Gegenoffensive

Rückschlag für Ukraine? Russland gelingt offenbar Durchbruch an Verteidigungslinie im Osten

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Russische Soldaten mit einer Panzerhaubitze des Typs Giatsint-S am 26. Juli 2023 in der Umgebung von Krasnyj Lyman in der Oblast Donezk im Osten der Ukraine (Symbolbild).
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Seit Juni läuft die zweite Gegenoffensive der Ukraine. Nun konnten russische Truppen in Ukraine-Krieg offenbar Fortschritte an der Ostfront erzielen.

Nowoseliwske – Die schweren Kämpfe im Osten und Süden der Ukraine halten an. Offenbar muss Kiew in seiner Gegenoffensive nun Rückschläge an der Front im Ukraine-Krieg einstecken: Russischen Truppen soll es gelungen sein, die Siedlung Nowoseliwske im Osten des Landes einzunehmen und entlang der Frontabschnitte Kupjansk, Swatowe und Kreminna vorzurücken. Im Süden meldete indes Kiew Fortschritte.

Rückschlag im Ukraine-Krieg: Russland meldet die Einnahme der Siedlung Nowoseliwske

Russische Truppen sollen im Ukraine-Krieg eine Siedlung im Nordosten der Ukraine eingenommen haben. Das erklärte das russische Verteidigungsministerium am Samstag, wie die russische Nachrichtenagentur Tass berichtete. „Im Raum Kupjansk wurde die Siedlung Nowoseliwske dank des kompetenten und professionellen Vorgehens der Militäreinheiten des westlichen Kommandos befreit“, behauptete Ministeriumssprecher Igor Konaschenkow. Zuvor waren die Truppen Russlands offenbar an der Linie Kupjansk-Swatowe vorgerückt. Das berichteten die US-Kriegsexperten des Institute for the Study of War (ISW) am Freitag in ihrem täglichen Lagebericht.

Russland mit Erfolg im Ukraine-Krieg: „Zahl der Angriffe hat zugenommen“ – „schwere Kämpfe“

Die Vize-Verteidigungsministerin Maliar hatte zunächst von der Intensivierung russischer Offensivoperationen in der Region Kupjansk, Lyman und Swatowe berichtet, aber hinzugefügt, dass ukrainische Streitkräfte alle Angriffe zurückgeschlagen hätten. „Die Zahl der feindlichen Angriffe hat zugenommen. Es kommt zu schweren Kämpfen“, bestätigte die ukrainische Vize-Verteidigungsministerin Hanna Maliar auf Telegram die aktuelle Entwicklung an der Ostfront im Ukraine-Krieg. Ihrer Ansicht nach ginge den russischen Streitkräften bei diesen Angriffen darum, ukrainische Ressourcen in dieses Gebiet zu lenken, während Kiew die Gegenoffensive im Süden verfolge. Militärexperten sprechen in diesem Zusammenhang von Entlastungsangriffen.

Erfolg bei Gegenoffensive im Ukraine-Krieg: Armee macht südlich von Bachmut Fortschritte

Südlich der von Russland kontrollierten Stadt Bachmut hat die ukrainische Armee Angaben Kiews zufolge unterdessen Fortschritte im Ukraine-Krieg erzielt. „An der südlichen Flanke setzen unsere Streitkräfte trotz dichtem Artilleriefeuer und Mienen ihre Vorwärtsbewegung Schritt für Schritt fort“, schrieb Vize-Verteidigungsministerin Hanna Maliar am Freitag bei Telegram.

Auch Militärexperten wie etwa der Ex-Nato-General Erhard Bühler bescheinigten der Ukraine im Süden derzeit ein „langsames, aber sicheres“ Vorankommen, wie der Militär am Freitag in seinem Podcast zur aktuellen Situation im Krieg in der Ukraine sagte. Die Lage russischer Truppen sei in Bachmut so schlecht, dass sie Verstärkung aus dem Norden - Kupjansk und Swatowe - heruntergezogen hätten, so der Militär weiter.

Ukraine-Krieg: ISW kann Erfolge der Offensive gegen Russland nicht bestätigen

Den Truppen Kiews soll es am Freitag sogar gelungen sein, die erste Verteidigungslinie Russlands im Süden zu durchbrechen und auf die Zwischenlinien vorzurücken, wie Vize-Verteidigungsministerin Maliar der Zeitung Pravda berichtete. Die US-Kriegsexperten des ISW sahen nach Analyse der aktuellen Lage im Ukraine-Krieg dafür allerdings zunächst keine Belege. Russland hatte rund ein Jahr Zeit, um ein massives Bollwerk aus Minenfeldern und Panzersperren entlang der Front und in den besetzten Gebieten zu errichten.

Sobald eine dieser Verteidigungslinien durchdrungen werden könnte, könnte es laut dem Militärexperten Christian Mölling von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik aber eine realistische Chance auf einen Erfolg der Gegenoffensive geben. (bme/dpa/AFP)

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