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Russland sieht sich im Süden der Ukraine offenbar mit einem Großangriff der Ukraine konfrontiert. Die Truppen Kiews wollen südlich von Orichiw vorstoßen.
München/Orichiw/Staromajorske - Im Ukraine-Krieg lief an diesem Sonntag (13. August) offenbar ein Großangriff auf die russischen Stellungen zwischen Orichiw und Tokmak in der Oblast Saporischschja. Mehr noch: Hier, an der südlichen Front, sollen die Ukrainer laut New York Times (NYT) „signifikante“ Fortschritte erzielen.
Ukraine-Offensive: Russische Armee nördlich von Tokmak unter Druck
Laut ukrainischen Militärbloggern werden zeitgleich russische Verteidigungsanlagen von Westen nach Osten bei den Dörfern Nesterianka, Kopani, Robotyne, Werbowe und Novofedorivka angegriffen. Obwohl die NYT schreibt, dass die ukrainischen Streitkräfte bei ihrem Versuch, nach Berdjansk und Melitopol am Asowschen Meer zu kommen, mittlerweile etwa 19 Kilometer gut gemacht haben, war die Offensive im Ukraine-Krieg dort zuletzt festgefahren.
Besagte Gebietsgewinne wurden seit Anfang Juni erzielt, also in zweieinhalb Monaten. Rund 20 Kilometer südlich von Robotyne liegt die strategisch wichtige Kleinstadt Tokmak, die Russland zu einer regelrechten Festung ausgebaut hat. Dorthin wollen die Ukrainer kommen, um Berdjansk und Melitopol ins Visier nehmen zu können. Der aktuelle Großangriff dürfte darauf abzielen, einen Keil zwischen die russischen Stellungen in der Region zu schlagen.
In der Oblast Saporischschja, in der Russland kürzlich seinen Panzerzug „Baikal“ präsentierte, bestünde dann die Chance, bis an die Küsten vorzurücken, während die besetzte Krim am Wochenende von einer regelrechten ukrainischen Drohnen-Welle angegriffen wurde. Damit nicht genug: Der Ukraine gelang an diesem Sonntag (13. August) an einem weiteren Frontabschnitt ein militärischer Erfolg.
Ukraine-Offensive: Russische Armee räumt im Osten Urozhaine
So zogen sich die Russen aus Urozhaine rund 100 Kilometer westlich der Großstadt Donezk zurück. Von Welyka Nowosilka aus kommend hat die ukrainische Armee hier, entlang der wichtigen Regionalstraße T0518, Dorf um Dorf genommen, zuletzt Staromajorske gegenüber von Urozhaine. Offenbar gab es rund um den Verlust der strategisch wichtigen Siedlung Zoff innerhalb der russischen Truppen.
So zitierte die Bild einen namentlich nicht genannten Soldaten der selbsternannten Volksrepublik Donezk: „Die Panzereinheiten der 37. Brigade weigerten sich, die Infanterie in den Kämpfen um Urozhaine zu unterstützen, mit der Begründung, die Panzer seien angeblich unmittelbar nach dem Einmarsch in die Schussposition zerstört worden. Tatsächlich ist die Hälfte der Brigade im Hintergrund damit beschäftigt, Alkohol zu trinken, und die Offiziere sind nicht in der Lage, sie zur Besinnung zu bringen.“
Ukraine-Offensive: Russland muss wohl weitere Truppen in den Süden verlegen
Die US-amerikanische Denkfabrik Institute for the Study of War (ISW) bezeichnete die ukrainischen Fortschritte indes als „taktisch bedeutsam“ und erklärte, dass Moskau wahrscheinlich zusätzliche Truppen in die Region verlegen müsse, was „die russischen Verteidigungslinien insgesamt weiter schwäche“ und „Möglichkeiten für einen potenziell entscheidenden Durchbruch der Ukraine schaffen“ würde. (pm)
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