Wirkung der Waffe ist äußerst brutal

US-Militär drängt Biden-Regierung: Ukraine soll „Schlüssel“ gegen russische Verteidigung erhalten

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Ein amerikanischer Offizier fordert von der US-Regierung in Washington die Lieferung von Streumunition für HIMARS-Systeme der Ukraine. Russlands Armee käme schwer in Bedrängnis.

Washington – Im Ukraine-Krieg kommen reihenweise konventionelle Waffen zum Einsatz, seit Kurzem ist auch die als besonders heimtückisch geltende Streumunition darunter. Diese wird von den M777-Feldhaubitzen verschossen, die Kiew nach der russischen Invasion seit Frühjahr 2022 unter anderem von den USA sowie aus Australien bekam.

Ukraine-Offensive: US-Militär fordert Lieferung von Streumunition für HIMARS

Die M777 hat in der Regel eine Reichweite von etwa 15 Kilometern. Auch ist die Trefferwahrscheinlichkeit bei Weitem nicht punktgenau. Weil die ukrainische Offensive bei Robotyne im Süden zwar stellenweise vorankommt, aber nicht entscheidend, fordert ein US-Militär von der amerikanischen Regierung Joe Bidens in Washington nun die Lieferung von Streumunition für die hocheffektiven HIMARS-Mehrfachraketenwerfer.

Das berichtet das Nachrichtenmagazin Newsweek. Bei dem US-Militär handelt es sich um den ehemaligen Offizier und Absolvent der Akademie West Point, Dan Rice. Mit Streumunition bewaffnete Langstreckenraketen könnten für die Ukraine laut dem Bericht angeblich „der Schlüssel zur Öffnung des beeindruckenden russischen Verteidigungsnetzwerkes sein“.

Von der russischen Armee gefürchtet: HIMARS-Mehrfachraketenwerfer. (Symbolfoto)

Ukraine-Offensive: Bekommt Kiew Streumunition für die HIMARS-Raketenwerfer?

Denn: Besagte Streumunition hat auf dem Schlachtfeld eine brutale Wirkung. Zur Einordnung: Laut Kyiv Post enthält eine einzelne M26-227-mm-Artillerierakete für die HIMARS-Systeme 644 M77-Submunitionen, die sie demnach über eine Fläche von fast 30.000 Quadratmetern verteilen können. Mit Submunition sind Minibomben als Explosionsbomben gemeint, das heißt, dass es in einem größeren Umfeld zeitverzögert zu mehreren Detonationen kommt. Oder als gefährliche Splitterbomben, bei denen Schrapnelle unberechenbar in der Luft verteilt werden.

Weil die Minibomben der Munition eine große unvorhersehbare Reichweite haben und selbst erst zeitverzögert nach der Explosion der eigentlichen Trägerrakete explodieren, eignen sie sich militärisch für den Einsatz gegen tiefe Schützengräben und befestigte Stellungen, wie sie sowohl im Donbass als auch in der Region Saporischschja von Russland errichtet wurden. Vereinfacht: Die Schrapnelle und Granatsplitter kommen auch in den letzten Winkel.

Streumunition für HIMARS? US-Militär glaubt dadurch an Niederlage Russlands

Rice soll in den vergangenen Monaten den ukrainischen Oberbefehlshaber Walerij Saluschnyj beraten haben und bereits damals in Washington auf die Lieferung von Streumunition gepocht haben. Er sei maßgeblich an der Argumentation dafür im Weißen Haus beteiligt gewesen, schreibt Newsweek, das Rice mit den Worten zitiert: „Wenn man 2.000 Streuraketen bekommt, denke ich, dass der Krieg vorbei sein wird. So einfach ist das.“ (pm)

Rubriklistenbild: © IMAGO/U.S. Army

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