Zweifel am Kronprinzen

Schah-Sohn Reza Pahlavi will im Iran an die Macht: Nur Symbolfigur oder zukünftiger Staatsmann?

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Beobachter halten einen Sturz des Regimes im Iran für möglich. Exil-Prinz Pahlavi könnte der neue Anführer werden. Doch es gibt auch Zweifel an ihm.

Teheran – Die Demonstrationen im Iran, die ursprünglich wegen wirtschaftlicher Beschwerden starteten, haben sich zu einer Wut gegen das Regime entwickelt. Die Proteste rollen inzwischen wie eine Flutwelle über das ganze Land: Sogar in den dem Regime traditionell als nahestehend geltenden Städten versammeln sich hunderttausende Menschen. Sollten die Mullahs gestürzt werden, könnte der Kronprinz im Exil, Reza Pahlavi, die Führung über das Land übernehmen. Allerdings gibt es auch ernste Zweifel an der Eignung des Sohnes des gestürzten Schahs.

Reza Pahlavi, Sohn des 1979 gestürzten Schahs vom Iran. Bei Protesten im Iran tauchen immer wieder seine Porträts auf.

Demonstrationen im Iran: Pahlavi als der neue Anführer bei Sturz des Regimes?

Reza Pahlavi ist der älteste Sohn des letzten Schahs des Irans, Mohammad Reza Pahlavi, und gilt als der Thronfolger der gestürzten Pahlavi-Dynastie. Er wurde 1960 in Teheran geboren, verbrachte aber einen Großteil seines Lebens in den USA. Er wurde bereits 1967 während der Krönungszeremonie seines Vaters offiziell zum Kronprinzen ernannt, wie auf seiner persönlichen Internetseite angegeben wird.

Er besuchte eine königliche Privatschule im Palast und begann schon früh mit Pilotentraining. Später schloss er eine Ausbildung als Jet-Pilot bei der amerikanischen Luftwaffe am Reese-Luftwaffenstützpunkt in Texas ab. Dazu erhielt er 1985 einen Bachelorabschluss in Politikwissenschaft an der University of Southern California (USC).

Als Reza Pahlavi 1978 im Alter von 17 Jahren für sein Pilotentraining in den USA war, brach im Iran die Revolution aus. Die islamische Revolution zwang die königliche Familie im Januar 1979 zur Flucht aus dem Land. Pahlavi konnte daraufhin nicht mehr zurückkehren, als das theokratische Regime die Macht übernahm. Nach der Flucht lebte die Pahlavi-Familie zunächst in mehreren Ländern – einschließlich Marokko, den Bahamas und Mexiko –, bevor sie ins Exil in die USA ging. Seit 1986 ist Reza Pahlavi mit Yasmine Etemad-Amini verheiratet und hat drei Töchter.

Putins Verbündete: Diese Länder stehen im Ukraine-Krieg an der Seite Russlands

Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen der Gemeinschaft unabhängiger Staaten
Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS). Die GUS besteht aus ehemaligen Staaten der Sowjetunion, die bis heute zum Großteil eng verbunden mit Russland geblieben sind. Doch Moskau-Machthaber Putin hat nicht nur in den Sowjet-Gebieten Freunde. Putin findet auch nach mehreren Jahren Angriffskrieg in der Ukraine noch immer fast weltweit Verbündete. Eine Übersicht: © Imago
Alexander Lukaschenko und Wladimir Putin
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs steht ein Mann eng an der Seite Wladimir Putins: Alexander Lukaschenko. Das von ihm autoritär beherrschte Belarus teilt sich eine mehr als tausend Kilometer lange Grenze mit der Ukraine. Lukaschenko unterstützte Putins Truppen logistisch bei ihrer Invasion des Nachbarlandes. © Imago
Kim Jong-un und Wladimir Putin
Ein weiterer enger Verbündeter Wladimir Putins ist Kim Jong-un. Der Machthaber regiert ein totalitäres Nordkorea, das als sozialistische Diktatur historisch enge Beziehungen zu Russland pflegt. © Gavriil Grigorov/Imago
russischer Soldat, der eine Gruppe nordkoreanischer Kameraden einweist
Im Lauf des Ukraine-Kriegs wurde aus der symbolischen Verbindung ein militärisches Bündnis. Kim Jong-un unterstützte Putins Feldzug mit Waffen, Munition und Soldaten. Laut Schätzungen könnten es mehr als 30.000 Mann aus Nordkorea sein, die an der Front im Ukraine-Krieg kämpfen. Auf dem Bild zu sehen ist ein russischer Soldat, der eine Gruppe nordkoreanischer Kameraden einweist.  © Imago
Xi Jinping zu Gast bei Wladimir Putin
Die Volksrepublik China pflegt sowohl mit Nordkorea als auch mit Russland enge Beziehungen. Das bewies Präsident Xi Jinping zuletzt durch seinen Besuch Moskaus am „Tag des Sieges“. An der Seite Putins begutachte Xi als Gast auf der Ehrentribüne die große Militärparade, die durch Russlands Hauptstadt rollte. Doch China unterstützt Russland nicht nur symbolisch durch Besuche, sondern auch ganz praktisch mit Seltenen Erden und Devisen. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs ist China der größte Importeur für russische Rohstoffe geworden. © Imago
Präsident Wladimir Putin mit To Lam
Der Dritte im Bunde der ostasiatischen Verbündeten Russlands ist Vietnam. Hier posiert Präsident Wladimir Putin mit Tô Lâm, Präsident Vietnams von Mai 2024 bis Oktober 2024, bei einem Besuch des russischen Staatschefs in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi. © Kristina Kormilitsyna/Imago
Wladimir Putin und Narendra Modi
In Südasien, konkret auf dem indischen Subkontinent, findet sich mit Narendra Modi der nächste enge Verbündete Russlands. Indiens Premierminister pflegt ein enges Verhältnis zu Putin. Hier umarmen sich beide bei einem Treffen in Neu-Delhi im Jahr 2018. Indien ist durch mehrere internationale Organisationen und Bündnisse mit Russland verbandelt. Die wohl wichtigsten darunter sind die Zusammenkunft der sogenannten BRICS-Staaten und die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). © Imago
König Ibrahim Ismail von Johor aus Malaysia beim Besuch Putins in Russland
Auch Malaysia ist wie Russland Mitglied des BRICS-Staatenbundes. In Begleitung seiner Frau Raja Zarith Sofia reiste König Ibrahim Ismail von Johor nach Russland, um Putin im Kreml zu besuchen. © Imago
Präsident Kassym-Schomart Tokajew unterhält zu Präsident Wladimir Putin eine gute Beziehung
Zur Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS) zählt neben Russland unter anderem die Ex-Sowjet-Republik Kasachstan. Das Land teilt sich mit 7644 Kilometern die längste Landgrenze der Welt mit Russland. Präsident Kassym-Schomart Tokajew unterhält zu Putin eine gute Beziehung. Kasachstan bezieht 90 Prozent seiner Waffenimporte aus Russland, das wiederum den in Kasachstan gelegenen Weltraumbahnhof Kosmodrom Baikonur mietet. Beide Länder sind außerdem Mitglied in der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). © Imago
Putin und Traoré
Zu Putins engen Verbündeten gehört auch Burkina Fasos Regierungschef Inbrahim Traoré. Am 9. Mai 2025 besuchte er Putin in Moskau (im Bild). „Wir glauben, dass der Terrorismus, den wir heute erleben, vom Imperialismus herrührt, und wir bekämpfen ihn“, sagte er bei einem bilateralen Treffen. In Erinnerung geblieben ist auch eine virale Rede beim Afrika-Gipfel im Jahr 2023 in Russland. Im Beisein Putins machte er damals den Westen dafür verantwortlich, dass Afrika trotz seiner Rohstoffe der ärmste Kontinent sei.  © IMAGO/Mikhail Metzel/Kremlin Pool
Ägypten Militärband Moskau
Mehr als 80 Jahre Diplomatie verbinden Ägypten und Russland. Das Land am Nil ist wirtschaftlich von Moskau abhängig. Auch Putin profitiert von den Verbindungen nach Kairo. Der russische Präsident betrachtet Ägypten als Tor nach Afrika. Im August 2022 war eine ägyptische Militärband in Moskau zu Gast (im Bild). Auch bei der Militärparade zum 80. Jahrestag des Siegs über Nazi-Deutschland am 9. Mai 2025 marschierte eine Einheit aus Ägypten über den Roten Platz.  © Sergei Bobylev/Imago
Laos-einheit in Moskau
Am „Tag des Sieges“ über Nazi-Deutschland am 9. Mai 2025 paradierte auch eine Einheit aus Laos durch Moskau. Angeblich arbeitet Putin derzeit intensiv daran, das Land in den Krieg gegen die Ukraine einzubinden. Im Sommer 2025 begrüßte er den laotischen Präsidenten Thongloun Sisoulith in Moskau. © Ricardo Stuckert/Imago
Turkmenistan Moskau Parade
Turkmenistan schickte ebenfalls eine Einheit nach Moskau. Die zentralasiatische Republik Turkmenistan am Kaspischen Meer gehört auch Jahrzehnte nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zu den am meisten abgeschotteten Staaten der Welt.  © Ricardo Stuckert/Imago
Aleksandar Vucic Putin Netanjahu
Auch der serbische Staatschef Aleksandar Vučić nahm 2025 – wie auch schon 2018 (im Bild) – in Moskau an der Parade vor rund 10.000 Soldaten teil. Die Beziehungen zwischen Serbien und Russland gelten als traditionell freundschaftlich. Belgrad verweigert sich den Sanktionen gegen Russland und hat den Westen für den Ukraine-Krieg verantwortlich gemacht. Zuletzt gab es trotzdem zwischen Moskau und Belgrad Verstimmungen, als der russische Auslandsgeheimdienst Serbien den Verkauf von Munition an die Ukraine vorwarf. © Mikhail Metzel/Imago
Milorad Dodik
Putins wichtigster Mann am Balkan heißt Milorad Dodik (2. von rechts). Der bosnisch-serbische Separatistenführer betreibt seit Jahren die Abspaltung des Landesteils Republika Srpska vom bosnischen Staat. Dodik stimmt sich dabei regelmäßig mit dem russischen Präsidenten ab. © Alexei Nikolsky/Imago
Salva Kiir Putin
Im September 2023 traf sich Putin mit Salva Kiir Mayardit, dem Präsidenten von Südsudan. „Die Welt diktiert, dass niemand allein überleben oder Erfolg haben kann“, sagte Salva Kiir. Zu Putin gewandt meinte er, dass sein Land starke Freunde brauche: „Sie sind einer von ihnen.“ © Valery Sharifulin/Imago
Orban Putin
Ungarns Regierungschef Viktor Orbán ist Putin im Ukraine-Krieg stets treu geblieben. So hat er während der ungarischen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2024 den bis dahin weitgehend isolierten Kremlchef zum Ärger vieler EU-Länder überraschend in Moskau besucht und sich als Vermittler inszeniert (im Bild). Zugleich nutzt Orbán jede Gelegenheit, um gegen die Ukraine auszuteilen.  © Valeriy Sharifulin/Imago
Putin und Ramaphosa
Ende Juli 2023 war Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa bei Putin zu Gast. Der Kremlchef hatte seine Gäste zum Abschluss eines zweitägigen Afrika-Gipfels in St. Petersburg eingeladen, den er in der russischen Ostsee-Metropole veranstaltete. Südafrika, das mit Russland, China, Indien und Brasilien die Brics-Staatengruppe bildet, wird wegen seiner Russland-Nähe vom Westen mit Skepsis betrachtet.  © Sergei Bobylev/Imago
Peseschkian Putin
Im Januar 2025 war Massud Peseschkian in Moskau zu Besuch. Dabei unterzeichnete Irans Präsident gemeinsam mit Putin ein Abkommen über eine strategische Partnerschaft. Russland und der Iran vertieften damit ihre militärische und wirtschaftliche Zusammenarbeit für die nächsten 20 Jahre.  © Imago
Putin Ortega
Seit vielen Jahren steht Nicaragua an der Seite Putins. Nach dem Aufstand der russischen Privatarmee Wagner gegen die eigene Staatsführung im Juni 2023 schickte auch Präsident Daniel Ortega (hier ein Bild aus dem Jahr 2014) eine Botschaft nach Moskau. In der offiziellen Mitteilung hieß es, Ortega und seine Ehefrau sowie Vizepräsidentin Rosario Murillo übermittelten Putin „unsere Zuneigung in revolutionärer Bruderschaft“. © Cesar Perez/afp
Maduro
Venezuelas Präsident Nicolás Maduro tat es ihm gleich. „Wir senden unsere Umarmung der Solidarität und der Unterstützung an den Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin, dem es gelungen ist, einen Versuch des Verrats und des Bürgerkriegs zu bewältigen und seinem Volk den Sieg und den Frieden zu garantieren“, twitterte er damals. © Alexandr Kryazhev/Imago
Putin Goita
Im Juni 2025 verständigten sich Putin und Malis Militärmachthaber Assimi Goïta auf eine bilaterale Kooperation. Russland ist enger Verbündeter von Goïta, der gegen Terrormilizen in Mali auch auf russische Wagner-Söldner setzte. Das Militär hatte sich 2020 und 2021 an die Macht geputscht, die Zusammenarbeit mit Ex-Kolonialmacht Frankreich beendet und sich Moskau zugewandt. © Alexander Kazakov/Imago
Putin Sassou Nguesso Afewerki
Ende Juli 2023 war Putin gemeinsam mit Denis Sassou Nguesso, dem Präsidenten der Republik Kongo (rechts), und dem eritreischen Präsidenten Isaias Afewerki (links) beim Tag der Marine auf der Newa in St. Petersburg unterwegs. Mit ihrem Besuch beim Russland-Afrika-Gipfel konnten die beiden Staatsmänner die Achse zwischen Russland und ihren Ländern noch einmal stärken. © Alexander Kazakov/Imago
Putin Raúl Castro
Ein besonders inniges Verhältnis pflegt Russland zu Kuba. Für die hoch verschuldete Karibikinsel ist Russland einer der engsten Verbündeten und wichtigsten Geldgeber. Der Kreml bezeichnete den sozialistischen Karibikstaat, der den Ukraine-Krieg nicht verurteilt hat, als „sehr wichtigen Partner“. Im Jahr 2014 war Putin beim vormaligen Präsidenten Raúl Castro zu Gast. © Imago
Putin
Der Kremlchef ist seit Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 im Westen weitestgehend isoliert. Umso wichtiger ist ihm der Kontakt zu seinen Verbündeten – den sucht er in vielen Fällen auch per Video. Im Mai 2025 nahm er an einer Sitzung der Kommission für militärisch-technische Zusammenarbeit mit ausländischen Staaten teil.  © Alexander Kazakov/Imago

Demonstrationen im Iran: Pahlavi als Stimme der Opposition

Bei den aktuellen Demonstrationen im Iran sowie bei Unterstützungsprotesten im Ausland sieht man immer wieder, wie Pahlavis Fotos getragen werden. Er gilt als Symbol eines säkularen Irans. Immer wieder äußert er sich auf verschiedenen Kanälen zur Lage und den Demos im Iran: Dabei ermutigt er die Bevölkerung, die Mullahs zu stürzen, und ruft US-Präsident Donald Trump zur Hilfe. Er gibt auch an, man habe eigene Pläne für die ersten Monate nach dem Sturz des Regimes vorbereitet. Detaillierte Angaben liefert er aber nicht.

Anders als manche Monarchisten, die eine Rückkehr der Monarchie wünschen, fordert Reza Pahlavi eine säkulare, demokratische Regierung mit einem Referendum über das politische System Irans. Er ist ein lautstarker Kritiker des iranischen Theokratie-Regimes und ruft zu einem politischen Wandel und freien Wahlen auf. Seit über vier Jahrzehnten engagiert er sich in der Exil-Opposition und trifft Politiker, Aktivisten und Organisationen weltweit, um Unterstützung für die iranische Opposition zu gewinnen. Laut seiner offiziellen Webseite reist er international und spricht über Freiheit und Menschenrechte.

In den vergangenen Jahren – besonders während aktueller Protestbewegungen im Iran – wird er in Medien und sozialen Netzwerken als eine Stimme des Widerstands wahrgenommen, auch wenn seine tatsächliche Unterstützung innerhalb Irans schwer zu messen ist. Seine Sichtbarkeit hat jedenfalls mit den jüngsten Demonstrationen wieder zugenommen. Und zweifelsohne nützen ihm die Proteste, um sich in der Gesellschaft wieder zu etablieren und seine mögliche Rückkehr vorzubereiten.

Demonstrationen im Iran: Zweifel an Führungsqualitäten von Kronprinz Pahlavi

Pahlavi ist jedoch zugleich eine umstrittene Person. Einige Experten und Kommentatoren betonen, dass seine politische Relevanz innerhalb Irans durch Jahrzehnte im Exil begrenzt sei. Es wird hervorgehoben, dass seine Sichtbarkeit und prominente Stimme der iranischen Diaspora geholfen haben, die Protestbewegung weltweit bekannter zu machen. Gleichzeitig bleibt seine tatsächliche politische Organisationskraft begrenzt.

In Analysen zum Iran heißt es oft, die iranische Opposition sei stark fragmentiert. Es gebe bislang keine starke, einigende Führung – Pahlavis Rolle wird daher oft als symbolisch, nicht als strategisch beschrieben. Das führt zu Zweifeln, ob er das Land tatsächlich effektiv regieren kann.

Hinzu kommt die Frage der Legitimität und seiner Expertise: Experten betonen, dass seine lange Abwesenheit aus dem Iran und seine begrenzte Präsenz im Inland Zweifel an seiner Legitimität als Anführer eines zukünftigen Irans aufwirft. Selbst in westlichen Kreisen scheint man sich nicht einig zu sein, ob er die richtige Person an der Spitze eines neuen Irans sein könnte.

Demonstrationen im Iran: Reza Pahlavi nur als Symbolfigur oder zukünftiger Staatschef?

Ein zentraler Kritikpunkt ist, dass Reza Pahlavi – trotz seiner langen Oppositionsrolle im Exil – nie direkte Regierungs- oder Leitungserfahrungen in einem Staat oder einer massiven politischen Bewegung hatte. So wird argumentiert, er habe nie ein echtes Amt bekleidet, keine funktionale Organisation aufgebaut oder eine politische Struktur etabliert, die über symbolischen Charakter hinausgeht. Seine Initiativen seien ohne Substanz geblieben, heißt es in Analysen von ebenfalls regimekritischen iranischen Gruppen.

Ebenso wird hervorgehoben, dass seine politische Präsenz vor allem durch Medienauftritte und abstrakte Visionen, nicht aber durch konkrete Strategien zur Überwindung des Regimes geprägt ist. Oft wird bemängelt, er habe keine greifbare Roadmap zum Sturz des Regimes oder eine Perspektive zur neuen Regierung des Landes vorgelegt.

Pahlavi ist ohne Zweifel ein wichtiger Oppositionsaktivist und die unangefochtene Stimme der Kritik am Mullah-Regime. Ob er die Aufgabe eines Staatschefs an der Spitze seines Landes erfüllen kann, ist jedoch noch zweifelhaft. Dafür konnte er sich noch nicht beweisen. Auch ist es zu früh, um dies beurteilen zu können. Politisch wurde er jedenfalls nie ernsthaft getestet. Zudem besteht Unklarheit über seinen tatsächlichen Rückhalt bei der iranischen Bevölkerung. Sollten die Demonstrationen das Regime tatsächlich stürzen, werden diese Fragen eine deutlich höhere Relevanz haben. (Quellen: Encyclopædia Britannica, Pahlavi-Webseite, Telegram, verschiedene Medienberichte, eigene Recherche) (bb)

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