Ukraine-Krieg

„Können keinen Unterschied machen“: Kommen US-Abrams-Panzer für die Ukraine zu spät?

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Der zweite Teil der US-Lieferung von Abrams-Panzern ist in der Ukraine eingetroffen. Einige Experten meinen, sie kämen zu spät für die laufende Gegenoffensive.

Kiew – Die USA haben im Januar der Lieferung von Abrams-Panzern an die Ukraine zugestimmt. Diese sollen zusammen mit Panzerlieferungen aus Großbritannien und Deutschland einen integralen Bestandteil der ukrainischen Gegenoffensive gegen die russischen Streitkräfte bilden. Im Januar dieses Jahres erklärte Washington, dass insgesamt 31 dieser Kampfpanzer in die Ukraine geschickt würden. Die erste Lieferung erfolgte im September.

Anfang der Woche (16. September) wurden offenbar die restlichen an die Ukraine geliefert, wie das US-Militär Anfang der Woche bestätigte. Zu spät, meinen einige Beobachter.

Abrams-Panzer für die Ukraine: Anzahl könne „keinen Unterschied machen“

Die Panzer geben den ukrainischen Streitkräften zwar einen wertvollen Schub für kombinierte Waffenmanöver gegen Russland. Einige westliche Experten und ukrainische Beamte sind jedoch der Ansicht, dass die Menge, der Zeitplan und die problematische Logistik es derzeit nicht erlauben, die Wirkung zu erzielen, die die Abrams für die Ukraine haben könnten.

Insgesamt 31 Panzer könnten „keinen Unterschied machen“, obwohl Kiew „sehr dankbar“ für die Lieferungen sei, sagte Oleksij Hontscharenko, ein Mitglied des ukrainischen Parlaments. Für dieses Jahr sehe es so aus, als ob die Abrams zu spät kämen, um den zermürbenden Anstrengungen der Ukraine im Süden und Osten des Landes wirklich etwas entgegenzusetzen, so der Abgeordnete gegenüber Newsweek. Gleichzeitig sei aber auch klar, dass der Krieg im nächsten Jahr weitergehen werde.

Die Forscherin Marina Miron vom Institut für Kriegsstudien am King‘s College London schätzt die Lage ähnlich ein. Die Abrams allein seien nicht genug, um im Ukraine-Krieg einen signifikanten Unterschied zu machen. Militärs sagen, es werde einige Zeit dauern, bis die Abrams in den Kampf geschickt werden können. Die Ukraine müsse erst neue Nachschublinien für Munition und Ersatzteile einrichten und sicherstellen, dass genügend Tankwagen für die ukrainischen Soldaten, die die Abrams fahren, zur Verfügung stehen.

Winterwetter erschwert Abrams-Einsatz im Ukraine-Krieg

Das benötigt Zeit, die zumindest in diesem Jahr nicht mehr ausreichend zur Verfügung steht. Der zweite Teil der US-Lieferung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich die berüchtigte Schlammzeit in der Ukraine und die verschärften Winterbedingungen an der Front bemerkbar machen. Der schwere Abrams-Panzer wird im schlammigen Gelände nur eingeschränkt manövrierfähig sein, sagen Experten. Er wird daher wahrscheinlich gepanzerte Bergungsfahrzeuge benötigen, um ihn aus dem Schlamm zu ziehen. Unter Beschuss ein gefährliches Unterfangen.

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Söldner der Wagner-Gruppe posieren in Rostow am Don vor Panzern.
Söldner der Wagner-Gruppe posieren in Rostow am Don vor Panzern. © IMAGO/Erik Romanenko
Die Stadt Rostow am Don wurde von der Wagner-Gruppe besetzt. Hier stehen zwischen den Zivillisten bewaffnete Soldaten und Panzer auf den Straßen.
Die Stadt Rostow am Don wurde von der Wagner-Gruppe besetzt. Hier stehen zwischen den Zivillisten bewaffnete Soldaten und Panzer auf den Straßen. © Sergey Pivovarov/IMAGO
Nahaufnahme der Ausrüstung. Die Soldaten in Rostow am Don sind mit kugelsicheren Westen ausgestattet.
Die Soldaten in Rostow am Don sind mit kugelsicheren Westen ausgestattet und schwer bewaffnet. © Erik Romanenko/IMAGO
Auf der schusssicheren Weste eines Soldaten in Rostow am Don steht auf einem Aufnäher: „Mama hat gesagt: Anziehen“. (Yandex Image Translator)
Auf der schusssicheren Weste eines Soldaten in Rostow am Don steht auf einem Aufnäher: „Mama hat gesagt: Anziehen“. (Yandex Image Translator) © Erik Romanenko/IMAGO
Die bewaffneten Wagner-Söldner in Rostow am Don bewachen auch mit militärischen Fahrzeugen die Stadt.
Die bewaffneten Wagner-Söldner in Rostow am Don bewachen auch mit militärischen Fahrzeugen die Stadt. © Erik Romanenko/IMAGO
Die Soldaten in Rostow am Don stehen inmitten der Bevölkerung wache und werden teilweise von Zivilisten angesprochen.
Die Soldaten in Rostow am Don stehen inmitten der Bevölkerung wache und werden teilweise von Zivilisten angesprochen. © IMAGO/Erik Romanenko
Soldaten der Wagner-Gruppe bewachen das südliche militärische Hauptquartier in Rostow am Don mit Scharfschützen.
Soldaten der Wagner-Gruppe bewachen das südliche militärische Hauptquartier in Rostow am Don mit Scharfschützen. © IMAGO/Erik Romanenko
In Moskau sind rund um den Kreml alle Straßen und Kreuzungen weiträumig abgesperrt und bewacht.
In Moskau sind rund um den Kreml alle Straßen und Kreuzungen weiträumig abgesperrt und bewacht. © Kirill Zykov/IMAGO
Das Moskauer „Grabmal des unbekannten Soldaten“ an der Mauer des Kremls. Zusätzlich zu den üblichen Wachen in prunkvoller Uniform sind hier Polizisten postiert.
Das Moskauer „Grabmal des unbekannten Soldaten“ an der Mauer des Kremls wird zusätzlich zu den üblichen Wachen von der Polizei bewacht. © Ilya Pitalev/IMAGO
Eine Polizistin in Moskau steht hinter der Absperrung des Roten Platzes neben einem Einsatzwagen. Im Hintergrund sind die farbigen Kuppeln der Basilius Kathedrale zu sehen.
Der Rote Platz in Moskau ist weiträumig abgesperrt und wird von der Polizei bewacht. © IMAGO/Ilya Pitalev
Wagner-Gebäude in mehreren russischen Städten, wie hier in St. Petersburg, werden von Polizisten bewacht.
Wagner-Gebäude in mehreren russischen Städten, wie hier in St. Petersburg, werden von Polizisten bewacht. © IMAGO/Alexander Galperin
Die russische Polizei sperrt Straßen in der Region Moskau und kontrolliert die Dokumente von Fahrzeugen, die sie passieren möchten.
Die russische Polizei sperrt Straßen in der Region Moskau und kontrolliert die Dokumente von Fahrzeugen, die sie passieren möchten. © IMAGO/Kirill Kallinikov
In der Region Moskau wird die Autobahn M2 bei Podoslk von mehreren LKW blockiert.
In der Region Moskau wird die Autobahn M2 bei Podoslk von mehreren LKW blockiert. © IMAGO/Vitaliy Belousov
Den Menschen, die in Staus auf russischen Autobahnen festsitzen, wird Trinkwasser zur Verfügung gestellt.
Den Menschen, die in Staus auf russischen Autobahnen festsitzen, wird Trinkwasser zur Verfügung gestellt. © IMAGO
In der russischen Stadt Rostow am Don stehen Soldaten in den Straßen Wache und beobachten die Lage.
Die Soldaten stehen in den Straßen Wache und beobachten die Lage. © IMAGO/Erik Romanenko

Abrams-Panzer für Kiews Bedürfnisse in der Gegenoffensive im Ukraine-Krieg ungeeignet

Analysten haben seit langem mehrere Eigenschaften des Abrams identifiziert, die den amerikanischen Kampfpanzer für die Bedürfnisse der Ukraine weniger geeignet machen. Er ist viel schwerer als sein russisches Pendant und die Modelle aus der Sowjetzeit, die die Ukraine bisher verwendet hat.

Abrams Panzer bei einer Militärübung.jpg

Dafür ist er allerdings sehr, sehr gut gepanzert. Gleichzeitig müssen die ukrainischen Militärplaner sicherstellen, dass die Panzer im Einsatz auch Brücken überqueren können. Für viele Brücken ist der Abrams aber zu schwer. Zudem hat der Abrams im Vergleich zu anderen Modellen einen sehr hohen Treibstoffbedarf. Dessen ständige Versorgung im Gefecht kann problematisch sein.

Ukraine will Gegenoffensive auch unter widrigen Bedingungen fortsetzen

Trotz des erwarteten Wetterumschwungs hat die Ukraine bereits erklärt, dass sie weiterkämpfen wird. „Bei Kälte, Nässe und Schlamm ist es schwieriger zu kämpfen“, sagte Generalmajor Kyrylo Budanov, Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes, im September. Doch „die Kämpfe werden weitergehen, die Gegenoffensive wird weitergehen“, betonte er.

Die Abrams-Panzer müssten jedoch „auf ganz bestimmte, gut durchdachte Operationen“ zugeschnitten sein, sonst würden die 31 Panzer nicht lange an der Front bleiben, sagte Budanow im vergangenen Monat. Sie müssten bei den geplanten Durchbruchsoperationen eingesetzt werden. Diese wiederum müssten sehr gut vorbereitet und auf die Panzer zugeschnitten sein.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Artur Widak

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