, wo ihm die Ärzte jedoch auch nicht helfen konnten. Daraufhin wurde er wieder in seine Heimat geflogen, heißt es weiter. Aktuell befinde sich Kadyrow jedoch im Ausland, offenbar in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Wegen seiner Brutalität und Skrupellosigkeit wird der Sohn des 2004 bei einem Anschlag ums Leben gekommenen tschetschenischen Präsidenten Achmat Kadyrow auch „Bluthund“ genannt. Infolge der Invasion spielte er sich wie der mittlerweile verstorbene Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin und der jetzt inhaftierte einstige Militärführer Igor Girkin als Hardliner in den Vordergrund, blieb im Gegensatz zu diesen beiden jedoch stets an Putins Seite. Zuletzt war es aber ruhig um ihn geworden. (mg)