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Ein iranischer Satellit startet auf einer von Russland gepachteten Startanlage. Offenbar dient der Satellit der Umweltüberwachung. Die USA sieht das anders.
Moskau – Russland hat einen iranischen Satelliten erfolgreich in die Erdumlaufbahn gebracht. Nun äußern die USA Bedenken wegen des geplanten Zwecks. Der Satellit mit dem Namen „Khayyam“ wurde von der von Russland gepachteten Startanlage „Baikonur“ in Kasachstan gestartet.
Iran erklärte, dass er für die Umweltüberwachung eingesetzt werde und unter Teheraner Kontrolle bleiben soll, berichtet der Nachrichtensender BBC. Letzte Woche erklärten jedoch US-Beamte gegenüber der Washington Post, sie befürchteten, dass der Satellit von Moskau dazu benutzt werden könnte, Truppenbewegungen in der Ukraine auszuspionieren.
Russland: Iranischer Satellit könnte Truppenbewegungen in Ukraine überwachen
Die Beamt:innen behaupteten, die Moskauer Raumfahrtbehörde „Roscosmos“ habe Teheran mitgeteilt, sie wolle die Kontrolle über den Satelliten für „mehrere Monate oder länger“ behalten, um ihre Kriegsanstrengungen zu unterstützen. Die ungenannten Quellen fügten hinzu, dass der Satellit dem Iran und Russland „noch nie dagewesene Möglichkeiten“ zur nahezu kontinuierlichen Überwachung von Truppenbewegungen und Stützpunkten bieten könnte.
Teheran wies diese Behauptungen jedoch zurück und betonte, dass es „vom ersten Tag an“ die volle Kontrolle über den Satelliten haben werde und ihn bedienen könne. „Die Gerüchte über die Nutzung der Satellitenfotos für militärische Zwecke sind falsch“, hieß es am Dienstag (09. August) in einer iranischen Erklärung.
Russland: Iranischer Satellit für landwirtschaftliche Zwecke gedacht
Der mit einer hochauflösenden Kamera ausgestattete Satellit werde für landwirtschaftliche Programme, die Überwachung von Wasserressourcen und andere Umweltanwendungen eingesetzt, so die iranische Raumfahrtbehörde. Die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna berichtete, dass die Teheraner Raumfahrtbehörde bereits die ersten Daten von dem Satelliten erhalten habe.
Der Start erfolgt nur drei Wochen nach dem Besuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin beim iranischen Obersten Führer Ayatollah Ali Khamenei in Teheran. Während des Treffens versprachen beide, die Beziehungen zwischen ihren beiden Ländern zu vertiefen. Beide Länder unterliegen den von den USA angeführten westlichen Sanktionen. (Ares Abasi)

