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Erpressung und Zwang: Bitterer Einblick in Ukraine-Alltag unter russischer Besatzung

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  • Christoph Gschoßmann
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Die Ukraine-Leaks nähren Spekulationen im Krieg. Russland agiert derweil weiterhin skrupellos, etwa in der besetzten Stadt Enerhodar. News-Ticker zum Ukraine-Krieg.

Update vom 12. April, 8.20 Uhr: Dieser News-Ticker ist beendet. Die weiteren Entwicklungen hier.

Update vom 12. April, 5.30 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seine Landsleute angesichts der schweren Lage im Ukraine-Krieg zum Durchhalten aufgerufen. „Im Vergleich zum vorigen Jahr ist es jetzt an vielen Orten ruhiger“, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. „Das heißt aber nicht, dass Sie den Krieg irgendwo ignorieren oder sich weniger darauf konzentrieren können, dem Staat zu helfen“, richtete er sich an die ukrainische Bevölkerung. Der ukrainische Staatschef betonte, es sei nun keinesfalls an der Zeit, sich auf den Lorbeeren auszuruhen: „Der Weg liegt noch vor uns.“ Die ukrainische Armee steht derzeit vor allem im Osten rund um die Stadt Bachmut unter Druck, wo seit Monaten verlustreiche Kämpfe toben.

Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland

Menschen in Kiews feiern die Unabhängigkeit der Ukraine von der Sowjetunion
Alles begann mit dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989. Die Öffnung der Grenzen zunächst in Ungarn leitete das Ende der Sowjetunion ein. Der riesige Vielvölkerstaat zerfiel in seine Einzelteile. Am 25. August 1991 erreichte der Prozess die Ukraine. In Kiew feierten die Menschen das Ergebnis eines Referendums, in dem sich die Bevölkerung mit der klaren Mehrheit von 90 Prozent für die Unabhängigkeit von Moskau ausgesprochen hatte. Im Dezember desselben Jahres erklärte sich die Ukraine zum unabhängigen Staat. Seitdem schwelt der Konflikt mit Russland. © Anatoly Sapronenkov/afp
Budapester Memorandum
Doch Anfang der 1990er Jahre sah es nicht danach aus, als ob sich die neuen Staaten Russland und Ukraine rund 30 Jahre später auf dem Schlachtfeld wiederfinden würden. Ganz im Gegenteil. Im Jahr 1994 unterzeichneten Russland, das Vereinigte Königreich und die USA in Ungarn das „Budapester Memorandum“ – eine Vereinbarung, in der sie den neu gegründeten Staaten Kasachstan, Belarus und der Ukraine Sicherheitsgarantien gaben.  © Aleksander V. Chernykh/Imago
Ukrainedemo, München
Als Gegenleistung traten die drei Staaten dem Atomwaffensperrvertrag bei und beseitigten alle Nuklearwaffen von ihrem Territorium. Es sah danach aus, als ob der Ostblock tatsächlich einen Übergang zu einer friedlichen Koexistenz vieler Staaten schaffen würde. Nach Beginn des Ukraine-Kriegs erinnern auch heute noch viele Menschen an das Budapester Memorandum von 1994. Ein Beispiel: Die Demonstration im Februar 2025 in München.  © Imago
Orangene Revolution in der Ukraine
Bereits 2004 wurde deutlich, dass der Wandel nicht ohne Konflikte vonstattengehen würde. In der Ukraine lösten Vorwürfe des Wahlbetrugs gegen den Russland-treuen Präsidenten Wiktor Janukowytsch Proteste  © Mladen Antonov/afp
Ukraine proteste
Die Menschen der Ukraine erreichten vorübergehend ihr Ziel. Der Wahlsieg Janukowytschs wurde von einem Gericht für ungültig erklärt, bei der Wiederholung der Stichwahl setzte sich Wiktor Juschtschenko durch und wurde neuer Präsident der Ukraine. Die Revolution blieb friedlich und die Abspaltung von Russland schien endgültig gelungen. © Joe Klamar/AFP
Wiktor Juschtschenko ,Präsident der Ukraine
Als der Moskau kritisch gegenüberstehende Wiktor Juschtschenko im Januar 2005 Präsident der Ukraine wurde, hatte er bereits einen Giftanschlag mit einer Dioxinvariante überlebt, die nur in wenigen Ländern produziert wird – darunter Russland. Juschtschenko überlebte dank einer Behandlung in einem Wiener Krankenhaus.  © Mladen Antonov/afp
Tymoschenko Putin
In den folgenden Jahren nach der Amtsübernahme hatte Juschtschenko vor allem mit Konflikten innerhalb des politischen Bündnisses zu kämpfen, das zuvor die demokratische Wahl in dem Land erzwungen hatte. Seine Partei „Unsere Ukraine“ zerstritt sich mit dem von Julija Tymoschenko geführten Parteienblock. Als Ministerpräsidentin der Ukraine hatte sie auch viel mit Wladimir Putin zu tun, so auch im April 2009 in Moskau. © Imago
Das Bündnis zerbrach und Wiktor Janukowitsch nutzte bei der Präsidentschaftswahl 2010 seine Chance.
Das Bündnis zerbrach und Wiktor Janukowytsch nutzte bei der Präsidentschaftswahl 2010 seine Chance. Er gewann die Wahl mit knappem Vorsprung vor Julija Tymoschenko. Amtsinhaber Wiktor Juschtschenko erhielt gerade mal fünf Prozent der abgegebenen Stimmen.  © Yaroslav Debely/afp
Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, Ukraine, 2014
Präsident Wiktor Janukowytsch wollte die Ukraine wieder näher an Russland führen – auch aufgrund des wirtschaftlichen Drucks, den Russlands Präsident Wladimir Putin auf das Nachbarland ausüben ließ. Um die Ukraine wieder in den Einflussbereich Moskaus zu führen, setzte Janukowytsch im November 2013 das ein Jahr zuvor verhandelte Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union aus.  © Sergey Dolzhenko/dpa
Maidan-Proteste Ukraine
Es folgten monatelange Massenproteste in vielen Teilen des Landes, deren Zentrum der Maidan-Platz in Kiew war. Organisiert wurden die Proteste von einem breiten Oppositionsbündnis, an dem neben Julija Tymoschenko auch die Partei des ehemaligen Boxweltmeisters und späteren Bürgermeisters von Kiew, Vitali Klitschko, beteiligt waren. © Sandro Maddalena/AFP
Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, der Hauptstadt der Ukraine
Die Forderung der Menschen war eindeutig: Rücktritt der Regierung Janukowiysch und vorgezogene Neuwahlen um das Präsidentenamt. „Heute ist die ganze Ukraine gegen die Regierung aufgestanden, und wir werden bis zum Ende stehen“, so Vitali Klitschko damals. Die Protestbewegung errichtete mitten auf dem Maidan-Platz in Kiew ihr Lager. Janukowytsch schickte die Polizei, unterstützt von der gefürchteten Berkut-Spezialeinheit. Es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, die über mehrere Monate andauerten. © Sergey Dolzhenko/dpa
Der Platz Euromaidan in Kiew, Hauptstadt der Ukraine, ist nach den Protesten verwüstet.
Die monatelangen Straßenkämpfe rund um den Maidan-Platz in Kiew forderten mehr als 100 Todesopfer. Etwa 300 weitere Personen wurden teils schwer verletzt. Berichte über den Einsatz von Scharfschützen machten die Runde, die sowohl auf die Protestierenden als auch auf die Polizei gefeuert haben sollen. Wer sie schickte, ist bis heute nicht geklärt. Petro Poroschenko, Präsident der Ukraine von 2014 bis 2019, vertrat die These, Russland habe die Scharfschützen entsendet, um die Lage im Nachbarland weiter zu destabilisieren. Spricht man heute in der Ukraine über die Opfer des Maidan-Protests, nennt man sie ehrfürchtig „die Himmlischen Hundert“. © Sergey Dolzhenko/dpa
Demonstranten posieren in der Villa von Viktor Janukowitsch, ehemaliger Präsident der Ukraine
Nach rund drei Monaten erbittert geführter Kämpfe gelang dem Widerstand das kaum für möglich Gehaltene: Die Amtsenthebung Wiktor Janukowytschs. Der verhasste Präsident hatte zu diesem Zeitpunkt die UKraine bereits verlassen und war nach Russland geflohen. Die Menschen nutzten die Gelegenheit, um in der prunkvollen Residenz des Präsidenten für Erinnerungsfotos zu posieren. Am 26. Februar 2014 einigte sich der „Maidan-Rat“ auf eigene Kandidaten für ein Regierungskabinett. Präsidentschaftswahlen wurden für den 25. Mai anberaumt. Die Ukraine habe es geschafft, eine Diktatur zu stürzen, beschrieb zu diesem Zeitpunkt aus der Haft entlassene Julija Tymoschenko die historischen Ereignisse.  © Sergey Dolzhenko/dpa
Ein Mann stellt sich in Sewastopol, eine Stadt im Süden der Krim-Halbinsel, den Truppen Russlands entgegen.
Doch der mutmaßliche Frieden hielt nicht lange. Vor allem im Osten der Ukraine blieb der Jubel über die Absetzung Janukowytschs aus. Gouverneure und Regionalabgeordnete im Donbass stellten die Autorität des Nationalparlaments in Kiew infrage. Wladimir Putin nannte den Umsturz „gut vorbereitet aus dem Ausland“. Am 1. März schickte Russlands Präsident dann seine Truppen in den Nachbarstaat. Wie Putin behauptete, um die russischstämmige Bevölkerung wie die auf der Krim stationierten eigenen Truppen zu schützen. In Sewastopol, ganz im Süden der Halbinsel gelegen, stellte sich ein unbewaffneter Mann den russischen Truppen entgegen. Aufhalten konnte er sie nicht. © Viktor Drachev/afp
Bürgerkrieg in Donezk, eine Stadt im Donbas, dem Osten der Ukraine
Am 18. März 2014 annektierte Russland die Halbinsel Krim. Kurz darauf brach im Donbass der Bürgerkrieg aus. Mit Russland verbündete und von Moskau ausgerüstete Separatisten kämpften gegen die Armee und Nationalgarde Kiews. Schauplatz der Schlachten waren vor allem die Großstädte im Osten der Ukraine wie Donezk (im Bild), Mariupol und Luhansk. © Chernyshev Aleksey/apf
Prorussische Separatisten kämpfen im Donbas gegen Einheiten der Ukraine
Der Bürgerkrieg erfasste nach und nach immer mehr Gebiete im Osten der Ukraine. Keine der Parteien konnte einen nachhaltigen Sieg erringen. Prorussische Separatisten errichteten Schützengräben, zum Beispiel nahe der Stadt Slawjansk. Bis November 2015 fielen den Kämpfen laut Zahlen der Vereinten Nationen 9100 Menschen zum Opfer, mehr als 20.000 wurden verletzt. Von 2016 an kamen internationalen Schätzungen zufolge jährlich bis zu 600 weitere Todesopfer dazu. © Michael Bunel/Imago
Trümmer von Flug 17 Malaysian Airlines nach dem Abschuss nahe Donezk im Osten der Ukraine
Aufmerksam auf den Bürgerkrieg im Osten der Ukraine wurde die internationale Staatengemeinschaft vor allem am 17. Juli 2014, als ein ziviles Passagierflugzeug über einem Dorf nahe Donezk abstürzte. Alle 298 Insassen kamen ums Leben. Die Maschine der Fluggesellschaft Malaysian Airlines war von einer Boden-Luft-Rakete getroffen worden. Abgefeuert hatte die Rakete laut internationalen Untersuchungen die 53. Flugabwehrbrigade der Russischen Föderation. In den Tagen zuvor waren bereits zwei Flugzeuge der ukrainischen Luftwaffe in der Region abgeschossen worden. © ITAR-TASS/Imago
Russlands Präsident Putin (l.), Frankreichs Präsident Francois Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Petro Poroschenko in Minsk
Die Ukraine wollte den Osten des eigenen Landes ebenso wenig aufgeben wie Russland seine Ansprüche darauf. Im September 2014 kamen deshalb auf internationalen Druck Russlands Präsident Putin (l.), Frankreichs Präsident François Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Petro Poroschenko in Minsk zusammen. In der belarussischen Hauptstadt unterzeichneten sie das „Minsker Abkommen“, das einen sofortigen Waffenstillstand und eine schrittweise Demilitarisierung des Donbass vorsah. Die OSZE sollte die Umsetzung überwachen, zudem sollten humanitäre Korridore errichtet werden. Der Waffenstillstand hielt jedoch nicht lange und schon im Januar 2015 wurden aus zahlreichen Gebieten wieder Kämpfe gemeldet. © Mykola Lazarenko/afp
Wolodymyr Selenskyj feiert seinen Sieg bei der Präsidentschaftswahl in der Ukraine 2019
Während die Ukraine im Osten zu zerfallen drohte, ereignete sich in Kiew ein historischer Machtwechsel. Wolodymyr Selenskyj gewann 2019 die Präsidentschaftswahl und löste Petro Poroschenko an der Spitze des Staates ab.  © Genya Savilov/afp
Wolodymyr Selenskyj
Selenskyj hatte sich bis dahin als Schauspieler und Komiker einen Namen gemacht. In der Comedy-Serie „Diener des Volkes“ spielte Selenskyj von 2015 bis 2017 bereits einen Lehrer, der zunächst Youtube-Star und schließlich Präsident der Ukraine wird. Zwei Jahre später wurde die Geschichte real. Selenskyj wurde am 20. Mai 2019 ins Amt eingeführt. Kurz darauf löste der bis dato parteilose Präsident das Parlament auf und kündigte Neuwahlen an. Seine neu gegründete Partei, die er nach seiner Fernsehserie benannte, erzielte die absolute Mehrheit.  © Sergii Kharchenko/Imago
Russische Separatisten in der Ost-Ukraine
Selenskyj wollte nach seinem Wahlsieg die zahlreichen innenpolitischen Probleme der Ukraine angehen: vor allem die Bekämpfung der Korruption und die Entmachtung der Oligarchen. Doch den neuen, russland-kritischen Präsidenten der Ukraine holten die außenpolitischen Konflikte mit dem Nachbarn ein. © Alexander Ryumin/Imago
Ukraine Militär
Im Herbst 2021 begann Russland, seine Truppen in den von Separatisten kontrollierte Regionen in der Ost-Ukraine zu verstärken. Auch an der Grenze im Norden zog Putin immer mehr Militär zusammen. Selenskyj warnte im November 2021 vor einem Staatsstreich, den Moskau in der Ukraine plane. Auch die Nato schätzte die Lage an der Grenze als höchst kritisch ein. In der Ukraine wurden die Militärübungen forciert. © Sergei Supinsky/AFP
Putin
Noch drei Tage bis zum Krieg: Am 21. Februar 2022 unterzeichnet der russische Präsident Wladimir Putin verschiedene Dekrete zur Anerkennung der Unabhängigkeit der Volksrepubliken Donezk und Lugansk. © Alexey Nikolsky/AFP
Explosion in Kiew nach Beginn des Ukraine-Kriegs mit Russland
Am 24. Februar 2022 wurde der Ukraine-Konflikt endgültig zum Krieg. Russische Truppen überfielen das Land entlang der gesamten Grenze. Putins Plan sah eine kurze „militärische Spezialoperation“, wie die Invasion in Russland genannt wurde, vor. Die ukrainischen Streitkräfte sollten mit einem Blitzkrieg in die Knie gezwungen werden. Moskau konzentrierte die Attacken auf Kiew. Innerhalb weniger Tage sollte die Hauptstadt eingenommen und die Regierung Selenskyjs gestürzt werden. Doch der Plan scheiterte und nach Wochen intensiver Kämpfe und hoher Verluste in den eigenen Reihen musste sich die russische Armee aus dem Norden des Landes zurückziehen. Putin konzentrierte die eigene Streitmacht nun auf den Osten der Ukraine. © Ukrainian President‘s Office/Imago
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, bei einer Fernsehansprache aus Kiew
Seit Februar 2022 tobt nun der Ukraine-Krieg. Gesicht des Widerstands gegen Russland wurde Präsident Wolodymyr Selenskyj, der sich zu Beginn des Konflikts weigerte, das Angebot der USA anzunehmen und das Land zu verlassen. „Ich brauche Munition, keine Mitfahrgelegenheit“, sagte Selenskyj. Die sollte er bekommen. Zahlreiche westliche Staaten lieferten Ausrüstung, Waffen und Kriegsgerät in die Ukraine. Hunderttausende Soldaten aus beiden Ländern sollen bereits gefallen sein, ebenso mehr als 10.000 Zivilpersonen. Ein Ende des Kriegs ist nach wie vor nicht in Sicht. © Ukraine Presidency/afp

Update vom 11. April, 22.54 Uhr: Kanada hat zusätzliche Militärhilfe für Kiew im Ukraine-Krieg angekündigt, darunter die Lieferung von Tausenden von Sturmgewehren und Millionen Schuss Munition. Das teilte die kanadische Verteidigungsministerin Anita Anand via Twitter mit. Die Ankündigung veröffentlichte Anand während des Besuchs des ukrainischen Premierministers Denys Schmyhal in Kanada. „Wir schicken 21.000 Sturmgewehre, 38 Maschinengewehre und über 2,4 Millionen Schuss Munition. Diese Waffen werden der Ukraine helfen, sich selbst und unsere gemeinsamen Werte zu verteidigen“, schrieb sie.

Erpressung und Zwang: Bitterer Einblick in Ukraine-Alltag unter russischer Besatzung

Update vom 11. April, 20.17 Uhr: Russische Soldaten legen offenbar systematisch Minen rund um die eingenommene Stadt Enerhodar. Das berichtete Bürgermeister Dmytro Orlow im ukrainischen Fernsehen. Laut Orlow wenden die russischen Besatzungstruppen außerdem verschiedene Taktiken an, um der örtlichen Bevölkerung russische Pässe aufzuzwingen. Der Kyiv Independent nannte Erpressung, Einschränkung des Zugangs zu humanitärer Hilfe und der Bewegungsfreiheit sowie direkte Drohungen. Enerhodar liegt in der Nähe des Kernkraftwerks Saporischschja, das seit März 2022 unter russischer Besatzung steht.

Prigoschin gibt Bachmut-Update: „Großteil unter unserer Kontrolle“

Update vom 11. April, 18.05 Uhr: Die russische Söldnereinheit Wagner hat nach eigenen Angaben weitere Geländegewinne in der seit Monaten schwer umkämpften Stadt Bachmut im Osten der Ukraine erzielt. „In Bachmut ist der Großteil, das sind mehr als 80 Prozent, unter unserer Kontrolle“, sagte Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin am Dienstag in einem bei einem russischen Militärblogger veröffentlichten Video. Unabhängig können die Angaben nicht überprüft werden. Die Ukraine erklärt immer wieder, russische Angriffe auf Bachmut abzuwehren. Kiew will die inzwischen fast völlig zerstörte Stadt trotz der Probleme nicht aufgeben.

Laut Prigoschin wird derzeit noch um einige Hochhaus-Wohnviertel gekämpft. Die russischen Invasoren hätten inzwischen alle Industriebetriebe und das Gebäude der Stadtverwaltung erobert. Prigoschin bestätigte zudem, dass inzwischen reguläre russische Einheiten den Flankenschutz der Söldnertruppe übernommen haben. So seien Luftlandetruppen im Norden und im Süden der Stadt eingesetzt. Monatelang hatte es zuvor ein Kompetenzgerangel zwischen der Wagner-Truppe und dem Verteidigungsministerium gegeben. Prigoschin hatte sich über mangelnde Unterstützung und Versorgung beklagt.

Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin im April 2023.

Moskau wirft Ukraine und Westen Rekrutierung von Russen für Gewaltakte vor

Update vom 11. April, 14.32 Uhr: FSB-Chef Alexander Bortnikow wirft der Ukraine und dem Westen vor, russische Bürger für Sabotageakte zu rekrutieren. Kiew und seine Verbündeten hätten eine „ideologische Kampagne“ gestartet und würden „vor allem die junge Generation“ ansprechen, sagte Bortnikow laut einer offiziellen Mitteilung vom Dienstag (11. April).

Seit Februar seien in Russland 118 „terroristische Verbrechen“ vereitelt worden, deren Drahtzieher Jugendliche und auch Minderjährige gewesen seien, sagte der FSB-Chef demnach. Erst in der vergangenen Woche hatte Kremlchef Wladimir Putin westlichen Geheimdiensten vorgeworfen, in „terroristische Attacken“ in Russland verwickelt zu sein. Anfang März war der russische Militärblogger Maxim Fomin bei einem Sprengstoffanschlag in Sankt Petersburg getötet worden.

Seit Beginn des Ukraine-Kriegs hatte es mehrere Sabotageakte auf russischen Militärstützpunkten gegeben. Der FSB ist der russische Inlandsgeheimdienst. Folgendes Foto zeigt Bortnikow 2018 mit Russlands Außenminister Sergej Lawrow.

FSB-Chef Alexander Bortnikow (l.) mit Russlands Außenminister Sergej Lawrow (Archivbild)

Ukraine-Krieg: Lawrow-Sprecherin attackiert Absichten Großbritanniens

Update vom 11. April, 11.35 Uhr: Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, warf Großbritannien vor, die Ukraine in eine „verbranntes und verwüstetes Land“ verwandeln zu wollen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass berichtete. Dabei bezog sie sich auf die Lieferung von Munition mit abgeschwächtem Uran. „Es wird dann (in der Ukraine, Anm. d. Red.) kein Russisch oder Ukrainisch gesprochen werden“, schrieb sie auf Telegram und ergänzte: „Dann wird es nur noch Stille geben, wie in Pripyat und Tschernobyl.“

Update vom 11. April, 8.50 Uhr: Nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministers Oleksij Reznikow bereitet sich die Ukraine auf einen neuen Angriff auf die russische Schwarzmeerflotte vor. „Wir können den Russen eine neue Überraschung anbieten“, sagte er laut der Nachrichtenagentur Unian. Man warte lediglich auf den „richtigen Moment“, um die Versenkung der „Moskwa“ zu wiederholen. Das Flaggschiff der russischen Flotte war im April des vergangenen Jahres von zwei Raketen getroffen worden und schließlich untergegangen.

Ukraine-Krieg: Kiews Generalstab meldet neue Angriffe auf russische Truppen

Update vom 11. April, 6.45 Uhr: In den vergangenen 24 Stunden haben ukrainische Kampfjets insgesamt acht Luftschläge gegen Versammlungsgebiete russischer Truppen und Ausrüstung in der Ukraine durchgeführt, wie der ukrainische Generalstab meldete. Außerdem habe die ukrainische Armee einen Mi-24-Helikopter sowie neun Drohnen verschiedener Typen abgeschossen, hieß es. „Trotz hoher Verluste an Personal und Ausrüstung gibt der Feind den Angriffskrieg nicht auf“, teilte der Generalstab mit. In Richtung der Siedlungen Bachmut, Lyman und Marin gebe es schwere Gefechte, wobei die ukrainische Armee 52 Angriffe zurückgeschlagen habe.

Ukraine-Krieg: Änderung der Strategie wegen Leaks?

Update vom 10. April, 20.33 Uhr: In Folge der Veröffentlichung von geheimen angeblichen US-Dokumenten, welche gegenwärtig in den sozialen Medien kursieren, berichtete der US-Sender CNN, dass die Ukraine nun ihre Kriegsstrategie verändern würde. Diese Information solle aus Kreisen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj stammen.

Einer der wichtigsten Sicherheitsberater Selenskyjs, Olexij Danilow, widerspricht den Berichten im Ukraine-Krieg jedoch: „Ich weiß nicht, mit wem CNN gesprochen hat. Ich kann auf jeden Fall sagen, dass die Anzahl der Personen, die unsere Pläne auf unserem Staatsgebiet kennt, äußerst begrenzt ist. Und ich denke nicht, dass der Informant, der mit CNN in Kontakt stand, etwas damit zu tun hat“, sagte Danilow laut tagesschau.de.

Zudem gab er an, dass der Stab des ukrainischen Oberbefehlshabers erst im letzten Moment über die geplante Gegenoffensive entscheiden werde. „Wenn jemand glaubt, dass wir nur eine Option haben, dann entspricht das nicht der Realität. Sogar drei Optionen wären nicht viel“, so Danilow weiter.

Ukraine-Krieg: Pentagon hält Leaks für „sehr hohes“ Sicherheitsrisiko

Update vom 10. April, 19.44 Uhr: Die Veröffentlichung der geheimen US-Dokumente stellt dem Pentagon zufolge ein „sehr hohes“ Sicherheitsrisiko dar. Der Kreml reagierte positiv auf die Veröffentlichungen, die auch Informationen zur ukrainischen Kriegsführung beinhalten soll. Nähere Informationen gab das Pentagon nicht.

Die geheimen US-Regierungsdokumente waren auf Online-Plattformen wie Twitter, Telegram oder Discord und weiteren Plattformen aufgetaucht. Nach Angaben der New York Times enthalten sie unter anderem Informationen zu Plänen der USA und der Nato zur Unterstützung einer ukrainischen Militäroffensive im Frühjahr gegen Russland. Der Zeitung zufolge wurden die Dokumente über pro-russische Kanäle verbreitet.

Ukraine-Krieg: Erster Gefangenenaustausch im Krieg seit Monaten

Update vom 10. April, 19.24 Uhr: Erstmals seit mehr als einem Monat haben die Ukraine und Russland wieder Kriegsgefangene ausgetauscht. Es seien 106 Soldaten aus ukrainischer Gefangenschaft per Flugzeug auf dem Weg nach Moskau, vermeldete am Montag das russische Verteidigungsministerium. Die ukrainische Präsidentschaft erklärte ihrerseits, dass 100 Militärangehörige in die Heimat zurückgebracht würden. Einige von ihnen seien schwer verletzt.

Die Verhandlungen über den Austausch seien „schwierig“ gewesen, fügte die ukrainische Präsidentschaft hinzu. Es war der erste Gefangenenaustausch seit Anfang März, zuvor hatte es bereits mehrere derartige Aktionen gegeben.

Ukraine-Krieg: Belarus fordert Sicherheitsgarantien von Russland

Update vom 10. April, 18.42 Uhr: Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hat den großen Nachbarn Russland aufgefordert, Belarus wie „russisches Staatsgebiet“ zu schützen. Bei einem Treffen mit dem russischen Verteidigungsminister Sergej Schoigu in Minsk bat Lukaschenko am Montag (10. April) um entsprechende Sicherheitsgarantien, wie die staatlichen Nachrichtenagenturen Tass und Belta berichteten. Er bedankte sich zudem für die Stationierung tausender Soldaten auf belarussischem Gebiet. Russland hatte kürzlich angekündigt, in Belarus auch Atomwaffen zu stationieren.

Lukaschenkos Bitte sei vergleichbar mit der Bitte einer Antilope im Krokodilsmaul um Sicherheitsgarantien, schrieb der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak bei Twitter.

Ukraine-Krieg: Russland interessiert an amerikanischen Leaks

Update vom 10. April, 14:31 Uhr: Moskau verfolgt die Veröffentlichung der geheimen US-Dokumente unter anderem zum Krieg in der Ukraine mit Interesse. „Die Leaks sind einigermaßen interessant, alle studieren, analysieren und erörtern sie breit“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag (10. April). US-Medien hatten zuvor über die Inhalte aus den in sozialen Netzwerken veröffentlichten Dokumenten berichtet. Dabei gibt es auch Informationen von US-Geheimdiensten zur ukrainischen Kriegsführung.

Auf die Frage zu einer möglichen Beteiligung russischer Stellen an der Veröffentlichung sagte der Kremlsprecher, dass er das nicht kommentieren könne. „Wir alle wissen doch, dass es hier wieder um diese Tendenz geht, Russland für alles, immer und überall zu beschuldigen und alles Russland anzuhängen“, sagte Peskow. Diese Schuldzuweisung sei eine „verbreitete Krankheit“, weshalb es da nichts zu kommentieren gebe.

Am Freitag hatte Peskow nach der Veröffentlichung der ersten Leaks gesagt, dass die Unterlagen zeigten, wie tief die USA und die Nato-Staaten in den Krieg in der Ukraine verwickelt seien.

Ukraine verärgert wegen veröffentlichten Geheimdokumenten

Update vom 10. April, 12.39 Uhr: Die ukrainische Führung ist nach einem Bericht des US-Fernsehsenders CNN verärgert wegen der veröffentlichten Geheimdokumente zum russischen Angriffskrieg. Das Land habe daher bereits einige seiner militärischen Pläne geändert, berichtete CNN unter Berufung auf das Umfeld des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.

Ein Dokument zeigt demnach, dass die USA auch Selenskyj ausspioniert hätten. Die Tatsache an sich sei keine Überraschung, aber ukrainische Beamte seien zutiefst frustriert über das Datenleck, schrieb CNN unter Berufung auf eine Selenskyj nahe stehende Person .Nach Berichten zahlreicher US-Medien belegen die Dokumente, wie tief die Geheimdienste Washingtons auch ihre Verbündeten durchleuchten.

Die New York Times etwa berichtete unter Berufung auf die Dokumente über Schwächen der ukrainischen Flugabwehr. Diese müsse verstärkt werden, um den russischen Angriffen standzuhalten. Die Ukraine fordert seit langem mehr Munition und Waffen für den Krieg gegen Russland. Russland sieht die veröffentlichten Dokumente als weiteren Beleg für die Verwicklung der USA und der Nato in den Krieg in der Ukraine.

Ukraine wehrt seit Ostersonntag 60 russische Angriffe ab

Update vom 10. April, 10:15 Uhr: Die ukrainischen Streitkräfte haben nach Angaben des Generalstabs in Kiew seit Ostersonntag rund 60 russische Angriffe abgewehrt und auch sechs Drohnen abgeschossen. Am aktivsten sei der Gegner im Raum Donezk im Osten, teilte der Generalstab am Montag in Kiew mit. Betroffen von massivem Artilleriebeschuss war zudem etwa die Stadt Cherson im Süden.

Der Schwerpunkt der Kämpfe liegt den Angaben zufolge weiter in der Stadt und im Raum Bachmut im Gebiet Donezk. Der Kommandeur für die ukrainischen Streitkräfte im Osten, General Olexander Syrskyj, warf Russland vor, dort - wie zuvor in Syrien - zu einer „Taktik der verbrannten Erde“ übergegangen zu sein .„Es werden mit Luftschlägen und Artilleriefeuer Gebäude und Stellungen zerstört. Die Lage ist schwierig, aber unter Kontrolle“, sagte Syrskyj am Montag. Die ukrainischen Truppen würden der Offensive der Russen in Bachmut „heldenhaft“ standhalten. Sie hätten es geschafft, die Einheiten der russischen Privatarmee Wagner abzunutzen, so dass der Feind nun gezwungen sei, Spezialtruppen der regulären russischen Streitkräfte einzusetzen.

Auf Fotos und Videos waren ausgebrannte Häuserskelette und Trümmerberge eingestürzter Gebäude zu sehen. Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin hatte dagegen zuletzt gesagt, dass seine Einheiten in der Stadt vorankämen. Er sprach von einer Schwächung der ukrainischen Einheiten auch durch den Wegfall von Versorgungswegen. Die Unterstützung durch die regulären russischen Truppen wollte er nicht kommentieren. 

London: Russland verstärkt Angriffe auf ostukrainische Stadt Marjinka

Update vom 10. April, 10.12 Uhr: Die russische Armee hat nach Einschätzung britischer Geheimdienste in den vergangenen sieben Tagen ihre Panzerangriffe auf die ostukrainische Stadt Marjinka in der Region Donezk ausgeweitet. Russland setze in der Region weiterhin viele Ressourcen für minimale Gewinne ein, hieß es am Montag im Kurzbericht des britischen Verteidigungsministeriums. Die Donezk-Region habe für Moskau weiterhin hohe Priorität.

Donezk ist die größte Stadt in der gleichnamigen Region, die von aus Moskau unterstützten Separatisten zur unabhängigen Volksrepublik erklärt wurde. Inzwischen hat Moskau das Gebiet völkerrechtswidrig annektiert .Die Stadt Marjinka, von der aus wichtige Verkehrswege verlaufen, sei bereits seit 2014 umkämpft und durch Raketenfeuer weitgehend zerstört, heißt es im Bericht der Briten.

Das britische Verteidigungsministerium veröffentlicht seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine Ende Februar vergangenen Jahres unter Berufung auf Geheimdienstinformationen täglich Informationen zum Kriegsverlauf. Damit will die britische Regierung sowohl der russischen Darstellung entgegentreten als auch Verbündete bei der Stange halten. Moskau wirft London eine Desinformationskampagne vor.

Update vom 10. April, 08:03 Uhr: Die Ukraine braucht dringend neue Munition für das Luftverteidigungssystem. So sollen die Bestände der an S-300- und Buk-Raketen aus der Sowjetzeit ab Mitte April, spätestens Anfang Mai vollständig erschöpft sein, wie aus den geleakten US-Dokumenten hervorgeht. Das berichtete die New York Times am Montagmorgen. Das betreffende Dokument wurde am 28. Februar ausgestellt und es ist unklar, ob sich die Bewertung geändert hat. Bislang galt die ukrainische Luftverteidigung als äußerst effektiv gegen die ständigen russischen Angriffe.

Update vom 10. April, 06:17 Uhr: Friedenshoffnung zu Ostern: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat über ein baldiges Kriegsende spekuliert. Möglicherweise sei Frieden innerhalb des kommenden Jahres möglich, sagte er in seiner am Sonntagabend verbreiteten Videobotschaft. Er sei zuversichtlich, dass die Ostergebete um Frieden gehört würden. Jeder christliche Feiertag lehre sein Land, dass das Böse besiegt werden könne. „Wir bringen die Niederlage des Bösen näher.“ Der russische Angriffskrieg gegen das Nachbarland dauert inzwischen seit mehr als 13 Monaten. Trotz des Osterfestes vermeldete die Ukraine auch in der Nacht wieder neue Raketenangriffe, teilweise auch auf zivile Ziele.

Ukraine-Krieg aktuell: US-Justizministerium untersucht die geleakten Geheimdokumente

Update vom 9. April, 20.50 Uhr: Das US-Justizministerium hat eine Untersuchung zu im Internet verbreiteten Geheimdokumenten eingeleitet. „Wir haben uns mit dem Verteidigungsministerium in dieser Sache ausgetauscht und eine Untersuchung begonnen“, sagte ein Sprecher des Justizministeriums in Washington der Nachrichtenagentur AFP. Das Pentagon hatte bereits am Freitag erklärt, das Durchsickern der Dokumente zu überprüfen und das Justizministerium offiziell von der Angelegenheit in Kenntnis gesetzt zu haben.

Zuletzt waren nach und nach eine Reihe von geheimen Regierungsdokumenten auf Online-Plattformen wie Twitter, Telegram oder Discord aufgetaucht. Darunter waren laut einem Bericht der New York Times vom Donnerstag geheime Dokumente zu Plänen der USA und der Nato, die Ukraine bei der Vorbereitung einer Frühlingsoffensive gegen Russland zu unterstützen.

Ukraine-Krieg: Russischer Aktivist flieht nach Enthüllungen von Prigoschins Gräber-Geheimnis

Update vom 9. April, 17.54 Uhr: Der russische Aktivist, Vitaly Votanovsky, ist aus Russland geflohen. Das berichtet die BBC. Er habe das Land verlassen und sei nach Armenien geflohen, nachdem er zahlreiche Morddrohungen erhalten habe. Laut der BBC, ist Votanovsky der erste gewesen, der den Friedhof im russischen Bakinskaya entdeckt habe, auf dem zahlreiche Söldner der Gruppe Wagner liegen, die in der Ukraine getötet wurden. Er habe die Gräber gezählt, Fotos gemacht und sich Namen notiert. Bis zu seiner Flucht habe er mehr als 1300 Namen notiert – und das nur in der Gegend um die Großstadt Krasnodar. Im Interview mit der BBC sagt Votanovsky: „Ich musste den Menschen beweisen, dass es eine Katastrophe gab. Dass hier Menschen starben, ganz in ihrer Nähe.“

Ukraine-Krieg: Ukraine meldet größere Erfolge an „aktivster Front“ nach Bachmut

Update vom 9. April, 16.20 Uhr: Der Sprecher der östlichen Kampfgruppe des ukrainischen Militärs, Serhij Tscherewatji, berichtete laut der Nachrichtenagentur Unian über Erfolge der ukrainischen Armee auf der Lyman-Kupjansk-Achse. Bei den Zusammenstößen habe man im Laufe des Tages etwa 50 russische Soldaten getötet und 86 weitere verletzt. Zudem habe man zwei Drohnen, drei Mörser sowie zwei Munitionsdepots des russischen Militärs zerstört. Es handle sich um die „aktivste Front“ nach Bachmut, so Tscherewatji.

Selenskyj in Deutschland? Spekulationen über möglichen Besuch

Update vom 9. April, 14.20 Uhr: Washington, London, Paris, Brüssel, Warschau: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seit dem russischen Angriff auf sein Land bereits einige seiner wichtigsten Bündnispartner besucht. Im Mai könnte er nun auch nach Deutschland kommen – zur Verleihung des Karlspreises an ihn und das ukrainische Volk im Krönungssaal des Aachener Rathauses am 14. Mai.

Die Veranstalter bereiten sich auf ein solches Szenario jedenfalls vor, wie die Stadt Aachen bereits kurz vor Ostern mitteilte. Eine persönliche Teilnahme hänge aber „stark von der dann vorliegenden Kriegslage und den entsprechenden Sicherheitskonzeptionen ab“. Falls Selenskyj nicht persönlich teilnehmen kann, soll er per Video zugeschaltet werden. Auch für diese Variante laufen die Planungen.

Ukraine-Krieg: Russischer Angriff auf Saporischschja tötet Zivilisten

Update vom 9. April, 13.15 Uhr: Bei einem russischen Luftangriff auf die südostukrainische Großstadt Saporischschja sind nach Angaben aus Kiew im Ukraine-Krieg aktuell ein 50-jähriger Mann und seine elfjährige Tochter getötet worden. Der „Feind“ habe in der Nacht zum Sonntag mit einem Raketenangriff auf die Stadt eine „weitere ukrainische Familie“ getötet, erklärte der Leiter der staatlichen Rettungsdienste, Serhij Kruk, in Onlinenetzwerken im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg.

Die 46-jährige Mutter wurde den Rettungsdiensten zufolge aus den Trümmern gerettet, eine ältere Tochter habe sich zum Zeitpunkt des Angriffs nicht in der Wohnung befunden. Nach Angaben des Bürgermeisters von Saporischschja, Anatolij Kurtjew, trafen zwei russische Raketen ein Wohngebäude in seiner Stadt, in Dutzenden angrenzenden Gebäuden seien Fenster und Dächer beschädigt worden. Das elfjährige Mädchen sei im Rettungswagen verstorben, nachdem sie aus den Trümmern gezogen worden sei.

Ukraine-Krieg: Wladimir Putin befasst aktuell sich mit annektierten Regionen der Ukraine

Erstmeldung vom 9. April: München – Seit mehr als einem Jahr wütet der russische Angriffskrieg in der Ukraine. Von Moskau heißt es dabei immer wieder, im Ukraine-Krieg sei alles „unter Kontrolle“ und man werde die Ziele erreichen. Einen „Anschein der Normalität“ versucht der Kreml wohl auch explizit in den annektierten ukrainischen Regionen zu erwecken, wie das britische Verteidigungsministerium im jüngsten Lagebericht mitteilte.

Annektierte Regionen im Ukraine-Krieg: Putin bemüht sich um Darstellung angeblicher Normalisierung

Nach Einschätzung britischer Geheimdienste will Russland gezielt den Anschein erwecken, dass sich die Lage in den entsprechenden Gebieten trotz des Ukraine-Kriegs normalisiert hat. Am 30. September 2022 hatte Kreml-Chef Wladimir Putin die Annexion von Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson verabschiedet. Allerdings mussten sich seine Truppen nur wenige Tage später im November aus der Stadt Cherson zurückziehen – die Gegenoffensive der Ukraine hatte dies notwendig gemacht. Auch in Saporischschja konnte Russland die gleichnamige Gebietshauptstadt bislang nicht erobern.

Bei einer kürzlichen Sitzung des russischen Sicherheitsrats sei Innenminister Wladimir Kolokolzew auserwählt worden, um über Wiederaufbau, Strafverfolgung und öffentliche Ordnung in den annektierten Gebieten nach dem Ukraine-Krieg zu sprechen, hieß es am Sonntag (9. April) im Kurzbericht des britischen Verteidigungsministeriums.

Ukrainische Partisanen: Britische Geheimdienste sprechen weiterhin von Angriffen im Ukraine-Krieg

Dass man ihn als Sprecher gewählt habe, sei mutmaßlich ein Zeichen dafür, dass man die Situation in den Provinzen als möglichst normal und alltäglich erscheinen lassen wolle. Tatsächlich seien die Gebiete jedoch immer noch aktiv umkämpft, und viele Bewohnerinnen und Bewohner hätten wegen des Ukraine-Kriegs keinen Zugang zu den grundlegendsten Leistungen.

Dabei sprach der Bericht von „Partisanenangriffen“. In von russischen Truppen besetzten Gebieten organisieren ukrainische Bewohner Widerstandsgruppen und greifen Moskaus Soldaten an. Auch weitere Methoden des Widerstands wie das Verteilen von Flugblättern und Bemalen von Wänden sind weit verbreitet. Allerdings erweist sich dies wegen der russischen Unterdrückung als immer schwieriger. (bb/dpa)

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