Provokation aus Russland? US-Militär beobachtet Putins Atombomber vor Alaska
VonKilian Beck
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Erneut tauchten russische Bomber und Kampfjets vor Alaska auf. Es ist nicht der erste Zwischenfall. Das US-Militär hat alles im Blick – doch die Reaktion überrascht.
Moskau/Washington – Das russische und das US-amerikanische Verteidigungsministerium bestätigten am Mittwoch (18. Dezember) den Flug zweier Langstreckenbomber vom Typ Tupolew Tu-95 im internationalen Luftraum aus Russland vor der Küste des US-Bundesstaats Alaska. Das US-Verteidigungsministerium stellte klar, dass die russischen Bomber zu keinem Zeitpunkt US-amerikanischen oder kanadischen Luftraum verletzt hätten und „nicht als Bedrohung“ betrachtet werden würden.
Russlands Tu-95-Bomber aus den 1950er-Jahren im Ukraine-Krieg
Die Tu-95, ein strategischer Langstreckenbomber, kann theoretisch Nuklearwaffen tragen. Erstmals flog der Bomber jedoch in den 1950er-Jahren, also bevor Raketen zum üblichen Nuklearwaffen-Trägersystem wurden. Im Zuge des Ukraine-Krieges fiel der Bomber aus Sowjetzeiten allerdings eher als Trägerplattform für den Marschflugkörper Ch-101 auf. So wurden etwa Ende November nach ukrainischen Angaben sieben dieser Marschflugkörper von Tu-95 auf die Ukraine abgefeuert. Russland führt seit 2022 auch Krieg gegen die zivile Infrastruktur der Ukraine.
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Video soll zeigen russische Kampfjets und Luftbetankung vor Alaska zeigen
Dem russischen Verteidigungsministerium zufolge wurden die Bomber von Kampfjets der Typen Suchoi Su-35 und Su-30 begleitet. Ein mit der Mitteilung veröffentlichtes Video soll den etwa 15-stündigen Flug zeigen. Es zeigt auch eine Luftbetankung einer Tu-95. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig prüfen. Das US-Verteidigungsministerium teilte lediglich mit, vier russische Flugzeuge beobachtet zu haben.
Russlands Kampfflugzeuge vor Alaska – USA und Kanada reagieren betont entspannt
Das US-amerikanisch-kanadische Luftverteidigungskommando NORAD betonte in seiner Mitteilung, dass „regelmäßig“ russische Flugzeuge im internationalen Luftraum vor der Küste Alaskas und Kanadas beobachtet werden würden. Diese seien keine Bedrohung. Zuletzt meldete das Kommando im September russische Flugzeuge vor Alaska. Auch Russlands Verteidigungsministerium teilte mit, man würde regelmäßig Flüge über der Arktis, dem Nordatlantik, der Ostsee, dem Schwarzen Meer oder dem Pazifik starten.
Russische Flugzeuge in Europas Luftraum – Britische Jets stiegen im November auf
Auch in Europa tauchten zuletzt immer wieder russische Flugzeuge auf. So starteten im November in Großbritannien zwei Typhoon-Jets, um einem russischen Aufklärungsflugzeug zu folgen, das über die Nordsee geflogen sei, erklärte das britische Verteidigungsministerium. Auch hier habe das Flugzeug „zu keinem Zeitpunkt in den Luftraum des Vereinigten Königreichs eindringen“ können, hieß es weiter.
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