Nach dem Tod von Charlie Kirk

„Unite the Kingdom“ in London: Rechtsextreme Kundgebung zieht über 100.000 Menschen auf die Straße

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Einer der bekanntesten Rechtsextremisten Großbritanniens hat in London Zehntausende Anhänger mobilisiert. Die Kundgebung ist hochumstritten.

London – Am Samstag versammelten sich Zehntausende Menschen in London zu einer der größten rechtsextremen Kundgebungen der vergangenen Jahrzehnte, organisiert von dem Einwanderungskritiker und rechtsextremen Aktivisten Tommy Robinson. Die Veranstaltung „Unite the Kingdom“ fand vor dem Hintergrund wachsender nationalistischer Strömungen in Großbritannien, der steigenden Popularität einer rechtsextremen Partei und der Ermordung des US-konservativen Aktivisten Charlie Kirk statt. Beobachter zufolge nutzte Robinson das Attentat gezielt, um Unterstützer für die Kundgebung zu mobilisieren.

Attentat auf Charlie Kirk: Bilder zeigen das Entsetzen – und den mutmaßlichen Täter

Nach dem Attentat auf Charlie Kirk veröffentlichte das FBI Bilder und ein Video des mutmaßlichen Täters. Die Trauer in den USA ist groß nach dem Tod des US-Aktivisten.
Nach dem Attentat auf Charlie Kirk veröffentlichte das FBI Bilder und ein Video des mutmaßlichen Täters. Die Trauer in den USA ist groß nach dem Tod des US-Aktivisten. Eine Chronologie der Ereignisse. © FBI (2)/IMAGO / SOPA Images
Diese Aufnahme entstand nur Minuten vor dem tödlichen Attentat. Charlie Kirk beantwortet gerade Fragen aus dem Publikum - eine Routine, die ihm zum Verhängnis werden sollte.
Diese Aufnahme entstand nur Minuten vor dem tödlichen Attentat. Charlie Kirk beantwortet gerade Fragen aus dem Publikum - eine Routine, die ihm zum Verhängnis werden sollte. © Tess Crowley
Die letzten Minuten von Charlie Kirk: Der 31-Jährige wirft noch Baseballkappen in die Menge, bevor der tödliche Schuss fällt.
Die letzten Minuten von Charlie Kirk: Der 31-Jährige wirft noch Baseballkappen in die Menge, bevor der tödliche Schuss fällt.  © Tess Crowley/dpa
Auf diesem Campus der Utah Valley University in Orem ereignete sich das tödliche Attentat auf Charlie Kirk. Der 31-jährige Aktivist wurde vor 3000 Zuschauern von einem Scharfschützen erschossen, der sich auf einem nahegelegenen Dach positioniert hatte.
Auf diesem Campus der Utah Valley University in Orem ereignete sich das tödliche Attentat auf Charlie Kirk. Der 31-jährige Aktivist wurde vor 3000 Zuschauern von einem Scharfschützen erschossen, der sich auf einem nahegelegenen Dach positioniert hatte. © Lindsey Wasson/dpa
Charlie Kirk galt als einer der einflussreichsten konservativen Aktivisten der USA.
Charlie Kirk galt als einer der einflussreichsten konservativen Aktivisten der USA.  © IMAGO/Charles-McClintock Wilson
Sekunden vor seinem Tod wurde Charlie Kirk von einem Zuschauer nach Waffengewalt gefragt. Seine letzte Antwort „Zählt man Bandengewalt mit oder nicht?“ sollten seine letzten öffentlichen Worte werden.
Sekunden vor seinem Tod wurde Charlie Kirk von einem Zuschauer nach Waffengewalt gefragt. Seine letzte Antwort „Zählt man Bandengewalt mit oder nicht?“ sollten seine letzten öffentlichen Worte werden. © IMAGO/Charles McClintock-Wilson
Diese dramatischen Szenen spielten sich ab, als Charlie Kirk erschossen wurde. Augenzeugen berichten von Panik unter den 3000 Zuschauern, die sofort zu Boden gingen und um ihr Leben rannten.
Diese dramatischen Szenen spielten sich ab, als Charlie Kirk erschossen wurde. Augenzeugen berichten von Panik unter den 3000 Zuschauern, die sofort zu Boden gingen und um ihr Leben rannten. © Tess Crowley/dpa
Schock und Fassungslosigkeit auf dem Campus der Utah Valley University: Studenten und Besucher können nicht glauben, was sie gerade miterlebt haben. Viele weinen und trösten sich gegenseitig nach dem brutalen Attentat.
Schock und Fassungslosigkeit auf dem Campus der Utah Valley University: Studenten und Besucher können nicht glauben, was sie gerade miterlebt haben. Viele weinen und trösten sich gegenseitig nach dem brutalen Attentat. © IMAGO/Charles McClintock Wilson
Was als normale Universitätsveranstaltung begann, endet mit einem Großaufgebot von Rettungskräften.
Was als normale Universitätsveranstaltung begann, endet mit einem Großaufgebot von Rettungskräften. © Tyler Tate/dpa
Falsche Spur: Diese Festnahme erwies sich als Fehlgriff der Ermittler. Der Mann wurde nach stundenlangen Verhören wieder freigelassen - der wahre Charlie Kirk-Attentäter ist weiterhin auf der Flucht.
Falsche Spur: Diese Festnahme erwies sich als Fehlgriff der Ermittler. Der Mann wurde nach stundenlangen Verhören wieder freigelassen - der wahre Charlie Kirk-Attentäter ist weiterhin auf der Flucht. © IMAGO/Charles McClintock-Wilson
Spurensicherung am Schauplatz der Tragödie: Polizeibeamte durchkämmen das Gelände rund um das „American Comeback Tour“-Zelt, unter dem Charlie Kirk erschossen wurde. Jeder Zentimeter wird nach Hinweisen auf den flüchtigen Täter abgesucht.
Spurensicherung am Schauplatz der Tragödie: Polizeibeamte durchkämmen das Gelände rund um das „American Comeback Tour“-Zelt, unter dem Charlie Kirk erschossen wurde. Jeder Zentimeter wird nach Hinweisen auf den flüchtigen Täter abgesucht. © Tess Crowley/dpa
Stille Trauer hinter Absperrband: Auch die Polizeiabsperrung kann die Menschen nicht davon abhalten, Charlie Kirk die letzte Ehre zu erweisen.
Stille Trauer hinter Absperrband: Auch die Polizeiabsperrung kann die Menschen nicht davon abhalten, Charlie Kirk die letzte Ehre zu erweisen.  © IMAGO/Joe Rondone/The Republic
Symbole der Trauer und des Patriotismus: Die Gedenkstätte wird zum Wallfahrtsort für konservative Amerikaner.
Symbole der Trauer und des Patriotismus: Die Gedenkstätte wird zum Wallfahrtsort für konservative Amerikaner. © IMAGO/Joe Rondone/The Republic
Nationale Trauer im Yankee Stadium: Charlie Kirks Portrait erstrahlt auf der riesigen Videowand, während tausende Fans eine Schweigeminute einhalten.
Nationale Trauer im Yankee Stadium: Charlie Kirks Portrait erstrahlt auf der riesigen Videowand, während tausende Fans eine Schweigeminute einhalten.  © IMAGO/Vincent Carchietta
Tatort-Rekonstruktion unter der Brücke: Forensiker arbeiten daran, den genauen Ablauf des Attentats zu verstehen.
Tatort-Rekonstruktion unter der Brücke: Forensiker arbeiten daran, den genauen Ablauf des Attentats zu verstehen.  © Lindsey Wasson/dpa
Trauernde halten große Portraits von Charlie Kirk in die Höhe und gedenken des erschossenen Aktivisten.
Trauernde halten große Portraits von Charlie Kirk in die Höhe und gedenken des erschossenen Aktivisten.  © Madeleine Kelly/dpa
Blumen, Ballons und Bibelverse: Diese bewegende Gedenkstätte zeigt Charlie Kirk als christlichen Märtyrer.
Blumen, Ballons und Bibelverse: Diese bewegende Gedenkstätte zeigt Charlie Kirk als christlichen Märtyrer. © Ross D. Franklin/dpa
Hunderte junge Menschen versammelten sich zu einer spontanen Gedenkfeier für Charlie Kirk.
Hunderte junge Menschen versammelten sich zu einer spontanen Gedenkfeier für Charlie Kirk. © Tess Crowley/dpa
Vor dem Hauptquartier von Turning Point USA wird die Tragödie greifbar.
Vor dem Hauptquartier von Turning Point USA wird die Tragödie greifbar. © Ross D. Franklin/dpa
Charlie Kirks Büros: Die Zentrale seiner politischen Organisation wird zum Symbol einer Bewegung ohne Anführer.
Charlie Kirks Büros: Die Zentrale seiner politischen Organisation wird zum Symbol einer Bewegung ohne Anführer. © Ross D. Franklin/dpa
Nationale Trauer im Herzen der Macht: Die amerikanische Flagge weht auf halbmast vor dem Weißen Haus zu Ehren von Charlie Kirk.
Nationale Trauer im Herzen der Macht: Die amerikanische Flagge weht auf halbmast vor dem Weißen Haus zu Ehren von Charlie Kirk. © Mark Schiefelbein/dpa
Stiller Protest nach der Tragödie: Ein Charlie Kirk-Anhänger steht mit seinem „Pray for America“-Schild am Straßenrand.
Stiller Protest nach der Tragödie: Ein Charlie Kirk-Anhänger steht mit seinem „Pray for America“-Schild am Straßenrand. © Alex Goodlett/dpa
Nächtliche Kerzenwache für Charlie Kirk: Die Mischung aus amerikanischen Flaggen und christlichen Botschaften macht deutlich, wie seine Anhänger Patriotismus und Glauben miteinander verbinden.
Nächtliche Kerzenwache für Charlie Kirk: Die Mischung aus amerikanischen Flaggen und christlichen Botschaften macht deutlich, wie seine Anhänger Patriotismus und Glauben miteinander verbinden. © Ross D. Franklin/dpa
Anhänger Charlie Kirks versammeln sich vor dem Krankenhaus, in das der schwer verletzte Aktivist eingeliefert wurde. Die Nachricht seines Todes trifft sie wie ein Schlag.
Anhänger Charlie Kirks versammeln sich vor dem Krankenhaus, in das der schwer verletzte Aktivist eingeliefert wurde. Die Nachricht seines Todes trifft sie wie ein Schlag. © IMAGO/Madeleine Kelly
Auch Donald Trump ist auf einem Foto der Kirk-Gedenkstätte vor dem Timpanogos Regional Hospital zu sehen.
Auch Donald Trump ist auf einem Foto der Kirk-Gedenkstätte vor dem Timpanogos Regional Hospital zu sehen. © Lindsey Wasson/dpa
Donald Trump reagiert mit scharfen Worten auf Charlie Kirks Tod. Der US-Präsident macht die „radikale Linke“ für das Attentat verantwortlich und verspricht, alle Beteiligten zur Rechenschaft zu ziehen. (Archivbild)
Donald Trump reagiert mit scharfen Worten auf Charlie Kirks Tod. Der US-Präsident macht die „radikale Linke“ für das Attentat verantwortlich und verspricht, alle Beteiligten zur Rechenschaft zu ziehen. (Archivbild) © Manuel Balce Ceneta/dpa
US-Fahnder veröffentlichten Bilder einer „Person von Interesse“ – sie sollen den miutmaßlichen Täter zeigen.
US-Fahnder veröffentlichten Bilder einer „Person von Interesse“ – sie sollen den miutmaßlichen Täter zeigen. © FBI (2)
Beamte stehen auf einem Dach mit Blick auf den Tatort. Das FBI hat neue Überwachungsaufnahmen vom mutmaßlichen Attentäter auf Charlie Kirk veröffentlicht.
Beamte stehen auf einem Dach mit Blick auf den Tatort. Das FBI hat zwei Tage nach der tat Überwachungsaufnahmen vom mutmaßlichen Attentäter auf Charlie Kirk veröffentlicht.  © IMAGO / UPI Photo/ FBI (Collage)
US-Medien berichten über den Tatverdächtigen im Fall Charlie Kirk.
Zwei Tage nach der Tat verkündete Donald Trump live im TV die Festnahme des mutmaßlichen Täters im Fall Charlie Kirk. Es handelt sich um einen 22-Jährigen aus Utah. © Patrick T. Fallon/AFP

Nach Schätzungen der Polizei sind in London mehr als 100.000 Menschen auf die Straße gegangen. Das teilte die Polizei auf dpa-Anfrage mit. Angeführt und organisiert wurde der Aufzug von dem bekannten britischen Rechtsextremisten Tommy Robinson.

Konfrontationen in London: Polizei setzt bei rechtsextremer Kundgebung Gewalt gegen Demonstranten ein

Die Teilnehmer bei einer Gegendemonstration schätzte die Polizei auf etwa 5.000. Genaue Zahlen seien bei solchen Großveranstaltungen allerdings schwer zu bestimmen, hieß es. Die Polizei verwende Aufnahmen von Überwachungskameras und Polizeihubschraubern. Bereits am Mittag füllten sich die Straßen im Londoner Zentrum mit Demonstrierenden, viele von ihnen trugen Union-Jack- und England-Flaggen. Nach Angaben des Senders Sky waren dabei auch lautstarke Sprechchöre gegen Premierminister Keir Starmer zu hören.

Die Metropolitan Police berichtete auf X, dass eine Gruppe im Regierungsviertel versucht habe, in einen abgesperrten Bereich vorzudringen und dabei Polizisten mit Wurfgeschossen angriff. Um ein Durchbrechen der Absperrung zu verhindern, habe die Polizei Gewalt einsetzen müssen. Die Absperrung sei errichtet worden, um die Demonstrierenden von Teilnehmern einer Gegendemo zu trennen.

Angeführt und organisiert wurde die rechte Großdemo von dem bekannten britischen Rechtsextremisten Tommy Robinson.

Kundgebung in Westminster: Rechtsextreme Aktivisten fordern härtere Asylpolitik

Für den Nachmittag war im Regierungsviertel in Westminster eine Kundgebung geplant. Zu den angekündigten Rednern zählte laut der Nachrichtenagentur PA auch Steve Bannon, ehemaliger Chefstratege von US-Präsident Donald Trump. Auf den Plakaten und Fahnen der Demonstrierenden waren Parolen für eine restriktivere Asylpolitik zu sehen, darunter etwa „Stoppt die Boote“ oder „Schickt sie nach Hause“, berichtete unter anderem der Sender Sky. Nach Angaben der BBC beteiligten sich zudem auch Anti-Transgender-Aktivisten an der Kundgebung.

Elon Musk ruft beim rechtsextremen „Unite the Kingdom“-Marsch zu Regierungswechsel auf

Elon Musk hat per Videolink zu Teilnehmern des rechtsextremen „Unite the Kingdom“-Marsches in Großbritannien gesprochen. Dabei trat er in direkten Austausch mit dem Anführer der Demonstration, Tommy Robinson, berichtete The Guardian. Musk forderte einen politischen Umbruch in Großbritannien. „Ich bin überzeugt, dass es in Großbritannien einen Regierungswechsel geben muss. Das geht nicht – wir haben keine weiteren vier Jahre Zeit, oder wann auch immer die nächsten Wahlen stattfinden, das ist zu lang. Es muss etwas getan werden.“ Laut dem Tesla-Chef müsse das Parlament aufgelöst und eine Neuwahl abgehalten werden.

Mit Blick auf die politische Lage appellierte Musk nach eigenen Worten an den „gesunden Menschenverstand“ der Briten. Sie sollten sich fragen, in welcher Welt sie künftig leben wollten, wenn die Entwicklung so weitergehe. Der X-Eigentümer nahm zudem Bezug auf den Mord an Charlie Kirk. Er warf der politischen Linken vor, für Gewalt verantwortlich zu sein, und sagte, Kirk sei kaltblütig ermordet worden, während Linke diesen Tod offen gefeiert hätten. Die Linke sei, so Musk, „die Partei des Mordes und der Feier des Mordes“. Darüber hinaus erhob Musk Vorwürfe gegen die BBC, die er als „mitschuldig an der Zerstörung Großbritanniens“ bezeichnete. Zugleich sprach er davon, dass die britische Öffentlichkeit Angst habe, ihre freie Meinung zu äußern.

Tommy Robinson: Umstrittener Rechtsextremist mobilisiert Anhänger bei Londoner Protesten

Der britische Rechtsextremist Tommy Robinson, bürgerlich Stephen Yaxley-Lennon, ist seit Jahren eine der umstrittensten Figuren der britischen rechten Szene. Bekannt wurde er als Mitbegründer und langjähriger Anführer der islamfeindlichen „English Defence League“. Immer wieder geriet Robinson mit der Justiz in Konflikt. So musste er im Oktober 2024 eine Haftstrafe antreten, weil er trotz gerichtlicher Verfügung falsche Behauptungen über einen syrischen Flüchtling verbreitet hatte. Wenige Monate später wurde er wieder entlassen. (Quellen: dpa, Sky, PA, Metropolitan Police, BBC, The Guardian) (jal)

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