Auch Schauspieler an Bord

Greta Thunbergs Gaza-Schiff gestoppt: Israel greift durch – und setzt harten Seitenhieb

  • schließen
  • Marcus Giebel
    Marcus Giebel
    schließen

Mit ihrer Mission plante Greta Thunberg, der notleidenden Bevölkerung im Gazastreifen zu helfen. Nun hinderte ISrael sie daran.

Update vom 9. Juni um 6.24 Uhr: Nach tagelanger Fahrt auf einem Segelschiff mit Hilfsgütern für die Menschen im Gazastreifen sind Greta Thunberg und weitere Aktivisten kurz vor ihrem Ziel von den israelischen Behörden gestoppt worden. Das Schiff werde zur israelischen Küste gebracht, die Passagiere sollten in ihre Heimatländer zurückkehren, teilte das israelische Außenministerium am frühen Morgen auf der Plattform X mit. Zuvor hatte das Bündnis Freedom Flotilla Coalition mitgeteilt, die israelische Armee sei an Bord des Schiffes „Madleen“ gegangen. 

Das israelische Außenministerium teilte weiter mit, die Aktivisten hätten versucht, eine mediale Provokation zu inszenieren, mit dem einzigen Zweck, öffentliche Aufmerksamkeit zu erregen. Ihre Ladung sei so geringfügig gewesen, dass sie nicht einmal einer Lkw-Lieferung mit Hilfsgütern entspreche. „Es gibt Wege, Hilfe in den Gazastreifen zu bringen – ohne Instagram-Selfies“, hieß es in der Stellungnahme.

Trotz Warnung durch Israel: Thunberg wollte Reise an die Küste des Gazastreifens fortsetzen

Update, 19.45 Uhr: Trotz der Warnung durch das israelische Militär will die Aktivistengruppe um die Schwedin Greta Thunberg ihre Reise an die Küste des Gazastreifens fortsetzen. „Wir werden bis zur letzten Minute dranbleiben – bis Israel das Internet und die Netzwerke kappt“, sagte die EU-Parlamentsabgeordnete Rima Hassan am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. „Wir sind zwölf Zivilisten an Bord. Wir sind nicht bewaffnet. Da ist nur humanitäre Hilfe“, betonte Hassan.

Die Aktivisten erklärten daraufhin im Onlinedienst X, sie rechneten „jederzeit“ damit, abgefangen oder von Israel angegriffen zu werden. Sie riefen ihre jeweiligen Regierungen auf, sie zu schützen. An Bord der „Madleen“ sind Aktivisten aus Deutschland, Frankreich, Brasilien, der Türkei, Schweden, Spanien und den Niederlanden. „Wir haben keine Angst vor ihnen“, sagte die deutsche Menschenrechtsaktivistin und Mitseglerin Yasemin Acar mit Verweis auf die Warnung des israelischen Ministers .„Kein Staat hat geantwortet“, sagte Hassan. „Die Botschaft ist, dass Israel ungestraft vorgehen darf, ohne jede Schutzgarantie für uns.“

Auf dem Weg zum Gazastreifen: Zwölf Aktivisten um Greta Thunberg befinden sich mit Hilfsgütern auf der Madleen im Mittelmeer.

„Greta, die Antisemitin“: Israels Militär warnt Aktivisten um Thunberg

Update vom 8. Juni, 16.20 Uhr: Die israelische Armee hat am Sonntag auch offiziell angekündigt, ein Boot mit Aktivisten an der Ankunft im Gazastreifen hindern zu wollen. Das Schiff „Madleen“, auf dem auch die Schwedin Greta Thunberg unterwegs ist, dürfe den Gazastreifen nicht erreichen, erklärte Verteidigungsminister Israel Katz. „An Greta, die Antisemitin, und ihre Begleiter, Sprachrohr der Hamas-Propaganda, sage ich klar: dreht um, weil ihr niemals im Gazastreifen ankommen werdet“, erklärte Katz laut einer Mitteilung seines Büros.

Das Segelschiff der sogenannten „Freedom Flotilla“ war vor einer Woche von Sizilien aus in Richtung Gazastreifen aufgebrochen, um nach Aussage der französisch-palästinensischen EU-Abgeordneten Rima Hassan die israelische Blockade für Hilfslieferungen „zu durchbrechen“ und den andauernden „Völkermord“ im Gazastreifen zu kritisieren. Am Samstag hatte das Schiff der Besatzung zufolge ägyptische Gewässer erreicht und machte sich auf den Weg in Richtung Gazastreifen.

Greta Thunberg auf dem Weg in den Gazastreifen – Israels Armee will Boot von Aktivisten aufhalten

„Der Staat Israel wird niemandem erlauben, die Meeresblockade des Gazastreifens zu durchbrechen, deren Hauptaufgabe es ist, Waffenlieferungen an die Hamas zu verhindern“, erklärte Katz weiter. Israel werde gegen „jeden Versuch vorgehen, die Blockade zu durchbrechen oder Terrororganisationen zu helfen, auf dem Meer, in der Luft oder am Boden“, fügte der Verteidigungsminister hinzu. Die Blockade war bereits vor Beginn des Gazakrieges in Kraft.

Auf Instagram teilten die Aktivisten der „Freedom Flotilla“ mit, man werde sich von Katz‘ Äußerungen nicht einschüchtern lassen. „Die ‚Madleen‘ ist ein friedliches, unbewaffnetes Zivilschiff, das mit humanitärer Hilfe und Menschenrechtsaktivisten in internationalen Gewässern unterwegs ist. Diese Mission ist unabhängig und wird ausschließlich von ihrem Gewissen und der Solidarität mit Gaza geleitet,“ heiß es in der Stellungnahme weiter. Das Schiff befindet sich nach Angaben der Aktivisten knapp 160 nautische Meilen (86 Kilometer) von der Küste des Gazastreifens entfernt. „Angesichts einer möglichen israelischen Aggression bleiben wir ruhig und vorbereitet“, teilen die Aktivisten weiter mit.

Klima-Aktivistin Greta Thunberg auf heikler Reise gestoppt – jetzt drohen Konsequenzen

Erstmeldung vom 5. Juni: Jerusalem – Greta Thunberg wird ihr Ziel nicht erreichen. Gemeinsam mit elf Mitstreitern war die als Klima-Aktivistin bekannt gewordene Schwedin am Sonntag von Catania auf Sizilien aus in See gestochen, um die Menschen im Gazastreifen mit Hilfsgütern zu versorgen. Doch nun haben israelische Sicherheitskräfte entschieden, dass sich das Schiff Madleen dem von der radikal-islamischen Palästinenserorganisation Hamas kontrollierten Küstengebiet nicht nähern darf, wie der staatliche israelische Sender Kan 11 berichtet.

Zunächst sei erwogen worden, dem Segelschiff des Bündnisses „Freedom Flotilla Coalition“ die Anlandung zu gestatten. Die Entscheidung fiel aber letztlich anders aus, weil Israel keinen Präzedenzfall schaffen wolle. Thunberg und ihren Begleitern um die Deutsche Yasemin Acar droht vielmehr sogar die Verhaftung, heißt es weiter.

Thunberg auf Reise in Gazastreifen: Auch Schauspieler aus „Game of Thrones“ an Bord des Schiffes

Über das weitere Vorgehen würden an diesem Donnerstag Verteidigungsminister Israel Katz und hochrangige Vertreter der Armee entscheiden. Möglich sei, dass die Madleen gestoppt und wieder ins offene Meer zurückgeschickt werde, wenn es in wenigen Tagen die Region erreicht habe. Oder aber das Schiff werde in den Hafen von Ashdod eskortiert und dort klicken die Handschellen.

An Bord befindet sich neben den überwiegend französischen Aktivisten auch der irische Schauspieler Liam Cunningham, der in der Serie „Game of Thrones“ (GoT) eine tragende Rolle übernommen hatte. Auch andere Prominente wie die Schauspielerinnen Susan Sarandon, Melissa Barrera und die ebenfalls aus „GoT“ bekannte Carice van Houten unterstützen die Aktion.

Das pro-palästinensische Bündnis betont, die Madleen fahre ausschließlich durch internationale Gewässer in Richtung Gaza, wo die israelische Armee seit dem Massaker vom 7. Oktober 2023 Jagd auf die Hamas-Kämpfer macht und die noch immer festgehaltenen Geiseln sucht. Viele der zwei Millionen Menschen in dem zum Kriegsgebiet mutierten Küstenstreifen befinden sich infolge der Eskalation seit Monaten auf der Flucht, haben ihr Hab und Gut verloren.

Thunberg und der Gaza-Krieg: „Illegale Belagerung durch Israel durchbrechen“

Thunberg und die anderen Aktivisten wollen unter anderem Babynahrung und medizinisches Material liefern. Die „Freedom Flotilla Coalition“ erklärt auch, dass die Madleen keine Bedrohung darstelle und die Mission im Einklang mit dem Völkerrecht sei. Die Gruppe habe sich auf den Weg gemacht, „um die illegale Belagerung Gazas durch Israel zu durchbrechen und einen Seekorridor für die Menschen zu errichten“.

Vor dem Gaza-Krieg: Die Geschichte des Israel-Palästina-Konflikts in Bildern 

Vor 60. Gründungstag von Israel
Die Generalversammlung der Vereinten Nationen entschied 1947 über die Teilung Palästinas in zwei Staaten, einen jüdischen und einen arabischen. Im Teilungsplan wurde auch festgelegt, dass die Briten ihr Mandat für Palästina bis August 1948 niederlegen. Großbritannien hatte nach dem Ersten Weltkrieg das Gebiet besetzt und war 1922 offiziell mit dem Mandat über Palästina beauftragt worden. Am 14. Mai 1948 wurde auf Grundlage des UN-Beschlusses der jüdische Staat gegründet. © dpa
Proklamation des Staates Israel
Nach der Unterzeichnung der Proklamationsurkunde am 14. Mai 1948 im Stadtmuseum von Tel Aviv hält eine nicht identifizierte Person das Schriftstück mit den Unterschriften in die Höhe. Links ist David Ben Gurion zu sehen, der erste Ministerpräsident Israels. © dpa
Israelischer Unabhängigkeitskrieg
Ein historisches Datum für den Staat Israel. Doch die arabischen Staaten Libanon, Syrien, Jordanien, Ägypten und Irak erkannten die Gründung nicht an und überschritten nur einen Tag später mit ihren Armeen die Grenzen. So begann der Palästina-Krieg, der im Januar 1949 mit dem Sieg Israels endete. Das Foto zeigt israelische Mitglieder der paramilitärischen Organisation Haganah im August 1948.  © AFP
Operation Yoav
Die israelische Armee konnte während des Krieges 40 Prozent des Gebiets erobern, das eigentlich laut dem ursprünglichen UN-Plan zur Teilung für die arabische Bevölkerung vorgesehen war. So wurde auch der westliche Teil von Jerusalem von Israel besetzt.  © Imago
Waffenstillstand Israel Palästina 1949
Die Vereinten Nationen vermittelten zwischen Israel und Ägypten, und so kam es zwischen den beiden Ländern am 24. Februar 1949 zu einem Waffenstillstandsvertrag. Andere arabische Kriegsgegner folgten mit Waffenstillständen bis Juli 1949. Laut Schätzungen starben bei dem Krieg, den die arabischen Länder gestartet hatten, mehr als 6000 Israelis und 6000 Araber.  © ACME Newspictures/afp
Arafat. Geschichte des Krieges in Israel
Jassir Arafat gründete 1959 die Fatah, eine Partei in den palästinensischen Autonomiegebieten. Laut ihrer Verfassung war ihr Ziel, auch mit terroristischen Mitteln die Israelis aus Palästina zu vertreiben und Jerusalem als Hauptstadt zu installieren. Ebenfalls als Ziel rief die Fatah die „Ausrottung der ökonomischen, politischen, militärischen und kulturellen Existenz des Zionismus“ aus.  © PPO/afp
Arafat
1993 erkannte die Fatah mit ihrem Vorsitzenden Jassir Arafat das Existenzrecht Israels im Osloer-Friedensprozess an, und wollte den Terror als Waffe nicht mehr nutzen. Allerdings gab es immer wieder Bombenattentate in Israel. 2011 suchte Arafat den Schulterschluss mit der Hamas. Gemeinsam planten sie, eine Übergangsregierung zu bilden, was bis heute nicht umgesetzt wurde. Innerhalb der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) ist die Fatah die stärkste Fraktion. © Aleksander Nordahl/Imago
1974 Arafat vor UN
Im Oktober 1974 erkannte die Vollversammlung der Vereinten Nationen die PLO als Befreiungsbewegung an. Daraufhin wurde Arafat als Vertreter eingeladen. Am 13. November 1974 eröffnete Arafat die Debatte in der Vollversammlung. Er beendete die Rede mit dem Satz: „Ich bin mit einem Olivenzweig in der einen und dem Gewehr des Revolutionärs in der anderen Hand hierhergekommen. Lasst nicht zu, dass der grüne Zweig aus meiner Hand fällt!“ © dpa
Kampfflugzeug im Sechs-Tage Krieg
Vom 5. Juni bis 10. Juni 1967 fand der Sechstagekrieg zwischen Israel auf der einen und Ägypten, Jordanien und Syrien auf der anderen Seite statt. Auslöser war die ägyptische Blockade der Seestraße von Tiran für die Israelis, die so abgeschnitten waren. Außerdem hatte der ägyptische Präsident den Abzug der Blauhelme erzwungen, die die nördliche Grenze Israels sicherten. Als Drohung schickte Ägypten dann 1000 Panzer und 100.000 Soldaten an die Grenzen zu Israel. Als Reaktion auf die Bedrohung flogen die Israelis einen Präventiv-Schlag. Auf dem Foto sieht man ein ägyptisches Kampfflugzeug. Während des Krieges konnte Israel die Kontrolle über den Gazastreifen, die Sinai-Halbinsel, die Golanhöhen, das Westjordanland und Ostjerusalem erlangen. Weil Israel seine Angreifer besiegen konnte, machte der Staat am 19. Juni 1967, neun Tage nach seinem Sieg, Ägypten und Syrien ein Friedensangebot. Darin enthalten die Aufforderung, Israel als Staat anzuerkennen. © AP/dpa
Arabisch-israelischer Krieg
Am 6. Oktober 1973, dem höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur, startete eine arabische Militärkoalition unter Führung Ägyptens und Syriens einen Überraschungsangriff, gleichzeitig auf die Sinai-Halbinsel und die Golanhöhen. Nach anfänglichem Erfolg der arabischen Kriegsparteien gelang es Israel, sich zu behaupten. Erst mit dem Friedensvertrag sechs Jahre später am 26. März 1979, normalisierten sich die Beziehungen zwischen Ägypten und Israel. Ägypten war der erste arabische Staat, der das Existenzrecht Israels anerkannte. © afp
Friedensvertrag zwischen Israel und Ägypten, Jimmy Carter schüttelt dem ägyptischen Präsidenten Anwar al-Sadat die Hand.
Das Friedensabkommen vom 26. März. 1979 war ein wichtiger Meilenstein. US-Präsident Jimmy Carter gratulierte damals dem ägyptischen Präsidenten Anwar al-Sadat und dem israelischen Premierminister Menachem Begin vor dem Weißen Haus. Nach den Camp-David-Verhandlungen unterzeichneten sie den Friedensvertrag zwischen den beiden Ländern dort. © Consolidated News Pictures/afp
Beschuss im Libanonkrieg
1982 begann mit dem Libanonkrieg der erste große israelisch-arabische Konflikt, der von Israel gestartet wurde. Die Kriegsparteien waren die israelische Armee und verbündete Milizen auf der einen, die PLO und Syrien auf der anderen Seite. Israel besetzte im Rahmen des Krieges zwischen 1982 und 1985 den Süden Libanons. Später richtete Israel daraufhin dort eine „Sicherheitszone“ ein, die aber Angriffe der Hisbollah aus dem Libanon auf nordisraelische Städte nicht verhindern konnte. Am 25. Mai 2000 zog die israelische Armee aus dem Südlibanon ab.  © Dominique Faget/afp
Soldaten und Kinder bei der Intifada 1987
Am 8. Dezember 1987 brach im Westjordanland und im Gazastreifen ein gewaltsamer Aufstand der Palästinenser gegen die israelische Besatzung aus. Diesen Aufstand nennt man Intifada. Auf dem Foto ist zu sehen, wie israelische Soldaten Kinder anweisen, das Gebiet zu verlassen, als Hunderte von Demonstranten Steine und Flaschen schleudern.  © Esaias Baitel/afp
Hamas-Kundgebung im Gaza-Streifen
Die PLO (Palästinensische Befreiungsorganisation), die ihre Zentrale in Tunis hatte, wollte einen eigenen palästinensischen Staat ausrufen, hatte aber keine Kontrolle über die entsprechenden Gebiete. Im Zuge dessen kam es zu einem Gewaltausbruch, der erst 1991 abnahm. 1993 wurde schließlich mit dem Osloer Abkommen die erste Intifada beendet. © Ali Ali/dpa
Der PLO-Führer Yasser Arafat und der israelischen Premierminister Yitzahk Rabin schütteln sich 1993 die Hände.
Nach Jahrzehnten von Gewalt und Konflikten unterschrieben am 13. September 1993 Israels Außenminister Shimon Peres und Mahmoud Abbas, Verhandlungsführer der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), unter Aufsicht der russischen und amerikanischen Außenminister die „Osloer Verträge“. Das Foto des Händedrucks zwischen Palästinenservertreter Jassir Arafat und dem israelischen Ministerpräsident Yitzhak Rabin und US-Präsident Bill Clinton wurde weltberühmt. © J. David Ake/afp
Yasir Arafat, Shimon Peres und Yitzhak Rabin erhalten den Friedensnobelpreis
Nach der Unterzeichnung der Osloer Verträge bekamen Jassir Arafat, Schimon Peres und Yitzhak Rabin den Friedensnobelpreis für 1994. Hier die Preisträger zusammen mit ihrer Medaille und ihrem Diplom im Osloer Rathaus. Die Friedensverträge wurden damals als wichtiger Startpunkt für Frieden in der Region gesehen. © Aleksander Nordahl/Imago
Bill Clinton, König Hussein und Rabin bei der Friedenssitzung
1994 folgten Friedensverhandlungen zwischen Jordanien und Israel 1994 im Weißen Haus. Auf dem Foto ist zu sehen, wie der jordanische König Hussein und der israelische Premierminister Yitzahk Rabin bei der Friedenssitzung sich die Hände schütteln. © Imago/ ZUMA Press
Sarg von Yitzhak Rabin, Geschichte des Kriegs in Israel
Mit der Hoffnung auf Frieden in der Region wurde der Hass von israelischen Extremisten größer. Diese wollten Abkommen mit den arabischen Staaten und der PLO nicht akzeptieren. So wurde Yitzhak Rabin zur Zielscheibe und wurde 1995 im Anschluss an eine große Friedenskundgebung in Tel Aviv von einem rechtsextremen Juden ermordet. Das Foto zeigt den Sarg des Premierministers in Jerusalem bei seiner Beerdigung.  © Jim Hollander/dpa
Junge schießt mit Katapult bei der zweiten Intifada, Geschichte des Krieges in Israel
Obwohl es in den 1990er Jahren mit den Osloer Verträgen große Hoffnung auf Frieden gab, hatte sich die Situation nach der Ermordung von Yitzhak Rabin massiv aufgeheizt. 2000 kam es zur zweiten Intifada, dem gewaltvollen Aufstand der Palästinenser mit Straßenschlachten. Die zweite Intifada dauerte bis 2005. © Imago/UPI Photo
Israelische Soldaten 2006, Geschichte des Krieges in Israel
2006 kam es wieder zwischen Israel und dem Libanon zum Krieg. Die Auseinandersetzung wird auch 33-Tage-Krieg oder zweiter Libanon-Krieg genannt, weil sie nach gut einem Monat am 14. August 2006 mit einem Waffenstillstand endete. Das Foto zeigt einen israelischen Soldaten im Libanon-Krieg im Jahr 2006. Eine israelische Artillerieeinheit hatte soeben an der libanesisch-israelischen Grenze in den Libanon gefeuert. Fast 10.000 israelische Soldaten kämpften in der Nähe von etwa einem Dutzend Dörfern im Südlibanon gegen Hisbollah-Kämpfer.  © Menahem Kahana/afp
Israelisches Militär feuert auf Ziele im Libanon
Auslöser des Libanon-Kriegs waren anhaltende Konflikte zwischen der Terrororganisation Hisbollah und der israelischen Armee. Um die Angriffe zu stoppen, bombardierte die israelische Luftwaffe die Miliz aus der Luft und verhängte eine Seeblockade. Die Hisbollah antwortete mit Raketenbeschuss auf den Norden Israels. Später schickte Israel auch Bodentruppen in den Süden von Libanon.  © Atef Safadi/dpa
Angriff im Süden von Beirut
Die libanesische Regierung verurteilte die Angriffe der Hisbollah und forderte internationale Friedenstruppen, um den Konflikt zu beenden. Am 14. August 2006 stimmten schließlich nach einer UN-Resolution die Konfliktparteien einem Waffenstillstand zu. Sowohl die Hisbollah als auch Israel sahen sich als Sieger.  © Wael Hamzeh/dpa
Krieg in Israel
2014 startete die israelische Armee (IDF) mit der Operation Protective Edge am 8. Juli eine Militäroperation, weil die Hamas aus dem Gazastreifen immer wieder Israel beschoss. Ab dem 26. Juli 2014 folgte eine unbefristete Waffenruhe, die kanpp neun jahre währte.  © Abir Sultan/dpa
Jahrestag der Angriffe auf Israel am 7. Oktober
Am 7. Oktober 2023 startete die Hamas einen Überraschungsangriff auf Israel mit Raketenbeschuss und Bodeninfiltrationen aus dem Gazastreifen, was zu schweren Verlusten und der Entführung zahlreicher Geiseln führte. Hier ist eine Gesamtansicht der zerstörten Polizeistation in Sderot nach den Angriffen der Hamas-Terroristen zu sehen.  © Ilia Yefimovich/dpa
Jahrestag der Angriffe auf Israel am 7. Oktober
Bei dem Überfall der Hamas und anderer extremistischer Gruppierungen auf Israel wurden rund 1200 Menschen getötet und mehr als 250 Israelis als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Seitdem wurden laut der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde im Gazastreifen Zehntausende Menschen getötet, darunter auch viele Frauen und Minderjährige. © Ilia Yefimovich/dpa

Zuletzt hatte Deutschlands neuer Außenminister Johann Wadephul gemeinsam mit zahlreichen Amtskollegen aus Europa und Übersee sowie EU-Vertretern eine Erklärung zur humanitären Hilfe in Gaza abgegeben, in der es heißt: „Lebensmittel, Medikamente und unentbehrliche Versorgungsgüter sind aufgebraucht. Die Bevölkerung droht zu verhungern. Die Menschen in Gaza müssen die Hilfe erhalten, die sie so dringend benötigen.“ Zeitweise waren Hilfslieferungen gar nicht möglich, liefen vor einigen Wochen aber wieder an.

Mitte Mai hatte Israel eine neue Bodenoffensive gestartet, fliegt seither auch verstärkt Luftangriffe. Bereits im vergangenen Jahr war es Jerusalem gelungen, führende Köpfe der Hamas wie Ismail Hanija, Mohammed Deif oder Yahya Sinwar und zuletzt auch dessen Bruder Mohammed Sinwar zu töten. Insgesamt sollen dem Gaza-Krieg bereits mehr als 50.000 Menschen zum Opfer gefallen sein.

Thunberg und Deutschland: Unions-Politiker forderte sogar Einreisesperre

Thunberg hatte sich häufiger kritisch gegenüber Israels Vorgehen geäußert. In einem Instagram-Post sprach die 22-Jährige einmal mehr von einem Genozid und schrieb: „Systematischer Hunger und die Entziehung grundlegender Bedürfnisse sind nur einige der vielen Kriegsmethoden, die Israel gegen Palästinenser einsetzt.“ Ihre Mission sei „Teil einer globalen Bewegung für soziale Gerechtigkeit, Klimagerechtigkeit, Befreiung und Entkolonialisierung“.

Mit ihrer Haltung und ihren Aussagen im Zusammenhang mit dem eskalierten Nahost-Konflikt ruft die Gründerin von „Fridays for Future“ auch viel Kritik hervor. So musste sie sich sogar als „Israelhasserin“ betiteln lassen. Mit Alexander Throm forderte im vergangenen Oktober der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion via Bild sogar dazu auf, „eine Einreisesperre gegen diese Antisemitin“ für Deutschland zu erlassen.

So weit kam es bislang aber nicht. Verweigert wird Thunberg aber die Anlandung mit der Madleen im Gazastreifen. Womit ihre Mission aber erst recht Aufmerksamkeit bekommt. (mg)

Rubriklistenbild: © Instagram/@gazafreedomflotilla

Kommentare