VonPeter Rutkowskischließen
Die Slowakei ist ein zweiter, Putin genehmer Stachel in Osteuropa. Sie wird im Duett mit Ungarn in Brüssel gehörig nerven. Der Kommentar.
Man könnte müde abwinken: Ein putinfreundlicher Populist installiert einen Gefolgsmann als Nummer 1 im slowakischen Staate. Was ist schon die Slowakei? Wenig mehr an Menschen als die Hälfte Londons. In EU wie Nato ein Leichtgewicht. Da war das PiS-radikale Polen bis Herbst 2023 schon ein größeres Problem für die Bündnisse.
Die Slowakei aber so abzutun, wäre ein böser Fehler. Sie ist ein zweiter, Putin genehmer Stachel in Osteuropa. Sie wird im Duett mit Ungarn in Brüssel gehörig nerven. Aber das ist lange nicht das Schlimmste. Die Worte sind es.
Neuer Präsident in der Slowakei: Fruchtbarer Boden für haltlose Fantastereien
Der künftige Präsident Pellegrini behauptet, Frieden mit Putin sei möglich. Er meint, verlässlicher Partner von EU und Nato zu sein. Er verkündet, „die gespaltene Slowakei“ zu einen. Das alles ist das dreiste Gegenteil von Faktizität, ganz im Stil von Orwells „1984“.
Aber wie bei Donald Trump kommen haltlose Fantastereien auch in Osteuropa gut an. Realitätsflucht ist ja doch so viel bequemer. Daran wird die Slowakei zugrunde gehen. Und es wird dann keinen zweiten „Prager Frühling“ geben, um sich als angebliches Opfer vom eigenen Versagen reinzuwaschen. (Peter Rutkowski)
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